Wir haben sie auch schon erlebt, diese "antideutschen" Bemerkungen im Ausland. Nicht immer sind sie so bösartig gemeint, wie sie von den Deutschen aufgefaßt werden. Ein paar Beispiele:
Sarasota/Florida. Amerikanisches Rentnerparadies. Wir betreten einen einen englischen Pub, setzen uns an die Theke und unterhalten uns.
Da baut sich einer von den zahlreich anwesenden älteren Herren vor uns auf, knallt unter dem schallenden Gelächter seiner Kumpanen die Hacken zusammen und schreit "Heil Hitler". Zunächst waren wir irritiert, dann merkten wir, daß es nur ein Scherz sein sollte, er wollte uns nur ein wenig hochnehmen. Wir haben uns anschließend noch lange mit ihm unterhalten, er war ein gebildeter, netter Zeitgenosse.
Mauritius. Wir nehmen Platz in einem Touri-Bimmelbähnchen, um eine Fahrt durch eine Domaine im Inselinneren zu machen. Internationales Publikum.
Die Reiseleiterin bittet darum, daß jeder sagen soll, wo er her kommt. Die Dame neben mir sagt "France", ich sage "United States of Europe-Germany". Da sagt die Dame neben mir: "oh no no no!", steht auf und setzt sich woanders hin. Kannsde nix machen!
Porto de Galinhas/Brasilien. Beim Frühstück grüßt uns ein älterer Brasilianer mit "Heil Hitler" und schiebt nach: "Who is better, Schumachäääär or Hitler?" Alle anwesenden Brasilianer lachen sich schief.
Ich federe die Situation ab: "Schumacher is better, and he is even better than Senna ever was." Jetzt hatte ich die Lacher auf meiner Seite, obschon ich das Nationalheiligtum Senna angekratzt hatte. Einer der anwesenden Brasilianer erklärte mir später, daß die Deutschen in Brasilien zwar hoch angesehen seien wegen ihrer Organisationstalente und Mörcides usw., aber als abgrundtief humorlos gelten. "But you are the funniest German I ever met."
Man sollte solche Episoden nicht zu ernst nehmen, ich habe das Gefühl, daß wir Deutsche zu schnell übelnehmen. Am besten ist elastisches Abfedern! Oder, wenn es wirklich mal ernsthafte Anpöbeleien sind, vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist: aufstehen und gehen!
Wir Deutsche haben nun mal unsere Eigenarten und auch unsere spezielle Geschichte. Mit letzterer haben die meisten von uns persönlich nichts zu tuen gehabt. Aber was bringt es, sich darüber aufzuregen, daß sie über 60 Jahre "danach" immer noch bemüht wird? Wenn so was passiert, abhaken! Sich nur ja nicht provozieren lasse!