Das Hotel wird durch die Inhaberin Regina und ihren ebenso wie sie bescheiden und freundlichen auftretenden Manager geführt. Für seine Bemühungen um Umweltstandards hat das Alisios Preise gewonnen und wirbt mit fairer Bezahlung. Die Räumlichkeiten sind gut gepflegt. Der Toilettenraum im Foyer ist besonders hervor zu heben: Die Atmosphäre im Vorraum der Örtlichkeiten ist einladend, die Toilette ist sogar mit einem drehbaren, sich selbst reinigendem Sitz ausgestattet. Stehende Gerüche werden vermieden. Gelegenheiten, mal außerhalb des Zimmers zu lesen oder - was wir gerne taten - zu spielen, sind vorhanden, allerdings noch ausbaufähig. Das Hotel ist vom 30.03. bis 4.11. buchbar. Bei unserer Anreise (9.9.2011) war es gut, aber nicht voll belegt, eine Woche später nahm die Gästeanzahl noch spürbar zu, ohne dass Gedränge entstand. Die Gäste waren mehrheitlich Deutsche und Engländer und meist in unserem Alter (über 40). Die Rezeption kommuniziert viersprachig (neben der Landesprache auch deutsch, englisch und französisch), wenn nicht sogar fünfsprachig (incl. Spanisch). Das Wohltuende beim ersten Kontakt war aus unserer Sicht der feinsinnige und glaubwürdig präsentierte Humor, der das Eis zum gestressten Urlauber sofort brach. Wir hatten bei der Begrüßung das Gefühl, keine Objekte der Abfertigung mittels Mainstream-Floskeln, sondern tatsächlich willkommene Gäste zu sein. Was das Zimmer angeht, haben wir nach der ersten Nacht nach einer Reklamation bei der TUI-Reiseleiterin vor Ort sofort umziehen können. Uns war der Lärm der zur Landseite gelegenen stark befahrenen Hauptstraße zu viel. Wegen weiter Einzelheiten zum neuen Zimmer siehe unten. Im Übrigen ist die Hotelbeschreibung sehr aussagekräftig, so dass man sich dort gut über einzelne Angebote informieren kann. Altstadt, Desserts in einer Pastelaria, Rodizios im Hotel, Achtung: Bei einer Reise ins Alisios noch in diesem Jahr sollte vorher angefragt werden, wie weit der Abriss des übernächsten Nachbarhauses gediehen ist. Empfindliche Naturen konnten sich tagsüber durch die ab und zu an den Strand herüber schallenden Abrissfahrzeuge gestört fühlen. Im Hotel selbst ist aber nichts zu hören.
Nachdem wir (siehe oben) ein passendes Zimmer im UG mit Blick zum Innenhof befindlichen schön gepflegten, aber nicht betretbaren, Garten erhalten hatten, waren wir mit dem Platz zum Innenhof vollauf zufrieden, wenngleich es schon mal muffig roch. Der kleine Balkone hätte einen aufklappbaren Wäscheständer vertragen können. Ab 22.30/ 23.00 Uhr herrschte - auch bei Barbeceu oder Rodizio-Abend im ganzen Haus Ruhe. Das Badezimmer ist modern eingerichtet mit großem Waschtisch, eben im 4-Sterne-Standard (bitte detaillierte Hotelbeschreibung lesen).
Frühstücksbuffet: In Portugal allgemein nicht üppig, aber Rührei mit Speck/Würtschen, diverse Marmeladen und Brötchensorten, Obst, zum Teil Dosenobst gab es natürlich auch. Aber auch frische Tomaten, Melonen- und Ananasscheiben und jeden Tag einen anderen hausgemachten Kuchen. Die beiden Kaffeeautomaten brauchten recht lange. Mittagessen: Nahmen wir meist nicht ein. Die Salate und Fischgerichte waren gut, aber oft eher kleinportioniert. Abendessen: Das hatten wir meist in der Altstadt, wenn wir nicht im Supermarkt gekauftes Brot mit Aufschnitt verzehrten. Dienstag und Samstag gab es im Hotel Fisch-Rodizo bzw. Barbeceu für 22,50 bzw. 25,00 Euro zuzüglich Musikunterhaltung. Die danach vom Hotel präsentieren dutzend verschiedenen Süßspeisen-Desserts schmeckten ganz überwiegend unübertrefflich raffiniert, das habe ich in unseren Konditoreien so noch nicht genießen können. Halb-Pension für täglich 25,00 Euro hinzu buchen lohnt sich aber nicht.
Der Hotel-Service war der Beste all unserer bisherigen Reisen seit 2004. Schon deswegen hat das Hotel die Auszeichnung "Hotel des Jahres" verdient, mit der es wirbt. Keine Freundlichkeit empfanden wir als aufgesetzt, es gab keinen einzigen muffeligen Kellner oder sonstigen Angestellten. Zu Beginn stellte uns die TUI-Reiseleiterin, ein Berliner burschikoses Original (hart aber herzlich), das seit 13 Jahren in Portugal lebt und dort familiär gebunden ist und dankenswerter Weise auch am Flughafen bei der Abreise noch evtl. nervösen Gästen (Koffer-Höchstgewicht von 20 kg beachten!) zur Verfügung stand. 1 Tag nach Ankunft im Empfangsraum sämtliche Abteilungschefs aus Küche, Rezeption, Restaurant/Bar und Zimmerservice sowie Donna Regina höchstpersönlich vor, die übrigens auch schon mal wegen eines auf der Terrasse vergessenen Badehandtuchs sofort herumtelefoniert. Da wir oft auf der Bar-Terrasse spielten, registrierten wir die ständige, aber unaufdringliche Aufmerksamkeit. Jeder Gast hatte für Bestell-Wünsche sofort Ansprechpartner. Fiel uns mal ein Spielstein herunter, konnte nicht schnell genug aus dem Nichts jemand auftauchen und behilflich sein. Dass, wie in den Back-Shops und sogar manchen Restaurant und vielen Supermärkten unseres Hamburger Wohnorts, immerhin ja auch tourismusorientiert, Bedienstete zusammenstehen, ständig tratschend SMS versenden und nur ab und zu mal evtl. Kunden Blicke zuwerfen, dafür dann aber zum Schluss immer ein vom Inhaber aufoktroktoyiertes "Schönen Tag" hinleiern, wäre dort weder im Hotel noch in sonstigen Lokalitäten denkbar gewesen. Im Hotel schien jeder einzelnen Kraft dort der Urlauber wichtig zu sein, und zwar von Herzen, und wohl auch, weil die Entlohnung in diesem Hotel nicht ausbeuterisch, sondern angemessen ist, wie jedenfalls aus den ausgehängten Urkunden hervor geht. Man setzt, statt auf auswendig Gelerntes, auf Humor und Charme, was sicher einiges an Ausbildung erfordert.
Der unterhalb des Hotels gelegene Strand erstreckt sich in Richtung Westen etwa 1 km und östlich bis zum Stadtstrand. Er ist für Hotelgäste über die Restaurant- und Bar-Terrasse (mit Liegefläche, aber ohne Pool, diesen gibt es nur im UG als Warmwasserbecken mit Whirl-Pool) über eine Treppe erreichbar, die direkt auf dem Strandboden endet. Man sollte ihn nicht mit nackten Füßen betreten, weil er voller Muschelkies ist. Badestrandtücher werden gegen Pfand abgegeben und auf Wunsch täglich ausgewechselt. Es gibt drei Sonnenschirm-/Liegestuhlreihen, die nie voll belegt waren. Die Mietgebühren betragen für 2 Liegen und 1 Schirm (mit Neigewinkel verstellbar) 12 Euro, für den halben Tag 6 Euro. Ganz nah ist eine kleine Cocktailbar mit gepflegten Toiletten, die von jedem, auch von Nichtbestellern benutzt werden dürfen. Die Luft war immer um die 25 bis 27 Grad warm (bei Wind aus der Sahara ("Levante") glücklicherweise nur an 1 bis 2 Tagen auch 34 Grad), was kaum auszuhalten war. Der Wind war in Strandnähe stark, aber in der Sonne (Eincremen nicht vergessen!) störte er das Dösen auf der Liege nicht wirklich, Strandoberbekleidung sollte aber vorhanden sein. Das Wasser war 22 Grad warm, im Juli sollen es nach Auskunft der Reiseleitung nur 14 Grad gewesen sein. Wir hatten jeden Tag Sonne, geregnet hatte es seit November 2011 nicht mehr, erst in der auf unsere Abreise folgenden Woche brachte ein Hurrikan seit langer Zeit mal wieder etwas Regen an die Algarve, angeblich waren sogar die Kanaren betroffen. Der Wellengang kann in Strandnähe gefährlich sein. Wenn die gelbe Flagge aufgezogen wird, sollte man nicht mehr ins Wasser, eigentlich ist es dann so, dass rot geflaggt werden müsste, und auch bei Grün sollte man schauen, ob man die heranbrausende ein bis zwei Meter-Welle für eine Ausnahme oder die Regel hält. Ich selbst schwamm einmal bei Gelbbeflaggung (1 von 14 Tagen) zu schnell an Land, ohne auf dem Meer erst einmal ein Abflauen der Wellen abzuwarten, verlor natürlich am Strand die Kontrolle und musste mir in Deutschland mein Innenohr ausspülen und absaugen lassen. In dieses hatten nämlich brutale Atlantikwellen eine Menge Kies und Sand befördert, während ich abwechselnd ins Meer gezogen, dort im Sog zwangsweise Oben und Unten vertauschte und dann wieder auf den Strand geschleudert wurde, was mir Hautabschürfungen, einen kleinen Bluterguss, etwas Panik, sowie hämische über mitleidige Bemerkungen ("wenn sie nicht gestorben sind..."), aber auch überaus besorgte bis entsetzte Blicke einbrachte und dementsprechend eine Lehre sein wird. Das etwa halbe Dutzend Rettungsschwimmer hat auch noch andere Aufgaben (Liegevermietung) und schaut nicht immer aufs Meer, sondern man redet/sonnt sich gerne im Pulk, hat Spaß und birgt ab und zu merkwürdige Funde aus dem Meer. Im Falle gelingender Kontaktaufnahme waren sie jedoch immer sehr freundlich und hilfsbereit. Die Altstadt von Albufeira ist eines der beiden Highlights dieser Reise. Sie liegt malerisch unterhalb der Höhe der Reststadt, in der sich auch das Hotel befindet, zu ihr führt eine Rolltreppe herunter. Weiter im Westen erstreckt sie sich wieder mehr auf die Felsen und kann vom Strand aus mit einem Fahrstuhl erreicht werden. Die verwinkelten Gässchen und die weiß getünchten Häuser sind ein Traum, wir waren fast jeden zweiten Tag dort (keine Halbpension). Leider hatten von den Algarve-Reiseführern (Michael Müller-Verlag 2008 und Reise-Know How von Werner Lips, immerhin Stand 2011) empfohlenen portugiesischen Restaurants der Alt- und Neustadt ein Großteil offenbar nicht überlebt, wir trafen in vier Fällen nur geräumte Ladenlokale an. Statt diesen pachten die Briten dort alles an und werben so aufdringlich um Kundschaft, dass der Gang durch die Altstadt für Touristen ein Spießrutenlaufen ist (stetes Angesprochenwerden und ständige Beschallung durch britisches Sport-Fernsehen (Fußball den ganzen Tag). Wir haben auf einen Tipp der Reiseleitung hin das Lokal Tres coronas am oberen Ende der .. da Bateria besucht und waren sehr zufrieden (Garten mit Blick auf das Meer, portugiesische Küche und Inhaber). Albufeira Neustadt ist mit einer extra für Touristen konzipierten Bimmel-Bahn (Tageskarte 3,50 pro Person) bis nach Mitternacht viertelstündlich erreichbar, auch der sog."Strip", die Vergnügungsmeile, der sich aber nach unserem Empfinden nicht lohnt, weil dort nur für Touristen errichtete Ramsch-Läden und britische Restaurantketten anzutreffen sind. Empfehlenswert ist die Pastelaria Riviera an der Rue de Municipio 27, direkt an der Haltestelle "Bellavista Shopping Center". Eine portugiesische Konditorei mit lauter Köstlichkeiten, welche die Frage aufwerfen, wie unsere deutschen Bäcker so einfallslos auf Fett und Zucker setzen, wenn weniger dennoch doppelt so gut, weil doppelt so raffiniert schmecken kann. Ei-Schaum-Kuchen etwa ist einfach herzustellen, wenn zumindest der Anspruch erfüllt wird, tagesfrische Ware anzubieten. Schwarzwälder-Kirsch und Käsesahne sind weniger schwer aber köstlicher als bei uns, von den vielen typisch portugiesischen Vanille-und sonstigen Törtchen nicht zu reden, die bei uns offenbar niemand herstellen mag. Und warum haben wir in Deutschland für den Milchkaffee nicht überall Zimtstreuer wie er für die Portugiesen selbstverständlich ist? Tipp: Bei einer Reise ins Alisios noch in diesem Jahr sollte vorher angefragt werden, wie weit der Abriss des übernächsten Nachbarhauses gediehen ist. Empfindliche Naturen konnten sich tagsüber durch die ab und zu herüber schallenden Abrissfahrzeuge gestört fühlen.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Das Angebot war gut (Massage, Whirl-Pool, Schwimmbecken), wurde aber von uns mit Ausnahme des Whirl-Pools nicht genutzt.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2012 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Dieter |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 6 |


