Flugzeugabsturz Pulkovo Airline
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Habe soeben erfahren das ein Flugzeug der Russischen Pulkovo Airline
45 km nördlich von Donetzk abgestürzt ist. Die Tupolev- 154 mit der Flugnummer PLK 612 war auf dem Weg von dem Badeort Anapa am schwarzen Meer nach St.Petersburg. Der Pilot meldete einen Brand an Bord und versuchte notzulanden.Bei der Notlandung auf freiem Gelände öffnete sich jedoch das Fahrwerk nicht und die Maschine ging in Flammen auf. Laut dpa kamen alle 170 Passagiere und die Besatzung ums Leben. -
Hallo !!
Ist doch irgend wie komisch, das in letzter Zeit fast alle Zwischenfälle auf dem Gebiet und mit Maschinen die den ehemaligen GUS-Staaten gehören passiert !!

A 320 Armavia
A 310 Sibir ( S7 )
Tu 154 PulkovoIch denke das die Piloten nicht so gut ausgebildet sind wie in den EU Ländern.

Ich würde gern eure Meinung dazu hören.

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Es wurde gestern im Fernsehen gesagt, dass die Maschinen in den 60er Jahren konstruiert wurden und sehr störanfällig wären. Zumindest kam die Meldung für die abgestürze Topolev.
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Hallo!
Ich denke auch eher, daß es an den Maschinen liegt und nicht an den Piloten.
Viele dieser Fluggesellschaften dürfen doch z.B. in Deutschland gar nicht landen, und das sicher nicht grundlos.
Es ist schrecklich - die armen Menschen, die da an Bord waren! Ist immer kein schönes Gefühl, wenn Flieger abstürzen und man selbst bald auch in Urlaub fliegt...!
LG
Barbara
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Barbara, das stimmt nicht.
Armavia, Sibir und Pulkovo fliegen regelmäßig nach Deutschland (z.B. FRA oder DUS), auch mit ihren TU154, sofern sie noch welche besitzen.
Auch andere Airlines aus dem Osten fliegen regelmässig nach Deutschland, Omskavia, Kirgisistan, Kras Air, Ural Airlines, Belavia - um nur einige zu nennen. Auch diese kommen regelmässig mit ihren Tupolev 154, welche in diesem Fall die Unglücksmaschine war.
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"taiger.wutz" wrote:
In Russland ist vieles möglich...
...was wir uns überhaupt nicht vorstellen können.Genau. Vom Abschuß durch das ukrainische Militär über besoffene Piloten bis zur Zündung eines Sprengsatzes durch tschetschenische Terroristen ist alles möglich.
Daß dagegen ein Blitz in 11500 Metern Höhe die Ursache war, halte ich für Blödsinn. Oder werden selbst physikalische Gesetze in Rußland mit den Füßen getreten.
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"Urlauber61" wrote:
"taiger.wutz" wrote:
In Russland ist vieles möglich...
...was wir uns überhaupt nicht vorstellen können.Genau. Vom Abschuß durch das ukrainische Militär über besoffene Piloten bis zur Zündung eines Sprengsatzes durch tschetschenische Terroristen ist alles möglich.
Daß dagegen ein Blitz in 11500 Metern Höhe die Ursache war, halte ich für Blödsinn. Oder werden selbst physikalische Gesetze in Rußland mit den Füßen getreten.
Hallo !!
So wie ihr mir das alles beschreibt ( Ich war noch nie mit einer dieser Airlines unterwegs ), denke ich das die selbst das hinkriegen.

P.S. : Ich hatte von den ehemaligen GUS-Staaten gesprochen, nicht nur von Rußland ( obwohl ich davon ausgehe, das es WAHRSCHEINLICH in den anderen Staaten nicht anders aussieht ) !!
Gruss Chris

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Ein Flugzeug ist eben doch kein Faradayscher Käfig.
Ich habe gerade ein Interview gelesen:"Wenn ein Flugzeug vom Blitz getroffen wird, "kommt zuerst ein so genannter Leitblitz, wie ein Kundschafter", sagt Professor Harald Schwarz, Experte für Hochspannungstechnik an der Technischen Universität Cottbus. "Der Kundschafter sieht, dass er mit dem leitenden Flugzeug 30, 40 Meter auf dem Weg zu seinem Ziel überbrücken kann - und schlägt in der Nase, in der Tragflächenspitze oder im Heck ein." Quer durch die Maschine suche sich der Leitblitz seinen Weg. Wenn die Verbindung hergestellt sei, komme der Hauptblitz.
"Dann fließt ein sehr hoher Strom irgendwo über das Flugzeug", sagt Schwarz. Das geht an vielen Maschinen nicht spurlos vorüber. "Denn das Flugzeug ist kein vollständiger Faradayscher Käfig, in dem man sicher wäre", warnt Schwarz. "Es gibt Fenster, Türdichtungen, der Käfig ist nicht komplett." Es sei nicht zu verhindern, dass der Blitz auch über die Verkabelung fließe und von dort aus in die Elektronik des Flugzeugs, die durch den starken Strom zerstört werden könne.
An dieser Stelle fangen allerdings auch die Forscher an zu rätseln. Wenn ein wichtiges Element der Elektronik zerstört wird, das nicht doppelt angelegt ist, kann das zum Absturz des Flugzeugs führen. Wo und wann aber bei einem Blitzeinschlag etwas kaputtgehe, "können wir nicht einmal im Modell richtig untersuchen", so Schwarz. Hinter der Vergleichbarkeit von Modell und echtem Flugzeug stünden jedes Mal "drei Fragezeichen". "
Aus SPIEGEL/Wissenschaft
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,433179,00.htmlHier sind noch weitere Details zu schweren Schäden durch Blitzschläge nachzulesen.
Zur Unglückzeit gab es Gewitter.
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Ich habe bei Gewitterflügen immer ein mulmiges Gefühl, trotz der überall zu lesenden Meinung, daß Blitzeinschläge für Flugzeuge ungefährlich sein sollen. Am gefährlichsten sollen ja die Turbulenzen sein, die in der Gewitterfront entstehen. Andererseits ist es gerade nachts ein irres Schauspiel, wenn man während des Fluges Gewitter beobachten kann.
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Urlauber, ich habe die gleichen Empfindungen wie Du - faszinierend und ein bißchen unheimlich.
Schwarz sagte weiterhin, daß wegen der Sicherheitstechnik das Licht nach einem Blitzschlag in der Kabine meist nur kurz flackert - wer hat das nicht schon erlebt? -, aber es auch zu schweren Unglücken kommen kann.
Empfindlich ist die Nase des Flugzeuges, weil hier das Radar eingebaut ist und sie deswegen nicht völlig verkapselt werden kann.
Hast Du den Artikel im SPIEGEL gelesen?
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Hallo Erika,
als letzter Satz steht da folgendes:
Gerade weil sich schwere Schäden durch Blitze nicht ausschließen lassen, gilt laut Schwarz eine einfache Regel: "Über Gewitter fliegt man hinweg - oder herum."Genau das soll ja der Pilot der Pulkovo-Maschine gemacht haben. Er flog in 11500 Metern Höhe über das Gewitter hinweg und ist dabei abgestürzt.

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Eventuell ist die vollbesetzte Tupolev zu hoch geflogen, und daher ins Trudeln geraten sagte ein russischer Luftfahrtexperte der Agentur Interfax am Donnerstag.Russische Behörden geben die Flughöhe mit 11.500 Metern an. Einen Terroranschlag halten die Behörden für unwahrscheinlich.
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Die russischen Behörden gingen zunächst davon aus, dass ein Blitz die Maschine getroffen habe. Die Besatzung habe bis zum Absturz drei Notrufe abgesetzt. Beim ersten befand sich die Maschine noch in 11 600 Metern Höhe, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass die Crew versucht hat, das Gewitter zu überfliegen. Sie hatte zuvor bei den Fluglotsen um die Genehmigung für eine Kursänderung gebeten. Angeblich folgte einige Sekunden später ein zweiter Notruf aus 10 000 Metern, bei dem die Piloten von starken Turbulenzen berichteten. Bei einem dritten Funkspruch war die Tupolew noch 3 000 Meter hoch. Was die russischen Piloten dabei dem ukrainischen Lotsen mitteilen wollten, war jedoch nicht verständlich, sagte ein Vertreter der Airline. Die Notrufe sprechen dafür, dass die Maschine extrem schnell an Höhe verlor, aber nicht in der Luft auseinanderbrach.
Augenzeugen des Absturzes berichteten, dass die Piloten offensichtlich die Kontrolle über die Maschine verloren hätten. "Das Flugzeug trudelte um die eigene Achse", sagte ein Schüler aus dem Dorf Suchaja Balka nahe der Unfallstelle. Andere Zeugen sagten aus, dass die Maschine erst in etwa 150 Meter Höhe aus den niedrig hängenden Wolken aufgetaucht sei und noch kreisend versuchte, eine Notlandemöglichkeit zu finden. Die möglicherweise nicht mehr steuerfähige Maschine prallte dann jedoch in einem leicht bewaldeten Tal zwischen offenen Feldern auf. Der Bug habe sich in die Erde gebohrt und die Maschine sei explodiert.
Pulkovo Airlines gehört zu den seriösen Fluggesellschaften, die aus der sowjetischen Aeroflot hervorgingen. Sie steht auch keineswegs auf der schwarzen Liste der gefährlichen Airlines, die die EU mit Landeverboten belegt hat. Pulkovo ist eines von vier gewerblichen Luftfahrt-unternehmen in Russland, die mehr als eine Million Fluggäste im Jahr befördern. Insgesamt sind in Russland derzeit 215 Luftfahrtunternehmen registriert.
Technisch war die Unglücksmaschine offenbar in gutem Zustand. Die Tu-154 war 1992 gebaut worden und im Jahr 2001 generalüberholt worden. Die letzten drei großen Unglücke mit Maschinen dieses Typs hatten Ursachen, für die weder Besatzung noch Technik verantwortlich waren: Vor zwei Jahren stürzte eine Tu-154 der Gesellschaft Sibir über Südrussland ab, nachdem eine tschetschenische Terroristin an Bord eine Bombe gezündet hatte. 2002 kollidierte bei Überlingen am Bodensee eine russische Maschine dieses Typs wegen eines Lotsenfehlers mit einer US-Frachtmaschine. Und vor fünf Jahren schoss das ukrainische Militär bei einem Manöver vor der Krim versehentlich eine russische Tu-154 ab. Das Kiewer Verteidigungsministerium versicherte gestern eilig, dass im Gebiet Donezk keine Übungen stattgefunden hätten.
Gruss aus Moskau!
MW
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Nach Informationen der „Iswestija“ waren die Piloten über die Schlechtwetterfront informiert und versuchten, sie weiträumig zu umfliegen. Als ihnen dies nicht gelang, stiegen sie in eine Höhe von 11.500 Metern auf, die für Flugzeuge vom Typ Tu-154 nicht zulässig ist.
In dieser Höhe, zwischen Troposphäre und Stratosphäre, geriet die Maschine in einen Luftstrom, der sie außer Kontrolle brachte. Die Piloten könnten das Bewusstsein verloren haben, die Maschine geriet in ein spiralförmiges Abwärtstrudeln. -
Aha, das könnte also dann so abgelaufen sein, daß der Pilot das Gewitter umfliegen wollte, aber vom Controller keine Genehmigung bekam. Also stieg er auf 11600m Höhe, wo er in diesen ominösen Luftstrom geriet, der die Maschine ins Trudeln brachte.