Stierkämpfe
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Hallo liebe Mallorcafans,
ich habe mal eine Frage. Wir hatten vor ein paar Tagen in der Spielecommunity eine Diskussion über Stierkämpfe und da meinte ich, dass es auf Mallorca schon länger keine Stierkämpfe mehr gibt. Es gibt dafür Konzerte und Wetten dass in der Stierkampfarena. Jemand anderes meinte, es gebe noch Stierkämpfe auf Mallorca. Wer von uns hat Recht? Bernat, du weisst das doch bestimmt, oder?
LG Siggi -
Hallo,
da mich das Thema Stierkampf immer sehr beschäftigt, setze ich mich damit auseinander.
Auf Mallorca gibt es leider, wie anderswo im Land, immer noch den Stierkampf. Soweit ich weiß gibt es 4 Arenen auf der Insel Mallorca, die dafür angedacht sind. In Palma ist es das Coliseo Balear, in Muro die Arena Monumental, welche zum Weltkulturerbe gehört, und noch weitere in Alcudia und Inca.
Erfreulich ist, dass diese brutalen Stierkämpfe immer mehr an Popularität verlieren. Und das nicht nur bei den Touristen, sondern auch bei den Spaniern. Laut Umfrage sind wohl 3/4 aller Spanier gegen den Stierkampf
So sind z.B. in der Stierkampfarena Palmas in den letzten Jahren die Besucherzahlen drastisch gesunken. Es besteht kaum noch Interesse. Nur noch hart gesottenen Spanier oder nichtsahnende Touristen zählen zu den Besuchern
Das ist nicht zuletzt den vielen Aktionen der Tierschützer zu verdanken.
Dennoch wurden wohl trotzdem um die 35 Stiere nur auf Mallorca im letzten Jahr dadurch getötet.
Vor allem wohl finden hauptsächlich Stierkämpfe in der aufwendig sanierten Kampfarena in Muro statt.
Überall kann man viel Werbung über diese Arena finden, die dadurch leider entsprechen sehr gut besucht wird.LG Doreen
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Das erste "Bundesland" (autonome, spanische Region) das offiziell im Parlament das Verbot von Stierkämpfen beschlossen hat, ist Katalonien. Dort sind Stierkämpfe ab dem 1.1.2012 VERBOTEN.
Wie meine Vorschreiber schon richtig festgestellt haben, gibt es auf Mallorca noch Stierkämpfe (zwar immer weniger, aber es gibt sie noch). -
@Gastwirt
Das LEIDER war von mir sehr vortrefflich gewählt.Denn leider gibt es sie noch vereinzelt: die "Hingeher", "Verlierer", "Sadisten", "Traditionalisten", "Kulturisten" etc..
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die den Stierkampf zwar nicht toll finden, ihn aber als Kultur eines Landes akzeptieren und die Grausamkeiten einfach verdrängen, ignorieren und sogar verharmlosen. Nein, ich gehe einen Schritt weiter und demonstriere gegen Stierkämpfe.
Kultur ist für mich was anderes! Und was der Mensch gestern noch Kultur nannte, wird von uns heute Tierquälerei genannt!!! Das ist gesunder Fortschritt!!!Um Ghandi mal zu zitieren:
Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.LG Doreen
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Na ja, das ist teilweise wieder so eine Diskussion, in der mit dem Finger auf Andere gezeigt wird und man sich als Moralapostel darstellt, um kurze Zeit später einen Teilbereich einer nicht minder gequälten Kreatur in die Pfanne zu werfen.
Der Kampfstier hatte zumindest einige schöne Jahre in der Natur bei bester Pflege und Gesundheit bevor er dem Mensch zu Opfer fällt. Dies kann man von unseren Fleischlieferanten wahrlich nicht behaupten. Diese Tiere werden unter absolut unwürdigen Bedingungen in kürzester Zeit schlachtreif gemästet, sehen nie einen Sonnenstrahl und werden dann in Massenabfertigung auseinandergeschlagen. Was daran besser sein soll, erschließt sich wohl nur dem einseitigen Betrachter. -
Der selben Meinung wie kutte bin ich auch.
Denn die meisten Menschen haben aus wirtschaftlichen Gründen leider auch auf diesem Gebiet den Anschluß an den Fortschritt verpasst und futtern immer noch viel zu viel Fleisch aus ekelhafter Massentierhaltung. Dabei hat doch jeder irgendwo in seiner Gegend einen Bauern, der verantwortungsvoll arbeitet.
Und selbst im Urlaub auf Mallorca hat man gerade dort eine große Auswahl biologisch hergestellter Produkte.
Man ist, was man ißt !!!
Zum Thema Stierkampf, der sicher endlich bald überall der Vergangenheit angehören wird, empfehle ich hinsichtlich der Haltung der Stiere in Wikipedia nach zu lesen: Dann kommt man auch nicht auf die Idee zu sagen, den Stieren ging es bis zum Kampf sehr gut, denn:
ACHTUNG! NACHFOLGENDES IST NICHT ZUM LESEN FÜR KINDER GEEIGNET!- lange vorher werden die Stiere tagelang im Dunkeln eingesperrt
- ihnen werden die Hörner abgeschliffen
- man bricht ihnen mit einer Zange die Zähne ab - ohne Betäubung
- man spickt ihre Geschlechtsteile mit abgebrochenen Nadeln
- man flößt ihnen kiloweise scharfe Abführmittel ein, sodass Ihr Darm zu explodieren droht
- man reibt ihre Augäpfel mit Vaseline ein, sodass Sie alles nur durch einen Schleier sehen
- man schlägt Sie 20 bis 30x in die Nierengegend, sodass Sie ständig einer Ohnmacht nahe sind
- man reißt Ihnen die Fußnägel aus und spreizt Ihnen Holzteile zwischen die Zehen
- man durchtrennt ihnen die Nackenmuskeln um sicher zu gehen, dass sie den Kopf gesenkt halten, damit sie für den Degen des "tapferen Toreros" ein leichteres Ziel abgeben
- und schließlich reibt man Ihnen Füße und Beine mit Terpentin ein, sodass Sie vor brennendem Schmerz auf- und abspringen
Kein sehr glückliches Dasein vorher

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Allem voraus: ich bin KEIN Fan von Stierkämpfen (und fände es gut wenn sie, irgendwann einmal, der Vergangenheit angehörten, was aber in vielen Jahren NICHT der Fall sein wird, denn auch die Entscheidung des katalonischen Parlaments Stierkämpfe zu verbieten ist vor dem spanischen Verfassungsgericht).
ABER ... was - angeblich - WIKIPEDIA von der Zucht von Kampfstieren schreibt ist, vom ersten bis zum letzten Punkt, schlichthin SCHWACHSINN und hat nicht den kleinsten Hauch irgendeines Fundaments. Ich habe jahrelang in Andalusien gelebt und gearbeitet (in der Gehend wo diese Stiere gezüchtet werden) und hatte engen Kontakt mit diesen Züchtereien und behaupte von dieser Sache durch eigene Erfahrung 'etwas' zu verstehen.
Alle hier aufgeführten - angeblichen -'Behandlungen' dieser Tiere wärend ihrer Zucht wäre - auch im Land der Stierkämpfe - schlicht und ergreifend gesetzeswiedrig und Tierquälerei. Ich bin gerne bereit auf Einzelheiten der Gesetzgebung bzw. der Kampfstierzucht (und die Einstellung und Gesichtspunkte der Spanier, der Züchter, der Stierkämpfer) einzugehen, aber dieses Forum ist wohl nicht der geeignete Platz dafür.UND ...
.... was ICH bei WIKIPEDIA finde liest sich ganz anders:http://de.wikipedia.org/wiki/Stierkampf
(oder auch hier: http://www.tauromaquia.de/html/naturschutz_in_andalusien.htm)... um vom spanischen WIKIPEDIA ganz zu schweigen: http://es.wikipedia.org/wiki/Toro_de_lidia
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Hallo,
dass es den Stieren während der Zucht gut ergeht, habe ich nicht angezweifelt. Lediglich aufgeführt, wie die Behandlungsmethoden Tage vor dem Kampf aussehen. Und ich denke mir solche Abartigkeiten nicht aus, leider sind sie Tatsache.
Bei Wikipedia unter Stierkämpfe kann man unter dem Punkt Kontroversen einige leidige Dinge nachlesen.
Wer noch mehr Beweise über das perverse Treiben benötigt, um es zu glauben, schaut sich einfach mal den Film von Thierry Hély, »Film der Schande« an. Aber Achtung: löst eine Bluthochdruckkrise aus.
Weitere meiner aufgeführten Punkte entstammen der Hauptanklage vor dem internationalen Gerichtshof für Tierrechte, die sich endlich einmal mit dem Skandal der Stierkämpfe in Spanien, Frankreich und Portugal auseinander setzten. Die Vorwürfe entsprachen den Tatsachen. Den Vorsitz der öffentlichen Verhandlung in Brüssel führte Franz Weber. Angeklagt wurden Vertreter der Europäischen Union sowie die Regierungen der betreffenden Länder. Nebenkläger mit schockierenden Beweismitteln waren unter anderem Thierry Hély, Luis Luque von der Fundación Altarriba aus Spanien, Edith Fischer, Mitklägerin im Namen des Arbeitskreises für Umweltschutz und Tierschutz, Kriminologin Dr. Geertrui Cazaux aus Belgien, Dr. Johannes Caspar, der Tierrechtsspezialist und Experte für Europäisches Recht aus Deutschland....
Obwohl am 23. Juni 2008 in Genf dazu endlich ein hartes und vernünftiges Urteil gesprochen wurde, mahlen die EU-Mühlen sehr langsam. Dennoch wurde schon viel erreicht.
Doreen -
yulungayulunga wrote:
Hallo,
dass es den Stieren während der Zucht gut ergeht, habe ich nicht angezweifelt. Lediglich aufgeführt, wie die Behandlungsmethoden Tage vor dem Kampf aussehen. Und ich denke mir solche Abartigkeiten nicht aus, leider sind sie Tatsache.Ebenfalls unzutreffend. Der Transport, die Haltung und Pflege der Kampfstiere VOR dem Kampf unterliegt strengsten, gesetzlich festgelegten Kontrollen und der ständigen Überwachung von speziell zugelassenen Tierärzten.
Ich wiederhole: ich bin erwiesener Stierkampfgegner, aber man kann hier nicht vollkommen unbegründete und subjektive 'Meinungen' (KEINE bewiesenen Tatsachen) 'einfach so' in den Raum stellen.
P.S.. Habe gerade das "Urteil" vom 23. Juni 2008 durchgelesen: KEIN EINZIGES WORT über die Behandlung der Kampfstiere VOR dem Kampf. KEIN EINZIGER der aufgeführten Punkte wird in diesem Urteil angesprochen. Das nenne ich bewusstes Irreführen der Forum-User.
(... und damit schliesse ich meinen Teil der OT-Beiträge, die wenig zum Schutz der Tierrechte beitragen) -
Naklar...ich will hier alle Leute irre führen. So ein Quatsch!
Schuldig sind sie gesprochen worden!!! Und das nicht etwa, weil die Stiere so gut behandelt wurden, sondern auf bestialischste Art und Weise gequält werden. Und dieser Schuldspruch trug tragend zur Abschaffung der Stierkämpfe bei.
Kann man aber auch alles nachlesen, wenn man denn nur will.
Doreen -
Das ist doch ganz einfach. Soll ein jeder selbst urteilen.
http://www.ffw.ch/uploads/media/DE_Urteil.pdf
('Urteil' vom Internationalen Gerichtshof für Tierrechte der UNITED ANIMAL NATIONS) -
Das ist eine gute Idee, für alle, die es interessiert.
Die Anklagepunkte sollten aber auf jeden Fall dann mit eingelesen werden, denn durch Diese kam es zu dem Urteil.
http://www.baldea.de/Infos_files/Anklage%20gegen%20Stierka%CC%88mpfe.pdf
und
http://www.baldea.de/Infos_files/Anklage%20gegen%20Stierka%CC%88mpfe%202.pdf
oder
http://www.das-weisse-pferd.com/03_12/stierkampf_vor_gericht.html
oder
http://www.ffw.ch/uploads/media/DE_crac_plainte.pdf -
Das meinst du doch wohl nicht im Ernst. Die Urteile von denen du spricht sind in etwa mit denen zu vergleichen, die am 06. Dezember von Knecht Ruprecht gesprochen werden. Der "Internationale Gerichtshof für Tiere", der diese "Urteile" gefällt hat, ist eine private Tierschutzorganisation ohne jegliche Rechtsbindung.
Manchmal kann man sich nur an der Kopf packen..... -
@kutte
Das sind doch nicht die Urteilssprüche.
Wo stand denn das geschrieben?
Das sind die Anklagepunkte der Hauptkläger.
Und durch deren Beweiserbringung wurden dann später gravierende Urteile gefällt, die langsam zur Abschaffung der Stierkämpfe führen.Und den Urteilsspruch kannst Du unter Bernarts Link nachlesen.
Oder auch hier:
http://www.ffw.ch/uploads/media/DE_Urteil.pdf
und
http://www.ffw.ch/uploads/media/das_urteil.pdfDoreen
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Äpfel und Birnen vergleichen, ja ja Kutte - du weißt schon was ich meine!

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yulungayulunga wrote:
.../...Obwohl am 23. Juni 2008 in Genf dazu endlich ein hartes und vernünftiges Urteil gesprochen wurde, mahlen die EU-Mühlen sehr langsam.
Doreen
Kann es sein dass hier von "Urteil" gesprochen wurde?
Schon schlecht - von der Argumentation her - wenn man vor lauter 'Fanatismus' und Unparteiigkeit den Überblick verliert.
Und, ja, "Vorsitzender des Gerichts" war der Gründer dieser Privatinstitution, der Schweizer Franz Weber.
Ganz nebenbei: in einer "Anklage" kann stehen was da will. Worauf es ankommt ist, wegen was man verurteilt wird (con einem NEUTRALEN und anerkannten Gericht, nicht von einer Privatinstitution die klar Partei ergreift und von der Sache her gar nicht unparteiisch sein kann). -
Naja,
bevor ich noch weiter beschimpft werde nachdem ich nun alle Leute hier im Forum angeblich in die Irre geführt habe und Bernart dann auch noch festgestellt hat, dass ich eine Fanatikerin bin gebe ich klein bei und sage:
"Bernart hat Recht und ich bin im Unrecht. Den Stieren geht es sicher sehr gut vor und während des Kampfes. Absolut schleierhaft warum man Stierkämpfe verbieten will. Ist das doch so eine nette Tradition, und die schöne Musik erstmal dabei, der schicke Torero und die netten Bullenzüchter, die die Stiere so herzlich behandeln."
Mein Unrecht jetzt zu zugeben fällt mir leicht, nachdem ich nun weiß, woher der Wind hier weht.
Fanatisch nein, aber engagierte Tierschützerin ja! Und stolz auf die Erfolge, bei denen ich mitwirken durfte!
Doreen
