Das Hotel ist vom äußeren Erscheinungsbild her kein monströses Hochhaus (was auf Djerba sowieso nie anzutreffen ist). Den Stil würde ich als modern mit Maghreb-Elementen bezeichnen. Durch die durchgehend grau-dunkelbeige Farbe wirkt es von innen jedoch etwas erdrückend. Etwa die Hälfte der Zimmer haben - mehr oder weniger - Meerblick, die andere Hälfte geht nach hinten aufs Land hinaus. Zwei Kritikpunkte sind hier gleich zu nennen: 1. Das Hotel ist nicht, ich wiederhole, nicht klimatisiert! Jedenfalls nur teilweise. Alle Speisesäle sowie die Lobby waren während meines Aufenthalts dadurch "gekühlt" worden, dass man die Türen aufgemacht und auf Luftzug gehofft hat. Das schuf bei Temperaturen von über 30 Grad nicht immer Abhilfe. Es gibt zwar auf den Zimmern eine Klimaanlage, diese wird jedoch zentral gesteuert und ist jeden Tag zwischen 8 und 14-15 Uhr (= zur heißesten Zeit des Tages) aus! Als wir uns hierüber beschwert hatten, wurde uns erklärt, dass man Strom sparen wolle und dass die Gäste zu der Zeit ja sowieso am Pool liegen würden. Auf unsere Bitte, wenigstens für die zwei Hitzetage (Temperatur 37-40 Grad) davon abzuweichen, hat man gesagt, da müsse man mit dem "Obermanagement" der RIU-Kette telefonieren, selbst könne man so eine Entscheidung nicht treffen. Im Übrigen sei das schließlich ja "überall so" (!?!). Ich kam mir wirklich vor wie beim Einwohneramt. Verändert wurde nichts. Meine Frau hat zwar als "Entschädigung" eine Massage geschenkt bekommen, allerdings auf Kosten unserer Reisegesellschaft und auf Betreiben des zuständigen Reiseleiters (vielen Dank an A. B. hier!). Das Hotel hatte offenbar kein Problem damit, dass Menschen auf dem Zimmer in den halbflüssigen Zustand wechselten. 2. Das Hotel ist so geformt, dass die Meerblickzimmer eine U-Form bilden. Die Abendanimation findet aber draußen statt, direkt innerhalb des "U". Man könnte sie zwar in eine großzügig ausgestattete Bar verlegen, aber - Sie haben's erraten - dann müsste man diese ja klimatisieren, denn auch abends war es heiß. Bewohner von Meerblickzimmern konnten daher immer wieder des Genusses teilhaftig werden, bis 23-23.30 Uhr grölenden betrunkenen Hotelgästen bei einem Karaokeabend oder ähnlichen lärmintensiven Veranstaltungen zuhören zu dürfen. Hier also zwei dicke Minuspunkte. Von der Gästestruktur war alles vertreten, auch keine französische Hegemonie festzustellen. Das Hotel war, soweit ersichtlich, nur All Inclusive. Handykosten sind horrend, aus dem Hotel kann man nach Deutschland aber ganz billig telefonieren. Wer Ausflüge machen möchte, kann die zwei-Tages-Tour in die Wüste und zum Nostalgiezug machen, die lohnt sich sehr (ca. 90 € p.P. inkl Übernachtung und Verpflegung). Auch kann man im Hotel einen Kamelritt / eine Kutschenfahrt durch das urtypische Djerba zur Lagune machen. Generell ist Djerba von der Straße aus gesehen nicht reizvoll, da überall Müllberge, Armut und Bauruinen zu sehen sind. Reitet / fährt man aber "ins Mark", bekommt man einen ganz anderen Eindruck vom Dorfleben der Djerbianer, die im Übrigen sehr nett und aufgeschlossen sind. Von Verkäufern auf Märkten / in den Städten belästigt wurden wir nie, handeln sollte man aber trotzdem ziemlich hart - die Verkäufer haben ja auch ihren Spaß daran. Im Allgemeinen sage ich als Fazit, dass das Hotel sicherlich keine Katastrophe ist, jedoch mich ständig das Gefühl beschlichen hat, für das Geld etwas Besseres bekommen zu können. Daher keine Empfehlung von mir.
Die Zimmer waren groß, die Sauberkeit gerade im Bad ließ jedoch zu wünschen übrig, da nur oberflächlich geputzt wurde. Zwar waren sie renoviert, aber auch hier ein wenig "auf tunesische Art": Mal steckte ein Nagel mit der Spitze aus der Wand, mal bröckelte der Putz ab. Der Bettrahmen wirkte auch nicht ganz beieinander: Bei uns blieb alles ohne Verletzungen; jemand mit größerem Körperumfang und / oder italienischen Liebesgewohnheiten könnte aber über kurz oder lang auf dem Boden landen. Es gab TV mit drei deutschen Sendern und vielen internationalen; die Minibar wurde täglich mit Wasser mit und ohne Gas aufgefüllt. Es gab einen Safe, der jedoch nicht mit Code, sondern mit Schlüssel betrieben wurde, was einen vor das Problem stellt, wohin der Schlüssel soll (wir haben ihn im Koffer eingeschlossen).
Es gab ein Haupt- und zwei Extrarestaurants (Asiatisch / Tunesisch, mit vorheriger Anmeldung) fürs Abendessen. MIttagessen wurde in einem weiteren Restaurant am Strand eingenommen, das jedoch eher einen Kantinengeist atmete. Die Speisen (soweit nicht verschimmelt, s.o.), waren in der Regel schmackhaft und reichhaltig. Ich denke, es war für jeden Geschmack was dabei. Nur das gekochte Wasser, was man beispielsweise für Tee nahm, war Leitungswasser. Dieses hatte aber einen salzigen Eigengeschmack, was den Tee wenig genießbar machte (stellt Euch Tee mit Salz vor!). Die Kellner waren freundlich und flink, auch ganz ohne Trinkgeld. Eine Bar gab es auch, mit einigermaßen großer Getränkeauswahl.
Das Personal war freundlich, sprach - insb. die Rezeption und die Kellner - beeindruckende 5-6 Sprachen, zumindest was die "hotelübliche" Verständigung angeht - und hat sich - nun ja - bemüht. Generell ist hier festzustellen, dass hins. der Organisation der Betriebsabläufe das Hotel noch viel nachzuholen hat. Hier nur ein Paar Beispiele: - Beim Frühstück habe ich einen Korb voller sichtbar verschimmelten Brots entdeckt. Das konnte man als Kellner nicht übersehen, trotzdem fand der Korb seinen Weg in den Essraum. - frische Tassen und Besteck wiesen teilweise Verschmutzungen auf, so dass man von Nachbartischen welche "klauen" musste. - die Betttücher wurden manchmal gegen welche ausgetauscht, die noch nicht trocken waren und daher den modrigen Geruch verbliebener Feuchtigkeit aufwiesen. - am ersten Tag wurde "vergessen", unser Zimmer zu putzen. - am letzten Tag wurden viele Gäste früh abgeholt; in dem dafür vorgesehenen "Frühaufsteherrestaurant" war aber nichts vorbereitet und Licht aus. Man hat's vergessen. So saßen Menschen frustriert und hungrig im Dunkeln und warteten auf ihren Bus. Generell drängte sich mir trotz Freundlichkeit und Bemühungen des Personals immer der Eindruck "gewollt, aber nicht gekonnt" auf.
Das Hotel ist in der "Zone Touristique", es findet drum herum also kein "echtes" Leben statt. Es gibt drei Shoppingcenter mit Festpreisen direkt gegenüber. Wobei die Festpreise dort auch nicht so fest sind, wie der Eindruck es einem vermittelt, mann muss einfach mit den Menschen freundlich reden. Schön sind sie auch, um einen Eindruck von den "wirklichen" Preisen zu bekommen, um nicht auf Märkten Opfer von Fantasiepreisen zu werden. Ansonsten gibt es ein Nachbarhotel unmittelbar daneben, sonst ist nur Brachland ersichtlich. MIt dem Taxi kommt man für ca. 2-3 Euro zur nächsten größeren Stadt (Midoun), für etwas mehr zur Hauptstadt Houmt Souk. Das Hotel ist direkt am schönen Strand. Hierzu zwei Anmerkungen: 1. Im Wasser sind scharfe Steine. Badeschuhe sind daher zwingend empfohlen, helfen dem Problem aber voll ab. Alternativ kann man zu den zwei Stränden links (überwacht) oder rechts (nicht) ausweichen, dort gibt es weniger davon. Das Meer ist generell flach, warm und sauber. 2. Es gibt Seegras, dies allerdings nur in einem dünnen Streifen am Ufer. Geht man 2 Meter ins Meer, ist das Wasser frei von jeglichen Verunreinigungen. Das Gras wird täglich weggeräumt und verschafft dem Strand im Übrigen einen schönen intensiven Meergeruch, den ich mochte.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Ich bin kein Poolmensch und verbrachte die meiste Zeit am Strand; der Pool war aber groß, es gab noch einen weiteren und noch einen für Kinder. Animation am Pool fand statt, wobei ich zu dem Inhalt nicht viel sagen kann. Aber auch hier tunesisches Laissez-Faire: Die festgelegten Zeiten bspw. von Volleyballspielen wurden sehr locker gehandhabt; das jeden Tag stattfinden sollende Bogenschießen fand während der gesamten zwei Wochen vielleicht höchstens 3-4 Mal statt. Zur Lautstärke abends siehe oben. Am Strand gibt es kostenlose Wassersportmöglichkeiten; am Strand des Nachbarhotels noch mehr. Liegen waren am Strand in ausreichender Anzahl vorhanden; es war aber auch Nebensaison. Nach dem Abendessen gab es wechselndes Abendprogramm. Davor spielte man jeden Tag dieselben 5 Kinderlieder in exakt derselben Reihenfolge, danach dieselben 7-8 Erwachsenenlieder (Pop) in exakt derselben Reihenfolge. Mitsingen konnte man schon ab dem 3. Tag, ab dem 10. konnte man es nicht mehr hören.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Alex |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 24 |


