Der Karneval ist sicherlich ein Highlight auf Gran Canaria, nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für viele Urlauber. Deshalb möchte ich doch mal etwas näher darauf eingehen. Die Atmosphäre beim hiesigen Karneval ist eher wie in Rio mit aufwendigen Shows und Umzügen mit feuriger Salsamusik, Temperament und Lebensfreude. Es gibt hier keine einheitlichen Termine wie in Deutschland. In diesem Jahr ist wegen Corona noch einiges in den Sommer verschoben, aber wir hoffen, dass im nächsten Jahr alles wieder normal verläuft. Die Termine werden von der Gemeinde frühzeitig bekannt gegeben, denn viele Urlauber planen Ihren Urlaub dementsprechend.
Die Geschichte des Karnevals reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Damals wurden in Las Palmas Familienfeiern mit Masken und Kostümen begangen. Später war der Karneval lange Zeit verboten, zunächst unter König Carlos I. im Jahre 1523. Rund 200 Jahre später wurde das Verbot von König Felipe V. Aufgehoben. Im 19. Jahrhundert wurden die Umzüge eingeführt, ohne sie wäre heute der Karneval undenkbar. Später, während der Zeit Francos war der Karneval wieder verboten. Nach seinem Tod 1l975 darf wieder gefeiert werden und der Karneval konnte sich zu seiner heutigen Form entwickeln.
Auf Gran Canaria feiert jede Gemeinde zwischen Februar und März ihr eigenes Fest. Die größten und bedeutendsten Feste finden in Las Palmas und Maspalomas statt. Weitere große gibt es in Agaete, Telde und Agüimes. Der erste Karneval findet in Las Palmas statt und zieht dann weiter in Richtung Süden. Hier findet in Maspalomas der Höhepunkt rund 3 Wochen nach dem Karneval in Las Palmas statt. Dies ist natürlich für viele Urlauber ein besonderes Erlebnis. Das Zentrum des Karnevals in Maspalomas ist das Yumbo-Center in Playa del Ingles. Große Galas wie die Drag Queen Gala und die Wahl der Karnevalskönigin bilden die Höhepunkte im Programm. Hinzu kommen Umzüge mit Festwagen, Tanzgruppen und Musik. Ich habe mir natürlich auch mal einen Umzug angeschaut und war erstaunt, wie unterschiedlich er zu den Karnevalsumzügen ist, die man von Deutschland kennt. In Deutschland sind es doch oft Themen aus der Politik oder dem Tagesgeschehen und hier sind sie prunkvoll gestaltet. Hier wirkt es für mich wie eine Mischung aus fernöstlichen Paradiesvögeln und südamerikanischem Ambiente. Aber sehr eindrucksvoll, besonders die Frauen mit ihren aufwendigen Kostümen und dem riesigen Kopfschmuck.
Beendet wird der Karneval auf Gran Canaria mit der Beerdigung der Sardine. Warum es ausgerechnet eine Sardine ist, weiß man nicht so genau. In der Chronik von Agaete aus den 1940er Jahren wird dieser Brauch zum ersten Mal erwähnt. Heute ist es in Playa del Ingles ein Riesenevent am Strand, bei dem eine Sardine aus Pappmaché nach einem Trauerzug verbrannt wird und ein Feuerwerk gehört auch dazu.