Brockhaus und die Pauschalreise - Vergleiche erlaubt?
-
Nun ist es aus mit der Brockhaus-Enzyklopädie.
Nach 200 Jahren nimmt Brockhaus das gedruckte Werk aus dem Angebot.
Bietet ab April nur noch eine Online-Ausgabe zur kostenfreien Einsicht.Der Autor meint, daß in der Tat diese Entscheidung für Menschen bedauerlich ist, die Bücher lieben oder keinen Zugang zum Internet haben. Ehrenwert mag diese Gruppe sein, aber vor allem klein ist sie. Sie ist entweder technisch vom Netz abgeschnitten oder nimmt Informationen bevorzugt über Papier statt per Bildschirm auf. Eine sich rasant verändernde und immer neu lernende Gesellschaft schließt eine Gruppe, die nicht mehr mithalten will, sehr brutal einfach aus und entzieht ihr schlicht das Angebot.
Im weiteren Verlauf des äußerst interessant geschriebenen Artikels
werden Lexikon-Verlage mit der Tourismus-Industrie verglichen,
deren Verhaltensmuster Ähnlichkeiten aufweisen würden.Aber lest mal selber in der Welt online "Das Ende einer Legende" >hier klicken<
Ein wenig "Licht am Ende des Tunnels" erblickt man im Resümee:
"Wenn das letzte Lexikon verkauft ist und man ermüdet vom flimmernden Wikipedia ist, ensteht vielleicht eine neue Sehnsucht nach Konservierung in Papier. Wer weiß, ob das Lexikon wirklich am Ende ist."
-
Ich finds auch schade, aber es ist doch ein riesiger Unterschied zwischen der Tourismusindustrie und einem Lexikon:
Bis ein Lexikon, daß man ja für Jahre nutzen will, fertig ist, alle Daten gesammelt wurden, auf Reihe gebracht wurden, auf dem Markt ist, ist es doch schon wieder veraltet, zuviel neues passiert jeden Tag.
Reiseangebote stehen ob mit oder ohne Netz für ein halbes Jahr fest.
-
@eslipart
Diese langen Wege und fehlende (Preis-) Aktualität bei den Katalogen
wird ja gerade auch von den Reiseveranstaltern selbst in letzter Zeit
bemängelt. Brockhaus musste gegenüber Wikipedia kapitulieren, gegen aktuelle, ausführliche und vernetzte Informationen ... -
Nun, ich sehe nicht, dass die Pauschalreise umsatzmäßig gegen Null tendiert. Und natürlich kann man Pauschalreisen auch im Internet buchen, etwa bei HC.
Die Pauschalreise wird überleben, weil sie eben auch sehr bequem für den Verbraucher ist. Und der Markt wird entscheiden.Gruß
Manfred
-
Der Zusammenhang zwischen einem Lexikon und einer Reise erschließt sich mir jetzt nicht unmittelbar
und das auch nicht wenn ich (was ich durchaus fertigbringe) Analogien bilde.Ein gutes, sauber recherchiertes und wissenschaftlich fundiertes Lexikon wird sich auch auf längere Sicht am Markt halten können, ob online oder gedruckt ist hierbei egal - es ist ein großer Fehler kritiklos alles zu glauben was in Wikipedia verbreitet wird. :? :?
-
Da haste wahr, santamarinello! Zumal wikipedia und auch google durchaus Zensur nachgesagt wird. Denen traue ich kaum über den Weg.
Gruß
Manfred
-
bei allem respekt, aber dieser vergleich ist wohl doch etwas weit hergeholt.kennt jemand den unterschied zwischen einem postauto und einem fahrrad? es gibt keinen, sie haben beide kein kellerfenster.

-
Die Frage war: Sind Vergleiche erlaubt?
Und das das nicht so abwegig ist, erläuterte der Autor im Vergleich
zwischen dem jetzt vom Markt verschwindenden Nachschlagewerk
und dem Verhalten in der Reiseindustrie-Branche."Die Reaktion etablierter Firmen auf Angreifer
aus dem Internet läuft oft nach gleichem Muster:Verdrängen, degradieren und schließlich aufgeben.
Die Tourismusindustrie hat es vorgemacht, als sie
die Pauschalreise verteidigte, als schon die halbe
Welt im Internet buchte."Insofern zurück zur Frage.
-
wenn sich aber nur das buchungsverhalten ändert, ist das noch lange nicht das ende der pauschalreise, wenn das lexikon nur noch online erscheint ebenso nicht das ende des lexikons selbst
-
aus "kulanz" gebe ich dir teilweise recht, wobei das zuletzt angesprochene ein anderes thema ist! der trend zum netz ist in allen lebensbereichen ungebrochen und die hoffnung auf umkehr wohl eher wunschdenken, wenn ich dich hoffe ich, richtig interpretiere, gehen wir da wohl konform. mir wäre es anders lieber.
-
Die Tourismusbranche hat garnix vorgemacht. Das Internet dient in vielen Sparten als ernsthafte Konkurrenz zu den herkömmlichen Vertriebswegen. Und natürlich gilt das AUCH für die Tourismusbranche.
Was das jedoch mit der "Pauschalreise" an sich zu tun hat, weiß ich nicht. Ich kann eine Pauschalreise im Internet kaufen oder im Reisebüro, ich kann im Internet auf verschiedene Reisebausteine klicken oder mit diese Bausteine im RB "verklickern" (
) lassen.Eine Vollausgabe des Brockhaus mit Lederrücken, Goldschnitt und edlem Druck ist eine geile Sache. Mein Herz hüpft jedes Mal höher, wenn ich einen Band in der Hand hab. Das kann ich von einem Reisebüro-Besuch leider nicht behaupten. Von einer Wikipedia-Recherche auch nicht.
-
Mit dem Brockhaus gebe ich Dir absolut Recht, aber Wikipedia ist manchmal auch ganz schön clever und informativ. Man muss dort nur immer etwas unter Vorbehalt lesen, wie auch manchmal hier im Forum.
Das mit dem Reisebüro kann ich so nicht bestätigen. Man braucht halt ein vernünftiges und eher kleines unabhängiges mit einem kompetenten Inhaber. Dem teile ich einfach vorab telefonisch oder per mail meine im Net gründlich recherchierten Vorstellungen und auch die ca. Preise mit, und er bucht es dann einfach ein. Vorteil, er macht ohne grossen Aufwand ein wenig Umsatz und ich habe einen konkreten Ansprechpartner.
-
Eine Brockhaus-Enzyklopädie mit ihren Informationen und eine Reise sind Endprodukte.
Für den Erhalt des Produkts "Information" aus einer Brockhaus-Enzyklopädie muss ich Geld bezahlen.
Für den Erhalt des Produkts "Information" aus z.B. Wikipedia muss ich kein Geld zahlen.Für den Erhalt des Produkts "Reise", gebucht in einem Reisebüro, muss ich Geld zahlen.
Für den Erhalt des Produkts "Reise", gebucht im Internet, muss ich auch Geld zahlen.Ergo: Der Vergleich über den Erhalt von käuflichen Produkten (Lexikon/Pauschalreise) ist wirklich von dem Welt-Autor etwas unglücklich gewählt.
P.S.:
Wenn nun Brockhaus den Druck seiner Enzyklopädie einstellt, würde ich als Wikipedia-Betreiber eine Gebühr pro abgerufene Information erheben. -
bernhard707 wrote:
Mit dem Brockhaus gebe ich Dir absolut Recht, aber Wikipedia ist manchmal auch ganz schön clever und informativ. Man muss dort nur immer etwas unter Vorbehalt lesen, wie auch manchmal hier im Forum.Ich nutze Wikipedia regelmäßig und hab auch bereits Beiträge verfasst oder ergänzt. Nur hüpft mein Herz dabei nicht so, wie wenn ich einen Brockhaus-Band in der Hand halte.
-
privacy wrote:
Die Tourismusindustrie hat es vorgemacht, als sie
die Pauschalreise verteidigte, als schon die halbe
Welt im Internet buchte."Ich habe den Artikel am Sonntag in der WAMS auch gelesen und muss sagen, dass dieser Vergleich nicht nur unglücklich/unbrauchbar gewählt wurde, sondern auch schlichtweg falsch recherchiert ist.
Das zementiert mal wieder die Aussage, dass Springer Veröffentlichungen regelmäßig doch im trivialen Bereich anzusiedeln sind.- Bucht nicht die halbe Welt im Internet ( beiweitem nicht! )
- Klingt es so, als hätte die Tourismusindustrie die Pauschalreise aufgegeben. Das ist nicht der Fall! Die Pauschalreise ist nicht grundlos immer noch das am häufigsten gebuchte Produkt der Deutschen Urlauber. Ohne die Pauschalreise würden gefühlte 90% aller deutschen Veranstalter den Laden innerhalb von ´ner Woche zumachen ( darunter auch alle bekanten Größen wie TUI, Thomas Cook und Co. )
Unabhängig davon versucht sich natürlich jeder weiterzuentwickeln und neue Umsatzpotenzialle, z.B. im Bausteinbereich oder mit Dynamic Packaging ( wobei ich das ja auch eher für eine verkappte Pauschalreise halte ) zu erschließen. Wirtschaft entwickelt sich nunmal stets weiter.
Aber die Pauschalreise bleibt auf lange Jahre das "Brot und Butter"-Geschäft in der deutschen Touristik, da macht euch mal keine Sorgen.
Viele Grüße!