@winnie
Du bist der Meinung, daß wir Deutschen zu Pauschalurteilen neigen - und gehst da gleich frohen Mutes voran. Wie kommst Du denn zu der Annahme, daß wir Deutschen im Ausland nicht sonderlich gerne gesehen sind?
Mein Mann ist beruflich nur im Ausland unterwegs und liebt es, immer neuen Herausforderungen und vor allem nationalen Empfindlichkeiten zu trotzen. Und wenn du das eine Weile machst, ist es plötzlich gar nicht mehr so schlecht, in Deutschland zu leben - man lernt gewisse deutsche Tugenden wieder zu schätzen. Seit einem Jahr ist er in Argentinien und ich glaube nicht, das seine argentinischen Kollegen ihn als "Besserwisser" ansehen, sondern froh sind von seinem Wissen zu profitieren und zu lernen. Am Arbeitsplatz ist er absolut akzeptiert, Spanisch hat er in diesem Jahr super gut gelernt, aber trotzdem ist es nicht so einfach auch privat Kontakt zu Argentiniern zu bekommen-zumindest dort wo er lebt, sind die Menschen ziemlich reserviert.
Es ist eine Sache beruflich im Ausland Fuß zu fassen, die andere ist es dort Freunde und nicht nur Bekannte zu finden. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb sich dann wieder Deutsche zu Deutschen gesellen - man bekommt einfacher Kontakt..
Ganz andere Erfahrungen haben wir z.B.in Schweden und Brasilien gemacht - hier ist es uns gelungen, auch privat liebe Menschen kennenzulernen - und dort kam dann auch eher der Gedanken auf - sollen wir nicht doch vielleicht hier bleiben?
Trotzdem haben wir uns für die Variante - wir bleiben in Deutschland und schauen uns den Rest der WElt Stück für Stück an. Falls wir im Alter (ist nicht mehr so lange) noch halbwegs gesund sind, wollen wir zumindest "Teilzeitaussteiger" werden - aber ohne festes Ziel, sondern immer nur für eine Saison, da es so viele schöne Ecken in der Welt gibt.
Und für alle, die meinen, nur in Deutschland gäbe es Bürokratie - oh nein-es geht noch viel, viel schlimmer!!!!
Liebe Grüße
Andrea