Richtig, die Margen sind so gering.
Die Bahnen zahlen irgendwo um die 2-3-4 Prozent an Provision an ein Reisebüro.
Fahrkartenpreis € 30.-- --> Provision +/- € 1,20 ... Zeitaufwand für Verbindung suchen, buchen, Rechnung ausdrucken, Rechnung verwalten (nicht vergessen!): 15 Min? 30 Min? 1 Stunde?
Ein Reisebüro mit 2 Mitarbeitern hat, über den Daumen gerechnet, pro Stunde rund € 50.-- an Kosten zu decken (Kostenstand 1999, in Salzburg-Stadt, gerechnet bei einer 5-Tage-Woche/52 Wochen). Da ist noch kein Gewinn dabei, keine Risikoabdeckung des investierten Kapitals!
Die Theorie: na ja, auf ein weniger ertragreiches Geschäft folgt ja wieder ein ertragreiches
Die Praxis: ein weniger ertragreiches wird vom nächsten weniger ertragreichen gefolgt und kommt dann einmal ein ertragreiches, muss man auch entsprechend mehr Zeit und Geld investieren, dass dieses Geschäft auch zustande kommt und abgewickelt wird.
Außerdem glaube ich, wirtschaftlich betrachtet, sollte jedes Geschäft ein Geschäft werden. Vor allem kann man nicht auf Dauer Leistungen erbringen, die nicht kostendeckend sind. Auch die so genannte Umwegrentatibiltät rechnet sich nicht:
Service = Bahnkarte = gratis Beratung - ergibt: irgendwann eine tolle Buchung... Die Realtiät sieht anders aus: Service - Service - Service - kleines Geschäft - Service - Service - Service - vielleicht was Größeres... - Service...
Natürlich gibt es durchaus auch andere Unternehmensstrukturen. Aber ich denke, wir diskutieren hier über die Masse der ich-weiss-nicht 15.000 Reisebüros in Deutschland .
Schöne Grüße aus einem winterlich verschneiten Salzburger Land (zumindest gestern gab es Schnee bis in die Tallagen - wir schreiben fast Ende Mai...)
Peter