Also was man hier so liest, das spottet ja jeder Beschreibung. Da wird ein günstiges hotel gebucht und dann motzt man rum wie ein kleines Kind den man den Schnuller weggenommen hat. Man ist hier in Afrika und jeder weis das man in Tunesien in einem 3 Stern Hotel keine besonderen Ansprüche haben darf. Die eine oder aber andere negative Bewertung hat aber auch einen wahren Hintergrund. Ich werde mal wieder versuchen für die Allgemeinheit eine plausible, gerechte und nachvollziehbare Meinung abzugeben, aber auch den doch sehr preiswerten Reisepreis zu beachten. Auch ich werde ein paar Kritikpunkte abgeben, aber dazu später. Zu unserer Reisezeit waren nach Nationalität am meisten Schweizer gefolgt von Deutschen, dann Franzosen und zum Schluss ein paar Österreicher und vereinzelt ein paar Russen. Das Hotel ist ein kleineres bis mittleres älteres Hotel direkt am wunderschönen Sandstrand. Das Hotel kann auf alle fälle von Familien und Personen mit kleinen Geldbeutel gebucht werden die keinen Wert auf Luxus legen. Vor allem Kinder werden sehr lieb vom Personal aufgenommen. Es gibt auch Kinderanimation und einen Miniclub. Bei einer eventuellen Buchung zum Normalpreis aus dem Katalog würde ich auf alle Fälle vorher Preisvergleiche mit anderen Hotels anstellen. Bei einer preiswerten Internet oder Lastminutebuchung brauchen sich oben genannte Personen keine Bedenken über dieses Hotel zu machen. Nicht zu empfehlen ist das Hotel für Behinderte, da keinerlei Überwindungsmöglichkeiten für diese Personengruppe vorhanden sind, sowie für Personen die Wert darauf legen bedient zu werden und für die Luxus wichtig ist und außerdem für Personen die auf Nachtleben und Shopping nicht verzichten können. Ich glaube aber das die meisten wissen dass Tunesien nicht für diese Personengruppe geeignet ist. Der Strand vor dem Hotel ist teilweise mit Felsstückchen und Steinen durchzogen und nur bei Flut fast überall ohne Probleme zum beschwimmen. Bei Ebbe wird das schwimmen nur noch an einer Stelle ohne größere Schwierigkeiten möglich – als Anhaltspunkt – ziemlich in der Mitte des Strandabschnittes bei der Palme die nur mehr einen einzigen Palmwedel besitzt. Auf alle Fälle würde ich Wasserschuhe mitnehmen. Beim Frühstück fehlen die Eierbecher und ein vernünftiges Brotmesser. Das Brotmesser von zuhause mitnehmen. Aus Baguettescheiben im Handumdrehen einen Eierbecher gebastelt kostet nichts. Leider ist meine Frau erst kurz vor Abflug auf die geniale Idee gekommen. Zugemachte und Offene Weinflaschen stehen an ein paar bestimmten Orten im Restaurant auch zur Selbstbedienung. Meine Empfehlung – Sich eher am Anfang eine oder 2 Flaschen sichern. Eine halbe Stunde bevor das Restaurant schließt gibt’s keine mehr. Bitte lasst euch auch nicht vom Oberkellner mit einer verschlossenen Flasche sehen. Sie haben Angst, dass sich die Leute die Flaschen mit an den Strand oder in die Zimmer mitnehmen, denn Wein in denselben Flaschen kostet in den Bars. Also eine verschlossene Flasche ab in die Tasche oder unter den Tisch. Ein Ausflug auf den Markt nach Midoun kann man entweder am Donnerstag Nachmittag oder am Freitag Vormittag machen. Die Auswahl ist am Freitag viel größer da der Freitag für die Einheimischen ein Freiertag ist. Jedoch können die Taxis schon mal rar werden. Der Preis mit angemachten Taxameter waren 3, 5 Dinar, also ca. 2 Euro. Am Donnerstag etwas ruhiger und meiner Meinung nach besser für Touristen, vor allem mit Kindern. Leider ist fast alles am Markt billiger China – Ramsch oder Fake dass zu irren Preisen angeboten wird und einem das handeln gleich vergeht wann man den Ausrufungspreis hört. Unbedingt auf den Straßenzug mit dem Gemüsemarkt schauen und sich mit preiswerten Obst oder Gemüse eindecken, dass es nicht im Hotel gibt. Die Preise sind dort angeschrieben, also handeln nicht erforderlich.
Die Bungalows sind nichts besonderes, aber ganz ok für 3 Sterne. Einen Bungalow würde ich nur vorziehen wenn ich einen am Strand bekommen würde mit direkten Zugang zum Meer. Da diese aber meistens für Stammgäste vorreserviert sind wird es eher schwierig so einen zu bekommen. Die Zimmer in den Bungalows sind nicht recht goss und mit keinem Komfort ausgestattet. Jedoch das Badezimmer mit Dusche fanden wir überdurchschnittlich groß. Nach einem Zimmerwechsel kamen wir in ein recht großes Familienzimmer mit einem Doppelbett und einem Stockbett und einem etwas kleinerem Bad mit Badewanne. Beide Zimmer waren absolut sauber aber halt keinen Schnick Schnack, außer der Klimaanlage, die man im Oktober sowieso nicht unbedingt mehr braucht. Von den Familienzimmer im Erdgeschoß ist man in nur wenigen Schritten direkt am Pool – Im ersten Stock eine längere Wegzeit da man durch ein paar Gänge laufen muss – aber dafür Meerblick vom Balkon aus.
Also für ein 3 Stern Restaurant in Afrika ist die Qualität der Speisen überdurchschnittlich gut. Vielleicht 2 bis 3 mal in den 2 Wochen musste ich auf Spaghetti zurückgreifen, da mir das andere angebotene nicht so schmeckte, aber es war immer alles warm bis heiß und was mich auch verwunderte, mit Gewürzen zubereitet, obwohl ich hier schon anderes gelesen hatte. Das Frühstück ist sicher für Mitteleuropäer eher als süß einzustufen. Es waren aber auch Wurst, Frischkäse, Eier und Tomaten vorhanden – also in Kombination mit Süßspeisen wird man sicher 2 Wochen über die Runden kommen. Das Eierkochen mit dem vorherigen kennzeichnen der Eier finde ich nicht als Belastung, sondern Gottseidank eine Möglichkeit seine Eier so zu bekommen wie man sie auch wünscht. Denn jeder der Südeuropa schon besucht hat, der weiß das weich gekochte Eier eine Rarität sind. Das Mittagessen war meiner Meinung nach ein bisschen besser bei der Auswahl als beim Abendessen, da hier fast immer noch gegrillt wurde. Sowohl beim Mittag als auch beim Abendessen war aber das Angebot relativ groß und man fand fast immer was nach seinem Geschmack. Schweinefleisch gab´s natürlich nicht.
Im Restaurant kann auch ich als positiv denkender Mensch über einige Fehler nicht hinwegschauen. Trinkgeld würde ich hier auf keinen Fall geben. Die Leute die hier im vorhinein Trinkgeld geben, die fördern nur das, dass nur die zahlenden Gäste ordentlich behandelt werden. Sollten Sie vielleicht doch einen ordentlich arbeitenden Kellner haben, dann ist ein Trinkgeld natürlich ok. Die Kellner im Restaurant sind zwar fast alle freundlich „auch ohne Trinkgeld“, jedoch ist ihnen nicht bewusst für was sie eigentlich dort sind. Es wird fast nur abserviert und das wie in einer Bahnhofskantine mit klirrendem Geschirr. Wir sitzen in solchen Urlaubsländern am liebsten im freien und haben jeden Tag die Terrasse vor dem Restaurant gewählt. Die Tische dort waren fast nie gedeckt. Ab und zu schon, aber dann mit fettigen Tischtüchern oder übersät mit Brotkrümel vom Vorgänger. Ich habe den Kellnern zugeschaut – Ein Tourist verlässt den Tisch, der Kellner holt die Teller aber kommt nicht auf die Idee das Tischtuch zu wechseln oder zumindest die Brösel abzubeuteln. Das nächste – dadurch das so gut als nie Besteck, Servietten und Gläser auf diesen Tischen ist muss man sich diese vom Speisesaal innen organisieren – das Problem: oft sind die Körbchen mit dem Besteck und den Servietten leer. Also ich stand mal mit vollem Teller da und hatte kein Besteck – was macht man da – sie gehen zu einem gedeckten Tisch und nehmen es dort weg. Doch dann wurde ich von dem dort zuständigen Kellner gerügt, dass dies nicht gehen würde. Ich musste ihn darauf hinweisen, dass es eigentlich seine Arbeit sei sich darum zu kümmern. Das selbe ist bei den Gläsern. Ein anderer Kellner sagte zu mir – ich soll es mir von einem der Tische organisieren, ohne nur auf die Idee zu kommen mir eines zu organisieren. Er sah mir zu wie ich es mir besorgte und er stand rum !!! Wenn sie vielleicht doch mal im Restaurant innen sitzen möchten dann haben Sie wieder das Problem dass andere Touristen, die außen sitzen, die Tische drinnen mit Besteck und Gläsern abgeräumt hatten und sie sind schon wieder auf der Suche. Der Restaurantbereich besteht aus einem oberen Bereich – relativ ruhig und einem unterem Bereich – relativ laut. Die Kellner lassen die Touristen zuerst nur in den unteren Bereich und verstellen mit Stühlen den oberen Bereich um sich mehr Arbeit zu ersparen. Erst wenn sich der Trubel im Restaurant legt, dann sind auf einmal die Stühle weg !!! Also meine Empfehlung – falls der Bereich mit Stühlen verstellt ich - einfach durchgehen und nicht darauf reagieren wenn man angemotzt wird. Der unfreundlichste Kellner war ein ca. 18 Jähriger der beim Eis stehen sollte. Ich ging zum ersten mal dort hin und niemand stand dort. Also dachte ich mir es ist Selbstbedienung und will mir ein paar Kügelchen in die kleinen Plastikbecher geben – auf einmal schreit einer von der Seite wie ein verrückter, das dies nicht möglich sei. Er stand bei den Süßspeisen bei einer Touristin und tratschte. Auch ihn musste ich darauf aufmerksam machen, dass er seine Arbeit machen soll, dann bräuchten die Touristen sich nicht selbst bedienen. Das war ein großer Fehler. Für den Rest des Urlaubs hat er mich wie einen Verbrecher behandelt. Den Frauen vor mir gab er 2 oder mehr Kugeln und mir ein kleines Kügelchen, obwohl ich damit nur meine Tochter füttern wollte. Auch als ich es ihm gesagt hatte dass ich mehr wollte sah er mich an und deutete nein. Er sah mir in die Augen als wenn er mich fressen wollte – die ganzen 2 Wochen. Ich bin immer provokant stehen geblieben und hab auf eine vernünftige Portion bestanden, so wie bei den Touristen vor mir. Er weigerte sich bis zu einer halben Minute und erst dann hat er nachgegeben. Also so einen Umgang mit Gästen hab ich noch nie erlebt. Es gibt sicher genügend Angestellte in Tunesien die auf seine Arbeit scharf wären. Der Kerl hatte übrigens nicht nur mit mir ein Problem, sondern mit weiteren Touristen, wie sich nachher herausstellte. Ich weiß aus Erzählungen, dass sich eine Beschwerde bei seinem Vorgesetzten nicht lohnen würde, da sich die Leute untereinander zu gut verstehen. Einzig der Gang zum Personalchef an der Rezeption wäre eine Möglichkeit wie wir von anderen Touristen vor unserer Abreise erfahren hatten. Dies waren wie gesagt nur die Service Probleme im Restaurant. Über das meiste kann man hinwegschauen wenn man sich nicht zu schade ist die Aufgabe der Kellner selber zu machen. Es ist das meiste sicher kein Problem, denn wenn ich mir das Essen selber holen muss dann kann ich mir auch andere Sachen selbst organisieren. Wie aber einige der Servicekräfte dort mit den Touristen umgehen, dass finde auch ich nicht ok, obwohl ich ein sehr umgänglicher Mensch bin. Die Kellner in den 2 Bars waren übrigens freundlich und recht flott. Einzig – auch Sie waren immer wieder auf dem Weg um dem Pool um rumstehende Gläser zu suchen, da fast nie welche bei der Bar waren. Das ist aber kein Problem der Kellner, sondern ein Problem des Hotels. Der Service der Putzfrau war TIPP TOPP – Sie hat regelmäßig von uns Trinkgeld bekommen und zusätzlich Milka Schokolade den wir von Zuhause mitgenommen hatten. Die Leute an der Rezeption waren auch alles sehr Freundlich – ein Zimmertausch „wir hatten sogar ein Familienzimmer mit einem zusätzlichen Stockbett bekommen, obwohl wir nur 2 Erwachsene und ein Kleinkind waren“ war kein Problem. Eine halbe Stunde später bekamen wir schon das Gitterbett ins Zimmer geliefert. Die Gärtner sieht man den ganzen Tag am arbeiten, daher ist die Anlage auch in einem ganz gepflegten Zustand. Der Strand wird jeder Tag vom Seegras befreit, aber leider Gottes ab und zu halbherzig. Es kann schon mal vorkommen, dass das Seegras auf einen Haufen gescharrt wird und dann mal liegen gelassen wird. Die Flut holt sich dann den Haufen wieder und schwemmt ihn wieder an, also eine für uns unverständliche Arbeitsbeschaffung die uns nur den Kopf schütteln lässt, auch wenn Seegras ganz natürlich ist. Links und rechts vom Strandabschnitt häufen sich die Seegrasmengen da sie meistens dorthin geschoben werden. Zur Verteidigung muss ich aber dazusagen, dass wir mal ca 1, 5 km Richtung Norden gelaufen sind. Dort befindet sich das Karthago Hotel mit 4 Sternen. Diese Anlage ist regelrecht eingehüllt in Seegrasberge. Hier türmt sich Seegras an der südlichen Seite bis zu 3 Meter hohen Bergen, die stinken. Also war es bei uns doch nicht so schlimm, da sie anscheinend ab und zu doch weggebracht werden. Aufgrund des eher schlechten Service im Gastronomiebereich gibt es doch einige Punkteabzüge.
Was soll man dazu noch sagen. Es war seit 1994 meine 29 Flugreise und die meisten hatte ich im Mittelmeerraum. Mir war es bis jetzt nicht bewusst dass es solche Strände im Mittelmeer gibt. Wären die Dattelpalmen dort Kokosnusspalmen dann könnte man vermuten, dass man in der Karibik oder im Indischen Ozean verweilt. Näher zum Strand geht nicht.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Anlage hat einen einzigen rechteckigen Pool der aber immer sauber war und zumindest zu unserer Reisezeit nie richtig überfüllt war. Das Wasser im Babyplanschbecken wurde nicht durch den Filter gepumpt und war somit nicht so sauber als der große Pool. Daher – rein mit den Kleinkindern in das große Becken mit Schwimmwindeln. Die 5 Animateure waren immer auf der Suche nach Freiwilligen aber waren nicht aufdringlich. Die Animation fällt gerade am späteren Abend wirklich sehr laut auf. Die Zimmer – vor allem die Familienzimmer im Hauptgebäude sind da am meisten betroffen, obwohl erträglich. Die Unterhaltung durch die Animation am Abend fanden wir ganz ok, sie wiederholt sich aber immer wieder. Am Tag wurde immer wieder mal Volleyball, Wassergymnastik, Darts, Bogenschießen und Gymnastik organisiert. Am Strand war angeblich Kajak und Windsurfen inklusive. Also für Leute die solche Sachen brauchen sollte es niemals langweilig werden. Im Sommer sollen bis zu 30 Animateure in der Anlage sein, daher betrifft meine Bewertung lediglich den Oktober.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jürgen, Melanie, Michael |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 31 |


