Da sind ja schon eine Menge Beiträge zusammen gekommen und es ist interessant zu sehen, wie verschieden doch die Bedürfnisse des Einzelnen sind. Nachdem dieses Thema ja von mir eröffnet wurde, möchte ich die aufgeworfenen Fragen auch selbst beantworten.
Nach meiner letzten Pauschalreise an der türkischen Riviera im Jahre 1998 habe ich mich von dieser Reiseform verabschiedet. Oft kam ich genervter aus dem Urlaub zurück als beim Abflug.
Unser heutiges Hauptreiseziel ist seit einigen Jahren Griechenland. Damals habe ich meine Liebe zu diesem Land entdeckt und mein Mann, der eher auch ein Reisemuffel ist, teilt heute diese Leidenschaft mit mir ( ein bisschen jedenfalls
) Fernreisen sind bisher aus unserem Programm gefallen, da wir beide das Fliegen nicht sonderlich lieben.
Für uns bedeutet Erholung heute: Abschalten, Ruhe genießen, sich treiben zu lassen. Wir halten uns nie 3 Wochen an einem Ort auf, sondern reisen in dieser Zeit von Insel zu Insel oder Ort zu Ort und lernen so verschiedene Regionen des Landes kennen. Diese Beweglichkeit ist für uns unverzichtbar. Da wir stark frequentierte Ziele meiden, sind unsere Urlaubsorte oft nur unter „erschwerten Bedingungen“ zu erreichen. Eine Anfahrt kann- wie in diesem Jahr, schon mal 30 Stunden dauern. Nachdem wir unsere „Hartschale“ gegen zwei praktische Trekkingrucksäcke eingetauscht haben ist auch das kein Problem mehr.
Wir sind beide beruflich ziemlich eingespannt und suchen deshalb im Urlaub den absoluten Gegenpol zum Alltag. Wir verzichten ganz bewusst auf den sonst vorhandenen Komfort. Wir meiden Hotelketten oder große Hotels, buchen grundsätzlich keine Verpflegung, brauchen keine Shoppingmeilen und bewegen uns meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem genießen wir immer wieder die TV-freie Zeit, jedoch wurde in diesem Jahr aufgrund der WM eine Ausnahme gemacht.
Wir bevorzugen kleine Pensionen, gehen morgens für frische Brötchen zum Dorfbäcker um dann gemütlich auf unserer Terrasse zu frühstücken. Wir bummeln durch die Gässchen der Ortschaften, suchen uns einsame Strände, halten Siesta, lesen viel, fahren mit dem Mofa durch die Gegend und sitzen abends in den gemütlichen Tavernen am Wasser und diskutieren über Gott und die Welt. Immer wieder interessant für uns ist dabei die Tatsache, wie schnell man sich dem Lebensrhythmus der Menschen dort anpasst. Und wahrscheinlich liegt für uns genau darin der Erholungsfaktor.
Ich habe nur zwei Ansprüche: Keine Kochtöpfe (die ich selbst füllen muss) und ein bestimmtes Maß an Sauberkeit.
Mag nicht jedermanns Geschmack sein und das ist auch gut so. So unterschiedlich wir sind, so verschieden sind eben auch unsere Wünsche, Ansprüche und Erwartungen.
Ansonsten unternehmen wir gerne Kurztrips in europäische Städte ( meine Favoriten: Budapest und Paris ) oder auch Regionen in Deutschland. Hier darf es dann auch mal ein schickes Hotel in der gehobenen Kategorie sein.
Grüße von Effi