Hallo,
im Moment scheint die "Meinungsfreiheit" das Hauptthema zu sein.
Man muss die Meinungsfreiheit aus zwei Richtungen sehen, nämlich einmal die Meinungsfreiheit des Sprechers und zum anderen die Meinungsfreiheit des Zuhörers.
Ich halte es für nicht in aller Konsequenz richtig überlegt, wenn man sagt, dass es so aussieht, als würde man Frau Herman das Recht auf Meinungsfreiheit absprechen. Sie äußert ihre Meinung doch, und zwar sogar in und durch viel mehr Medien, die den meisten von uns zur Verfügung stehen. Sie äußert ihre Meinung in der Zeitungs- und Zeitschriften-Presse, im TV, auf Buchmessen und sicherlich auch in ihrem näheren Umfeld. Also läßt man sie doch ihre Meinung sagen.
Meinungsfreiheit bedeutet aber doch nicht, dass der Zuhörer sich die Meinung des Sprechers schweigend anhören muss, also ohne seine eigene Meinung äußern zu dürfen. Auch das geschieht, der Zuhörer äußert seine Meinungen zu den von Frau Herman geäußerten Meinungen.
Die Meinungen des Sprechers und des Zuhörers können falsch oder auch richtig sein. Aber auf jeden Fall kann man doch nicht sagen, dass jemandem das Recht auf Meinungsfreiheit abgesprochen wird, der pausenlos mit Unterstützung aller ihm zur Verfügung stehenden Medien seine Meinung vertritt.
In der Kerner-Sendung wird normalerweise jedem Gast eine gewisse Sprechzeit eingeräumt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Frau Herman insgesamt ca. 50 Minuten ihre Meinung vertreten können - länger also, als jedem anderen Gast zuvor an Sprechzeit eingeräumt wurde.
Frau Herman betreibt derzeit negativen Populismus, das ist sehr ungeschickt von ihr. Ob ihr das wirklich was bringt, wird sich zeigen.
Sie macht es sich sehr einfach, wenn sie versucht, bestimmte Dinge aus früheren Zeiten so lange herunter zu reduzieren, bis diese Dinge als kleiner Single-Punkt übrig bleiben, völlig losgelöst von ihren unbestrittenen geschichtlichen Zusammenhängen, um dann mit Hilfe eines zweiten, ebenso auf einen kleinen Punkt reduzierten Themas beide Punkte insofern zu vergleichen, dass man nicht über eine Autobahn reden darf, wenn man nicht über so genannte Familienwerte sprechen darf. Das geht einfach nicht.
Wenn Gesagtes geeignet ist, andere zu brüskieren, dann muss man damit rechnen, dass man ausgeschlossen wird, vor allem dann, wenn es ständig wiederholt wird. Frau Herman hat genügend Chancen gehabt, ihre Äusserungen etwas zu relativieren. Diese Chancen hat sie nicht genutzt. Wenn dann noch Sturheit dazu kommt, die man fast als dümmliche Sturheit bezeichnen kann, ist ihr nicht mehr helfen.
Das hat mit Meinungsfreiheit überhaupt nichts zu tun.
Gruß, Hardy

Frau von Schißhase (ich Anm.d.Red.) wär auf der Stelle ausgeflippt!! 