Das Hotel ist mit grossem Aufwand aus einer Industrie- in eine Gäste-Unterkunft verwandelt worden. Leider ist eine Anlage entstanden, die zwar architektonisch interessant, aber als Hotel viel zu kompliziert und viel zu gross ist. Es herrschen Kälte und Anonymität. Die Zimmer sind bedrückend dunkel, und es ist nicht jedermanns Sache, hinter Eisengitterstäben zu schlafen. Das Ganze macht einen freudlosen Eindruck - schade fürs Geld, das der Investoren und das der Gäste. Die Gäste sind bei unserem Aufenthalt v.a. Gruppenreise-Gäste gewesen, was die Anonymität noch verstärkt hat. Einen Tipp will ich doch geben: Wenn Sie Venedig erleben wollen, gehen Sie NICHT in dieses Hotel. Wählen Sie ein anderes, kleineres um den Markusplatz herum, dort wo Venedig Venedig ist, wo Sie Blick aufs Meer haben, wo ältere langgediente Hotelbedienstete Sie an einer Reception freundlich und offen empfangen, wo Sie sich als Gast fühlen können. Das Preis - Leistungsverhältnis stimmt in diesem 5-Sterne-Hotel überhaupt nicht, d.h. das Haus ist viel zu teuer - auch wenn man es sich leisten könnte.
Die Zimmer sind gross - vielleicht zu hoch, aber das war wohl nicht zu ändern. Die Möblierung ist wohl stilvoll, aber altmodisch, schwer, ohne modernen Glanz: aus dem Kopf geboren, nicht aus dem Herzen! Ganz schlimm - und etwas, was ich noch in keinem Hotel erlebt habe: dass man hätte für TV und Musik am TV extra bezahlen müssen (in einem 5-Sterne Hotel!!). Natürlich war ein Safe vorhanden - aber: Schön, wenn seine Funktion kurz erklärt worden wäre beim Zimmerbezug. Und noch etwas: Sparlampen sind ja jetzt in der EU vorgeschrieben, aber es ist einfach mühsam, wenn ich in ein Zimmer komme und die Beleuchtung mahnt an ein Krematorium (zumal wenn dann noch einige Birnen nicht funktionieren, d.h. hätten ersetzt werden müssen). Ganz schlimm ist der Frühstücksraum, der an eine Soldaten-Stube in einer Kaserne erinnert. Nur eine Bitte: möglichst schnell umbauen zu einem heiteren, hellen Raum, der dem Morgen auch entspricht (siehe Fitness-Raum).
Wir kamen leider nicht zum Essen, und das ging so: Wir hatten von Deutschland aus einen Tisch zum Abendessen reserviert. Um 19:30 erschienen wir im Restaurant, leider war der Wind sehr stark und kühl, und wir wünschten, innen zu speisen. Das wurde kurzerhand abgeschlagen mit der Begründung, innen werde heute nicht serviert. Darauf verzichteten wir ganz.
Niemand hat unsere Koffer am Landesteg geholt - trotz Klingel. Dann mit den Koffern durch die Schwingtüren - ein dunkelhäutiger Portier hat sich ein wenig bemüht. Im Zimmer wurden die Funktionen von Licht und Airkondition nicht erklärt. Auch hätte ich gern eine eingehendere Wegerklärung des Hotels gewünscht.
Die Lage in Giudecca ist natürlich so oder so nicht ideal: Man ist abgeschnitten vom Leben Venedigs, rsp. man ist immer auf einen Bootstransfer angewiesen. Die Umgebung ist unerfreulich, viel Dreck auch, eben ein Industrieort des 19.Jhs.. Das Leben, der Glanz Venedigs findet anderswo statt. Das Hotel ist also nichts für alte Freunde Venedigs: Sie werden enttäuscht sein und ihr Venedig anderswo suchen.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Hier nun endlich ein Punkt, der durchaus positiv ist: Das Fitness-Angebot ist modern und sehr schön; ebenfalls sehr attraktiv der Pool auf dem 8. Stock mit sehr eindrucksvollem Blick über Venedig, auch wenn der Pool etwas klein ist für ein solch grosses Hotel. Und dann hätte ich mir als deutscher Tourist auch gewünsch, die Oeffnungszeiten von Pool und Spa-Bereich wären etwas grosszügiger: Beginn morgens 07:00 (nicht erst 09:00) und abend doch bis 22:00 (auch der Pool (!).
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im September 2009 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Christoph |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 1 |


