Nostalgischer Rückblick eines Südamerika-Fans!
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Hallo zusammen
Schmunzelnd konsumiere ich immer wieder die Postings heutiger Südamerika-Reisender mit Fragen wie: Wo ist es schöner oder welches Hotel ist besser? Jedes Land in Südamerika hat seine landschaftlichen und kulturellen Reize. Obwohl ich zugeben muss: Venezuela ist für mich das schönste und abwechslungsreichste Land Lateinamerikas. Aber eines haben alle Staaten gemeinsam: Losgelöst von der jeweiligen politischen Lage -- die fröhlichen und lebenslustigen Einheimischen mit Musik im Blut!
Vor Jahren bot sich mir die Gelegenheit, in einigen, bei heutigen Touristen beliebten Ländern als junger Projektleiter im Auftrag eines Multis, beim Aufbau von staatlichen Kraftwerken mitzuarbeiten und im Arbeitseinsatz, der Freizeit und in den Ferien, Land und Leute auf mehr oder weniger abenteuerliche Weise intensiv kennenzulernen. Mit Wehmut und zugegeben einer Portion Egoismus, denke ich allerdings an die paradiesischen Zeiten zurück, als die Länder noch nicht von Massentouristen überflutet wurden.
Eine Ferienwoche gemeinsam mit einem Arbeitskollegen, z.B. in Machu-Picchu (Peru) als einzige Besucher der gut erhaltenen geheimnisvollen Inkastätte oder eine mehrtägige Robinsonade auf einer unbewohnten und menschenleeren Karibikinsel, vorgelagert der Küste Venezuelas waren keine Seltenheit. Auch einen Trip zu den Tafelbergen und dem Salto Angel, damals nur mit einem privaten Kleinflugzeug möglich und Übernachtung unter freiem Himmel in der Hängematte unter einem Moskitonetz, habe ich noch in bester Erinnerung.
Heute fehlt Machu-Picchu in keinem 0/8/15 Südamerika-Angebot und die kleinen vorgelagerten Inseln Venezuelas haben sich zu Ghettos des Massentourismus entwickelt. Dank Neckermann und TUI & Co. bucht man heute vor Ort zur Abwechslung an das monotone Strandleben mit den weltweit aufkommenden AI-Bunkern eine abenteuerliche Jeepfahrt, selbstverständlich im Konvoi oder fliegt schnell in den Urwald und besucht einen Indiostamm. Ob zu ihrem Wohl -- ist eine andere Frage!
Meine Besuche, unter anderen zu den zivilisationsfeindlichen Motilonen oder zu den Yanomani im “Territorio Amazonas” waren damals nur in Begleitung von Missionaren möglich. Und auch das nur mit gewissen Einschränkungen. Auf einige weitere interessante Besuche musste ich leider verzichten. Bedingt durch die Regenzeit, verzögerte sich die Rückreise in die Zivilisation manchmal bis zu zwei/drei Monaten. Für die Missionare und ihren Chef und "CEO" in Rom kein Problem, aber mein Arbeitgeber, ein Multi aus heimatlichen Gefilden, dem schnöden Mammon verplichtet, sah das etwas anders! Kann sein, dass ich meinem Arbeitgeber Unrecht tue und er nur verhindern wollte, dass mir böses angetan wird. Hin und wieder kam es vor, dass Missionare spurlos verschwanden und einige Jahre später als "Schrumpfkopf" wieder auftauchten. In meinem Arbeitszimmer habe ich einen Schrumpfkopf aufgehängt. Muss allerdings gestehen, es handelt sich lediglich um eine Imitation aus Ziegenhaut. Und das ist auch gut so.
Mit glänzenden Augen schilderte mir kürzlich eine Touristin ihren abenteuerlichen Besuch bei den "halbnackten Wilden" in ihren primitiven Urwaldbehausungen, die fassungslos die Funktionen von Handy, Feuerzeug und Kugelschreiber bestaunten. Ich verzichtete darauf, der guten Frau die Illusion zu nehmen und ihr zu erklären, dass die vermeintlichen ,,halbnackten Wilden" nach dem Rückzug der mit Fotoapparaten und Videokameras bewaffneten Invasionstruppen ihre gut eingerichteten Bungalows aufsuchen und in Jeans und T-Shirt mit einem Bier aus dem Kühlschrank per Satellit das abendliche Fernsehprogramm genießen.
Als inzwischen pensionierter, aber immer noch Fernwehgeplagter "Grufti", besuche ich gemeinsam mit meiner Frau nach Möglichkeit auf dem Land oder Wasserweg die letzten Paradiese auf unserem (noch) schönen Planeten. Ist eine Flugreise unumgänglich, buchen wir, sofern möglich, eine Airline aus dem Land, das wir individuell bereisen wollen. Die herzlichen Kontakte mit einheimischen Passagieren, die uns immer wieder wertvolle Ratschläge betreffend Transport, Unterkunft und Verpflegung abseits·des Massentourismus in ihrem Heimatland vermitteln, sind unbezahlbar. Der geneigte Leser verzeihe mir, dass ich die Länder und die Orte unserer persönlichen Paradiese nicht verrate.
Gruß
Pesche -
Hallo Pesche,
danke für Deinen Beitrag! Zu Venezuela kann ich nur zustimmen, wir waren zum ersten Mal 1999 dort und fanden das Land faszinierend. In den letzten Jahren zieht es uns auf die Isla Margarita, allerdings individuell und ohne AI.
Gruß Elke -
Hallo Pesche,
wie schön, im HC mal einen gleich olden Gruftie zu treffen. Meinem Mann und mir geht es genau so wie Dir, wir träumen von den tollen, fast unberührten Landschaften, die wir einst - lang lang ist´s her... - bereisen konnten. Wir haben hin und wieder "Nostalgie-Reisen" unternommen, doch die waren leider meist recht enttäuschend, folglich suchen wir uns jetzt lieber ganz neue Ziele, so lange wir noch so einigermaßen krabbeln können.
Ich habe schon einige Male überlegt, ob HC nicht irgendwo ein winziges Eckchen anlegen könnte "So reisten wir damals", denn ich habe jetzt schon öfter erlebt, dass Hoteliers, Kurdirektoren etc. ganz gierig auf meine Uralt-Fotos und Schwarzweiß-Normal8-Filme waren.
Meine erste Reise nach dem Krieg (1947) mit meinem Vater in die Ramsau z.B. zeigt auf den Fotos architektonische Besonderheiten an einem Hotel, das der Denkmalschutz dringend zur Restaurierung benötigte. Inzwischen fand ich auch von 1948 einen Film. der die Menschen im Dorf zeigt. Es gibt Filme von Bagur (Costa Brava) oder La Escala, wie sie vor gut 30 Jahren aussahen, uder ich habe Fotos von der Costa Smeralda, als dort nur ein primitives Studentencamp stand (so um 1958) oder Filme einer Fahrt nach Lappland (1964) mit Linksverkehr auf unbefestigten Strassen usw.usw.
Mein Mann war wie Du viel dienstlich in den Tropen unterwegs, das ist auch spannend und vieles schon heute Historie.Was meinst Du? Sollten wir mal eine offizielle Anfrage starten? Vielleicht melden sich ja noch mehr Oldies und Grufties.
Herzlichen Gruss Dagmar
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@ Pesche:
Du hast in sehr vielem recht. So wie ich die Länder (Argentinien, Chile, Peru und Bolivien) vor über 30 Jahren das erstemal kennenlernen konnte; ich arbeitete damals bei der GTZ; zeigten sich mir die gleichen Länder bei den letzten Besuchen in den letzten zwei/drei Jahren völlig anders.
Aber die Zeiten haben sich halt geändert und gerade Peru mit Bolivien machen riesige Fortschritte hin zu "Schwellenländer" die immer stärker darauf aufbauen, was ihnen wirtschaftlich am besten nützt. Tourismus.
Aber der Touri von heute möchte auch "Qualität", Bequemlichkeit vor allem billiges Preisniveau in seinem Urlaub haben. Das geht noch in den Andenländern, wird sich aber relativ schnell ändern.
In den südlicheren Gebieten ob nun Chile oder Argentinien lässt der Tourismus im Vergleich dazu spürbar nach. Ein Urlaub dort ist wesentlich teurer, die infrastrukturellen Voraussetzungen noch nicht so optimal und die Anreise von Europa dauert ewig. Das schreckt den normalen Touristen nun mal ab. Zumal eine Sprachbarriere dazu kommt und derjenige mehr oder minder völlig hilflos ist, der nicht spanisch spricht. Vielleicht hängen auch die diametral verschobenen Jahreszeiten damit zusammen. Im europäischen Sommer verreist man evtl. lieber und unser Sommer erlaubt immer noch eine Reise nach Venezuela gar noch nach Peru und Bolivien. Chile und Argentinien kannste zu dieser Zeit ausschließen, es sei denn die Touris reisen mit Schlitten oder Skier an.
Ich tu´mich auch sehr sehr hart, wenn ich die damaligen Zeiten wieder aufrufe und das damalige mit dem heutigen vergleiche. Ich kanns noch. Nur ob es wirklich den heute Reisenden interessiert wie es vor dreißig, vierzig Jahren ausgesehen hat? Ich glaube eher nein. Leider!
fio -
@Dagmar & fio
Danke für die Feedbacks. Ich schreibe hin und wieder, wenn es mich überkommt, aus dem holen Bauch einen Beitrag oder eine Antwort in ein HC-Forum. Manchmal etwas spöttisch und sarkastisch formuliert. Ich stimme fio zu: Heutige Reisende interessiert es nicht sonderlich, wie es vor zig-Jahren in ihrem Urlaubsland und in ihrer Urlaubsdestination ausgesehen hat. Leider oder zum Glück, je nach Auffassung, können wir das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Manchmal kann ich mir jedoch ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich sehe, was heute alles in tropischen Breitengraden möglich ist. Dazu folgende kleine Episode, vor nicht allzu langer Zeit irgendwo in Südamerika erlebt:
Ich sitze in einem Schaukelstuhl auf der schattigen Veranda eines Tabakbauern, genieße den offerierten 10-jährigen Rum und die feine handgedrehte Zigarre und diskutiere mit dem Bauer über Gott und die Welt. Das Thermometer zeigt 35 Grad im Schatten an. Plötzlich hören wir ein Schnauben. Eine Gruppe schweißtriefender Biker radelt auf der staubigen Strasse vorbei. Die teuren, in allen Farben leuchtenden Sportdesignerklamotten, die Formel 1 Helme und Brillen und die Hightech-Bikes verraten es, das sind nicht Einheimische, sondern aktive Touristen. Mein Tabakbauer schaut der Gruppe belustigt nach und murmelt zwischen zwei Zügen an seiner Zigarre -- sinngemäß aus dem spanischen übersetzt: ,,nur Esel und Weiße gehen in der Sonne!" -- was mich zu der etwas despektierlichen Bemerkung verleitet: "ein Esel ist zu intelligent um freiwillig in der Sonne zu gehen!".
Bei Dschungel- und Urwald-Bikern, die diese Zeilen empört zur Kenntnis nehmen, möchte ich mich in aller Form entschuldigen. So, jetzt aber ab ins “Körbchen”, sonst erhalte ich wieder den Vorwurf: Um diese Zeit sitzt man nicht mehr vor dem PC und tummelt sich schon gar nicht im Internet sondern man ist im Bett und schläft. Sorry, aber ein Schlummertrunk liegt noch drin!
Gruß
Pesche -
Hallo zusammen,
bin mit meinen 30 Jahren wohl etwas jünger wie ihr, aber dennoch finde ich es Schade, das in den oben genannten Ländern der kommerzielle Tourismus leider so einen großen Zufluss hat. Ich selber war vor 2 Jahren in Mexiko und hatte dort das Glück, das wir kurz vor der Fussball WM dort waren. Jeder vor Ort konnte mir bestätigen, das man die Ruinen in Chichen Itza etc. mit so wenigen Leuten schon seit Jahren nicht mehr besichtigen konnte. Wenn ich mich nicht täusche, dann waren vor Ort nur 4 Busse. An normalen Tagen sind es weit über 50 auf einmal. Da es meine erste Reise dieser Art war (eine organisierte Rundreise) kam der Komfort natürlich nicht zu kurz. Aber das wird sich nächstes Jahr ändern, wenn wir zu einer eher alternativen Rundreise durch Peru aufbrechen. Das in Machu Pichu die Hölle los sein wird, befürchte ich auch, aber trotzdem möchte ich mir dieses Erlebnis nicht nehmen lassen. Ich hoffe einfach, das Mitte Februar dort nicht so viel los ist und lasse mich dann einfach überraschen.
Da mich Süd- und Mittelamerika seit obiger Reise sehr fasziniert, werde ich auch im Laufe des nächsten Jahres einen Spanischkurs beginnen, damit man auch mit der Bevölkerung in Kontakt treten kann. Erst dann lässt sich so ein Land richtig erleben.
Gruß
AEVFranke -
Kannst du deine "alternative Rundreise" durch Peru etwas näher erläutern?
Bin deshalb interessiert, weil ich 2004 eine selbst zusammengestellte Rundreise unternommen habe. Ich würd´s nie mehr so machen. Probleme gab es sowohl bei den (fest gebuchten) Hotels, bei der Zugfahrt von Puno nach Cuzco vor allem aber bei den ebenfalls von zu Hause aus fest gebuchten Inlandsflügen.
Vergleiche ich diese Reise mit derjenigen die ich vor 10 Jahren in Peru, allerdings durchgeführt mit "IKARUS" gemacht habe, weiß ich welche für mich besser, weniger nervenzereibender und letztendlich auch günstiger war.
fio -
Mach ich gerne. Habe meine Reise über xxxxxxxxxxxx gebucht. Dieser Veranstalter setzt auch auf die Zusammenarbeit mit der Einheimischen Bevölkerung. Unter anderem ist man am Anfang und am Ende der Reise bei einer Künstler Kooperative untergebracht. Auch der Ausflug in den Dschungel wird in einer Lodge vorgenommen, deren Einnahmen einem Dorf zugute kommen. Denke mal, das das auch eine gute Alternative zu den großen Reiseanbietern ist. Und durch die recht kleine Gruppengröße von max. 12 Personen ist man auch etwas flexibler, wenn es um evtl. kurzfristige Änderungen oder um zusätzliche Erkundungen geht. Die Reise an sich ist nicht billig (3140,- € für 23 Tage) aber wesentlich entspannter als wenn man die gleichen Ziele bei TUI etc in 9 - 12 Tagen bereist.
Ist kein Veranstalter, sondern nur ein Vermittler - und für die erlauben wir hier gem. der Verhaltensregeln keine Werbung.
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3.140.-€ für 23 Tage ist m. E. überhaupt nicht teuer. Kommt natürlich drauf an, was alles im Preis inclusive ist.
1997 kosteten mir 12 Tage Peru schon über 4800.-DM. Teilweise nur ÜF. Im Gegensatz dazu kam mir meine selbst zusammengestelle "Rundreise" 2004 schon auf über 4.000.-€ für 18 Tage. Allerdings sind darin auch die Zusatzkosten enthalten, die mir entstanden sind durch Zuzahlungen für Flüge, Hotels und versch. Führer.
fio -
Also im Preis inbegriffen ist natürlich der Flug, die Übernachtungen sowie jeden Tag das Frühstück. Auch sind die gesamten Eintrittspreise für u.a. das Goldmuseum in Lima, den Flug über die Nascalinien, der Eintritt für Machu Pichu etc. enthalten. Denke auch, das das Preis - Leistungsverhältnis angemessen ist.
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Wie toll, dass es sie noch gibt, die eingefleischten Anti-Touristen, denen es in der heutigen Zeit noch möglich ist, die entlegensten Winkel der Welt und "natürlichen Paradiese" und wer-weiß-was für unberührte Gegenden zu besuchen. Und das alles, ohne sich als Tourist fühlen zu müssen. Aber was ist schon ein Tourist im Sinne des Wortes, ist das nicht einfach jemand, der "auf Tour" ist? Ich wundere mich schon gar nicht mehr über solche Schreiber, wir mir ab und zu nur mal schlecht...
Schreibt doch ein Buch, das man sich kaufen kann, wenn man dieses Geschwafel lesen möchte, aber beschränkt euch in einem Forum wie diesen doch einfach mal auf Tatsachen und nützliche Tips. Dieses Gejammere über den Pauschaltourismus ist bald unerträglich.
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Hallo, KarlheinzK
Kaum im HC und schon so giftig tz tz tz!
Warte es nur ab -- die Zeit, wo auch DU auf bessere (Reise)Zeiten zurückblicken wirst, kommt schneller als Du denkst!
Und außerdem gab es doch bei den Antworten durchaus nützliche Tipps. Also was soll das hässliche Geschimpfe? Schade.
Ohne LG Dagmar
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@ Dagmar
Danke für den völlig richtigen Beitrag. Meines Erachtens spielt halt bei vielen entweder der Neidfaktor ganz allgemein (leider) eine Rolle oder eben die Tatsache, dass man noch nicht in diesem oder jenem Land war. Letzteres könnte man auch als "Gnade der späten Geburt" interpretieren.
LG fio -
fio wrote:
@ Dagmar
Danke für den völlig richtigen Beitrag. Meines Erachtens spielt halt bei vielen entweder der Neidfaktor ganz allgemein (leider) eine Rolle oder eben die Tatsache, dass man noch nicht in diesem oder jenem Land war. Letzteres könnte man auch als "Gnade der späten Geburt" interpretieren.
LG fioDas ist wahr, ich bin ja so neidisch auf diejenigen, die auch schon überall dort waren, wo ich trotz meiner gnädigen späten Geburt schon gewesen bzw. noch immer bin, aber nicht auf diese Tatsache an sich, sondern auf deren Naivität und Prahlerei, die angeblich besseren "Besucher" zu sein, denn Touristen wollen die sich ja nicht bezeichnen lassen, weil das per se negativ ist. Das sind immer die anderen, die auch noch die Unverschämtheit besitzen, ein Land als Tourist zu bereisen und sich auch noch als solcher bezeichnen lassen... na ja, die muss man eben "mitleidig belächeln". Wer wirklich ein Land "nicht als Tourist" bereist, müsste eigentlich Geschäftsreisender sein, oder gibt es da noch etwas anderes? Gibt es dafür auch ein Forum? Der wirkliche Antitourist beglückt seine Umwelt nicht mit ausführlichen Schilderungen seines Verhaltens, denn dann könnte ja noch mehr auf die Idee kommen und verderben dann diese Einzigartigkeit... also, cool bleiben und reisen wohin und WIE man will.
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Tja, was soll man nun zu Karlheinz sagen, der bei aktuell 2 von 3 Beiträgen stänkert?
Anscheinend hat da jemand ganz und gar den Sinn dieses Treads verfehlt. Ich glaube das es keinem darum geht, nicht als Tourist bezeichnet zu werden. Eher geht es darum, das heutzutage leider sehr viele Sehenswürdigkeiten extrem vermarktet und überlaufen sind und ruhige und beschauliche Ziele leider immer weniger werden. Dank neuen Fortbewegungsmitteln und dem steigendem Konsum wird das leider nicht mehr einzudämmen sein, sondern sich eher noch ausweiten.
Orte, die man vor Jahren noch recht beschaulich und teilweise fast alleine erkunden konnte, sind heutzutage meist überlaufen und touristisch verunstaltet dank irgendwelchen Buden etc.
Um Peru mal als Beispiel anzuführen: Aktuell machen dort ca 5 Mio. Touristen über das ganze Jahr verteilt Urlaub und so gut wie alle möchten sich Macchu Picchu ansehen. Verständlich. Aktuell gibt der Ort Aquas Calientes auch nicht mehr her, da er bereits in der Hochsaison voll besetzt ist. Aber es werden aktuell neue Hotels etc. in Auftrag gegeben, um noch mehr Touristen diesen Ort zugänglich zu machen. Wenn man in 10 Jahren dort hinfährt, befürchte ich das die Natur nur noch eine untergeornete Stelle einnimmt und man sich vollkommen auf die Touristen einstellen wird, was sich meistens auch auf die Musik, das Essen etc auswirkt. Den Flair von "damals" wird es dann leider einfach nicht mehr geben. Und genau das wollte man mit diesem Tread hier ansprechen. -
AEVFranke wrote:
Tja, was soll man nun zu Karlheinz sagen, der bei aktuell 2 von 3 Beiträgen stänkert?Den Flair von "damals" wird es dann leider einfach nicht mehr geben. Und genau das wollte man mit diesem Tread hier ansprechen.
Sorry, wusste nicht dass für kritische Anmerkungen eine Mindestanzahl von Beiträgen erforderlich ist. Werde mich bessern. Vielleicht.
Wenn es also nur um "den Flair von damals" geht, dann kann man sich auch mit dem mitleidigen Lächeln für Touristen zurückhalten. Früher war eben in dieser Hinsicht alles besser und schöner. Und einen großen Vorteil gab es früher auch noch: man musste nicht immer über "früher" sprechen.
Herzliche Grüße an alle Antitouristen und solche, die sich gerne dafür halten. Wozu eigentlich? Antwort unnütz, bin einfach nicht lernfähig.
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Hallo zusammen
Erstaunlich, es gibt immer wieder “Spezies” wie unseren Karlheinz, der sich nach rund einem halben Jahr in einen Thread einklinkt, akribisch einen Erlebnisbericht analysiert und dann genüsslich dem Verfasser unterschiebt -- er sei ein eingefleischter Anti-Tourist. Nun, ob da ein Quäntchen Neid mitspielt oder andere Beweggründe, kann ich nicht beurteilen, ist mir auch völlig egal. Nur noch dies:
Karlheinz schreibt: „Wer wirklich ein Land "nicht als Tourist" bereist, müsste eigentlich Geschäftsreisender sein ....“
Da hat er Recht, unser guter Karlheinz. In Ländern, die ich geschäftlich bereiste und z.T. während mehreren Monaten mit Einheimischen Fachkräften mitgeholfen habe eine Infrastruktur in der Stromversorgung aufzubauen, habe ich mich in der Tat nie als „Tourist“ gefühlt, eher als „Fremdarbeiter!„ Ganz im Gegensatz zu Reisen in faszinierende fremde Länder, die ich, wie viele andere auch als „Touri“ und das ganz im Sinne des Wortes bereiste. Und dass ich Massendestinationen meide und die heute rund um die Kugel hingeklotzten AI-Hotelkomplexe, abgeschirmt von der einheimischen Bevölkerung „eher mehr weniger mag!“ ist eine Tatsache, die ich nicht verschweigen will. Auch wenn Karlheinz jetzt voller Inbrust ausruft: „Sag ich doch -- ein eingefleischter Anti-Tourist!“

Mit diesen Präzisierungen klinke ich mich endgültig aus diesem Thread aus. Ein in die Länge gezogenes „Geplänkel“ ist nicht so mein Ding und wünsche allen eine schöne erfolgreiche Woche und erlebnisreiche „Touri“ Ferien im 2008 und weiteren Jahren.
Gruß
Pesche -
@Pesche
Wollte eigentlich auf den Blödsinn von "Karlheinz" gar nicht mehr eingehen. Doch deinem Argument, dass es neben Touristen auch noch Geschäftsreisende gibt, möchte ich meines noch dazusetzen. Es gibt auch noch die "Spezies" die für die GTZ arbeiten. Mal schauen ob damit "Karlheinz" etwas damit anfangen kann.
fio -
Interessanter Thread! Ich stimme sachlich mit Pesche und einigen anderen überein: Es ist nicht mehr so, wie es mal war mit der Reiserei, aber das gilt nicht nur für Südamerika, sondern auch zum Beispiel für die meisten populären europäischen Destinationen. Der Wunsch der Menschen nach einem (vermeintlich) besseren Leben ist der Hauptgrund für diese ganz massiven Strukturveränderungen in den Urlaubsgebieten der Welt. Das muß man mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis nehmen, Einerseits ist der Lebensstandard der Einheimischen besser geworden, andererseits ist leider, leider ein Großteil der Authentizität verloren gegangen.
Dieses Forum ist für jeden da, der sich hier anständig benimmt. Auch wenn sich hier weit überwiegend Pauschalurlauber tummeln, gibt es seitens der Forumsleitung und der Admins keinerlei Restriktionen für Individualtouristen, sich hier in diesem Forum zu artikulieren. Ich weiß das definitiv, denn ich habe selber hier ein paar Jahre als Amin mitgemischt.
Insoweit wird es auch niemals den erhobenen Zeigefinger oder gar irgendwelche Maulkörbe oder ähnliches geben. Wenn in der Vergangenheit Mißstimmungen aufkamen, kamen sie ausschließlich von pauschalreisenden Mitusern, die sich völlig unnötig durch irgendwelche Schilderungen von Individualreisenden provoziert fühlten.Wir (bin auch Individualtourist) sollten uns von solchen Querschüssen nicht sonderlich beeindrucken lassen. Daß da nicht noch viel mehr "Protest" kam,
ist wahrscheinlich dem Umstand zuzusprechen, daß Pauschalurlauber nicht so oft in das Südamerika-Forum reinschauen. Südamerika ist, bis auf die Ausnahme Venezuela, immer noch eine Individualreise-Domäne. Hoffentlich... nee, das sage ich jetzt lieber nicht, sonst gibt es schon wieder Zoff!