Zurück zur Freundlichkeit (auf Mallorca)
-
Manchmal habe icn das Privileg die GASTKOLUMNE des MALLORCA MAGAZINS zu schreiben. In der heitigen Ausgabe des MM erscheint dieser Gastkommentar:
(Auf Link klicken und PDF-Datei herunterladen)
Sollte dieser Link nicht funktionieren, hier eine Wiedergabe des Inhalts (oder einfach gleich das MALLORCA MAGAZIN kaufen):
ZURÜCK ZUR FREUNDLICHKEIT
Die Balearen sind seit Ende der 60er Jahre die spanische Touristendestination schlechthin. Die Urlauber – sowohl die spanischen als auch ganz besonders die ausländischen – haben stets unser Klima, die Landschaft, die erschwinglichen Preise und die Qualität der Dienstleistung zu schätzen gewusst.
Heute ist Mallorca eine sogenannte “reife” Touristendestination. In den vergangenen Jahrzehnten sind eine Reihe neuer Reiseziele populär geworden (Griechenland, die Türkei, Nordafrika, Asien, die Karibik, andere Regionen Spaniens), die mit uns um die Gunst der Urlauber wetteifern.
Realistisch betrachtet sind einige unserer ursprünglichen Vorzüge nach und nach verloren gegangen – unwiderbringlich: Die Landschaft ist verschandelt (Ansammlungen von Hotels, Urbanisationen direkt an der Küste, Autobahnen, etc.), die Preise sind erheblich gestiegen (durch die Inflation in Spanien, die Euro-Einführung, die Anpassung ans europäische Preisniveau, etc.) und auch die Qualität der Dienstleistung im Tourismussektor lässt viel zu wünschen übrig.
Von unseren ursprünglichen Vorzügen bleibt nur das Klima (zum Glück wenigstens dies). Wenig kann man tun, um die Verschandelung der Landschaft rückgängig zu machen und nichts kann man an den Preisen ändern. Aber was ist mit dem Service, den wir unseren Besuchern bieten?
Mit Wehmut erinnere ich mich an die 70er Jahre. Wir alle, die im Tourismussektor arbeiteten, waren mit Enthusiasmus bei der Sache. Wir waren motoviert, achteten nicht auf unsere Arbeitszeiten, freie Tage oder unser eigener Urlaub waren uns nicht wichtig. Das Verhältnis zu den Touristen war exzellent, sie waren zufrieden und wir folglich auch.
Es machte uns nichts aus, die Urlauber auch in unserer Freizeit zu begleiten, wenn dies nötig war. Selbst wenn manche keine Fremdsprachen beherrschten, verstanden wir uns doch hervorragend. Die Touristen waren unsere „Freunde“ und entsprechend fühlten sie sich auf Mallorca: wie zu Hause.
Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle unserer Region. Aber heute scheint es so, als hätten wir unsere Freundlichkeit verloren, als würden die Urlauber geradezu stören, als würden wir ihnen einen Gefallen tun, wenn wir sie bedienen. Die gute Stimmung von früher gibt es nicht mehr: Sie sind diejenigen, die das Geld bringen und wir sind diejenigen, die für eine Dientsleistung kassieren.
Es scheint, dass uns unsere Forderungen nach Verbesserungen der Arbeitsbedingungen – mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr von allem – wichtiger sind, als der Grad der Zufriedenheit unserer Gäste. Unsere Einstellung hat sich geändert, wir haben unsere Fröhlichkeit verloren, der Tourist ist nur noch ein Kunde und nichts weiter. Wir stehen kurz davor – wenn es nicht schon geschehen ist –, unseren einzigen Standortvorteil zu verspielen, auf den wir alle direkten Einfluss haben.
Wir müssen unser Einstellung ändern. Wir müssen die Berufsausbildung verbessern, indem wir unsere Haltung gegenüber unseren „Freunden“ zu einem Teil von ihr machen. Der Service ist das wichtigste Gut unserer touristischen Unternehmen und dieses gilt es zu hüten.
Wir müssen unsere Freundlichkeit und die gute Stimmung zurückgewinnen, wir müssen die Bedeutung der Touristen für unsere Inseln wieder zu schätzen wissen. Nur so können wir unsere eigene Zukunft sichern. Wir alle müssen dies verinnerlichen: Hoteliers, Kellner, Reiseleiter, Taxi- und Busfahrer, Apotheker, Verkäufer, alle.
Andere Urlaubsdestinationen haben eine bessere und modernere touristische Infrastruktur. Viele bieten obendrein die früher typisch mallorquinische und spanische Freundlichkeit, die uns verloren gegangen zu sein scheint. Auch die Leute in Touristendestinationen anderer spanischer Regionen, wie etwa an der andalusischen Costa de la Luz, begegnen den Besuchern mit Freundlichkeit und ihrem einzigartigen Charakter und hängen uns auf diese Weise allmählich ab. Die Touristen sind immer anspruchsvoller und nehmen die Unterschiede sehr genau wahr. Für ihren Urlaub wählen sie das Reiseziel, das ihnen am besten passt und an dem sie sich am wohlsten fühlen.
Es kann nicht sein, dass wir vor so vielen Bäumen den Wald nicht sehen. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass unser Verhalten den Urlaubern gegenüber ganz fundamentale Bedeutung für unsere Zukunft hat. Wir dürfen nicht zulassen, dass der einzige unserer ursprünglichen Vorzüge verloren geht, der von niemand anderem abhängt als von uns selbst.
-
Hallo Bernat,
mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen..und ich muß sagen, so drastisch, wie Du es schilderst, empfinde ich es nicht. Seit 1983 bin ich regelmäßig zu Gast auf der Insel, war insgesamt wohl schon im 3-stelligen Bereich zu Gast...ich bin eigentlich meistens mit Freundlichkeit behandelt worden, natürlich auch abhängig vom eigenen Verhalten. Es gibt natürlich gewisse Auswüchse, vor allem im Bereich der PdP. Es scheint mir aber wesentlich sicherer geworden zu sein durch die enorme Polizeipräsenz.
Außerdem hat sich das Verhalten der Urlauber auch geändert, leider ist vielen der Respekt vor anderen Ländern, Kulturen und Menschen verloren gegangen und ich weiß nicht ob ich freundlich bleiben würde wenn ich von meinen Gästen angepöbelt werde.(selbst als Zeuge erlebt).
Ich bin sicher daß ich stellvertretend für viele Mallefans genau weiß warum ich immer gern wiederkomme..die Menschen dort hatten und haben einen großen Anteil..für mich hat sich da diesbezüglich seit 1983 kaum was verändert. Gewisse "Entwicklungen" finden sich leider inzwischen in allen westlichen Gesellschaften wieder. So ist Malle für mich eben ein Spiegelbild der allgemeinen Entwicklungen.Gruß Armin
-
Das könnte auch ich - genau wie Du - so unterschreiben. Die Entwichklung bleibt (leider ?) hier noch sonst irgendwo stehen, und in Spanie. hat man es heutzutage bestimmt alles andere als einfach.
ABER ... wenn ich das allgemeine Verhalten der Angestellten der Touristkbranche mit jenem von vor ein paar Jahrzehnten vergleiche bekomme ich leichte Probleme. Und wenn ich dann noch sehe und weiss wie sich das Kollektiv der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern verhält (Beispiel: die Streiks bzw. die Streikdrohungen und Forderungen der letzten Monate/Jahre) kann ich das nur schwer nachvollziehen. Und die 'Leidtragenden' sind, IMMER, unsere Besucher.
Natürlich ist 'verallgemeinern' nie gut, genauso wie es nicht 'gesund' ist wenn man "die Hand die einen füttert, beisst" (ein spansiches Sprichwort).
-
Wie gesagt, mir ist besonders aufgefallen daß sich das Verhalten vieler Urlauber mehr geändert hat als das der Mallorquiner..vor allem die Erwartungshaltung vieler, vor allem sehr junger Touristen ist extrem gestiegen. dazu kommt natürlich noch, wie Du schon schreibst, die verstärkte Konkurrenz der anderen Urlaubsdestinationen hinzu. Mir ist aufgefallen daß sich das Malle-Klientel sehr geändert hat..viele, die noch in den 90-igern regelmäßig kamen bleiben nun fort. Dafür kommen andere, aber eben weniger. Extrem verschärft wurde das Ganze seit der Euro-Einführung, da hat sich meiner meinung nach (nicht nur) dort auf Malle vieles verändert.
Ich werde auf jeden Fall bis auf Weiteres Malle treu bleiben, im Winter ziehts mich wetterbedingt aber eher nach Ägypten

-
Interessanter Beitrag.
Dieses Problem (wenn es denn wirklich eines ist) betrifft aber nicht nur Mallorca.
Zunächst möchte ich aber sagen, daß wir in den letzten paar Jahren sehr oft auf Mallorca waren und eigentlich immer nett und freundlich behandelt wurden.
Natürlich trifft da der alte Spruch "Wie man in den Wald hineinruft....) voll zu.
Aber auch in anderen Ländern wie Italien oder das für seine sprichwörtliche Gastfreundschaft bekannte Griechenland haben diesbezüglich Federn gelassen.
Diese ältere Generation der gastfreundlichen Menschen stirbt langsam aus und wird durch eine gewinnorientierte jüngere Gesellschaft ersetzt.
Damit muß man leben, finde es persönlich aber nicht drastisch.LG
Bernd -
Der Ausgangspunkt meines Kommentars ist eigentlich: was kann 'Mallorca' unternehmen um die Gunst der Besucher 'zurückzugewinnen' (immer im Vergleich der Zeit des zum ursprünglichen Boom in den 70-er Jahren)?
Die Küsten (mit Strand) sind 'zugebaut', die Preise sind in den Himmel geschossen (allein der Wechselkurs der DM waren die die Peseta-Preise - dank Wertverlust der Peseta - immer billig) so dass diese damaligen Wettbewerbsvorteile nicht wieder gut zu machen sind. Bleibt quasi nur noch der 'Service' an dem etwas verbessert (zurückgeholt?) werden kann (denn die Konkurrenz schläft nicht).
Zu diesen 'Service-Leistungsträgern' gehören nicht nur die im Tourismus Beschäftigten, sondern auch die verantwortlichen Politiker die scheinbar immer noch nicht richtig zu schätzen wissen dass Mallorca (bzw. die Balearen) vom Tourismus lebt.
-
Hi Bernat, schöner Bericht! Allerdings sollte der in eine spanische Zeitung, denn
das MallorcaMagazin wird ja fast ausschließlich von Deutschen gelesen. Die die
Du mit Deinem Artikel etwas aufrütteln willst, sprechen halt fast ausschließlich spanisch
und lesen glaube ich weniger das MallorcaMagazin.Gruß Gerhard
-
Bernat:
Der Ausgangspunkt meines Kommentars ist eigentlich: was kann 'Mallorca' unternehmen um die Gunst der Besucher 'zurückzugewinnen' (immer im Vergleich der Zeit des zum ursprünglichen Boom in den 70-er Jahren)?
Wenig.
Die Küsten sind nun mal zugebaut auf Grund immer mehr Menschen, die sich dazu auch noch immer mehr Urlaub leisten können.
Die Preise sind nun mal hoch, daran wird sich sicher auch nichts ändern.
Und der Service ist meiner Meinung nach ok, kostet aber auch seinen Preis.
Ich denke halt, daß in den Massentourigebieten (Playa de Palma, Cala Millor ect)
einfach gewisse Probleme mit dem Ansturm der vielen Touristen entstehen,
die nicht so ohne weiteres gelöst werden können.
Ein Zurück in die 70ziger gibt es eh nicht mehr. -
Wir fahren auch seit über 35 Jahren nach Spanien auch nach Mallorca. Ich meine vor 10 Jahren merkte man eine gewisse Müdigkeit den Touristen gegenüber. Was auch zu verstehen ist. Seit ein paar Jahren konnten wir aber eine stetig wachsende Gastfreundlichkeit und auch proffessionelleren Umgang mit den Gästen beobachten.
Wir fühlten uns früher unnd heute noch sehr wohl auf Malle!
Annerose -
Vielleicht sollten die vielen 2 und 3 Sterne-Hotels mal langsam anfangen,
Ihre Hotels zu renovieren und vor allem das Mobilar mal auszutauschen.
Auf Mallorca gibt es noch sehr viele Hotels,
die schon seit Urzeiten nicht renoviert worden sind**.**Es wäre auch schön, wenn die Polizei das Problem mit den Blinki-Blinki-Verkäufern und den Massagefrauen in den Griff bekommen könnte, die sind nämlich echt nervig.
Ansonsten komme ich mit den Mallorquinern sehr gut aus,
ich versuche allerdings auch immer ein bisschen spanisch zu sprechen
und werde die Sprache auch irgendwann mal richtig erlernen.Es kommt auch darauf an, zu welcher Jahreszeit man nach Mallorca fliegt.
Ein Beispiel: Vor 2 jahren war ich im Oktober in einem 2Sterne-Hotel
und es gefiel mir sehr gut dort. Die Angestellten waren sehr nett, das Hotel war sauber und das Essen war für 2Sterne echt super.1 Jahr später war ich wieder in demselben Hotel, allerdings Ende Juni
und das war ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Die Angestellten waren nur gestresst und man wartete abends ewig, bis mal ein
Kellner kam. Die zimmer wurden nur notdürftig gereinigt
und das Essen war echt grenzwertig und ich bin wirklich nicht anspruchsvoll.Also, steht für mich fest:
2Sterne nur noch in der Nebensaison, aber vielleicht kann man das auch nicht so verallgemeinern.
Dieses Jahr hatte ich mir dann doch 3,5 Sterne gegönnt.
-
Als Kind war ich schon ,1980 ,mit meinen Eltern auf Mallorca in Cala Millor und es war super schön,man hat hier da mal andere Urlaube gamacht und sind immer wieder in Cala Millor gelandet.
Nach Jahren waren wir dann ,also ich mit meiner Familie auch in Cala Millor und ...es hat sich wirklich viel verändert...Das Essen in den Hotels ist reine Abfütterung und gar nicht lecker,möchte man mal eine Paella essen,muss man sie suchen,da diese nun al Fertigessen angeboten wird.
Aber zu den Leuten ,ich finde sie genauso nett wie früher,das beste war,dass der Hotelchef vom Voramar uns bzw.mich wiedererkannt hat von damals mit den Urlauben mit meinen Eltern und hat mich angesprochen,er hatte sogar noch Fotos von damals.
Das einzige was ich schade fand,man hatte früher viel Spaß mit dem Personal die Bingoabende in den Hotels war super,das ist auch vorbei und das liegt nicht an den Spaniern sondern an den Urlaubern,denn es geht kaum einer noch zu diesen Abenden hin.Letztes und dieses Jahr haben wir die Türkei ausürobiert,es ist günstiger das Essen ist so toll wie damals auf Mallorca immer war,alles modern,aber.....
musste feststellen ich fühl mich auf Mallorca wohler,man fühlt sich willkommender und deshalb möchten wir 2013 wieder Nach Mallorca,aber mit Selbstverpflegung,da man draußen super essen findet und die Hotels in der Hinsicht sehr nachgelassen haben
-
poly3:
Hi Bernat, schöner Bericht! Allerdings sollte der in eine spanische Zeitung, denn
das MallorcaMagazin wird ja fast ausschließlich von Deutschen gelesen. Die die
Du mit Deinem Artikel etwas aufrütteln willst, sprechen halt fast ausschließlich spanisch
und lesen glaube ich weniger das MallorcaMagazin.Gruß Gerhard
Du hast natürlich vollkommen recht. Aber da ich nicht alleine dastehe mit meiner Meinung und dieses Thema des ofteren in Touristikgremien diskutiert wird erscheint es in ähnlicher Form auch in der mallorquinischen Tagespresse und die Politiker werden sich - hoffentlich - langsam bewusst dass man den Tourismus pflegen muss (und nicht einfach 'so hinnehmen' und als 'normal' empfinden kann/darf).
-
Damals, als Mallorca das Urlaubsziel wurde, war alles anders.
Die Servicekräfte waren alle Spanier, wir mussten schauen wie wir uns verständigen konnten.
Die Küsten waren frei, an den Stränden herrschte nicht so ein Hochbetrieb wie heute.
Nicht ein Hotel neben dem anderen.
Keine grölenden Touristen in den Partyhochburgen.
Alles war ungewohnt und spannend für uns Touristen.
Das hatte einen großen Reiz.
Natürlich ist die Landschaft und die Insel ( mit den Mallorquinern ) überhaupt der Hauptgrund für einen Urlaub hier.Heute ist vieles anders.
Wir haben einiges selbst versaut.
Das wir z.B. die Platja de Palma als Ballermanndomäne haben "verkommen" lassen.
Sie in vieler Munde so abgewertet wird, was sie nicht verdient hat.
Das wir quasi " verlangen " auf deutsch angesprochen zu werden. oder deutsch bekocht zu werden. In den Restaurants, oder auch Hotels.
Wir ( Deutschen ) geben sehr viel Geld aus im Urlaub, das machen sich viele zu nutzen. Hinterher dürfen wir dann aber auch nicht jammern wenns immer teurer wird.Das ist der normale Gang der Dinge.
Wenn das alles nicht so gegeben ist, wie wir es verlangen, geht das meckern los.
Es kommen die Vergleiche mit anderen Destinationen wie die Türkei z.B..Allerdings darf man hier nicht vergessen, unter welchen Bedingungen der Tourismus dort lebt und wie die Kostenstruktur dort ist.
Mallorca war auch einmal bestückt mit wenigen, damals tollen, Hotels. Die Küsten waren toll und , und, und.... nur dass ist einige lange Jahre her.Der Standart ist gehobener geworden. Leider können nicht alle mitziehen, wie kleine Hotels im Familienbetrieb z.B..
Schaut euch die Türkei in 20 Jahren an. Dann sieht es dort genauso aus..........
Ich liebe Mallorca so wie es damlas war und auch heute ist. denn es gibt so viele authentische Ecken und Menschen dort, wie früher.........
-
Ja, Bernat, da sprichst du was an.
Wir sind auch seit Jahrzehnten treue Malle-Urlauber. Noch nie am Ballermann gewesen, sondern immer mehr im Norden urlaubend.
Und wir stellen das schon seit Jahren fest. Die Preise werden unverschämt teuer, vor allem in den Ferien. Da kann man für das Geld inzwischen einen Kleinwagen kaufen, was man als 4köpfige Familie da hinlegt. Wir machen aus diesem Grund nur noch AI-Urlaub, weil wir da wissen, was auf uns zukommt. Ständig zwischendurch Nascherei und die Preise der Restaurants sind unkalkulierbar. Die Wirte wissen ja auch, was sie verlangen können. Und dann haben die Kids meist da keinen Hunger, aber zwei Stunden später schon wieder. Aber das ist ein anderes Thema.
Was uns ärgert ist das Herabschauen auf die dummen Deutschen. Da unterhalten sich die Ober im Hotel über die Deutschen, lästern. Nur dumm, daß wir das verstehen. Genauso am Strand der Liegenvermieter. Spanier dürfen alles. Hätten wir uns auf gemietete Liegen gelegt, wär er gleich gekommen und hätte uns vertrieben.Und egal, was man kauft. Es ist Schrott. Es liegen abends Massenweise kaputte Luftmatrazen am Strand oder im Hotelflur rum, die überstehen nicht mal 10 Tage Urlaub. Wir haben eine aus D mit genommen und wieder mit nach Hause genommen.
Ich finde, Mallorca ist so schwerfällig geworden. Egal ob es die Strandverkäufer sind (darüber hatten wir ja schon geschrieben). Oder die Serviceangestellten. Bei uns im Hotel ganz klar zu beobachten: die Gäste, die abends im Bereich der Selbstzahler ihr Abendessen zu sich nahmen, wurden behandelt, wie man es sich als Gast wünscht (vor allem die Spanier....). Ich wurde nicht schlecht behandelt, aber man merkt den Unterschied... und ich bezahle auch einen Haufen Geld....
Mone
-
Ich freue mich über Eure zahlreichen und unterschiedlichen Beiträge. Ich bin ja schliesslich kein 'zahlender Normalurlauber' (obwohl ich natürlich täglich alle möglichen Serviceleistungen in Anspruch nehme) und sehe das ganze eher aus dem Gesichtspunkt eines 'Touriprofis' der seit 50 Jahren auf der Insel lebt.
Wie aus meinem Gastkommentar des MM hervorgeht sehe ich das ganze kritisch, was naturlich keineswegs bedeutete dass deshalb mir 'meine' Insel weniger gefällt. Ich bin hier zuhause (und daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern), fühle mich wohl, bin ein absoluter Lieberhaber Mallorcas und gehöre zu den Einheimischen.
Und gerade deshalb und als Profi der Touristikbranche, erlaube ich mir - wie ich meine, konstruktive - Kritik. Wenn wir den Tourismus pflegen wollen dürfen wir nicht pennen.
-
Hallo Bernhard, ich habe Deinen Beitrag aufmerksam gelesen.Du sprichst viele Unzulänglichkeiten zu Recht an.
Ich meine jedoch, das Problem ist nicht mangelnde Freundlichkeit, sondern das Zauberwort heißt Dienstleistung. Daran müsste gearbeitet werden. Gibt es diesen Ausdruck im spanischen?
Ich glaube, da fehlt es den Bediensteten an der Ausbildung.
Zum einen ist ja der Mallorquiner ein spezieller Menschenschlag, der sich immer noch mit Touristen schwer tut (und oft zum Lachen in den Keller geht), zum anderen habe ich den Eindruck dass das Personal in den Strandhotels zu 90 % vom spanischen Festland (und zum Teil aus Südamerika, was den Unterhaltungsbereich betrifft) zusammengewürfelt ist.
Zum Thema Ausbildung, wie ist denn eigentlich das Berufsbild im spanischen Tourismus geprägt? Ich habe z.B. noch in keinem meiner in 15 Aufenthalten gebuchten Hotels jemals einen Auszubildenden gesehen.
Zum Glück kann ich mir heutzutage Hotels leisten, in denen wir keinen Anlass zu Kritik haben. -
Unter anderem sage ich in meinem Kommentar: "Wir müssen die Berufsausbildung verbessern".
In Sanien gibt es zwar eine 'Tourismusschule' bzw. eine Art 'Hotelfachschule', aber jene die - zahlenderweise - diese 'Schulen' besuchen arbeit en später dann überwiegend an der Rezeption oder in einer kommerziellen- bzw. Verwaltungsposition (später dann als Direktor eines Reisebüros bzw. als Hoteldirektor, denn dazu braucht man diesen Titel).
Eine Ausbildung im deutschen Sinne GIBT ES IN SPANIEN NICHT. Gestern - zum Anlass des Besuchs von Angela Merkel beim spanischen Ministerpräsidenten Rajoy wurde ein deutsch-spanisches Unternehmertreffen veranstaltet. Da wurde ein Abkommen zwischen den Arbeitgeberverbänden und den zuständigen Behörden unterschrieben demzufolge in Spanien das deutsche Ausbildungskonzept- und Programm eingeführt werden soll.
Mit anderen Worten: bis heute haben 95% Prozent der in der Dienstleistungsbranche Beschäftigten KEINE Art Ausbildung. Es ist keine Seltenheit dass - bis vor kurzem - z. Bs. Kellner im Sommer dann in der Wintersaison auf dem Bau gearbeitet haben.
Auf Mallorca sind knapp 15% der Einwohner Ausländer, überwiegend aus Südamerika. Von der knapp über 1 MIllion Einwohner der Balearen sind nur etwas über 40% 'echte' Mallorquiner der Grossteil sind Zuwanderer vom spanischen Festland.
-
Hallo Zusammen,
habe leider erst Heute eure Beiträge lesen können. Habe hierzu folgendes erlebt.
Ich habe zwischen 1998 und 2007 achtmal Urlaub in Puerto Soller gemacht, davon 5 mal mit einer Wanderwoche mit Paco Ponce und seinen Nachfolgern Salvador und David. Ich war und bin von der tollen Natur und dem Ambiente im Tal von Soller begeistert. Doch beim letzten Urlaub, ich hatte Freunde animiert mitzukommen, wurde ich ziemlich enttäuscht. Wir wohnten im Hotel Es Port und hatten uns wieder einer Wandergruppe mit Salvador und David angeschlossen. Treffpunkt war Morgens um 08:00 Uhr.
Frühstück gab es leider im Es Port erst um 07:30Uhr und wir mussten noch bis zum Treffpunkt laufen. Es war dem Hotel auch auf mehrfache Bitte nicht möglich, dass wir z.B. 15 Min. früher frühstücken konnten und das obwohl der Frühstücksraum bereits komplett hergerichtet war. Man lies uns einfach vor der Tür warten.
Seitdem sind wir nicht wieder im Tal von Soller gewesen. Wenn uns in den letzten Jahren nach einem Urlaub im Süden mit Wanderungen war, dann sind wir nach Teneriffa oder wie in diesem Jahr nach Madeira gereist.
Auch haben wir uns über die Preisentwicklung auf Mallorca geärgert. Hier ein Beispiel:
Bei unsere Urlauben in Port Soller sind wir gern am Nachmittag mit der "Strassenbahn" auf einen Kaffee nach Soller gefahren. 1999 kostete die Fahrt 100 Peseten (1,18 DM oder 0,60€), mittlerweile kostet die gleich Fahrt 5,00€.
Aus meiner Sicht werden die Urlauber hier abgezockt!