Also, mal so viel. 1. Den Notausgängen widmet jeder Flugbegleiter vor Start und Landung besondere Aufmerksamkeit. Es geht u.a. um den oben beschriebenen Personenkreis und das (Nichtvorhandensein von) Gepäck etc. 2. Allein, dass jemand 80 Jahre alt ist rechtfertigt nicht, ihn/sie dort wegzusetzen. Und auch das Sprachargument zählt nur sehr bedingt, denn eine unmittelbare Gefahr erkenne ich auch, wenn weder Deutsch noch Englisch spreche. Der Öffnungsvorgang der Türen ist ja anhand von Bildern relativ deutlich erklärt. 3. Auch ein kräftiger, muskelbepackter Sport-, Englisch- und Deutschlehrer in der Blüte seines Lebens (Achtung! überspitzt!) könnte in einer Ausnahmesituation (um die geht es ja in Euren Betrachtungen) falsch oder gar nicht reagieren, man weiß es nicht. Und 4.: der Gesetzgeber verbietet nicht mal, dass die Notausgänge komplett unbesetzt bleiben.
Man unterscheidet hier dann letztlich auch zwischen unvorbereiteten und vorbereiteten Notsituationen, für die es wichtig wäre, bestimmte Personengruppen dort Sitzen zu haben. Bei vielen Flugzeugmustern der Kurz- und Mittelstrecke sind die Notausgänge bei Start und Landung nämlich nicht durch Flugbegleiter besetzt, das muss im Fall der Fälle bedeuten, dass derjenige, der dort sitzt ohne konkrete mündliche Anweisung handeln muss, allein aus der Situation heraus entscheiden. Im Falle einer vorbereiteten Notlandung oder gar Notwasserung (ja, auch das wäre denkbar) würden dann die Personen an den Ausgängen sowieso umfassend für differenzierte Aufgaben gebrieft und dazu befragt.
Macht Euch mal nicht zu viel Sorgen, über vernachlässigte Flugbegleiterpflichten – ohne, das man es merkt, wird hier schon Einiges abgefragt. Wenn aber im unwahrscheinlichen Falle (siehe oben) mal einer mit körperlicher Beeinträchtigung, die nicht als solche auf den ersten Blick erkenntlich ist, auf einem solchen Platz landet und dort bleibt, ohne, dass ein Flugbegleiter eingreift, dann darf man allerdings auch als aufmerksamer Mitreisender seine Bedenken zum Ausdruck bringen. Genau, wie im Falle unbekannter Gerüche, Geräusche oder optischer Eindrücke, denn auch Flugbegleiter und Piloten sind letztlich nur Menschen
.Wenn auch sehr gut ausgebildete.
In diesem Sinne: Travel safe!