Fünfmal. Man kommt nicht fünfmal irgendwohin, wenn es einem dort nicht gefällt. Man kommt fünfmal, weil man sich erinnert. Man kommt fünfmal, weil man glaubt, dass es bleibt, wie es war. Es bleibt nicht immer. Der Gutschein Ein Gutschein ist kein Geschenk. Er ist ein Versprechen des Hotels, schriftlich, mit Bedingungen. Er sagt: Wenn du das tust, bekommst du das. Das ist der einzige Sinn, den ein Gutschein hat. Ohne Einlösbarkeit ist er Papier. Wir haben alle Bedingungen des Verzehrgutscheins erfüllt, die auf der Rückseite vermerkt waren. Was wir bekamen, war keine Ablehnung – zumindest nicht sofort. Was wir bekamen, waren gänzlich unterschiedliche Aussagen, je nach Kellner. Eine Meinung hier, eine andere dort, keine davon verbindlich. Erst NACH dem Essen wurde uns mitgeteilt: nicht einlösbar. Dabei ist die Idee an sich schön. Das Hotel freut sich, dass man wiederkommt. Ein Gutschein für das Abendessen, überreicht mit einem Lächeln, als kleines Dankeschön, als Geste der Wertschätzung: Wir sehen, dass Sie treu sind. Wir schätzen das. Man nimmt, man freut sich, man plant den Abend. Übrigens unser 20. Hochzeitstag… Was der Gutschein in diesem Moment wirklich ist: ein Marketinginstrument mit Verfallsdatum. Nicht das aufgedruckte – sondern das unausgesprochene. Das, das spätestens dann abläuft, wenn man ihn tatsächlich einlösen möchte. Denn dann ist plötzlich dieser Kellner nicht zuständig, und jener hat das noch nie so gehört, und am Ende – nach dem Essen, wohlgemerkt – stellt sich heraus: geht leider nicht. Ein Hotel, das Gutscheine verteilt und sie dann nicht akzeptiert, hat kein Gutschein-Problem, es hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Die Liege. Das Handtuch. „Reservierte Liegen werden nach 30 Minuten wieder freigegeben, wenn keiner sich auf ihnen aufhält.”, so wurde es uns mitgeteilt. Klingt verbindlich, ist es nicht. Es wird nicht umgesetzt. Wer morgens früh genug aufsteht, belegt alles – und niemand räumt etwas weg. Wer später (09:30 Uhr) kommt, steht. Den Strand kann man vergessen: Steine, wohin man tritt. Baden theoretisch möglich, praktisch nicht. Das war nicht immer so. Das Frühstück Draußen registriert, Platz auf der Aussenterrasse zugeteilt, alles super. Wer aber – wie es beim Frühstücksbuffet üblich ist – nach drinnen geht, um sich etwas zu holen, wird erneut kontrolliert. Nicht einmal, nicht freundlich, sondern wiederholt und im scharfen Ton: Sind Sie Gast des Hotels? Haben Sie sich registriert? Ja doch. Immer noch ja. Auch beim dritten Mal. Ich schleiche mich nicht ins Hotel, um am Frühstücksbuffet die Wurst zu klauen… Fünfzehn Minuten Schlange an der Eierstation, um am Ende doch das Falsche zu bekommen. Das sind alles keine Fehler. Es ist ein System, das an seinen eigenen Gästezahlen scheitert – zu Ostern, im Sommer, wenn das Haus voll ist. Es ist nicht das Unvermögen der Mitarbeiter. Das muss man klar sagen. Der Kellner, der den Gutschein ablehnt, hat eine Anweisung. Der Frühstücksservice, die jeden Gast mehrfach kontrolliert, folgt einem festgelegten Ablaufplan. Was nicht funktioniert, entscheidet das Management. Wie viele Gäste das Haus verkraftet - das Management. Ob ein Gutschein gilt, was er verspricht – das Management. Ob eine Regel auch durchgesetzt wird – das Management. Das Haus hat seit unserem letzten Besuch viele Dinge verändert. Leider die falschen. Aber: Das Gym bleibt das beste, das wir je in einem Hotel auf Bali hatten. Groß, gut ausgestattet, mit vielen und guten Kursen. Die Qualität des Essens ist nach wie vor ausgezeichnet. Und das Personal – trotz allem, trotz Überforderung und unklarer Anweisungen – war zumeist sehr herzlich
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