Hallo,
die Fraktion (für die ich jetzt einfach mal sprechen möchte) sagt, daß Erwin Recht hat.
Denn wenn sich ein Kunde sehr intensiv mit seinem Ziel auseinandersetzt und viele Stunden in die Recherche investiert, dann ist es nicht außergewöhnlich, daß er mehr weiß als die Reisebüromitarbeiter. Denn der Kunde hat ja nur ein Ziel, um das er sich kümmern muß.
Das Reisebüro tausende. Und genau hier liegt der Unterschied. Ein gutes Reisebüro kann aber trotzdem nützliche Tipps und Hilfestelluingen geben. Man sollte aber nie einem erfahrenen Kunden versuchen etwas anderes zu verkaufen, als er haben möchte. Einzig, wenn das Angebot nicht passt, kann man eine Alternative anbieten.
Kleines Beispiel aus der jüngeren Praxis: Ich habe Kunden die mit 7-8 Personen nach Phuket fliegen. Die Flüge sind längstens gebucht und es hat geheißen, daß die Kunden sich um die Unterkunft selber kümmern, weil einer der Teilnehmer schon mehrfach und auch länger vor Ort war.
Dann kommt der Anruf eines der Reisenden (Vater), daß die Unterkunft doch über mich gebucht werden soll. Wo wüsste er aber auch nicht. Also frage ich doch erst einmal denjenigen (Sohn), der schon X-mal vor Ort war, welche Regionen von Phuket eigentlich für die Leute in Frage kommen. Denn alles andere wäre völliger Unsinn. Ansonsten würde ich vielleicht stundenlang Möglichkeiten suchen, bei denen der Kunde im ersten Moment sagt: "In diese Gegend wollen wir aber gar nciht" Erst nachdem ich die benötigten Angaben hatte, bin ich dann tätig geworden.
Nur wenn der Kunde jetzt keine Ahnung hat, was er genau sucht, oder in welche Region er möchte, dann kann ich Ihm natürlich auch für diese Insel das Passende heraussuchen. Hier muß ich halt auch mein Wissen verwenden, das ich habe, auch ohne jemals dort gewesen zu sein. Aber auch das ist möglich und klar habe ich hier als mobiler sicher jede Menge Vorteile gegenüber dem stationären Vertrieb, denn ich habe fast immer den Zeitvorteil auf meiner Seite. Ich kann mich informieren, ohne daß der Kunde direkt vor mir sitzt.
Darum sind auch Inforeisen und Schulungen für den normalen stationären Betrieb sicher wichtiger, als für die anderen Vertriebswege. Vielfach aber auch, weil die anderen Informationsquellen oft nicht, oder nur sehr unzureichend genutzt werden, obwohl sie eigentlich vorhanden sind.
Um aber noch zu Dieter's Beitrag und der Ausgangsfrage zurückzukehren, ob Reisebüromitarbeiter umsonst in den Urlaub fliegen.
Hier gibt es wirklich keine definitive Antwort. Wenn sich ein Expedient engagiert und viele Schulungen besucht, an Wettbewerben teilnimmt und auch ansonsten fleißig ist, dann kann er durchaus mal kostenlos Urlaub machen. Jedoch wird das sicher immer die Ausnahme bleiben und vor allem wird ein engagierter Reiseprofi nie wirklich ganz im Urlaub sein. Denn, und das ist der große Nachteil in dem Job, man sieht alles mit ganz anderen Augen, als der Normalurlauber. Wenn der Urlaub noch so toll und noch so gratis ist, und hier kann ich nur für mich sprechen, so checke ich doch alles daraufhin ab, wie und was ich meinen Kunden letzten Endes wieder empfehlen kann.
Somit muß die Antwort eigentlich lauten: Nein, denn ein Reisebüromitarbeiter hat im Urlaub nie so wirklich ganz Urlaub.
Gruß
Berthold