Die Anlage ist sehr weitläufig. Wir wohnten in dem Gebäude, welches vom Haupthaus am weitesten entfernt liegt. Deswegen läuft man zu den Mahlzeiten im Speisesaal zwar etwas länger, ist dafür allerdings wesentlich schneller am Strand, da das Gebäude nur durch eine kleine Uferstraße von diesem getrennt ist. Die Hotelanlage verfügt durchgehend über zwei Wohnetagen, also Erdgeschoß und 1.Stock, die Architektur ist landestypisch und alle Gebäude sind weiß, wodurch die Hitze relativ gut abgehalten wird. An der allgemeinen Sauberkeit gibt es nichts auszusetzen. Das Personal kümmert sich ständig um das Wegräumen von leeren Gläsern oder das Ausleeren der Aschenbecher, ebenso wir die Bepflanzung der Anlage täglich gepflegt und bewässert. Wir hatten, wie glaube ich fast alle in diesem Hotel, all inclusive gebucht. Hierbei muß man allerdings einige Abstriche machen: Es gibt die normalen Mahlzeiten, also Frühstück, Mittag- und Abendessen, außerdem nachmittags wohl nochmal Kaffe und Kuchen, was wir aber nicht einmal genutzt haben. Es gibt zwei Bars, eine im Haupthaus und eine am Pool, beide schließen pünktlich um 22 Uhr, was sehr ärgerlich ist, da genau um diese Zeit das allabendliche Animationsprogramm beginnt und man dann gewissermaßen auf dem "trockenen" sitzt...es sei denn man möchte für drei Bier mal eben 12 Euro bezahlen (okay, einmal und nie wieder!). Weiterhin bekommt man nur an der Bar im Haupthaus Bier, was zur Folge hat, dass man immer erstmal eine Strecke laufen muß und dann natürlich, aus ökonomischen Gründen, gleich soviel bestellt, wie man tragen kann! Cocktails gibt es allerdings auch an der Außenbar, der sogenannten Blue Bar. Am Strand kann man als all inclusive-Gast ebenfalls Getränke bekommen, allerdings nur nicht-alkoholische. Kenntnisse der französischen Sprache sind bzw. wären von großem Vorteil! Logisch, da Tunesien französische Kolonie war und jeder Tunesier ebenso gut Französisch wie Arabisch spricht. Deswegen wirken vor allem die Kellner im Restaurant teilweise unfreundlich, was aber vor allem an ihren nicht vorhandenen Deutschkenntnissen liegen dürfte! Die Gästestruktur sieht dementsprechend aus: Mindestens 50% Franzosen (wenn nicht noch mehr), dann natürlich ein beträchtlicher Teil an Deutschen und außerdem noch ein paar Slowaken und Österreicher. Wie schon in der Überschrift geschrieben, würden wir diesen Urlaub als einen schönen Badeurlaub bezeichnen, bei dem es wenig zu bemängeln gab. Die Bezeichnung all inclusive trifft mit Sicherheit nicht voll zu, da man für viele Dinge einfach extra bezahlen muß, zumindest aber ständig von diversen Verkäufern dazu animiert wird Geld auszugeben. Vor allem das Schließen der Bars um 22 Uhr muß hier nochmals negativ erwähnt werden! Für uns war die Entscheidung für einen einwöchigen Aufenthalt genau richtig, sollte man einen längeren Urlaub gebucht haben, empfiehlt es sich mit Sicherheit einen oder zwei der angebotenen Ausflüge zu machen, da man so noch mehr vom Land kennenlernt und es ansonsten auch einfach zu langweilig in der Clubanlage wird. Die gennanten Mängel sollen jedoch keinen falschen Eindruck erwecken: Das Preis/Leistungs-Verhältnis war okay und das aus unserer Sicht entscheidende bei einem solchen Urlaub hat ebenso gestimmt: Jeden Tag strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, Temperaturen von 30 Grad und darüber, sowie ein herrliches Meer.
Wir hatten ein Familienzimmer Typ B gebucht. Worin der Unterschied zum normalen Doppelzimmer bestehen soll bleibt rätselhaft, wahrscheinlich wird einfach ein Kinderbett, welche sich auf dem Flur befanden, hineingestellt, falls wir wirklich eine Familie gewesen wären. Wir hatten, wie gesagt, das Glück sehr nah beim Strand untergebracht zu sein und konnten durch die Lage im ersten Stock sogar eingeschränkten Meerblick genießen! An der Sauberkeit des Zimmers und der Reinigung, also auch dem Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern, gab es nichts zu bemängeln. Die Klimaanlage funktionierte ebenfalls sehr gut. Das Fernsehprogramm besteht lediglich aus zwei deutschen Sendern, nämlich RTL und VOX, wobei es sich bei letzterem um die Schweizer-Version handelt und man sich dementsprechend die Werbung für die Eidgenossen anschauen darf...die restlichen 8 Kanäle sind entweder französisch oder italienisch! Klar, man fährt nicht zum TV-Glotzen nach Djerba, allerdings hätte ich mir die beiden Fußball-Länderspiele schon gerne angeschaut, und das ARD und ZDF empfangen wird, kann man vielleicht doch erwarten?! Weiterhin gibt es auch keine Fernbedienung....okay, viel zu zappen gibt es ja eh nicht. Wobei wir offensichtlich noch Glück hatten, denn andere Urlauber erzählten uns, dass ihr Fernsehbild überwiegend aus Schnee bestand! Ärgerlich ist auch noch, dass es im gesamten Zimmer lediglich zwei Steckdosen gibt, eine im Bad und eine im Wohnraum. Dementsprechend muß man sich zwischen Fernseher und Kühlschrank entscheiden, von möglichen anderen Geräten einmal abgesehen. Diese Mängel sollen jedoch nicht über den Gesamteindruck des Zimmers hinwegtäuschen, welchen man als durchaus positiv bewerten kann!
Es gibt ein großes Restaurant, in dem man alle Mahlzeiten zu sich nimmt. Bei der Sauberkeit gibt es nichts zu bemängeln. Die Speisen werden ständig nachgebracht bzw. aufgefüllt, so dass es nie zu Engpässen kommt. Über die Auswahl und die Qualität läßt sich sicherlich streiten: Es gibt halt immer das gleiche, Nudeln mit verschiedenen Soßen, Reis, mal was überbackenes mit Kartoffeln, sowie ein wenig Fleisch. Weiterhin noch eine Auswahl an Salaten und ein Turm von Baguettes (wovon die Franzosen sich reichlich bedienen). Man gewöhnt sich daran und mit der Zeit, so war es bei uns, schmeckt es auch ganz gut. Dass man fast alles nachwürzen muß ist nur eine Randnotiz, kann aber auch an unserem Geschmack liegen... Allerdings freut man sich regelrecht wenn mal ein italienischer Abend angesagt ist und es Pizza Margarita gibt. Es gibt alle gängigen Getränke (natürlich nicht die uns bekannten Originale), wobei Fanta und Orangensaft nicht zu genießen sind (irgendwie hatte ich den Eindruck, als wäre das ein und dasselbe Getränk...), zumindest Cola Light ist wohl original, da diese sehr gut schmeckte. Ansonsten kann man ja immer noch Wasser trinken, welches in Ordnung ist. Wobei man natürlich immer bedenken muß, dass man nicht die selben Maßstäbe wie in Deutschland anlegen darf und es sich eben nur um ein 3-Sterne-Plus-Hotel handelt.
Den Service und die Freundlichkeit kann man durchweg als gut bewerten. Die Zimmerreinigung war in Ordnung, man wurde hier auch ständig gefragt, ob auch alles in Ordnung sei (natürlich war das Personal hier auf Trinkgeld aus). Die wichtigsten Personen, also Reiseleiter und Rezeptionisten, verfügen über ordentliche Deutschkenntnisse.
Das Hotel liegt im "Urlaubsgebiet" von Djerba, in dem sich sämtliche Hotelanlagen befinden. Um den Strand zu erreichen, muß man lediglich eine kleine, wenig befahrene Uferstraße überqueren. Wir benötigten, durch die günstige Lage unseres Hauses, keine fünf Minuten vom Zimmer bis ans Meer. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel dauert etwa 30-40 Minuten. Sehr angenehm ist, dass die Anlage relativ zu Beginn des Urlaubsgebietes liegt, so dass man in der Regel als Erster den Bus verläßt und als Letzter wieder einsteigt! Der Preis für ein Taxi ist sehr gering, gerade wenn man sich mit anderen Leuten zusammentut und alle vier Plätze ausnutzt bezahlt man kaum mehr als einen Euro pro Person. Wir sind beispielsweise zu viert mit einem Taxi in die Inselhauptstadt gefahren. Ausflugsmöglichkeiten gibt es reichlich. Viele nehmen jedoch einen Tag oder sogar mehr in Anspruch, weswegen wir lediglich den Markt in der Inselhauptstadt besucht haben, was aber jedem Djerba-Touristen nur zu empfehlen ist. Dabei gilt jedoch folgende Grundregel, falls man etwas kaufen möchte: Handeln, Handeln, Handeln! 20% vom erstgenannten Preis des Verkäufers sollten die absolute Obergrenze sein. Dieses Geschachere mag nicht für jeden etwas sein, uns hat es jedoch Spaß gemacht! Weiterhin befindet sich ein relativ gut sortierter Supermarkt, übrigens der einzige auf der Insel, der Alkohol verkaufen darf, etwa 15-Gehminuten die Uferstraße entlang vom Hotel entfernt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der hoteleigene Strandabschnitt ist relativ klein, dennoch gibt es in der Regel genügend Liegen und mit Glück auch noch einen Schattenplatz, selbst wenn man erst gegen Mittag erscheint. An der Sauberkeit am Strand gibt es, wie auch auf der gesamten Anlage, nichts zu kritisieren! Das Meer ist herrlich klar und sehr warm, der Pool dagegen ist etwas kühler, was aber sehr angenehm ist, da er so eine herrliche Abkühlung darstellt. Zuerst hatten wir bedenken, wegen der Größe (bzw. Kleine) des Pools, jedoch gab es nie Probleme wegen Überfüllung. Es gibt lediglich diesen einen und Rutschen oder ähnliches sind nicht vorhanden. Sollte man eine Liege am Pool und vielleicht noch einen Platz unter einem Schirm ergattern wollen, muß man sein "Revier" in der Regel bis spätestens 9 Uhr handtuchmäßig "markiert" haben. Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen gibt es genügend, von Tischtennis über Beachvolleyball, Wasserball bis hin zu Tennis und Fußball. Vom Animationsteam wird man regelmäßig aufgefordert an den Aktivitäten, wie Wassergymnastik oder Dart spielen, teilzunehmen. Die drei "Clubtänze" bekommt man, zumindest am Pool, regelmäßig vorgeführt, spätestens nach drei bis vier Tagen kennt man diese dann auswendig! Als positiv empfanden wir die Tatsache, dass am Pool auch sehr oft Musik gespielt wird, wobei man die Lieder nach drei Tagen auch alle kennt....mal ne neue CD kaufen?! Das Animationsteam gibt sich bei der abendlichen Vorführung sehr viel Mühe, der Unterhaltungswert ist mal höher, mal geringer. Über das täglich gegen 21.30 Uhr stattfindende Bingospiel kann man denken was man will, wir fanden es nach einer halben Woche relativ nervig. Im Haupthaus des Hotels befinden sich einige Boutiquen, von deren Verkäufern man regelmäßig zum Einkauf aufgefordert wird. Hier findet man alles von Schuhen, Handtaschen, Klamotten einerseits bis hin zu Supermarktartikeln, wie Chips, Batterien und Zigaretten andererseits. Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass es am Strand sehr viele Möglichkeiten gibt, sich sportlich zu betätigen, von einfachem Tretbootfahren über Bananaboat bis hin zu Jetski. Dies muß jedoch alles extra bezahlt werden.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 1 Woche im September 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Philipp |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 6 |


