Das Hotel Venüs ist ein eher kleines und älteres Hotel in guter Lage direkt an der Promenade, die zum Strand führt. Wir hatten All Inclusive gebucht und freuten uns über die große Auswahl an den Buffets. Die Sauberkeit im Hotel war gut, nur im Zimmer ließ die Sauberkeit - merkwürdigerweise - mit der Zeit nach, trotz regelmäßiger Trinkgeldzahlungen. Der Service war vor allem im Restaurant sehr freundlich, auch wenn es einen Kellner gab, der durch permanent schlechte Laune auffiel. Hier nutzten auch Trinkgeldzahlungen nichts, ansonsten funktioniert das Trinkgeld-System recht gut. Zwar ein wenig traurig, dass ohne Trinkgeld wenig läuft, aber nun denn... Das Hotel war überwiegend von russischen Familien bewohnt, dazu Deutsche, Engländer und Skandinavier. Wer ins Venüs möchte, sollte sich das gut überlegen, wo er seine Prioritäten setzt. Essen und Service sind gut, aber die Lautstärke und die Zimmer allgemein lassen zu wünschen übrig. Also bei der Buchung gleich ein ruhiges (am besten im 3. Stock) und vor allem renoviertes Zimmer verlangen. Allerdings sollte man auch bedenken, dass man bei einem guten Preis auch nicht allzu dolle Dinge erwarten darf
Tja, das Zimmer, das große Manko. Die Größe unseres Familienzimmers war gut, das war es aber auch schon. Der Teppich wellig, die Badewanne zigfach übermalt mit abplatzendem Emaille, ungesicherte Abflüsse, ein wackliger Wasserkasten, zerrissener Duschvorhang, zerquetsche Mücken an der Decke, löchrige Laken ... Das Doppelbett bestand aus einer großen Matratze, für die auch nur eine große Decke vorgesehen ist. Allerdigns konnte man ganz gut liegen, auch wenn die brettharten Kopfkissen eher unbequem waren. Allerdings muss ich auch zugeben, dass wir uns nicht beschwerten, weil der Rest stimmte und wir die meiste Zeit eh draußen waren. Die Raumaufteilung war auch dumm, denn das Kinderbett stand direkt an der Zimmertür nach draußen, so dass man abends das Zimmer quasi nicht verlassen konnte. Dazu der Lärm vom Flur. Denn laut war es leider Gottes auch noch. An- und Abreisen finden im Venüs 24 Stunden lang statt an jedem Tag der Woche. So wurden wir nachts von kofferpackenden Nachbarn wachgehalten oder durch das Geräusch der rollenden Koffer auf dem Flur geweckt. Eine Mittagsruhe fand ebenfalls nicht statt, selbst die hoteleigenen Handwerker waren auch um 13 Uhr munter am Bohren und Hämmern. Auch das nächtliche Kehren des Innhofes mit einer lautstarken Kehrmaschine um 1 Uhr (!!!) haben wir zwei oder drei Mal erlebt. Zu Beginn unseres Aufenthaltes fand das Unterhaltungsprogramm noch in der Bar statt, die an den Innenhof angrenzt. Hier war die Musik teilweise so laut, dass die Scheiben klirrten - um 23 Uhr! An Kindersicherheit hat man keinen Gedaken verschwendet, Steckdosen in Fummelhöhe und offene Wasserschläuche sowie die offenen Abflüsse in Kinderfußgröße verleiten zu schlimmen Dingen.
Das Angebot an den Buffets war immer sehr groß. Frittiertes wie Pommes wurde stets frisch hergestellt und das frisch gebackene Pide mit ständig wechselnden Belägen war absolut Spitze. Auch die Salate waren immer frisch und knackig. Im Innenhof war der Grill aufgebaut, hier wurde jeden Abend frisch gegrillt. Allerdings - und das ging einem nach drei Wochen auf die Nerven - überwiegend Geflügel. Dazu gab es verschiedene Schmorgerichte (natürlich überwiegend Geflügel), Nudeln mit verschiedenen Soßen und diverse Beilagen. Selbst wenn es mal etwas anderes gab als Geflügel, schmeckte es nach Geflügel. Ein kleines Highlight war die gegrillte Forelle, die immer mittwochs auf dem Plan stand. Die Auswahl der Gerichte war schon eher türksich angehaucht, so "verlockten" auch Spezialtiäten wie Pansensuppe (Ja, DER Pansen...) oder Tahinisuppe (mit Sesam) zum Kosten regionaler Küche. In der Regel musste man zunächst in einer Schlange anstehen, um an das Essen zu kommen. Besonders am Grill musste man da schon mal zehn Minuten warten. Je später, um so kürzer die Wartezeiten. Allerdings konnte es dann auch passieren, dass bestimmte Leckereien "aus" waren - leider ersatzlos. Sensationell natürlich das mehr als umfangreiche Dessertbuffet mit Kuchen, Torten, Puddings und Baklava. Dazu frisches Obst. Leider gab es meist immer das selbe Obst. Und zum großen Bedauern vieler Kinder gab es kein Eis. Auch das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen, frischer Obstsalat, frisch gemachte Pfannkuchen, Spiegeleier und Rühreier. An einem Kontaktgrill konnte man sich Toasts überbacken. Dazu eine große Auswahl an frischem Brot inklusive Vollkornbrot. Geschmacklich sehr fragwürdig war eine Art Erdnusssoße auf dem Frühstücksbuffet, dafür scheckte die "Traubenmelasse" wie das gute deutsche Rübenkraut. Besonders lecker auf den Pfannkuchen! Leider gab es - abgesehen vom frisch gepressten Orangensaft für 2 Euro extra - keine echten Säfte, sondern nur wässriges und zuckersüßes Konzentrat. Unbedingt probieren sollte man den türkischen Tee aus dem Samowar.
Das Personal ist durchweg sehr freundlich und nett, vor allem unsere dreijährige Tochter konnte sich vor Liebkosungen durch die Kellner kaum retten. Das wurde ihr manchmal schon zu viel - "Ich will nicht immer gekniffen werden..." Es empfiehlt sich, immer im Bereich des selben Kellners zu sitzen, dessen Service man sich dann durch regelmäßiges Trinkgeld "erkaufen" kann. So bekommt man nach einiger Zeit einen reservierten Tisch, auf dem dann schon der Kinderstuhl und Getränke bereit stehen. Dumm nur, wenn dem Kellner ein anderer Bereich zugewiesen wird... Die Deutschkenntnisse des Personals waren ausreichend, bei dem einen besser, beim anderen schlechter. An der Rezeption nahm man Beschwerden freundlich auf, Machbares wurde prompt erledigt, unserer Bitte um einen kleinen Tritthocker für unsere Tochter im Badezimmer wurde zunächst zugesagt, nachdem sich aber nichts tat, fragten wir noch einmal nach und der junge Mann an der Rezeption meinte dann, man hätte da etwas anderes verstanden, Tritthocker gäbe es gar nicht. Aha... Ärgerlich auch, dass uns die Kaution für unseren Safe in Kleingeld zurückgegeben wurde, weil man - angeblich - keine Scheine habe. 10 Euro in 50, 20- und 10-Cent-Stücken. Unsere Putzfrau war sehr nett und vor allem in unsere Tochter total vernarrt. Doch mit der Zeit und voller werdendem Hotel ließ die Reinigungsqualität immer mehr nach, so sammelte sich hinter der Toilette und unter dem Waschtisch der Staub an. Einmal in der Woche gab es eine gründliche Reinigung mit einem sehr starken Chlorreiniger, das Zimmer musste danach immer sehr gründlich gelüftet werden, weil man sonst Kopfschmerzen bekam. Klimaanlage vorhanden, haben wir jedoch nicht gebraucht. Tamara, die Kinderbetreuerin, war sehr nett. Obwohl unsere Tochter mit drei Jahren eigentlich noch zu klein für die Betreuung war, durfte sie trotzdem immer mitmachen. Hauptsächlich wurde gemalt und gebastelt. Manko war, dass Tamara kein Wort Deutsch spricht, nur russisch und türkisch und wenige Brocken Englisch. Unsere Tochter hat das allerdings nicht gestört.
Der Transfer zum Flughafen dauerte ca. 1,5 Stunden, der Weg zum Strand über die (fast) autofreie Promenade ca. 10 Minuten in gemächlichem Tempo. Entlang der Promenade finden sich zahlreiche kleine Geschäfte, in denen man Souvenirs, Spielzeug und Textilien erwerben kann, auch drei Apotheken findet man auf diesem kurzen Stück. Dazu Schmuck und weiterer Kleinkram. Hier kann man schön bummeln, gerade abends machte das immer viel Spaß. Die Verkäufer sind überwiegend nett und wenig aufdringlich - das haben wir in der Türkei auch schon ganz anders erlebt. Das Preisniveau ist relativ günstig, das Eis ist an der Promenade erheblich günstiger als im Venüs. Und auch die Apotheken - übrigens gibt es hier echte Apotheker, die bei kleinen Wehwehchen beraten können - sind hier günstiger als zum Beispiel in Manavgat Die Promenade wird momentan umgestaltet, in Strandnähe wurden die Geschäfte alle abgerissen und eine große Rasenfläche angesät. Die Wege haben unter dem Bauverkehr sehr gelitten, das Pflaster ist teilweise kaputt und mit Stolperfallen übersät. Wer mit dem Dolmus unterwegs sein will, braucht nur zehn Minuten bis zum Kreisverkehr zu gehen, von hier verkehren die Kleinbusse in Richtung Side und Manavgat. Da Titreyengöl Endhaltestelle ist, kann man hier immer in einen leeren Bus einsteigen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Pool und auch der Strand waren ausreichend sauber - hier konnte man sich wohl fühlen. Das Wasser hatte eine gute Qualität und war im Meer glasklar. Leider fällt der Strand steil ab, nach nur wenigen Schritten ins Meer verliert man bereits den Grund - nichts für Kinder. Der Sand ist eher grobkörnig und mit Kieseln durchsetzt, Badeschuhe bei empfindlichen Füßen sind ratsam. Der Pool besteht aus einem langen Schwimmerbereich und einem Kinderbecken, dass durch eine niedrige Mauer abgteilt ist. Hier kann man gut sitzen und den Kindern zusehen. Leider ist die kleine Rusche nicht am Wasser angeschlossen - wie vorgesehen. Für echtes Rutschverngügen muss man also selber Wasser auf die Rutsche schaufeln. Die großen Rutschen am "Rutschenpool" im hinteren Bereich des Hotels sind nur für eine Stunde vor- und für eine Stunde nachmittags geöffnet. Das war ziemlich doof... An beiden Pools findet man Bars, an denen man sich mit kalten Getränken versorgen kann, am großen Pool gibt es auch ab 11 Uhr Snacks wie frisch gebratene Hamburger und Pide. Am Strand gibt es mittags ein kleines Buffet mit Salaten, Nudeln und zwei Gerichten zur Auswahl. In der Strandbar kann man wunderbar sitzen und den Blick aufs Meer genießen. Liegen standen überall in ausreichender Zahl zur Verfügung, am Strand allerdings wurde es teilweise schon recht eng. Ein abendliches Unterhaltungsprogramm gab es in der Bar oder im großen Theater am Rutschenpool, besonders beliebt hier die Minidisco.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 3 Wochen im Mai 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Elke |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 8 |


