Wer schon mal in New York war, der weiss, dass man die Hotels dort absolut nicht mit Hotels in Deutschland vergleichen kann, die in derselben Preiskategorie liegen. Dort ist alles meistens etwas älter, unmoderner, abgewohnter und vielleicht auch schmutziger. Sicherlich gibt es aber auch Ausnahmen. Das Grand Union ist dafür, dass es wohl mit zu den günstigsten Hotels in NY gehört, aber ziemlich gut in Schuss. Die Lobby scheint relativ neu zu sein, die Flure sind sehr eng und etwas altmodisch, aber sauber.
Wie mein Lieblingsreiseführer schon sagt: Die Zimmer im Grand Union sind wirklich hässlich. Was aber nicht heisst, dass es schmutzig oder alt war (s. o.). Die Sauberkeit war sehr in Ordnung, und die Möbel aus dunklem Holz waren sogar ganz schön und noch nicht abgewohnt. Das Zimmer war ausreichend groß. Das Schlimme ist das Zimmer an sich: Obwohl wir im dritten Stock waren, kam man sich vor wie in einem Kellerloch. Dafür gab es verschiedene Gründe: Zum Einen die dicke Metalltür. Dann die nichtvorhandene Tapete (die Wände waren in einem aparten Grauton gestrichen, soweit wir das bei den Lichtverhältnissen dort beurteilen konnten). Die Zimmerdecke war auch sehr hässlich (mit solchen quadratischen Platten, keine Ahnung, wie das heisst, sieht man oft in Schulen) und die Beleuchtung war eine Neonröhre. Das Schlimmste aber war die "Aussicht". Zuerst haben wir uns gewundert, dass der Vorhang bei unserer Ankunft zugezogen war. Nachdem wir ihn beiseite gezogen hatten, wussten wir aber warum. Das Fenster ging in einen engen (Lüftungs?)-Schacht hinaus, der ziemlich dreckig aussah und auch kaum Tageslicht hinein ließ. Dort lagen jede Menge Zigarettenkippen und Vogeldreck. Wir haben die Vorhänge einfach wieder zu gemacht und die ganze Zeit so gelassen. Wenn man aber die Neonröhre nicht angeschaltet hat und nur die beiden Nachttischlampen benutzt hat, war die Beleutchtung zumindest abends relativ gemütlich. Da das Zimmer nicht zur Straße hin lag war es sehr ruhig und man konnte keine Straßengeräusche hören. Zur Zimmerausstatung: Es gab einen Schreibtisch mit Stuhl und Spiegel, eine Garderobe, einen TV-Schrank mit TV und ein paar großen Schubladen (sonst gab es keine Möglichkeit, Klamotten unterzubringen), ein Queensize-Bett mit zwei Nachttischchen und Nachttischlampen. Sehr positiv fand ich, dass es einen kleinen Kühlschrank gab, der sauber war und auch gut funktioniert hat. Ist im Sommer sicher noch viel praktischer als wie bei uns im Winter. So viel ich weiß, gibt es in jedem Zimmer im Grand Union einen Kühlschrank. Eine Klimaanlage gab es auch, und funktioniert hat sie auch. Obwohl es draußen kalt war mussten wir sie nämlich anschalten, weil es bei uns im Zimmer immer sehr heiss war, wenn wir abends wieder kamen. Das lag wohl an den Heizungsrohren, die durchs Zimmer gingen (noch ein Grund für das Kelleraum-Feeling). Bemerkenswert fand ich das Bett. Zuerst dachte ich, dass das ja auch perfekt zu den anderen Möbeln passt. Bei näherem Hingucken sah es aber irgendwie komisch aus, weil das Kopfteil breiter war als das Bett an sich. Es stellte sich heraus, dass das Bett ein "Fake" war, und zwar war es eine einfache Rollliege, die an ein an die Wand geschraubtes, hölzernes Kopfteil dran geschoben war. Fand ich nicht so schlimm, vor allem war es auch recht bequem. Das Bad war ausreichend groß und sauber, es gab eine Toilette, ein Waschbecken mit Spiegel und Ablage und eine Badewanne mit Duschvorhang und Duschvorrichtung. Es war (gegnüber anderen Aussagen) immer genügend warmes Wasser da, man musste es am Anfang nur einen kleinen Moment laufen lassen. In vielen Hotelbeschreibungen steht, dass es sich um Marmorbäder handelt. Das kann ich nicht bestätigen, lediglich die Fliesen sind im Marmor-Look. Die Handtücher wurden täglich gewechselt wenn man das wollte, bei dem Bettzeug bin ich mir nicht sicher, ob es während unseres Aufenthaltes mal ausgewechselt worden ist. Wenn, dann wäre sicher nur das Laken zum Zudecken ausgewechselt worden. Amerikaner decken sich ja anscheinend irgendwie anders zu und Bettdecken, so wie wir sie meistens haben sind wohl nicht so verbreitet ;-) Über dem Laken gab es eine aus undefinierbarem Material bestehende, dünne, kratzige Decke, und darüber so was wie eine Tagesdecke. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht üblich ist, dass diese beiden Decken nach jedem Gästewechsel gewaschen werden, aber ich weiss es nicht. Im Grand Union kann man leider nicht explizit ein Nichtraucherzimmer buchen, unser Zimmer hat aber nicht verqualmt gerochen. Jedoch ist ab und zu, wahrscheinlich aus anderen Zimmern, Zigarettengeruch zu uns gedrungen. Auch wenn sich die Zimmerbeschreibung jetzt wahrscheinlich negativ angehört hat, muss ich sagen, dass ich trotzdem jederzeit wieder das Grand Union buchen würde. Sauberkeit und Sicherheit sind mir am wichtigsten, und sauber und sicher ist das Hotel auf jeden Fall. Dass die Zimmer nicht schön sind, finde ich eigentlich eher nebensächlich.
Der Check-In hat nur wenige Minuten gedauert und ging problemlos. Da wir unser Zimmer noch nicht beziehen konnten (leider weiss ich nicht mehr, wann wir genau angekommen sind, irgendwann nachmittags), haben wir noch ein bisschen die Gegend erkundet. Unser Gepäck konnten wir so lange im abgeschlossenen Gepäckraum unterbringen. An der Rezeption gibt es einen kostenlosen Safe und man bekommt bei der Ankunft eine Fernbedienung für den Fernseher auf dem Zimmer ausgehändigt. Das Hotel scheint einem Türken zu gehören, der kommt einem etwas unfreundlich und wortkarg vor (aber ich glaube, er tut nur so ;-) ) Die anderen Angestellten waren aber freundlich und haben uns bei Fragen auch geholfen. Deutsch konnte glaube ich keiner der Angestellten (aber wir haben es auch gar nicht erst versucht). Unser Zimmer war sehr sauber (ich habe mich sogar getraut, barfuß auf dem Teppichboden zu gehen, was in einem anderen New Yorker Hotel nicht so war...), das Bad war auch sehr sauber. Die Zimmermädchen waren sehr freundlich und haben jeden Tag gründlich gereinigt und auch in den Ecken gesaugt. Natürlich darf man nicht vergessen, jeden Tag 2 Dollar (oder mehr) Trinkgeld hin zu legen. Das einzige, was zu bemängeln war, aber nicht wirklich schlimm war ist, dass die Ablage unter dem Spiegel im Bad nicht geputzt wurde. Bei unserer Ankunft war sie natürlich sauber, aber mit der Zeit haben sich halt Ränder gebildet, und der dezente Hinweis den wir geben wollten, indem wir alles abgeräumt haben um Platz fürs Putzen zu machen, wurde missachtet ;-) Aber wie gesagt, das war nicht wirklich schlimm. Im Foyer befindet sich noch so etwas wie ein Aufenthaltsraum mit ein paar Sesseln und außerdem Computer mit Internetzugang (der glaube ich relativ teuer war). Münztelefone sind dort auch zu finden. Das Telefon auf dem Zimmer haben wir nicht genutzt, weil wir hohe Preise, wie in Hotels üblich, befürchtet haben.
Die Lage des Hotels ist unschlagbar (34 East 32nd Street). Es liegt nur 1, 5 Blocks vom Empire State Building entfernt, also wirklich mitten im Geschehen, aber in einer ruhigeren Seitenstraße (also nicht an einer Avenue). In der Nähe gibt es viele koreanische Restaurants oder Geschäfte. In der Gegend habe ich mich absolut sicher gefühlt, ich wäre ohne Weiteres auch abends alleine heim gegangen. Geschäfte und Restaurants gibt es viele in der Nähe, Delis und Drogerien (Duane Reade oder CVS) gibt es ja eh an jeder Ecke. Die Versorgung ist also gesichert ;-) Da es im Hotel kein Frühstück gibt, haben wir morgens immer bei Brooklyn Bagel total leckere und günstige Bagels gefrühstückt (es gab auch jede Menge tolle andere Sachen). Brooklyn Bagel liegt auch nur 3 Minuten vom Hotel entfernt (wenn man aus dem Hotel rausgeht nach links gehen, die Avenue überqueren und im nächsten Block ist es schon auf der anderen Straßenseite, direkt an der Ecke). Man kann sich dort im oberen Stockwerk hinsetzen und wunderbar die Leute auf der Straße beobachten. Allerdings ist es etwas schmuddelig (was in New York leider fast in jedem Café, McDonald's, Starbucks usw. so ist..., allerdings wird das Essen hygienisch und mit Handschuhen zubereitet und man kann dabei zugucken).
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Im Foyer gab es Computer mit Internetzugang.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im November 2006 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Steffi |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |

