Irgendwie geht es mir vorhersehbar immer so: Wenn ich lange geflogen bin, dann brauche ich in der Ferne ein Hotel, von dem ich weiss, dass es als erste Anlaufstelle taugt, ein wenig komfortabel und bestenfalls noch zentral gelegen ist - dafür darf es dann auch etwas teurer sein. Diese Kriterien erfüllt das Imperial Hotel auf alle Fälle. Es ist ein Grand Hotel im guten Sinne, man hat das Gefühl direkt in der gehobenen Gesellschaft Tokios angekommen zu sein. Die stolze Historie des Hauses geht zurück auf 1890. Als wir an einem Samstagmittag nach langem Flug einchecken, da erhalten wir routinierte Aufmerksamkeit, wir sehen Hochzeitsgesellschaften, die ins Imperial kommen um diszipliniert zu feiern. Von aussen, jedenfalls die Fassade, wirkt das 1970 neu entstandene Hotelgebäude erst einmal etwas ungepflegt und überaltert, erinnert etwas an Orwells 1984. Der Eindruck ändert sich sofort in der riesigen Lobby, wo alles golden erscheint. Hier ist Grand Hotel Betrieb - mit der wunderbaren Showtreppe in der Mitte - so liebe ich Grand Hotel. Und am unteren Ende der Treppe steht eben dieser riesige Rosenstrauss, drapiert als riesige Rosenkugel. Die Gäste kommen überwiegend aus Japan.
- ZimmergrößeGut
- SchlafqualitätGut
- SauberkeitSehr gut
Japan ist eine Insel und Platz ist daher rar und teuer. Umso erstaunlicher ist es, dass unser Deluxe Zimmer wirklich geräumig ist - und das mitten im Zentrum der Stadt. Der architektonische Schnitt des Zimmers ist traditionell, aber eben weitläufiger. Ausser den zwei getrennten Betten gibt es ein sehr gemütliches Sofa, einen noch gemütlicheren Sessel, einen Holzschreibtisch und eine hölzerne, etwas ältlich wirkende Kommode. Der Teppich ist flauschig gemütlich und sauber. Das Bad ist klein aber mit Technik vollgestopft - und besteht aus drei Minicompartments. Das Badewannenzimmer besteht neben der Wanne aus einer davor platzierten Dusche (wie in Japan üblich)- sehr funktional. Das WC ist high tech - beheizte Klobrille, dazu kann das Klo alles, was ich nicht brauche, sehr interessant. Vor den beiden Miniräumen gibt es vorgelagert das Waschbecken - und es gibt jede Menge Zubehör, Bürsten, Handtücher - was man will. Zurück zum Bett: Internationaler bequemster Standard, zwei Kopfkissen - perfekt zum nächtlichen Kampf gegen den Jetlag. Insgesamt ist das eine sehr gute Startparzelle zu unserer touristischen Japaneroberung.
- EssensauswahlGut
- GeschmackEher gut
Über das Hotel verteilt gibt es mehrere Restaurants – auch für das Frühstück. Und hier liegt auch ein Thema des Imperial: Als wir am Sonntagmorgen gemütlich frühstücken wollen, da sollen wir 45 Minuten warten – das Restaurant ist voll. Da wir ein paar Termine haben landen wir im Erdgeschoss beim Continental Breakfast, das kaum als üppiges Frühstück bezeichnet werden kann. Das war eine Enttäuschung. Am folgenden Montagmorgen war der Frühstücksraum im 17.Stock (Imperial Viking Restaurant) dann nach zehn Minuten Wartezeit für uns bereit – und dieses Frühstück war fantastisch. Der Mix von asiatischem und europäischem Angebot grossartig, reichhaltig, üppig.
Bester Service
- Rezeption
Der Service ist so, wie man ihn sich in Japan eben vorstellt: Ruhig, zurückhaltend - aber aufmerksam, auf Regeln und Diskretion bedacht. Den Hotel-Standard gibt dann der Umgang mit unseren Sonderwünschen wieder: Ja, auch wenn wir bereits mittags hier sind können wir trotz fast voller Hütte bereits einchecken. An Personal wird nicht gespart, weder beim Frühstück, noch in der Lobby. Es gibt alleine ständig mindestens vier Verwalter der Hotelvorfahrt.
- Lage für SehenswürdigkeitenGut
ÖPNV-Erreichbar
- Ja
Das Imperial Hotel hat seinen Namen vom nahen Kaiserpalast in dem eben der Emperor wohnt. Seine Gäste kommen bevorzugt im nahen Hotel Imperial unter, einem Hotel mit Tradition. Tokio sprengt in der geographischen Ausdehnung die traditionellen europäischen Werte etwas - wenn es bei Tokio ein mittendrin gibt, dann liegt hier das Imperial Hotel. Mobilität, Tradition, Politik und Luxusshopping liegen nicht mehr als einen Fussmarsch entfernt. Für Mobilität steht der etwa ein Kilometer entfernte Hauptbahnhof, Tradition deckt der ebenso weit entfernte Kaiserpalast ab, das japanische Parlament, Ministerien und Botschaften sind nah und letztlich ist man vom Hotel in fünf Gehminuten in der Luxusshoppingarea Ginza. Zum Flughafen Haneda fährt man knapp 15 Minuten mit dem Taxi – der andere Tokioter Flughafen Narita liegt 70 Kilometer östlich der Stadt.
Unerwartete Kosten
- Nein, keine unerwarteten Kosten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 378 |


