Bei der Anlage handelt es sich um ein älteres Hotel, welches aber weitestgehend sehr schön renoviert wurde. Der Gesamteindruck der Anlage ist auch tatsächlich nicht schlecht und alle Einrichtungen wirken sehr gepflegt. Es handelt sich um einen mit viel Marmor vertäfelten palastartigen Bau, der ein wenig den Eindruck der 20er-Jahre vermittelt. Dass es sich um einen alten Bau handelt, ist eigentlich nur an den Holzgeländern und den Aufzügen zu erkennen. Das man sich seitens des Personals um eine schöne Hotelanlage bemüht, ist offensichtlich. Etwas schade ist, dass das seitens des Hotels angestrebte Niveau durch die Gäste nicht unterstützt wird. Entgegen der Vorgaben laufen die Leute in Badekleidung durch die Lobby und die Herren gehen mit Schlappen und kurzen Hosen zum Abendessen (sehr traurig und niveaulos). Der Meerblick und die Aussicht über die Anlage sind sehr schön, vorausgesetzt man hat eines der zum Innenhof liegenden Zimmer. Was allerdings problematisch ist, ist der Außen-hui-und-innen-pfui-Effekt. So ordentlich wie die markanten Plätze, so unordentlich sind die Nebenschauplätze. Wenn man ein Zimmer hat, dessen Blick nicht auf den Innenhof zielt, sieht man verschmutzte Hinterhöfe und Sperrmüllberge. So liegen beispielsweise auf den Bungalowdächern alte Liegenauflagen. Ählich sieht es mit den Dünen des Strandes aus. Der Strand selber ist sehr sauber und gepflegt, hinter den Dünen, dort wo die Liegenauflagen gelagert werden, liegen Müll und Dreck. Das Hotel verfügt über einen Shop und einen kleinen Basarladen. Beides mit einigermaßen anständigen Preisen. In dem Hotel finden etwa 600 Gäste platz. Für einen Familienurlaub ist das Hotel zweifelsfrei gut geeignet. Wer aber als Paar einen ruhigen und romantischen Badeurlaub verbringen will, ist hier etwas fehl am Platz. Wir würden das Hotel nicht mehr besuchen. Sollte man einen der Bungalows buchen wollen und die Hoffnung haben, dass man dort einen Meerblick hat, kann man das vergessen. Die Bungalows sind aneinandergereihte Zimmer in Strandnähe, die nicht mit dem Haupthaus verbunden sind. Alle blicken zwar in Richtung Meer, aber man sieht von dort aus nur auf Dünen und Pflanzen.
Unser Zimmer war in Größe und Ausstattung voll ausreichend. Es wurde offensichtlich vor kurzem renoviert und wirkte sehr sauber. Wir hatten aber auch extra (für etwa 300 Euro Aufpreis) ein neu renoviertes Zimmer gebucht. Ein unrenoviertes hätte ich nicht sehen wollen. Das Zimmer verfügte über eine separate Toilette und ein geräumiges Bad. Dieses verfügte über eine Wanne mit Duschvorhang. Im Bad befanden sich ein Föhn und diverse Kosmetika. Der Balkon (wir hatten ein Typ-A-Zimmer) war groß und hatte eine tolle Aussicht aufs Meer. Das Zimmer verfügte über einen Safe (mit Schlüssel, ein Umbau eines ehemals elektronischen Safes), einen Kühlschrank (der allerdings leer war), einen Fernseher (mit einigen deutschen Programmen) und ein Telefon (hiermit haben wir aber nur die Rezeption kontaktiert). Das Bett war schön hart und groß genug. Die Möbel waren jetzt nicht der letzte Schrei, dunkel und nicht mehr ganz neu, aber sauber und voll funktionsfähig. Super war die zentrale Klimaanlage, welche sich gut steuern lies und einwandfrei funktionierte. Wir erhielten pro Person (allerdings nur nach vorheriger Aufforderung) täglich eine Flasche Wasser aufs Zimmer.
Der Speisesaal ist groß und geräumig, lässt aber jegliche Romantik oder Intimität vermissen. Für das Abendessen (welches in zwei Zeitetappen eingenommen werden kann) hat man einen fest zugewiesenen Tisch. Beim Frühstück und beim Mittagessen kann man den Tisch frei wählen. Es gibt dann noch ein tunesisches Spezialitätenrestaurant, welches wir aber nicht genutzt haben. Es soll dann auch noch ein italienisches Spezialitätenrestaurant geben, aber auch dieses haben wir nie benutzt. Das Strandrestaurant, welches wirklich ganz nett gewesen wäre, war die gesamten zwei Wochen nie geöffnet. Das Spätaufsteherfrühstück und die Snacks werden in der Poolbar angeboten, sind aber äußerst dürftig. Das Essensangebot insgesamt war sehr umfangreich, allerdings nicht besonders abwechslungsreich. Meeresfrüchte kamen für unseren Geschmack deutlich zu kurz. Ansonsten wurde eine große Vielfalt an deutschen, einheimischen und internationalen Gerichten angeboten, welche direkt am Buffet zubereitet wurden. Das kulinarische Highlight waren die Süßspeisen und Desserts. Enttäuschend waren die Getränke. Säfte im herkömmlichen Sinn gab es gar nicht. nur fertige Wassersaftpampe aus dem Automaten (in vier Farbrichtungen). Jeden zweiten Tag gab es zum Frühstück frische Säfte. Diese waren aber nicht gepresst sondern gemixt (also Frucht in Mixer, an und fertig ..... einfach grauenvoll). Für mich war die Cocktailkarte aber die größte Enttäuschung. Dies ist allerding von Riu so vorgegeben und wohl in anderen Riu-Hotels auch so. Nur fünf unspektakuläre Cocktails auf Basis der genannten Wassersaftpampe. Auch sehr bedauerlich war, dass es am Strand keine Getränke im Rahmen des All-Inclusive gab. Man konnte sich dort zwar Getränke kaufen, was aber nicht im Sinne des Erfinders ist. Wer also sein bereits gezahltes Geld nutzen will, der musste sich seine Getränke von der Poolbar holen. Dies ist zwar möglich, aber doch recht weg- und zeitaufwendig. Ein Schandfleck ist die bereits erwähnte Poolbar. Hierbei handelt es sich um eine einfache Überdachung mit drittklassigem Biergartenambiente, in welchem man sich selbst bedienen muss. Sie ist weder einladend noch schön.
Über die Freundlichkeit des Personals lässt sich eigentlich nicht meckern. Die meisten Angestellten waren super nett und zuvorkommend. Nahezu alle Wünsche wurden umgehend erfüllt. Nur in einem Fall wurden wir mit einem äußerst unfreundlichen Kellner konfrontiert, der sich ehrlich daneben benahm. Auf eine Beschwerde bei der Hotelleitung wurde umgehend reagiert. Auch wenn das Personal überwiegend französisch sprach, hatten die meisten ausreichende bis gute Deutschkenntnisse. Über die Sauberkeit im Hotel kann man eigentlich nicht meckern. Es wird ständig irgendwo geputzt und poliert. Besonders lobenswert war in diesem Zusammenhang die Arbeit unseres Zimmermädchens.
Über die Umgebung können wir leider nur wenig sagen, da wir die Hotelanlage nie verlassen haben, außer für den Transfer (welcher übrigens etwa eine Stunde dauert). Was wir aber auf diesem Transfer gesehen haben, machte keine Lust auf mehr. Viele Bauruinen und viel Dreck an den Straßen. Die Lage des Hotels ist eigentlich ok. Man ist weit genug vom Flughafen entfernt, so dass man von diesem nichts mitbekommt. Die Anlage liegt an einer nicht besonders großen Straße und der Fahrzeugverkehr ist unmerklich, zumindest wenn man zum Innenhof wohnt. Das Hotel liegt direkt am Strand, so dass man aus der Anlage geht und direkt am Wasser steht. Dies allerdings nicht nachts. Nachts wird das Tor zum Strand verschlossen und mit einem Wachposten besetzt. Wer also einen romantischen Strandspaziergang plant, kann diesen vergessen. Es wurden im Hotel einige Ausflüge (Kamelreiten, Wüstensafari, Quadfahrten ect.) angeboten, aber diese haben wir nicht genutzt. Noch einmal zu Strand. Dieser ist mit ausreichend Schirmen und Liegen versehen, so dass man immer untergekommen ist. Der Abstand zwischen den Schirmen könnte jedoch etwas größer sein. Schade ist nur, dass der Hotelstrand nicht von der restlichen Strandtrasse abgetrennt wurde. Hierdurch patroullieren permanent junge Einheimische an einem vorbei, welche offensichtlich auf der Suchen nach der "Frau fürs Leben" sind. Im Norden grenzt der Hotelstrand an einen Einheimischenstrand (dessen Besucher auch reichlich den Badebereich des Hotels nutzen) und ein Wasseraktivitätscamp an, was für reichlich Motorbootlärm und Trillergepfeife sorgt. Die üblichen Strandverkäufer sind vorhanden, aber nicht besonders aufdringlich. Das Hotel wird zu einem großen Anteil von französischen Landsleuten besucht. Die zweite große Gruppe stellen die Deutschen und die Österreicher, etwa in gleicher Menge wie die Einheimischen und russische Landsleute dar.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Tagesanimationsprogramm war sehr umfangreich, wenn auch jeden Tag gleich. Wasserball, Wassergymnatik, Aerobic, Beachvolleyball, Bogenschießen und Boggia. Das Abendanimationsprogramm (auf der Freilichtbühne) wechselte täglich, wiederholte sich aber in der zweiten Woche. Das Kinderprogramm am Abend fand ebenfalls auf der Freilichtbühne statt, war aber jeden Abend das gleiche (nach einer Woche bekam man die Lieder (auch wenn man nicht teilnahm) nicht mehr aus dem Kopf. Die Disco im Haus war zwar jeden Abend geöffnet (also die Türe) aber nie in Betrieb. Einmal war sogar das Licht an, aber es fand sich dort weder Musik, noch Personal, noch Publikum. Ein Internetzugang ist vorhanden, kostet aber für eine Stunde etwa 5 Euro. Die Poolanlage ist sehr schön, aber auch stark frequentiert. Der Pool wird jede Nacht gereinigt. Schirme und Liegen sind am Pool ausreichend vorhanden. Die Liegen und Liegenauflagen am Pool waren neu und sehr gepflegt. Ganz im Gegenteil zu den Liegen und Liegenauflagen am Strand. Die Strandliegen waren häufig gebrochen und die Liegenauflagen völlig heruntergekommen. Duschen waren ausreichend vorhanden.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stephan |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 5 |


