Tourismus in der Krise...?
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Nachdem wir hier bereits einen Thread haben, der das Thema Finanzkrise
zum Inhalt hat, wollen wir die Beiträge zu diesem Thema mal etwas auf den Tourismus focussieren.
Den Thread zum Thema Finanzkrise(inzwischen im Fun Forum..) werden wir bald abschließen.Ja und nun:
Es gibt bei der ganzen Entwicklung im Tourismus ja nicht nur Verlierer.
Manche große Veranstalter schaukeln um die Vorjahreszahlen herum (vergleichbarer Vorjahreszeitraum) -REWE Touristik und andere haben sogar ein dickes PLUS! Schauinsland, einer der großen Newcomer liegt derzeit einstellig im Plus!(Quelle FVW 6/09)
Was die Destinationen angeht, sind gravierende Unterschiede zu beobachten:
Klarer Gewinner schein die Türkei zu sein. Hier melden fast alle Veranstalter sehr gute Zahlen, man spricht auch schon von einem "Türkei-Jahr"! Teilweise liegen die Buchungen über Vorjahr/Vergleichszeitraum!
Das belegt auch die GIATA Nachfrage Ranking deutlich!
Vermutlich ist es das breite AI Angebot, um das sich die Veranstalter seit Jahren auch in Spanien den Mund fusselig reden, nur um die Hoteliers zu überzeugen!
Übrigens meldet hier auch die TUI sehr gute Buchungszahlen für die Türkei
Verlierer derzeit wohl: Portugal, Ägypten, die Kanaren,bei Mallorca gibts noch kein klares Bild.Ebenso nicht zu Griechenland!
Eure Meinung dazu?
Aber wir bitten Euch, eng beim Thema zu bleiben. Wir sind hier weder ein Banker- noch ein Autobauer -Forum. Dazu fehlt uns die Kompetenz...
Gute Touristiker und viele Reise-Interessierte haben wir schon im Forum
Dankeschön für Euer Verständnis!
Eure Admins -
Meine Frau arbeitet für einen namenhaften Veranstalter für Jugendreisen. Dieser Veranstalter profitiert von der Krise, weil viele Eltern unsicher über Ihre finaziellen Mittel sind, sich den Urlaub sparen, aber Ihre Kinder trotzdem wegschicken wollen.
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Vorab erst mal danke, das dieser thread eröffnet wurde. Die Finanzkrise in den fun Bereich abzuschieben war nicht glücklich, aber wohl durch die letzten Beiträge von den usern selbst herausgefordert.
Was wir jetzt hier von Günter lesen stimmt wohl mit den "gefühlten" Fakten der meisten Reisenden nicht überein.
So meldet die TUI heute erschreckende Zahlen. Der Verlust war noch höher als es die Experten erwartet hatten.
Ich freue mich jedenfalls auf eine lebhafte Diskussion hier.
Gruss Gabriela
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Mir persönlich erschließt sich nicht, das eine Krise diesen Ausmasses dauerhaft an der Reisebranche vorbeigehen soll! Ich glaube eher, das Buchungseinbrüche in verschiedenen Bereichen erst der Anfang sind. Aber kommt Zeit kommt Rat.
Trotz dieses "neuen" Themas werden wir über Spekulationen nicht hinauskommen. -
Meine Prognose für den Reisemarkt Kalenderjahr 2009:
MINUS 15 % (Wert)
In der Berichtsperiode 2008/2009 etwas besser.
Sollte es zu dem Umsatzrückgang von 15% kommen, ist das für die Branche ein katastrophales Ergebnis.
Leider werden die aktuell rückläufigen Buchungszahlen bei diversen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften nicht mit den richtigen Konzepten "angegangen".
In der Breite konzentriert man sich auf Kosteneinsparungen, Kapazitätsanpassungen, Flugverlagerungen und vieles mehr.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht nicht (mehr) der Reisegast, sondern die "schwarzen/positiven" Zahlen und die Gewinne, die für die Aktionäre und Anteilseigner erwirtschaftet werden müssen.
Leider vergessen einige Manager, dass man an der Börse keine Reisen verkaufen kann.
Gruß
Hans
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Hier noch was neues aus der Presse von Gestern.
Gut für Touristen: Hotelpreise im Sinkflug
Reisende konnten zuletzt deutlich sparen - Ausnahme Schweiz
Gut für Touristen: Hotelpreise im SinkflugBERLIN – Bei ihren Hotelzimmern konnten viele Reisende
im letzten Quartal 2008 deutlich sparen. Im Vergleich zum Zeitraum Oktober bis Dezember 2007 sanken die Preise weltweit um 12 Prozent, teilte das Portal Hotels.com in Berlin mit.In Europa gingen die Tarife laut dem Hotelpreis-Index (HPI) der Buchungsplattform um 10 Prozent zurück. Ausgewertet wurden Buchungsdaten von 68 000 Hotels.
Auslöser für die Rückgänge in zahlreichen Ländern seien vor allem die Finanzkrise, die nachlassende Konjunktur und die Kursentwicklung des Euro gewesen.
Die Ausnahmen
An einigen Zielen mussten allerdings Urlauber und Geschäftsreisende auch tiefer in die Tasche greifen – zum Beispiel in Abu Dhabi, Kairo und Rio de Janeiro, aber auch in der Schweiz, wo die Preise um 7 Prozent zulegten.
Die Schweiz war laut HPI das einzige
Land Europas mit steigenden Hotelpreisen im letzten Vierteljahr 2008.dpa
24.3.2009 11:31 MEZIch denke hier lässt sich auch auf 2009 schliesen und ich denke auch das die Reisebranche noch weiter einknicken wird. Es wird wohl nicht so sein das die Finanzkrise in 2009 enden wird.

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Schweiz: Dazu passt wohl auch die Meldung aus der gestrigen Zeitung, dass das Grand Hotel Dolder in Zürich einen ganze Flügel vorübergehend geschlossen hat, d.h. die Krise ist auch in der Schweiz spürbar!
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Ich finde es ist zu früh um von einer Tourismuskrise zu sprechen. Sicherlich werden einige kostengünstiger buchen ( Türkei Zuwächse ) bzw. vielleicht erstmals abwarten. Man sollte die Ferien, wie Ostern, Pfingsten und den Sommer als Hauptreisezeit abwarten. Vielleicht erleben wir im Sommer eine Renaissance des Last Minute Marktes.

Wir sind immer noch Reiseweltmeister, sollten wir das am Jahresende immer noch sein und der Umsatz um paar % Punkte zurück gehen, bricht die Welt auch nicht zusammen.viele Grüße
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@toro12 Nein die Welt bricht nicht zusammen, aber das Betriebsergebnis. Und für den Touristen sind wirtschaftlich erfolgreiche Reiseveranstalter der bessere und verlässlichere Partner, als ein angeschlagener Reiseveranstalter.
Mal eben "um ein paar Punkte zurück gehen" bedeutet Nachteile für den RV, aber auch für den Gast.
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Gerade, dass die Deutschen Reiseweltmeister sind, bedeutet halt auch, dass ein riesiges Sparpotential vorhanden ist. Wenn ich 2 oder 3 mal in die Ferien gehe, dann kann ich eben eine oder sogar zwei Aufenthalte streichen und verreise dennoch.
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ich glaube, je mehr Kurzarbeit und Ängste um den Arbeitsplatz
daraus folgend die Bereitschaft kein Geld mehr für Urlaub auszugeben. d.h sparen
desto mehr wird es die Reisebranche spüren. Wie schon gesagt, m.E. sind wir mit der Finanzkrise noch nicht im Tal angekommen und daraus resultiert meine Ansicht das es für diese Branche noch ganz knüppeldick kommt. :?freundliche Grüße
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Wobei - sind wir ehrlich - es gab in den vergangenen Jahren halt schon Übertreibungen, wenn nicht sogar ein gewisses dekadentes Verhalten:
z.B. Billigflüge: Wieviele haben im Jahr zig solcher Flüge unternommen, billig etwas gebucht, die Destination war eigentlich egal, ob A wie Alicante oder Z wie Zagreb, es wurde einfach ein Wochendende auswärts verbracht. Es ist klar, dass man dann halt bei schlechten Aussichten zuerst solche Eskapaden streicht!
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Die Krise wird eindeutig zu Verlagerungen führen und der Gesamtmarkt wird schrumpfen. Dabei gibt es selbstredend auch Gewinner. Z.B. der, ich sags mal untechnisch, "Luxusmarkt" geht immer. Es gibt immer noch genügend Leute die sich hohe Beträge für den Urlaub leisten können und wollen. Dann natürlich das absolute Billigsegment. "Geiz ist geil" gilt in Krisenzeiten noch mehr als sonst. Leiden wird der Mittlere Bereich in den "klassischen" Ferienländern und auch die Fernreisen.
Familien werden es sich dreimal überlegen, ob sie einen namhaften Teil des Reisepreises in einen teuren Flug, letztendlich in die An- und Abreise investieren wollen, oder ob sie die Kinder ins Auto packen und kostengünstiger mit dem PKW einigermaßen erreichbare Gefilde aufsuchen. Profitieren dürften davon Nord- und Ostsee, die Badegewässer im Binnenland (Bodensee, Österreichische Seen etc.) sowie das nördliche Mittelmeer. Nordspanien, Adria etc. Klassische Ziele des Individualtourismus von dem der Veranstaltermarkt nur wenig hat.
Ein Verlierer ist sicherlich Süditalien. Zu hohes Presiniveau gepaart mit einer Entfernung, die den PKW unattraktiv werden lässt.
Ich bin gespannt wieviele Veranstalter und auch Airlines es am Ende des Jahres noch geben wird. Sicherlich weniger als aktuell.
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...wobei paradoxerweise eben auch das Luxussegment die Krise sehr spürt
In wohl keinem Bereich, wie dem Tourismus kann ich als Kunde sehr viel zu tieferen Preisen/Umsätzen beitragen:
Anzahl der Ferien - senken, d.h. nur noch 1 x Ferien pro Jahr
Hotelkategorie - tiefere wählen
Aufenthaltsdauer - kürzer
Destination - näher und billiger -
das ist klar. Wenn ich aber sehe was alles zu einem Unternehmen wie Thomas Cook gehört ( Neckermann, Bucher usw. ) dann frage ich mich ob man einfach in guten Zeiten zu optimistisch, zu gierig oder sonst was war. Sollte dann in der Konsolidierungsphase, der eine oder andere ganz vom deutschen Markt verschwinden, würde mich das glaub auch nicht wirklich interessieren. Hab hier mal in einem Thread gelesen, dass Ägypten drastisch die Preise erhöht hat bzw. weitere Bettenburgen bauen. Die starken zuwächse der Türkei kommen nicht von ungefähr. So verlieren halt die einen und gewinnen die anderen. So wird es auch bei den Reiseverantaltern sein. Ich habe in meinem Freundes- und Familienkreis noch von niemanden gehört, der auf seinen Urlaub verzichten will/wird. Auch in unsicheren Zeiten, man wartet ab und hofft, dass die Preise sinken. Man ist auch in der Auswahl der Ziele flexibler geworden. Aber reisen werden sie wieder alle.
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GrosserZwerg wrote:
Schweiz: Dazu passt wohl auch die Meldung aus der gestrigen Zeitung, dass das Grand Hotel Dolder in Zürich einen ganze Flügel vorübergehend geschlossen hat, d.h. die Krise ist auch in der Schweiz spürbar!Das Dolder hat schon länger Sorgen...vielleicht war ja der Umbau etwas zu viel!
Das Palace in Luzern und das Parkhotel in Weggis, beides Hotels der obersten Kategorie, mussten Kurzarbeit einführen. Ist kein schlimmeres Schiksal, als es viel Hotels schon Jahre immer wieder haben und "Kurzarbeit" " einführen müssen. Vor allem oft die Hotels, welche schlechte Saisonen haben, der Umsatz geht zurück, man "spart" zuerst beim Mitarbeiter und reduziert somit die Lohnkosten. Weil es sich um nahmhafte Hotel handelt, liest man davon in den Medien. Die sollten sich ev. überlegen, attraktivere Arrangemants anzubieten und den Preis zu überdenken, denn die haben weitaus mehr Möglichkeiten als die "normalen" und Saisonhotels. Nur auf dem hohen Ross mit explodieren Preisen auf Kundschaft zu warten die ausbleibt, büsst sich jetzt.LG
Lara -
...und eben hier dieses Paradoxum: Ob ich nun 2 Mia oder "nur" noch 1 Mia habe, da könnte ich mir doch den Aufenthalt im Dolder so oder so leisten, aber gerade das Luxuxsegment spürt m.E. die Krise am meisten!
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Es ist doch wahrscheinlich so. Die Leute die vor bekannt werden der finanazkrise schon Urlaub gebucht haben werden natürlich auch noch die Reise wahrnehmen, ist ja zum größten Teil schon bezahlt bzw. angezahlt.Wenn ich aber in den jetzt von Kurzarbeit und Entlassungen betroffenen Betrieben ( von denen gibt es mittlerweile bekanntlich schon sehr viele, die auch sehr viele MA haben ( Autobranche samt Zulieferer und deren Zulieferer usw )
werde ich kaum für 2010 buchen. D.h. für mich das ganze Ausmaß dieser Krise in der Reisebranche auch erst im Spätjahr 2009 und im Jahr 2010 zu ersehen ist.Denn wenn ich die Befürchtung habe das mein Arbeitsplatz verloren geht oder ich Gehaltseinbusen habe werde ich kaum eine Reise buchen sondern ich lege das Geld zurück gerade wenn ich Familie habe. Dann gibt es Urlaub auf Balkonien und wenn ein bischen Luxus dazu soll gibt es Freibad.

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Na, dann versuch mal in einem der führenden deutschen Hotels in z.B. Baiersbronn ein Zimmer zu bekommen!
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"Aber reisen werden sie alle wieder"
Dass kann nahezu so sein, die Frage ist aber, was wird mehrheitlich in die Reise investiert. Oder was wird w e n i g e r investiert ?
Wie hier schon geschrieben wurde, dass mittlere Preissegment verliert deutlich stärker, Billigreisen und damit Billiganbieter gewinnen aber dazu. Dafür gibt es schon Beispiele. Günter hat schon mehrfach hier die positiven Zuwächse von Schauinsland und GTI herausgestellt. Zuwachs also bei Billiganbietern.
Das der "Mittelbauch" schrumpft ist aber kein Phänomen der Reisebranche. Das gibt es in den meisten Handels-und Diemstleistungsbranchen.
Sehr hochwertige Prudukte verzeichen Zuwächse und ebenso die Billigprodukte.
Für das mittlere Preissegment wir es immer dünner, besonders in Krisenzeiten.Gruß
Hans