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MALLORCA INSIDE

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Mallorca Inside- Bernats Kolumne
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    Bernat
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    #21

    Zurück zur Freundlichkeit

    Hier ist der Link zu einem Gastkommentar von mir im MALLORCA MAGAZIN mit dem Titel

    Zurück zur Freundlichkeit

    Ist zwar ein paar Jahre alt, aber noch genauso gültig wie damals.

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    • BernatB Offline
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      Bernat
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      #22

      Unqualifizierte Touristikmanager (1)

      Es ist eine unumstrittene Tatsache dass die Touristikmanager der ersten Generation zu 90% (oder mehr) total unqualifiziert waren. Mit Touristikmanager der ersten Generation meine ich die Hotel- und Reisebürodirektoren und/oder Geschäftsführer aller touristischen Betriebe auf Mallorca in den 60-er und 70-er Jahren letzten Jahrhunderts.

      Viele fingen als 'Laufjunge', Kofferträger oder Kellner an und waren Jahre später Hoteldirektoren, andere arbeiteten im Reisebüro (ohne vorherige Schulung irgendeiner Art) und waren Jahre später Geschäftsführer einer Reisebürokette .... nur weil sie damals eine oder zwei Sprachen mehr oder weniger gut sprechen konnten. Die Mehrzahl hatte kaum einen Schulabchluss, wenige hatten eine Ausbildung oder Schulung (gab es damals in Spanien nicht), kaum jemand hatte ein Universitätsstudium. Und wenn es bei den Managern so war kann man sich leicht vorstellen wie es bei Rezeptionschefs, Oberkellnern, Abteilungsleitern, etc., etc. aussah.  Es war nicht ungewöhlich dass Oberkellner im Sommer in Saisonhotels arbeiteten und im Winter auf dem Bau. Ein Jahr als Kellner in einem Hotel, das nächste Jahr dann gleich als Barchef oder Oberkellner.

      Ende der 60-er Jahre verabschiedete man ein Gesetz um die Qualifizierung der Touristikmanager zu regeln. Man schuf eine Laufbahn deren Abschluss der Titel "Techniker in Tourismus (Técnico en Turismo) war. Alle Hotel- und Reisebürodirektoren mussten ab dann diesen Titel haben. Das Studium dauerte 4 Semester in "Tourismusschulen".

      Für diejenigen die vor Einführung dieses Titels schon in einer nachweislich führenden Stellung in einer touristischen Firma tätig waren 'erfand' man ein System ihnen den Titel als "Touristikdirektor" zu vergeben. Je nachdem wie viele Jahre man Tätigkeit in der Branche nachweisen konnte, bzw. wie viele davon in einer Führungstätigkeit, bekam man den Titel direkt ausgestellt (12 Jahre Nachweis), oder - bei weniger Jahren - musste man an Lehrgängen/Schulungen von 9, 6 oder 3 Monaten, einschliesslich Endprüfung, teilnehmen. Mitte der 70-er Jahre mussten dann alle entweder den einen oder den anderen Titel haben.

      Das Hauptproblem beim Nachweis der Tätigkeitsjahre war, dass dieser Nachweis anhand einer Bestätigung der offiziellen Sozialversicherung erbracht werden musste. Problem, warum? Weil zur damaligen Zeit viele Angestellte entweder gar nicht versichert waren, oder zwar als Rezeptionschef tätig, aber lediglich als 'Bürohilfskraft' versichert waren.

      Betroffen waren viele Hotelbesitzer die selbst als Direktoren tätig waren, und viele in ähnlichen Führungspositionen die 'plötzlich' einen Titel benötigten. Mit welcher wirklich spektakulären Methode viele der bekanntesten, mallorquinischen Direktoren zu diesem Titel kamen erzähle ich demnächst in einem anderen Beitrag.

      Heute, inzwischen der 3. Generation der Touristikmanager der Insel, hat sich an deren Qualifizierung viel verändert, bei den anderen Angestellten .... na ja. Auch darüber mehr in einem zukünftigen Beitrag.

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        Bernat
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        #23

        "Komische Steinformationen"

        Ich wurde des öfteren schon gefragt was eigentliche diese "komischen Steinformationen" - oftmals direkt am Wasser, seien. Es handelt sich um diese "Steinformationen":

        Sandstein 1

        Sandstein 2

        Sandstein 3

        Diese "Steinformationen" sind alte Steinbrüche in denen man mallorquinischen Sandstein ("Marés" ) abgebaut hat. Dieser Sandstein bildet sich durch natürliche "Fossilisierung" der Sanddünen. Jahrhundertelang, bis vor ca. 50 Jahren wurde diese Sandsteinart als meistgenutztes Material zum Bau von Gebäuden genutzt. Die Kathedrale von Palma, das Schloss Bellver, der Almudainapalast, etc., etc. sind nur einige der bekanntesten Bauwerke die mit 'Marés' gebaut wurden.

        Diese Steinbrüche kann man fast uberall auf der Insel sehen. es gibt relativ viele in der Bucht von Palma (z. bs. neben dem Rad-bzw- Fussweg zwischen Palma und Can Pastilla, in Höhe der Einflugschneise des Flughafens, neben der Autobahn nach Llucmajor, hinter dem Club Náutico Arenal, auf dem Pfad zum Strand von Es Caragol, In der Bucht von Pollensa, etc., etc.). Viele Ummauerungen von Fincas wurden ebenfalls mir diesen Steinen gebaut.

        In den letzten 50 Jahren kamen so viele neue Materiale/Steinarten mit ganz neuen Eigenschaften auf den Markt dass der "Marés" inzwischen fast zu einem Luxusartikel geworden ist und kaum noch genutzt wird,

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          #24
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            #25

            Christoph Kolumbus Mallorquiner?

            Allgemein wird angenommen das Christoph Kolumbus (auf spanisch: Cristóbal Colón) in Genoa– Italien - geboren ist. Aber Kolumbus war immer von Geheimnissen umgeben und es ist bis heute nicht geklärt wo er wirklich herkam. Der erste der immer misteriöse und unklare Antworten auf die Frage nach seinem Geburtsort gab war Kolumbus selbst.

            Eine Theorie die immer mehr Glaubwürdigkeit erlangt ist dass Cristóbal Colón auf Mallorca geboren ist und Mallorquiner war. Das belegen sowohl die Geschichtsforscher Manuel López Flores und Menéndez Pidal als auch der Heraldiker und Rechtsanwalt José Antonio Dávila y García Miranda mit folgenden Argumenten:

            - Colónsprach weder italienisch noch “genovisco” (was damals in Genoa gesprochen wurde), der gesamte Schriftverkehr zwischen Cristobal und seinen Brüdern Bartolomé und Diego war ausschliesslich auf spanisch

            - ColonsMutterprache war nicht “sephardisch” (Sprache der spanischen Juden) sondern ausser spanisch waren seine Schreiben voller Redewendungen die nur im damaligen Königreich Aragón (Aragonien) angewendet wurden. Mallorca war damals ein Teil dieses Königreichs
             
            (ich habe sogar gelesen dass viele der in seinen Tage- und Navigationsbüchern benutzen Ausdrücke nur auf Mallorca benutzt wurden)

            - Cristóbal Colónwar ein unehelicher Sohn des Prinzen von Viana und Margarita Colón (Colón ist ein geläufiger, mallorquinischer Nachname) die aus Felanitx kam

            • Colón hat nie weder mit seinem Vor- noch mit seinem Nachnamem unterschrieben, sondern immer mit einem einer unleserlichen Unterschrift zusammen mit kryptischen Zeichen deren Bedeutung man nie herausgefunden hat

            • Das Wappen des Namen “Colón” beinhaltet verschiedene Zeichen die auf einen Bastarden hindeuten (was bestätigen würde dass Colón ein uneheliches Kind einer Königsfamilie war, was auch seine besondere Beziehung zur damaligen, regierenden Königin nebst Ehemann bestätigen würde)

            • Ein normal Sterblicher bzw. ein Ausländer konnte zur damaligen Zeit gegenüber dem spanischen Königshaus keine Bedingungen zur Durchführung seiner Entdeckungsreisen stellen wie es Colón getan hat

            Auch heute noch ist man sich nicht einig wo sich die sterblichen Überreste von Kolumbus befinden (um eventuell eine DNA–Anaylse durchführen zu können). Die Spanier behaupten diese Reste befänden sich in Sevilla, die Dominikaner behaupten sie befänden sich in der Dominikanischen Republik.
             
            Tatsache ist – und das ist schon irgendwie ‘lustig’ – dass der ‘Hafen von Felanitx’ “Porto Colóm” (Hafen Kolumbus) heisst, und dass es in Felanitx eine Finca gibt die “C’as Capitá” (Haus des Kapitäns) genannt wird.

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              #26
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                #27

                Schmuggel auf Mallorca (1)

                "Schmuggel wurde nicht von Mafias organisiert, denn es gab keine 'Familien'", sagt der mallorquinische Geschichtsforscher Pere Ferrer Guasp aus Alaró.

                Es ist allgemein bekannt dass Schmuggel auf Mallorca Mitte des letzten Jahrhunderts ein extrem erträgliches 'Geschaft' war und viele Leute sehr reich gemacht hat (einige der bekannten Schmuggler investierten dann in der Touristikbranche, andere zu Eignern von Hotels, ganzen Hotelketten oder Busunternehmen).

                Geschmuggelt wurden vor allem Zigaretten, aber auch Waren wie Kaffee, Haushaltsgeräte, etc., etc.. Schmuggelware wurde entlang der gesamten mallorquinischen Küste an Land gebracht, Schwerpunkte waren die Buchten sowohl der Ost- als auch der Westküste. Auf der ganzen Insel gab es keine Bar oder kein Hotel in der/dem man keine geschmuggelten Zigaretten kaufen konnte. Die gängigsten Marken ware CHESTERFIELD, MARLBORO und WINSTON. Im nachhinein verstehe ich auch heute noch nicht wie damals die offiziellen Tabakläden überleben konnten.

                Schmuggeln war ein "Kavaliersdelikt". Die hauptsächlich verantwortliche Polizei für den Kampf gegen die Schmuggler war die GUARDIA CIVIL (zwar "Zivilgarde" genannt, aber ein Militärskörper). Auf Mallorca gab es ganz bekannte Schmuggler, die grösseren 'erlaubten' den kleineren den Handel (oder belieferten sie direkt selbst). Die GUARDIA CIVIRL schaute überwiegend "in die andere Richtung" bzw. waren am Schmuggel auf kleiner Ebene selbst beteiligt. Ab und zu wurden "grosse Fänge" zwischen der GUARDIA CIVIL und dem betroffenen Schmuggler 'ausgehandelt'. (Man einigte sich darauf dass an einem bestimmten Tag, meistens mitten in der Nacht, ein  paar Lastwagen 'voller' Schmuggelware' entweder auf der Strasse angehalten oder Schmuggler direkt beim entladen eines Bootes in einer Bucht auf frischer Tat erwischt wurden. ´Bedauerlicherweise' wurde immer nur eine kleine Ladung erwischt und die Schmuggler (natürlich nur die Handlanger) konnten immer ausnahmslos 'entkommen'.

                Im Jahr 1968 war ich Barchef des ersten und einzigsten Hotels in Cales de Mallorca. Zusammen mit dem Trinkgeld war der Verkauf von geschmuggelten Zigaretten eine gute, zusätzliche Einkommensquelle. Deshalb war vor Saisonbeginn einer meiner ersten Fragen an die ortsansässigen Arbeitskollegen: "wo komme ich hier zu Zigaretten"? Alle wussten bescheid. kaufen konnte man die Schmuggelware in einer Kneipe - CAN GUSTÏ - an der Hauptstrasse zwischen Porto Colom und Porto Cristo. Akls ich dort vorbeischauen wollte sah ich dass in einigen Räumlichkeiten dieses Lokals eine Aussenstelle der GUARDIA CIVIL untergebracht war.

                Stocksauer fuhr ich zum Hotel zurúck. Meine Kollegen hatten mich wohl verar...t? Als ich sie zur Rede stellte klärten sie mich auf dass alles 'mit rechten Dingen zuging', die GUARDIA CIVIL bescheid wusste über den Verkauf von geschmuggelten Zigaretten in C'AN GUSTÍ und dass ich problemlos dorthin zurúckgehen konnte um Zigaretten zu erstehen. Gesagt, getan. Während der Chef von C'AN GUSTÏ säckeweise duzende Zigarettenkartons verschiedener Marken auf den Boden leerte so dass ich aussuchen konnte was ich wollte, liefen verschieden Male GUARDIA CIVILS in Uniform durch den selben Raum und schmunzelten (während mir erst einmal de Atem stockte).

                Kein Wunder dass damals schon viele der GUARDIA CIVILS Autos wie den SEAT 850 COUPË (damals ein heisser Flitzer) fuhren, während ein normal Sterblicher ein Jahr auf die Lieferung eines SEAT 600 warten musste.

                (Demnächst ein weiterer Beitrag über Schmuggel auf Mallorca, einschliesslich ein kleines "who is who" der Schmuggler)

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                  #28

                  Fischfang - und Versteigerung

                  In allen spanischen Häfen in denen es Fischerboote gibt, gibt es eine Fischbörse (Lonja de pescado). Der tägliche Fang geht von den Booten direkt zur Fischbörse und wird dort ausschliesslich an Grosshändler versteigert, und zwar in der Reihenfolge der Rückkehr der Boote in den Hafen. Die Reihenfolge in der die Boote morgens auslaufen wird in einem Rotationsverfahren festgelegt. Das ganze beruht auf einem sehr ausgeklügelten System mit dem man versucht allen Fischern gleich gerecht zu werden. Das Gesetz besagt dass ein Fischerboot maximal 12 Stunden/Tag fischen darf (die Tagesfischer benutzen Schleppnetze  für den 'normslen' Fang).

                  Das ganze macht Sinn wenn man bedenkt dass:

                  • je länger ein Boot fischt (schleppt), desto mehr Fisch fängt es (ergo: je früher es ausläuft desto bessere Chancen hat es länger zu fischen, deshalb die Verlosung der täglichen Auslauffolge)

                  • je früher das Boot ausläuft, desto grössere Auswahl hat es die besten Fischgründe anzulaufen um mit dem schleppen anzufangen

                  • je früher das Boot zurückkommt, desto kürzer war es 'draussen' am schleppen, aber hat bessere Chancen (durch die Reihenfolge der Versteigerung) den Fisch für gutes Geld ersteigern zu lassen. Die Reihenfogle der 3 ersten Vesrteigerungen wird ebenfalls festgelegt alle anderen Versteigerungen in Reihenfolge der Rückkehr der Boote

                  Ganz wichtig, und deshalb zum Schluss: versteigert wird in umgekehrter Reihenfolge einer 'normalen' Versteigerung, dass heisst, von oben nach unten. Die Versteigerung fängt mit dem Höchstpreis an und geht nach unten und der erste der bietet bekommt den Zuschlag. Sollte der Preis einmal so tief sinken ohne dass jemand bietet dass man Angst hat den Preis zu 'verderben', bietet die Fischbörse selbst, zieht den Fisch aus dem Verkehr (der dann sofort an Abnehmer in anderen Orten geschickt wird) und hält so ein gewisses Preisniveau. Während der Versteigerung liegen die Kisten - mit Eis - auf einer grossen und langen Theke um die die Bieter herumstehen. Bis vor kurzem ging das ganze 'manuell' (ein Versteigerer mit Mikrofon, Zuschläge per kleiner Handbewegung der Steigerer). Heutzutage geht das alles elektronisch mit digitalen Anzeigetafeln und individuellen Fernbedienungen. Äusserst interessant, aber es sei denn man versteht das System und kennt sich gut aus sieht man sich den Spektakel an und versteht nur 'Bahnhof'.

                  Nur zugelassene Grosshändler dürfen an der Versteigerung teilnehmen. Die Grosshändler haben normalerweise eine gewisse Vorstellung der Nachfrage der verschiedenen Fischarten und deren Menge. Sie wissen was die Einzelhändler bzw. die Restaurants/Kunden erwarten, aber auch was diese bereit sind zu bezahlen. Was sie nicht wissen ist, wie der Fang an einem bestimmten Tag aussieht, und wissen auch vorab nicht was versteigert werden wird. Der Fang hängt grossteils vom Wetter ab bzw. vom 'Glück' der Fischer. Sehen können die Anbieter jeweils nur das Angebot (die Kisten) die in diesem Moment auf der Theke liegen und versteigert werden. Die Ersteigerer wissen z. Bs. nicht ob von einer bestimmten Fischsorte an diesem Tag ein Überangebot besteht und Kisten nach Kisten aufgefahren werden, oder ob die Kisten die im Moment versteigert werden die einzigen der Sorte an diesem Tag sind. Das treibt automatisch die Preise in die Höhe.

                  Man muss sich so eine Versteigerung einmal bildlich vorstellen. Ein Wahnsinnssystem ..... aber fast so alt wie die Fischerei selbst.

                  Dazu kommt noch das System nach dem der Gewinn auf dem Boot verteiltt wird. Das Boot gehört einem Eigner der das Boot und die Netze zur Verfügung stellt. Die Besatzung/Fischer steuern ihre Arbeit bei. Die Instandhaltung, der Treibstoff, die Pflege und Reparatur sowohl des Boots selbst als auch der Netze und anderem Zubehör, die Verpflegung an Bord .. ausnahmslos alle Kostem werden vom Umsatz abgezogen und der 'Nettogewinn'  50/50 zwischen Bootseigner und Besatzung aufgeteilt. Der Teil des Gewinns der an die Besatzung verteilt wird, wird nach einem Punktsystem aufgeteilt. Z. Bs.: der Kapitän bekommt 3 Punkte, der/die Fangchefs 2 Punkte, das einfache Besatzungsmitglied und der Koch jeweils 1 Punkt.

                  So wird gewährleistet dass alle daran interessiert sind alle Kosten so niedrig wie möglich zu halten, das Material zu schonen, nicht auf die Arbeitsstunden zu achten, etc., etc.. Wie gesagt, ein extrem ausgeklügeltes System das funktioniert.

                  (Demnächst mehr über "frischen Fisch" und dessen Preis)

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                        Die Mallorquiner (4)

                        In 3 vorherigen Beiträgen hatte ich ja schon die verschiedenen Charaktereigenschaften, Einstellungen und Handlungsweisen der Mallorquiner angespochen. Hier noch einige Beispiele dieses Verhaltens (alles scheint sich darum zu drehen nie etwas "preiszugeben" ).

                        Die Mallorquiner haben viele Leidenschaften und/oder Hobbies. Dazu gehören - unter anderen - das Fischen, Pilze suchen, hausgemachten Kräuterlikör ("Hierbas" ) herzustellen, Spanferkel zu braten, etc., etc.

                        Kaum ein Mallorquiner wird seine 'Geheimnisse' preisgeben. Wenn ein Mallorquiner jemanden zum fischen (oder jagen) enlädt können zwei Situationen entstehen. 1) Der 'Gastgeber' fährt zu seinem normalen Fischrevier wo er immer gute Fänge macht. Die Fischer orientieren sich nach sogenannten "Señas" (Markierungen, Peilungen, Merkmale). Wenn der Gast, begeistert vom guten Fang, nach diesen 'Señas" fragt wird kein Mallorquiner diese 'Markierungen' weitergeben ... oftmals auch nicht vom Vater an den Sohn. Oder 2) Möglicherweise fährt der einladende Fischer in ein ganz anderes Gebiet um zu vermeiden dass man ihn nach den "Señas" fragt (an diesem Tag ist der Fang natürlich dementsprechend 'miess', man hat halt heute kein Glück). Beim Pilze suchen läuft das genau so ab.

                        Seit ca. 25 Jahren mache ich meinen eigenen Kräuterlikor ("Hierbas" ). Jeder Mallorquiner benutzt zur Herstellung die selben 'Basiskräuter' ... aber dann geben die meisten ihre 'persönlichen' Zusatzkräuter/Zugaben dazu (das können bis über 20 verschiedene Zutaten sein). Seit einigen Jahren mache ich die "Hierbas" jedes Jahr (Ende Mai) zusammen mit einem guten Freund aus Esporles. Jahrelang brachte er immer seltene Kräuer/Pflanzen die man nicht kaufen kann und die nur an wenigen, bestimmten Orten wachsen (im Wald, an fast unzugängigen Stellen), wenige davon und zu befristeter Zeit) und "ohne die die Hierbas nicht gut werden". Nach der Frage wo er die denn finden/sammeln würde meinte er ich müsse das ja nicht wissen denn er bringe die ja jedes Jahr mit (heute betrachte ich es als besondere Ehre und Zeichen unserer Freundschaft dass er mir inzwischen gezeigt hat wo diese Kräuter wachsen).

                        Zu guter letzt. Das beste Spanferkel der Insel macht ein alter Freund von mir (in einem mit Holz geheizten Ofen in einer Berghütte). Seit ca. 40 Jahren bringt er immer eine 'Tunke' mit mit der er alle 10/15 Minuten das bratende Spanferkel 'einreibt'. Das Rezept dieser 'Tunke' stammt von seinem Vater, der ihm früher immer diese 'Tunke' mitgegen hat aber ohne ihm zu verraten aus welchen Zutaten und in welchen Proportionen sie hergestellt wird. Der Vater hat seinem Sohn dieses Geheimnis quasi erst auf dem Sterbebett verraten.

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                          Wanderwege im Tramuntanagebirge

                          Am 27. Juni 2011 erklärte die UNESCO die Serra de Tramuntana zum Welterbe. Die Popularität und Beliebtheit dieses Gebirges wächst seit vielen Jahren ständig, vor allem auch unter den Wanderern. Die ersten organisierten Bergwanderungen wurden anfangs der 70-er Jahre letzten Jahrhunderts von der Alpinschule Innsbruck (unter der Leitung des Eigners Hannes Gasser) angeboten. Daran war ich damals massgeblich beteiligt.

                          Das Angebot an Wanderwegen- und Routen der Serra ist einmalig. Die Landschaft, die Ausblicke und die Streckenführung der Routen ist (fast) unbegrenzt. Die
                          bekannteste Route über die die Landesregierung der Balearen einen speziellen Wanderführer veröffentlicht hat ist die Route GR 221 (auch "Trockenmauerroute" genannt), die von Puerto Andratx bis nach Pollensa - ca. 135 Km - führt.

                          Das ganze hat aber einen 'kleinen' Haken: 92% der Serra de Tramuntana ist in privatem Besitz, 10% der Trockenmauerroute führt durch Privatfincas (wie auch viele, andere Bergwanderrouten die in unzähligen Reise - und Wandereführern beschrieben sind. Auf Mallorca gibt es Fincas im öffentlichen Besitz deren Zu- bzw. Durchgang erlaubt ist, es gibt Fincas im Privatbesitz durch die jedoch Wege führen die historischen, öffentlichen Zugang bzw. Wegerecht haben (aber nur die Wege, nicht der Rest der Fincas) und es gibt Fincas die sich im Privatbesitz befinden ohne jegliches Wege- oder Durchgangsrecht. Kaum jemand weiss welche Rechte Wanderer beim Durchgang der Fincas haben und welche nicht, in den meisten Führern sind diese schlecht, gar nicht oder sogar falsch beschrieben.

                          Ein sehr gutes Beispiel ist die Finca "Es Teix". Diese Finca ist die grösste Privatfinca der Balearen (ca. 32 Millionen m2), die vom dritthöchsten Berg der Insel des gleichen Namens gekrönt wird. Ich habe das Privileg lebenslangen Zugang zu dieser Finca zu haben. Der Gipfel vom "Teix" ist eines der beliebtsten Bergwanderziele der Insel (normalerweise kommen die Wanderer von Valldemossa hochgewandert). Auf dieser Finca besteht kein Weg- bzw. Durchgangsrecht irgendeiner Art. Alle auch nur schwerst zugängigen Stellen der Finca zind ummauert, eingezäunt und als Privatbesitz und Grosswildjagdgebiet - mallorquinische Bergziegenböcke - ausgeschildert. Dort wird mit grosskalibrigen Gewehren scharf geschossen, der unkontrollierte Zugang ist nicht nur verboten sondern extrem gefährlich.

                          Und trotzdem ist "Es Teix" vor allem an Wochenenden eine 'Autobahn'. Duzende Wanderer klettern über die Mauern und Zäune, schneiden die Gitter auf, hinterlassen Flaschen und anderen Abfall aller Art, machen Lagerfeuer zum grillen, manche bringen sogar grosse Hunde mit die die Bergziegen verjagen und andere, kleinere Tierarten wie Kaninchen, Faisane, Rebhühner, Wachteln, etc. etc. angreifen. Mountainbikefahrer klettern über alle Hinternisse (auf den Wegen gibt es einige, verschlossen Zauntore), die elektrischen Zäune die die Weiden von Stieren, Kühen und Schafen eingrenzen werden ständig durchgeschnitten. Das betrifft nicht nur einheimische Wanderer sondern auch unzählige Touristen. Das geht sogar so weit dass auf vielen Websites für Bergwanderer - darunter einige deutsche - Tipps gegeben werden nicht nur wie man durch Privatfincas laufen kann/soll, sondern die  Foren haben in denen Nutzer dieser Websites aktuelle Nachrichen und Komentare hinterlasssn wie es auf den verschiedenen Fincas aussieht ("Besitzer bzw. Personal kontrolliert Wanderer", "Vorsicht, dort läuft ein bissiger Hund frei herum, "kann man momentan problemlos durch Finca xxxx laufen ohne 'belästigt' zu werden", etc., etc. Wenn man Wanderer höflich darauf aufmerksam macht dass sie unbefugterweise durch einen Privatbesitz laufen wird man 'blöd angemacht', oder sogar beleidigt, Ausländer zeigten auf die Seite in einem Bergwanderführer in dem die begangene oder befahrene Route im Detaill beschrieben steht und meinen lapidar "Wenn das hier so beschrieben steht muss es doch genehmigt sein"hier durchzulaufen- bzw. zu fahren".

                          Die Probleme zwischen Wanderern oder Mountainbikefahrer und den Fincabesitzern werden immer grösser, eine gute Lösung ist kaum in Sicht. Manche Fincabesitzer stellen Sicherheitsdienste ein, andere ziehen vor Gericht gegen Umwelltschutzorganisationen und Wandervereine die öffentlich dazu auffördern den Zugang zu Privatfincas zu erzwingen.

                          Ich habe diese Entwicklung jahrzehntelang miterlebt und gesehen wie die Fincabesitzer - Mallorquiner - im Laufe der Zeit ihre Einstellung Wanderern gegenüber radikal geändert haben. Von der Einladung aller Wanderer zu warmen Kaffee und hausgemachtem Kräuterlikör "Hierbas" vor 40 Jahren bis zum "unfreundlichen, sofortigem Rausschmiss" heute ...... eigentlich schade, aber durch deren unverständliches Verhalten den Wanderern selbst zuzuschreiben.

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                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #33

                            Grosswildjagd

                            Die wenigsten Touristen wissen dass man auf Mallorca Grosswild jagen kann. Unter Grosswild versteht man hier den einheimischen, reinrassigen "Boc", den mallorquinischen Bergziegenbock.

                            Mallorqinischer Bergziegenbock

                            Diese Ziegenart stammt ursprúnglich von den westasiartischen Bezoarziegen ab und wurde vor ca. 5.000 Jahren in Mallorca eingeführt. Seitdem hat sich diese Ziege komplett an das mallorquinische Ökosystem und das natürliche Umfeld angepasst und eine eigene genetische Identität erworben. Diese Rasse unterscheidet sich vollkommen von allen anderen Arten von sowohl wilden als auch hausgehaltenen Ziegenarten. Sie hat den endemischen Charakter der Insel erworben und ist somit von grossem biologischen Wert.

                            In den letzten Jahrhunderten hat sich diese mallorquinische Ziegenrasse mit Hausziegen gemischt was zur Folge hat dass sich diese 'unreine' Ziegen unkontrolliert fortplanzen und somit nicht nur der mallorquinischen Flora und Fauna grossen Schaden antun sondern auch das fortpflanzen der reinrassigen mallorquinischen Rasse gefährten. Aus diesem Grund hat die Umweltbehörde des Inselrats vor einigen Jahren beschlossen selektiv ca. 30.000 'unreine' Ziegen zu erlegen. Pro Jahr werden ungefähr 8.000 davon geschossen so dass sich heutzutage die Überbevölkerung der unreinen Rasse auf 'nur' 14.000 Exemplare beschränkt. Das jagen dieser 'gemischten' Ziegen findet teilweise gesetzeswiedrig - und entgeltlich - auf Fincas auf denen nur für Kleinwildjagd zugelassen ist.

                            Die reine, mallorquinischen Bergziegenböcke dürfen nur in den 4 genehmigten Grosswildjagdrevieren und unter strengster Kontrolle der zustänidgen Behörden gejagt werden. Je nach Grösse und Gegebenheit der 'Trophäen' (Hörner) werden bis zu 10.000 Euro für das erlegen eines reinrassigen mallorquinischen "Bocs" bezahlt. Der mallorquinisiche Bergziegenbock steht auf der Liste der begehrtesten "Trophäen" des INTERNATIONAL SAFARI CLUB.

                            Die 4 angesprochenen Grosswildjagdreviere sind die Fincas "Es Teix" (Sóller, siehe vorherigen Beitrag) , "La Victoria" (Alcudia), "Formentor" und "Cala Murta" (Formentor). Je nach Anteil der reinrassigen bzw. 'gemischten' Ziegen im Bestand der Bergziegen auf diesen Fincas werden diese in Grosswildjagdreviere der Kategorie 1 (Bestand an reinrassigen Tieren von über 90% ) oder Kategorie 2 (Bestand an reinrassigen Tieren zwischen 70% und 90%) eingestuft. Jedes erlegen eines reinrassichen Ziegenbocks wird von der Jagdgeneraldirektion des Inselrats bestätigt und anerkannt. Wenn während der Jagd auf reinrassische Böcke 'gemischte' Ziegen ins Visier kommen dürfen diese (kostenlos) erlegt werden.

                            Die Jagd auf wilde, reinrassische mallorquinische Bergziegenböcke hat sich erst in den letzten Jahren zu einem interessanten und lukrativen Geschäft entwickelt. Eine neue, andere Art von Tourismus die nicht an die Sommersaison gebunden ist.

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                              #34

                              Die Leuchttürme von Mallorca

                              Auf Mallorca gibt es früher insgesamt 20 Leuchttürme von denen heutzutage noch  14 voll funktionieren und in Betrieb sind, davon 2 auf der Insel Caberera und 2 auf der Insel Dragonera. 4 von den ursprünglichen 20 Leuchttürmen sind seit Jahren ausser Betrieb werden aber noch erhalten, von denen 2 - Stein um Stein - abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurden.

                              Vom Hafen Palma ausgehend und im Uhrzeigersinn rund um die Insel sind folgende 14 Leuchtürme noch in Betrieb:

                              • Hafen Palma (Porto Pi)

                              • Cala Figuera (westliches Ende der Bucht von Palma)

                              • La Mola (Puerto Andratx)

                              • Cap Gros / Muleta (südliches Eck Einfahrt Puerto Sóller)

                              • Sa Creu (nördliches Eck Einfahrt Puerto Sóller)

                              • Formentor

                              • Aucanada (östlich von Puerto Alcudia)

                              • Capdepera (Cala Rajada)

                              • Punta de Ses Crestes (Porto Colom)

                              • Torre den Beu (Cala Figuera)

                              • Cap Salines (Südostspitze Mallorcas)

                              • Cap Blanc (zwischen Arenal und Cala Pi)

                              • Far de n'Ensiola (Cabrera)

                              • Far de Na Foradada (Cabrera)

                              • Far de Tramuntana (Dragonera)

                              • Far de Llebeig (Dragonera)

                              Die Leuchttürme die nicht mehr funktionieren sind Far de Sa Riba (Hafen von Palma), Far de Punta Avançada (früher in Formentor, jetzt im Marinestützpunkt in Puerto Pollensa), Far Vell (der alte Leuchtturm des nördlichen Ecks der Hafeneinfahrt von Puerto Soller) und der Far de Na Pópia (Dragonera).

                              Alle Leuchttürme wurden früher von Leuchtürmwärtern instandgehalten deren Aufgaben und Arbeit im Jahr 1851 mittels eines "Leuchtturmplans" geregelt wurden. In 1992 wurde dieser Plan für ungültig erklärt und alle Leuchtürme wurden automatisiert und sind seitdem unbemannt.

                              Leuchttürme sind trotz aller elektronischen Navigationshilfen auch heute noch eine unentbehrliche Hilfe sowohl für die Berufs- als auch für die Sportschiffahrt. Je nach Wetter und Sichtverhältnissen wäre man ohne diese Leuchttürme 'aufgeschmissen'.

                              Man ist momentan dabei alle spanischen Leuchttürme genauer unter die Lupe zu nehmen um zu sehen welche davon sich eignen als "Hotel/Unterkunft" an Touristen vermietet zu werden (vielen haben grössere Wohnmöglichkeiten bzw. Räumlichkeiten die sich zum Umbau für geeignete und originelle Unterkunft eignen würden).

                              Im Leuchtturm von Porto Pi (Palma) es ein Leuchtturmmuseum untergebracht das man montags, mittwochs und freitags zwischen 10.00 Uhr und 13.30 Uhr besuchen kann. Während diesen Zeiten organisiert die mallorquinische Hafenbehörde Führungen. Man muss sich allerdings vorher entweder per Mail oder per Telefon anmelden (Telefon: 971 402175, E-Mail: fardeportopi@portsdebalears.com).

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                                #35

                                "Liebesschlösser" in Palma

                                Der Brauch von Verliebten Vorhängeschlösser an Brücken anzubringen und die Schlüssel in den Fluss zu werfen um symbolisch ihre ewige Liebe zu besiegeln hat nun auch in Palma angefangen. Obwohl der Ursprung dieses Brauchs unklar ist geht man in Europa davon aus dass er möglicherweise in Italien angefangen hat (ich wage das zu bezweifeln seitdem ich hunderte tausende Vorhängeschlösser in China am Geländer der Stufen zur Spitze des heiligen Bergs Hua Shan in der Nähe von Xian hängen gesehen habe).

                                In Palma hat man vor ein paar Jahren angefangen Vorhängeschlösser an das Geländer der Brücke über den "Torrent de Sa Riera" (am Ende der Jaime II, Ecke Paseo Mallorca) anzubringen. Die Stadt fand das nach einiger Zeit wohl nicht lustig (so ähnlich scheint es wohl in anderen Städten Europas gelaufen zu sein) und entfernte alle Vorhängesschlösser wieder. Eine Tag später hingen schon wieder einige da, aber dieses Mal auf der anderen Seite der Brücke. Dort vermehren sich die Schlösser langsam, man weiss nicht ob ein zweites Entfernen seitens der Gemeinde vorgesehen ist oder nicht.

                                Ich persönlich finde diesen Brauch nicht nur lustig, sondern würde ihn - wenn ich an der Behörden ihrer Stelle wäre - sogar fördern und ihn bewusst und geziehlt zu einer zusätzlichen Touristenattraktion ausbauen, vor allem nachdem Palma seit relativ kurzer Zeit und nach einer dementsprechenden Ausschreibung mit dem gewinnenden Slogan "Passion for Palma" wirbt (wobei das "m" von Palma in einer Herzform dargestellt wird). Schnell würde ich das auch als "Passion in Palma" anwenden um Palma als Stadt besonders geeigent für Hochzeitsreisen anzubieten und zu bewerben. Das wäre fast wie zum Ursprung zurückzukehrren, denn vor ungefähhr 50 Jahren war es auf dem Festland Brauch Palma als Ziel der Hochzeitsreise zu wählen.

                                Liebesschlösser 1

                                Liebesschlösser 2

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                                  #36
                                  Dieser Beitrag wurde gelöscht!
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                                    #37

                                    Unqualifizierte Touristikmanager (2)

                                    ... oder "Wie manche zu ihrem Titel kamen"

                                    In dem ersten Beitrag mit diesem Titel hatte ich erwähnt dass die erste Generation der Touristikmanager der Insel grossteils total unqualifiziert war, dass Ende der 60-er Jahre der Titel “Techniker in Tourimus” eingeführt wurde und dass alle damals schon in Führungspositionen tätigen Manager den Titel als“Touristikdirektor” entweder direkt bekamen oder diesen mittels Lehrgängen/Schulungen mit Endprüfung erlangen mussten. Ich gehörte zu dieser letzten Gruppe.

                                    9 Monate die ‘Schulbank drücken’ - selbst ein paar Stunden nachmittags/abends - war damals für die meisten der Betroffenen ein Problem. Man arbeitete rund um die Uhr, hatte wahrscheinlich auch eine Familie, und viele waren ausserdem noch oft auf Reisen (in jenen Jahren war ich Marketing- und Verkaufsdirektor von IBEROTEL und machte im Schnitt 100/120 Flüge/Jahr). Also musste man sich etwas einfallen lassen um mit dem geringsten Aufwand die Prüfung zu bestehen um den Titel zu erlangen.

                                    Schnell wurde ein Treffen einiger Beteiligten einberufen um zu beraten wie man vorgehen sollte/konnte. Alle hatten Ideen, so gut wie alle wurden schnell verworfen. Bestechen konnte man niemanden (wen, und wie?), in der Prüfung selbst hatte man keine Möglichkeiten denn die Prüfungsthemen wurden mittels numerierten Kugeln unmittelbar vor der Prüfung aus einem Säckchen gezogen, die Papierbögen auf denen die Prüfung stattfand waren numeriert und hatten bei jeder Prüfung eine andere Farbe, auf den Tischen durfte nur das offizielle Prüfungsprogramm mit der Auflistung der Prüfungsthemen liegen…….

                                    Prüfungsprogramm? Hier müsste doch etwas zu machen sein? Man ernannte eine Arbeitsgruppe um diese Möglichkeiten näher zu studieren. Und diese Arbeitsgruppe kam zu folgendem Vorschlag:

                                    • Man musste jemanden finden der in Stichwortformat die Antworten aller zu behandelten Themen ausarbeiten konnte
                                    • Man musste sich mit der Druckerei die das offizielle Prüfungsprogramm druckt in Verbingung setzen (in Madrid) um sie zu überreden – natürlich zahlenderweise - diese Antworten auf alle möglichen Prüfungsthemen im Format des offiziellen Prüfungsprogramms zu drucken

                                    … und so musste man während der Prüfung nur aus dem ‘gefälschten’ Prüfungsprogramm abschreiben.

                                    ‘Unterwegs’gab es noch ein paar technische Detaills zu lösen. Die Aufzeichnungen für alle Prüfungsthemen passten nicht alle in das Format des offiziellen Prüfungsprogramm (das ware sonst fast zum Buch geworden), also mussten verschiedene ‘Programmhefte’ – der jeweilige Inhalt nach Themen aufgeteilt – gedruckt werden. Und da das ganze ja raffiniert und ‘nur vom Feinsten’ sein sollte, mussten die Aufzeichnungen so gedruckt werden (von der Optik her, mit Paragrapheneinteilung, Seitennummern, etc. ) dass man auch beim hinschauen nicht bemerken konnte dass diese “Spieckhefte” gar nicht das offizielle Prüfungsprogramm waren.

                                    Alle an dieser ‘Nacht- und Nebelaktion’ Beteiligten haben die Prüfung natürlich bestanden und kamen so zu dem notwendigen Titel als “Touristikdirektor”. Über das Geld was uns diese Aktion damals gekostet hat – ausarbeiten derPrüfungsthemen, Druckerei, Reisen anch Madrid, etc., etc. – sprechen wir nicht.Es war uns die Sache wert.

                                    Nicht alle haben diesen Titel dann auch in der Praxis tatsächlich gebraucht. In den ersten Jahren wurde viel mit diesen Titeln gehandelt (viele Hoteldirektoren kamen nie zu diesem Titel, waren somit ‘offiziell’ nur Subdirektor der Hotels während der offizielle Direktor – der in der Praxis nie anwesend war – jemand war der diesen Titel hatte).

                                    Ein schönes Zertifikat bekamen wir natürlich auch. Und wenn ich mir jetzt die Ehrentafel der Teilnehmer an den Schulungen und der letztmöglichen Prüfung des‘Schuljahrs’ 77/78 ansehe (nur ein Teil war an der beschriebenen Aktion beteiligt) sehe ich die Bilder vom “Who is who” der ersten Generation Touristiker der Insel (z. Bs. späterer Direktor der Hotels Palas Atenea, Bonanza Playa und Son Vida, späterer Generaldirektor der HOTELES GLOBALIA Hotelkette, Balearenchef von ULTRAMAR EXPRESS (heute TUi Spanien), Eigentümer und Geschäftsführer von VIAJES COSMELLI, späterer Generaldirektor von CENTAURO RENT-A-CAR, und … und … und… ).

                                    Bildlich sah das ganze so aus:

                                    • Offizielles Prüfungsprogramm

                                    • Sammlung der ‘falschen Prüfungsprogramme” (Spieckhefte)

                                    • ‘falsche Prüfungsprogramme’ (hier sieht man die unterschiedliche Dicke)

                                    • 1. Seite des "Spieckheftes"

                                    • 2. Seite des Spieckheftes

                                    • 3. Seite des Spieckheftes

                                    • Diplom (ohne Name)

                                    • Ehrentafel der Prüfungsteilnehmer


                                    (Alle Seiten der Spieckhefte sahen optisch gleich aus, mit gleichen Seitennummern, gleichen Paragraphen … aber wenn man genauer hinschaut und liest, sieht man dass der Text ein ganz anderer ist. Die Seitenummern stimmten mit denen des zu behandelnten Themas im offiziellen Prüfungsungsheft überein).

                                    Ich habe irgendwo einmal gelesen dass es ein Museum der besten ‘Spickzettel- und Hefte’ geben soll. Diese Aktion hätte dort bestimmt einen Ehrenplatz verdient.

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                                      Bernat
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                                      #38

                                      Archäologie pur (Almallutx)

                                      Einer der wichtigsten, archäologischen Funde der Insel ist dem Zufall zu verdanken.

                                      In 2011 besuchte der Archäologe Jaume Deyá und sein Kollege Pablo Galera das Umfeld vom Stausee “GorgBlau” in Vorbereitung eines Artikels den er über vorgeschichtliche Zeit schreiben wollte.

                                      Dass man in diesem Tal –Tal von Almallutx – schon einige archäologische Reste gefunden hatte war bekannt (deshalb auch der Besuch einiger Höhlen neben dem Stausee). Da an bewusstem Tag das Wasser extrem tief stand beschlossen die Archäologen um das Wasser herum auf die andere Seite zu laufen ……. und stiessen an der normalerweise unte rWasser stehenden Oberfläche auf zahlreiche Keramikreste und andere Anzeichen vorgeschichtlicher Ansiedlungen. Diese Funde wurden dem Inselrat gemeldet.

                                      In 2012 als das Wasser wieder einmal den Tiefststand erreicht hatte begann man mit der systematischen Erfassung der Reste und dem Studium und Vergleich mit den Geschichtsbüchern. Die Fünde waren enorm: bisher unbekannte, vorgeschichtliche Grabstätten, ein ganzer islamischer Friedhof dessen Skellette quasi an der Oberfläche lagen, eine Fundstätte von ursprünglich 10, heute von 16 Hektar.

                                      Alles deutet darauf hin dass es sich um eine maurische Ansiedlung des 13. Jahrhunderts von möglicherweise bis zu 40.000 Einwohnern handelt.

                                      Am 31. Dezember 1229 eroberten die Truppen des Königs Jaime I die Stadt Palma (damals “Madina Mayuqa” ). Alle Mauren die  überlebten zogen sich in die Berge zurück und wiederstanden dort der Eroberung der Christen bis 1232. Es muss ein tragisches Ende des Wiederstands gegeben haben denn grosse Teile der Ansiedlung sind verbrannt (die Archäologen berichten sogar vom Fund von Tongefässen die auch heute noch nach ranzigem Öl riechen).

                                      Aber nicht nur Mauren waren hier angesiedelt. Das Tal von Almallutx war schon seit 2000 v. Ch. besiedelt. In den letzten 3 Jahren hat man nicht nur Grabstätten der kalkolitischen Zeitgefunden, sondern Reste und Bauten der Bronzezeit und eine Ansiedlung der talayotischenZeit (hier hat man die einzige noch stehende, talayotische Säule der Balearen gefunden). Diese Funde machen das Tal von Almallutx zur wichtigsten archäologischen Fundstätte der Insel.

                                      Jetzt hat man grosse Probleme um weiter ausgraben zu können: man geht davon aus dass der Grossteil der Fundstätte unter Wasser liegt (der Stausee ist einer der Hauptlieferanten von Trinkwasser der Insel) und man nur weitergraben kann wenn das ganze Tal trocken liegt, und man hat kein Geld. Die bisherigen Arbeiten wurden überwiegend durch Spenden einer grossen, spanischen Sparkasse finanziert.

                                      Talayotische Säule von Almallutx

                                      (Bildquelle: EL MUNDO)

                                      1 Antwort Letzte Antwort
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                                      • BernatB Offline
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                                        Bernat
                                        schrieb am zuletzt editiert von
                                        #39

                                        Die Mallorquiner (5)

                                        In vergangenen Beiträgen des selben Titels habe ich schon einige der Charakterzüge der Mallorquiner angesprochen …. aber es gibt noch viele mehr.

                                        Die Mallorquiner tun sich schwer direkte Fragen zu stellen, noch schwerer tun sie sich direkte und klare Antworten zu geben. Vielmals benutzen sie Ausdrücke und Redewendungen die genaudas Gegenteil bedeuten.

                                        Wenn ein Mallorquiner nach einer Verhandlung vom Tisch aufsteht und beim verabschieden sagt: “Ja diré coses” (in diesem Zusammenhang so etwa “Ich werde mich melden” ), ist das normalerweise ein klares Zeichen dass man zu keiner Einigung gekommen ist, dass er sich gar nicht einigen will, und dass man nie wieder etwas von ihm hören wird. Man vermeidet Streitigkeiten und direkte Diskussionen und zieht sich einfach mit einer Höflichkeitsfloskel zurück. Sich zu entscheiden scheint Überwindung zu kosten.

                                        Der Mallorquiner wiederholt sich oft bzw. stellt wiederholte Fragen die total irrelevant und/oder unbedeutend sind. Bestellt man in einer Bar einen Kaffee mit Milch fragt der Kellner, der die Bestellung klar verstanden hat, höflichst: “einen Kaffee”? Der Gast bestätigt das. Der Kellner: “mit Milch?”. Nach der wiederholten Bestätigung wird der Kaffee mit Milch serviert (dieses Beispiel trifft natürlich bei Touristen mit möglichen Sprachproblemen nicht zu). Bestellte man ein Buch in einer Buchhandlung und kam eine Woche später um es abzuholen, war es bis vor einigen Jahren nicht ungewöhnlich dass man zu hören bekam dass das Buch nicht da sei. Grund: “Wir hatten ja nichts konkretes ausgemacht und Sie haben sich ja auch nicht mehr gemeldet” (heutzutage ist das nicht mehr so ….. oder doch?).

                                        Oftmals schliesst der Mallorquiner eine Erklärung mit dem Satz “Hast Du es verstanden?” Gemeint ist nicht ob man verstanden hat was er gesagt hat, sondern ob man verstanden hat was er damit meint (möglicherweise etwas ganz anderes).

                                        Die geziehlte und bewusste Mehrdeutigket der Ausdrucks- und Verhaltensweise der Mallorquiner ist - um es milde auszudrücken –gewöhnungbedürftig und es braucht seine Zeit damit klar zu kommen. Manche (viele?Die meisten?) lernen es nie.

                                        1 Antwort Letzte Antwort
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                                          Bernat
                                          schrieb am zuletzt editiert von
                                          #40

                                          Touristikpioniere

                                          Einige der spanischen Touristikpioniere und “Erfinder” des Pauschaltourismus schlichthin waren Mallorquiner oder Wahlmallorquiner deren Namen unweigerlich mit dem Boom des Tourismus auf Mallorca für immer verbunden sein werden. Oder besser: ohne die die Entwicklung nicht so stattgefunden hätte wie es der Fall war.

                                          Diese Namen sind:

                                          • Guillermo  Cryns de Schutter

                                          • Gebrüder Gabriel und Sebastián Barceló Oliver

                                          • Gabriel Escarrer Juliá

                                          • Luis Riu Bertrán

                                          • Miquel Fluxá Rosselló

                                          Später gesellten sich dann noch einige andere dazu.

                                          Guillermo Cryns de Schutter. Gebürtiger Belgier (Antwerpen, 1921) mit spanischer Staatsangehörigkeit. Er wanderte kurz nach dem 2.Weltkrieg nach Spanien aus und siedelte sich ursprünglich in Barcelona an. Anfang der 50er Jahre letzten Jahrhunderts gründet er – zusammen mit Josep Melia – das Reisebüro VIAJES MELIÁ. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Josep Melía was die Firmenpolitik anbetrifft kauft er sich in 1957 in die schon bestehende Firma ULTRAMAR EXPRESS mit Sitz in Barcelona ein. ULTRAMAR EXPRESS organisiert Busreisen und fängt mit Flugreisen nach Mallorca an. Kurz darauf ist Cryns verantwortlich für die Organisation der ersten Charterflüge von England/Deutschland nach Spanien (manche ernennen Cryns zum ‘Erfinder’ der Charterflüge schlichthin). In 1966 wechselt Cryns seinen Wohnsitz nach Palma de Mallorca. In 1972 gründet er die Hotelkette IBEROTEL. ULTRAMAR EXPRESS – Vertreter in Spanien der grössten englischen und deutschen Reiseveranstalter wie z.Bs. LORD BROTHERS, INTASUN oder der TUI - entwickelt sich zur grössten, spanischen Incoming-Agentur und IBEROTEL zur Nummer 1 der Urlaubshotelketten. TUI kauft sich sowohl in ULTRAMAR EXPRESS als auch in IBEROTEL ein. Anfang 1983 übernimmt TUI die Mehrheit beider Firmen. Jahre später wir ULTRAMAR EXPRESS zu TUI ESPAÑA umbenannt, die spanischen Hotels werden an die RIU HOTELKETTEverkauft/übergeben (TUI hatte sich inzwischen auch an dieser Kette beteiligt). Cryns investiert den Ertrag des Verkaufs der Touristikgruppe in anderen Branchen (Handelsbank, Yachtwerft, Käsefabrik, etc., etc.). Cryns war leidenschaftlicher Seegler und vertrat die spanische/mallorquinische Hochseesegelei mit seinen Regattayachten in weltweiten Wettbewerben. Cryns war verantwortlich für die Organisation der ersten, spanischen Expedition in die Antarkarktis (1983). Cryns wurde in 1964 mit der Silbermedaille für Verdienste im Tourismus und 2001 mit der Goldemedaille des Fremdenverkehrverbands Mallorcas ausgezeichnet. Cryns war durch die Seegelei mit König Juan Carlos Ibefreundet. Cryns ist 2003 in Sencelles (Mallorca) verstorben.

                                          Die Gebrüder Gabriel und Sebastián Barceló Oliver. Gebürtige Mallorquiner (Felanitx 1928, 1930 ). Ihr Vater betreibt die Buslinie zwischen Felanitx und Palma (Passagiere und Fracht). Als noch Minderjährige fangen die Brüder in der Firma ihres Vaters an. In 1954 kauft sich die Familie Barceló bei ULTRAMAR EXRESS ein. Gabriel kümmert sich – zusammen mit Cryns – um das Reisebüro, sein Bruder Sebastían um die Busse. Die Zusammenarbeit mit Cryns dauert nicht lange und kurz später gründen die Gebrúder Barceló ihr eigenes Reisebüro, VIAJES BARCELÓ. Sie organisieren Ausflüge für die wenigen Kreuzfahrtouristen die Mallorca besuchen. VIAJES BARCELÓ fängt an Flugtickets zu verkaufen und spezialisiert sich auf Hochzeitsreisen vom Festland nach Mallorca, die Busbranche bietet Transfers und Ausflüge an. VIAJES BARCELÓ wird Vertreter des englischen Veranstalters HENRY LUNN (die Kunden kamen mit Umschlägen mit Bargeld an um die örtlichen Leistungenzu bezahlen). In 1962 bauen die Gebrüder Barceló ihr erstes Hotel nachdem sie inzwischen auch eine Baufirma gegründet hatten. 1964 wurde das Hotel Pueblo gebaut, damals eine Revolution: das grösste Hotel Spaniens, mit Diskothek, Geschäften, Friseur, 2 Swimming Pools, etc., etc.,. Es wurden weitere Hotels angemietet und die Hotelkette fing an zu wachsen. In 1989 gründet man die STIFTUNG BARCELÓ für soziale und kulturelle Zusammenarbeit in der Karibik. Zu dem Firmenimperium gehören inzwischen 72 Firmen in 18 Ländern. Sebastían Barceló verstirbt im Jahr 2009. Gabriel Barceló gibt eine Zeitung heraus, ist Ehrenrat der Universität de Balearen, wird mit der Goldmedaille für Verdienste im Tourismus ausgezeichnet, ist jahrelang Präsident des Real Club Náutico Palma (Königlicher Yachtclub Palma).

                                          Gabriel Escarrer Juliá. Gebürtiger Mallorquiner (Porreres, 1935). Als Junge wurde er schon “der kleine Ausländer”genannt weil er gross, schlank und blond war und Sprachen sprechen konnte. Mit 16 Jahren verdiente er sein erstes Geld indem er Touristen am Hafen abholte und sie ins Hotel begleitete. Mit 20 Jahren wurde er “Trainee” bei THOMAS COOK in London. Mit 21 Jahren fing er im Reisebüro WAGONS LITS COOK als ‘Mädchen für alles’ an. Kurz darauf mietete er seine ersten, kleinen Hotels an, und gründete die Hotelkette HOTELES MALLORQUINES REUNIDOS. Er hat beste Beziehungen zu Reiseveranstaltern und zieht gute Verträge an Land. In den 70er Jahren erwirbt er seine ersten Stadthotels. Anfang der 80er Jahre expandiert er mit Hotels in der Karibik. In 1984 ersteht er von der Regierung die zwangsenteignete Hotelkette HOTASA und steigt mit seiner Hotelkette zur 37. Stelle der Hotelweltrangliste auf. 1987 kauft er alle MELIA-Hotels. Escarrer expandiert in Amerika, in der Karibik, in Südostasien, im Mittelmeer und in den wichtigsten, europäischen Städten. 1996 geht die Gruppe an die Börse. In 2000 erwirbt man die TRYP Hotelkette. Heute hat die Gruppe mehr als 35O Hotels weltweit und gehört zu den weltgrössten Hotelketten (mit einem Jahresumsatz von über $ 1,85 Milliarden). Gabriel Escarrer wird mit der Goldemadalle für Verdienste im Tourismus augezeichnet, ist Ehrendoktor der Universität der Balearen, Ehrenmitglied der HALL OF FAME des englischen Reisebüroverbands. Ausserdem wurde er zur “Touristischen Persönichkeit des Jahrhunderts” ernannt.

                                          Lluis Riu Bertrán. Gebürtiger Katalane (Olot,1933). Wahlmallorquiner seit 1953, Jahr in dem die Familie Riu ein kleines Hostal an der Playa de Palma erwirbt (Hostal San Francisco). Riu wurde schon immer als “diskreetes Arbeitstier” bezeichnet. Alles was verdient wurde wurde wieder in die Firma investiert. Riu hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zum deutschen Reiseveranstalter DR. TIGGES. Von Anfang an promoviert und fördert Riu die Wintersaison auf Mallorca. In den 60er und 70er Jahren expandiert Riu auf den Balearen und baut seine Geschäftstsbeziehungen aus. In 1978 wird TUI Gesellschafter der Hotelkette. In 1985 eröffnet Riu das erste Hotel ausserhalb der Balearen (auf den Kanaren), in 1991 das erste Hotel in der Dominikanischen Republik. In 1998 verstirbt Lluis Riu unerwartet und seine Kinder Luis und Carmen übernehmen die Geschäftstleitung. In 2010 eröffnet Riu das erste Stadthotel und expandiert in Ländern wie Mexiko, Jamaika, Aruba, Bahamas, Kapverdische Inseln, Costa Rica, Marokko und Tunesien. Heutzutage betreibt Riu weltweit 107 Hotels in 19 Ländern mit insgesamt 42.000 Zimmer. Riu hat 23.400 Angestellte, über 3 Millionen Gäste/Jahr und belegt Platz 27 der Hotelweltrangliste.

                                          Miquel Fluxá Rosselló. Gebürtiger Mallorquiner (Inca,1938). Sohn einer der bekanntesten Schuhmacherfamilien (Hersteller der Marken LOTUSSE und CAMPER) – und Lederwarenfabrik - aus Inca. In den 60er und 70er Jahren will man an dem Tourismusboom teilnehmen und gründet das Reisebüro VIAJES IBERIA und kurz danach die Reiseveranstalter IBEROJET und VIVA TOURS. Dazu kamen dann die Incoming-Agentur IBEROSERVICE (unte anderen Vertreter von NECKERMANN/THOMAS COOK, die sich in 1986 in diese Agentur einkaufen), und später die Hotelkette IBEROSTAR,die Fluggesellschaft IBERWORLD und die Kreuzfahrtreederei CRUCEROS IBEROJET. In 2006 verkauft Fluxá die Reisebüros, die Fluggesellschaft und die Kreuzfahrtreederei an zwei Investmentfond für ungefähr € 900 Millionen (die neuen Eigner, unter der neuen Marke ORIZONIA, meldeten vor ein paar jahren Konkurs an, letzte Woche hat Miguel Fluxá die Marke VIAJES IBERIA von den Konkursverwaltern für € 550.000 zurückerworben). Fluxá investiert das Geld unter anderem um die Hotelkette IBEROSTAR auszubauen. IBEROSTAR betreibt übr 100 Hotels in 18 Ländern mit insgesamt 18.000 Angestellten. In 2004 gründet man die STIFTUNG IBEROSTAR zur Förderung der Kultur und der Erziehung sowohl in Spanien als auch in Lateinamerika. Miquel Fluxá wird im Jahr 2014 mit der Goldmedaille der Balearen geehrt. Fluxá ist mit einer Deutschen – Sabine Thienemann - verheiratet.

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                                          Sa Pobla / La Puebla
                                          Cala Rajada
                                          Hotels in der Nähe
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                                          Lago Garden
                                          Villa Columbus Rooms and Restaurant
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