Völlig überfüllte und überforderte Hotelanlage! Urlaub für anspruchslose und opferbereite Menschen! Große Hotelanlage. Auf dem ersten Blick hübsch aber renovierungsbedürftig. Mitten in der Pampas. Seit Jahren machen wir Quad-Touren im Urlaub. Wir freuten uns, als wir das Quad-Angebot im Hotel entdeckten. Die Freude währte nur kurz. Mein Quad hatte einen 3-fach-Überschlag hinter sich und der Lenker war verzogen. Wenn ich geradeaus fahren wollte mußte ich den Lenker nach rechts drehen. Die Fahrt führte durch die trostlose und vermüllte Gegend des Hotels. Wir fuhren über Schuhe und Abfall bis zum Strand und zurück. Quadfahren an sich macht Spaß - die Tour war mit Abstand die ödeste überhaupt. Mit dem Taxi sind wir zum "Internet-Cafe" gefahren. Mein Freund wollte halt seine E-Mails abrufen (klappte nicht) und ich wollte mir die Umgebung ansehen (es gab keine). Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er das möchte. Mit Taxi und Bahn sind wir nach Tunis gefahren. Preiswert, ohne Stress und ohne Verpflichtungen. Dieser Ausflug auf eigene Faust hat sich sehr gelohnt. (Nur in einer Gruppe zu empfehlen) Im Supermarkt nicht mit EUR bezahlen. Dort wurde 1:1 zurückgegeben, es wurde zumindest versucht. Also aufpassen und mitrechnen. Manchmal wurde es im Supermarkt richtig romantisch und Kerzen wurden angezündet. Könnte allerdings auch mit den Stromausfällen zusammengehangen haben...
Unser Zimmer war ruhig und in Ordnung und die Klimaanlage funktionierte. Die Anlage war vom optischen Gesichtspunkt ansprechend (wir fanden ja auch die Katalogbilder attraktiv), so auf den ersten Blick zumindest. Das Wetter war super (zum Glück hat niemand Einfluss darauf). Der Fernseher funktionierte ebenfalls. Handtücher gab es nicht immer. Der tägliche Anruf bei der Rezeption (bitte hier die Nummer 9 merken, falls das Telefon funktioniert) brachte Abhilfe. Bei 4 Personen (2 Erwachsene und 2 pubertierende Jungs, keine Brüder sondern Freunde) ist es auch mal schön, nur kleine Handtücher zu erhalten. So kommt Spaß und Spannung nach dem Duschen auf. Ach ja, duschen. Das Wasser blieb ab und zu einfach kalt. Oder passend zu den fehlenden Handtüchern gab es auch mal kein Wasser. Und einmal, ja da gab es nur kochend heißes Wasser. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Das Essen war ekelhaft. Natürlich nur, wenn man auch mal etwas anderes als Kuchen zu sich nehmen wollte. Eine Urlaubsbekannte hat sich ein Mitbringsel der besonderen Art mit nach Hause genommen, Spulwürmer. An Durchfall, Erbrechen und Übelkeit litten fast alle, schön, man hatte immer ein gemeinsames Gesprächsthema. Wir haben während eines Urlaubs noch nie so viele Leute kennenlernen dürfen (Danke). An den Tellern klebten oft noch die Essensreste der vorherigen Gäste, also da sollte man nicht so eigen sein. Lippenstiftfarben waren zu sehen. An den Tischdecken konnte man ebenfalls erkennen, was der Vorgänger gegessen und getrunken hat (... seit Beginn der Saison??? ...). Und damit keine Langeweile während der Essenszeit aufkam, holte man sich das Besteck auch selber. Irgendwie nahm man das in Kauf, weil das Restaurant sowieso wie eine sehr schlechte Kantine (kurz vor der Schließung vom Gesundheitsamt, wo alle Reste noch schnell weg müssen) geführt wurde. Ausweichmöglichkeiten gibt es keine, in der näheren Umgebung ist nichts. A. der Welt als Ausdruck zu gebrauchen ist hier nicht verkehrt.
Service... welcher Service? Bin ich Franzose? Franzosen sind nach wie vor die Kolonialherren dort. Sie benehmen sich so und werden auch von den Tunesiern so behandelt. Wenn der deutsche Tourist mal einen sauberen Tisch zu Gesicht bekam... so war er eigens für die französischen Gäste eingedeckt. Am Strand wurde für französische Gäste die ein oder andere Liege reserviert...usw. usw. In diesem Hotel sind deutsche Gäste Menschen dritter Klasse. Das Personal war völlig überfordert mit der Menschenmasse während der Hauptsaison. Aber ich werde sicher nicht ausprobieren, ob es in der Nebensaison besser sein könnte.
Das Hotel liegt leider wirklich am A.sch der Welt. Tunis ca 40 km und Hammamet ca. 60 km entfernt. Vor den Toren der Hotelanlagen laufen die Kamele durch unbewohnte kahle Häuser. Wir waren uns nicht sicher, ob diese "Häuser" Rohbauten oder bereits Ruinen sein könnten. Man sieht Müll, wohin das Auge auch blickt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Am Strand fand man entweder sauberes und stilles Wasser mit gaaanz vielen Feuerquallen in allen Größen oder aufgewühltes, verschmutztes (Müll und Algen) und arg bräunliches Wasser vor. Manchmal liefen im Minutentakt verletzte heulende Kinder aus dem Wasser. Die Brandwunden waren sehenswert! (Also, bitte die Brandsalbe für den Strand nicht vergessen!) Liegen am Strand gibt es nur ohne Auflagen - sehr ungemütlich. Aber nachdem der morgendliche Kampf um die Liegen erfolgreich war nahm Tourist das doch gerne in Kauf. Ohne Liege gab es halt auch keinen Schirm und die Sonne brannte heiß am Himmel.(Künstlich erzeugte Dankbarkeit über ergatterte Liegen, Geschickte Strategie des Hotels!!!) Mitten in der Anlage gibt es ein französisch geführtes Hotel mit eigener Security. Wenn also das schicke Plastikbändchen am Handgelenk die falsche Farbe hat, darf man dort nicht hinein. Dafür sorgt eine Wachmannschaft. (Am Abend ist der Eintritt zwecks Diskobesuch erlaubt, Geld stinkt ja nicht.) Am Strand ist ebenfalls für die französischen Gäste dieser Anlage ein Abschnitt reserviert. Sollte man sich aus Unachtsamkeit dort auf eine Liege legen, lernt man schnell die ausschließlich französisch sprechende Wachmannschaft kennen. Ist uns leider am ersten Tag aus Unwissenheit passiert. Wir wurden unsanft verjagt, da wir den französischen Gästen ein Dorn im Auge waren und es Beschwerden beim Hotelmanager hagelte, weil Deutsche auf ihren Liegen lagen. Eine sehr unangenehme Situation. (Urlaub, Erholung, Wohlfühlen, hier?). Am Strand gab es auch Aktion der besonderen Art. Die Security war ja sooo wichtig. Einheimische durften unseren Strandabschnitt nur passieren, wenn "Geschenke" ihren Besitzer wechselten. Nach einer gemeinsamen Zigarette durften die Einheimischen den Strandabschnitt durchlaufen. Ohne Geschenke gab es laute Auseinandersetzungen und Prügel vor den Augen der anwesenden Touristen (Kinder waren auch zahlreich anwesend). Mein Freund (groß, kräftig und mutig) ist einmal dazwischen gegangen und wurde von der Security als Schwein beschimpft. Nach unserer Beschwerde beim Management wurde es ruhig am Strand. Eine Entschuldigung für die Beleidigung gab es nicht. Allerdings bedankten sich einige Mitarbeiter des Hotels bei meinem Freund und er erhielt von Stund an beim Personal Original-Getränke aus der Flasche. Oh, ja Getränke... diese Anlage bucht man ja als "All-Inklusive". Bitte vergessen. Sofort. Die Getränke werden mit Leitungswasser und Zucker gepanscht. Sogar verdorbenes Bier wurde ausgeschenkt. Wir haben die Barkeeper auf diesen Zustand aufmerksam gemacht, aber sie wußten es bereits. Man teilte uns mit, dass es halt folgende Anweisung gab: Ausschenken. (Das grenzt doch schon an Körperverletzung). Der hoteleigene Doktor konnte sich über zu wenig Arbeit sicher nicht beschweren...(natürlich waren alle an einem eigentümlichen Virus erkrankt und erhielten Antibiotika. Wer ein wenig Ahnung hat, weiß, dass Antibiotika nicht gegen Viruserkrankungen, sondern gegen Bakterien verschrieben wird) Die Konsequenz: Wir haben für Umsatz gesorgt und unsere Getränke im Supermarkt gekauft. Am Pool gab es beschädigte Fliesen. Das Wasser abzulassen ist zeitaufwändig und nicht möglich, so band man halt Liegen vor die beschädigten Stellen. Ein Tourist hatte leider das Pech und schnitt sich den Fuß böse auf. Die Verletzung mußte genäht werden - auf Kosten des Hotels. Die Animation soll gut gewesen sein, da möchte ich wirklich nichts Negatives sagen. Niemand wurde aufdringlich, wenn man keine Lust hatte.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heike |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 1 |


