Hallo,
seit 7 Jahren wohne ich in der Schweiz. Die Umstellung von 29 Urlaubstagen + ziemlich vielen Feiertagen in Bayern auf 4 Wochen Ferien + ziemlich wenige Feiertage im Kanton Zürich habe ich immer noch nicht ganz verkraftet.
Zwar verdient man hier mehr, klar, ist ja auch vieles teurer (bis auf Urlaubsreisen) - aber ehrlich gesagt hätte ich lieber mehr frei. Dummerweise muss ich auch noch viel an Wochenenden und Feiertagen arbeiten.
Mein Mann ist zudem selbständig und macht nicht gerne mal als 14 Tage am Stück Urlaub. Ich finde, dass einen das bei der Urlaubsplanung enorm einschränkt.
Bei jedem günstigen Urlaubsangebot überlegt man sich, ob es das wert ist - wenig zahlen und danach womöglich nicht das Optimum zu haben. Man ist auch immer wie doof auf der Suche nach Non-Stop-Flügen. Wer will schon bei den wenigen Urlaubstagen noch 5 Stunden Umsteigezeiten auf irgendwelchen Flughäfen haben?
Ich trauere meinem alten Urlaubsanspruch und den Feiertagen in Bayern immer noch hinterher und würde gerne weniger verdienen und mehr Freizeit haben.
Ich finde, dass ein Urlaubsanspruch von 25 - 30 Tagen eigentlich schon gerechtfertigt wäre, wenn man Vollzeit arbeitet (und darunter verstehe ich 40 Stunden aufwärts) und auch für die Erholung nötig ist. An sich reicht es ja nicht, einmal im Jahr wegzufahren. Man muss ja auch zwischendurch mal ein paar längere freie Phasen zur Erholung haben.
Ich denke daher, dass die Deutschen nicht per se zuviel Urlaub haben, wenn es um die körperliche Verfassung der arbeitenden Bevölkerung geht. Wie der Urlaubsanspruch sich zur Produktivität oder dem BIP verhält, sei dahingestellt.
Gruss, Marion