Jüngere und ältere, meist deutsche und holländische Stammgäste zeigen an, daß man es hier aushalten kann. Wir waren das erste Mal hier, haben aber in den letzten 10 Jahre die meisten Teile der türkische Küste von Istanbul bis zur syrischen Grenze und Teile des Inlandes bereist. Im Vergleich zu ähnlich preisigen Anlagen gefiel uns das Hotel durch seine Sauberkeit, freundlichen Service, ordentlichen Komfort der Räume und durch sein hervorragendes Essen. Es leidet im Gesamtkomfort etwas durch die trennende Hauptstrasse. Damit und mit dem hohen Geräuschpegel konnten wir aber leben. Die TUI-Bewertung des Hotels von ***+ ist sehr korrekt; wir würden es als *** Hotel (also Mittelklasse) mit **** Essen (also gehobene Qualität) bezeichnen. Wir hatten das Hotel aus drei Gründen gewählt: 1. brauchbarer Standard 2. kein All-inclusive (mit seinem Rund-um-die-Uhr-Konsum) 3. östlichste Stadt der Antalya-Angebote und damit Zugriff auf die uns bis dahin noch unbekannte Küste Richtung Kap Anamur und das dazugehörige Hinterland. Wer durchs Land fahren will, darf keine romantischen Anblicke aus Tausend-und-einer-Nacht erwarten. Improvisation ist Lebensstil; die Landbevölkerung sehr arm, aber meist fröhlich und glücklich. Ehre, Tradition und Religion spielen eine große Rolle; Minimumvorbereitungen auf die andere Kultur und etwas türkische Sprache erleichert das Verständnis ernorm! - - Beispiele für Ausflüge an der Küste: nach Mahmutlar (10 min): Hotels und Ferienhochhäuser, aber in der Vorsaison große kaum belaufene Küste, Felsplatten, schöne Brandung; in der Hauptsaison viele Türken aus Sommerwohnungen - - weiter nach Gazipasa (nochmals 15 min), weitere leere Küste bei Nebensaison, interessante Bananenpantagen, gelegentlich auf dem Meer Gruppen fischender Delphine, hinweisend: Mövenschwärmen -- weiter nach Anamur ( weitere mehr als 2,5 Stunden!!): sehr viele Kurven, aber Kurvenneigung sehr gut ausgebaut, herrliche Ausblicke, eine der schönsten Küstenstrecken der Türkei!!! in Anamur: sehenswerte antike Stadt "Anamurium" (Eintritt nur in Lira!) und die großartige Kreuzritter- und Seldschukenburg "Mamure kalesi" ca. 2 km hinter Anamur (Eintritt in Lira oder Euro). Fahrten ins Landesinnere auf oft schmalen Gebirgswegen und über Flußtälern sind sehr eindruckvoll für Naturliebhaber. - - Stadtmenschen finden in Alanya Möglichkeiten auch bei schlechten Wetter: z.B. sehenswertes Museum (= müze) oder Fahrt zur nahen Dim-Höhle; bei besserem Wetter lockt Stadtbummel in riesigen Einkaufstraßen; Freitag ist sehr sehenswerter Basar(= pazar), Eingang von der Hauptstrasse gegenüber dem Gebäude "Ticaret odasi"; Merke: Lebensmittel werden (meist) nicht verhandelt, sonst nahezu alles; mit Lira ist man besser dran, auch, wenn die Reiseleitung was anderes erzählt; aber Geld genau kennenlernen (Reste können zum Schluß in Trinkgeldkasse wandern, da wegen Inflation nach Deutschland mitzunehmen sinnlos!); manche Tankstellen nehmen nur Lira, vorher fragen!
Die Zimmer sind modern und neu und haben Fliesenböden; Möbel sind praktisch, so gut wie nicht abgewohnt und sehr sauber; Bad ausreichend, funktionell, sauber; kleiner Balkon mit Stühlen, sehr praktische 2.Balkontür mit Mückengitter; Telefon funktionierte nach Deutschland sofort; Minibar gut bestückt (haben wir nicht gebraucht; andererseits: das offensichtliche Mitbringen von Getränken in die Zimmer ist unerwünscht!!); den sehr kleinen Fernseher haben wir nicht benutzt. Der Geräuschpegel ist auch nachts recht hoch (sehr gewohnheitsabhängig, war für uns nicht so schlimm). Wer das Glück hat, ein Zimmer weiter als 30m von der Straße entfernt zu bekommen, kann bei geschlossener Balkontür ruhig schlafen. In jedem Falle sollte man aber ein Zimmer im Trakt direkt an der Strasse vermeiden. Das muß man gleich beim Check-in regeln. Sofern solche Zimmer frei sind, funktioniert das, wenn es sehr höflich und nicht fordernd vorgetragen wird. Im Zweifel wendet man sich an die Reiseleitung; unsere TUI-Reiseleiterin war zu den angegeben täglichen Sprechzeiten übrigens pünktlich zur Stelle, kompetent und freundlich.
Die Küche selbst ist eigentlich ***** wert, die Restauration leider mit zwei Einschränkungen. Gegessen wird im Panorama-Restaurant des meeresseitigen Altbaues. An dem langen, oft sehr originell geschmückten (!!) Buffet entstanden auch bei vollem Saal keine nennenswerten Staus. Das Frühstück erreichte regelmäßig eine Qualität, wie wir sie auch in *****Hotels nicht oder kaum besser gesehen haben. Tee oder Kaffee wurde von aufmerksamen Kellnern am Tisch immer wieder nachgeschenkt. Das Abendessen ist ebenfalls ausgezeichnet und enthält glücklicherweise noch viele typisch türkische Elemente bei allerdings leider dem mitteleuropäischen Gast allenthalben unterstellten Kompromiss (kaum Olivenöl und weniger Gewürze). Getränke müssen abends extra bezahlt werden; dazu wird eine sehr praktische Chip-Karte beim Check-in ausgegeben und immer eine Quittungsdurchschrift am Tisch abgegeben - sehr korrekt für die Gesamtzahlung bei Abreise. - - - - Negativ vermerkten wir den versuchten Alkoholzwang bei mehreren Abendessen; dazu lagen Zettel in Deutsch aus: "Heute Weinabend" und auch der Chefober wurde sehr deutlich. Zwei Drittel des Saales liess sich davon beeindrucken. Wir tranken lieber das türkische Nationalgetränk ayran (ein leicht gesalzenes Joghurtgetränk) oder eine große Flasche Mineralwasser, da wir hinterher meist noch mit dem Auto fahren wollten. Negativ und einige Male anstrengend waren die Essenzeiten: morgens von 7-10 Uhr hat uns als Frühstarter ja gefallen, aber wie wäre es bei Spätaufstehern? Das wurde ganz deutlich am Abend: 19-21 Uhr; selbst wer dann von einem Ausflug gegen 20.30 zurückkehrte, konnte nur noch schnell etwas herunterschlingen, denn mit einer geradezu bürokratischen Pünktlichkeit wurde um 21 Uhr gnadenlos abgeräumt, auch wenn noch 20-30 Gäste im Saal saßen und erst beim zweiten Gang waren. Allerdings: in der Hochsaison soll Abendessen bis 22 Uhr möglich sein.
Der Zimmerservice ist überragend fleißig und sehr sauber! Rezeption, Hotelboys und Sicherheitsleute sind sehr freundlich und hilfsbereit; Küche und Restaurant aufmerksam mit leichten tageszeitlichen Schwankungen. Man muß das verstehen: Das Restaurantpersonal fing morgens vor 7 Uhr an, hatte dann eine Mittagspause und die gleichen Leute waren bis nach 21 Uhr immer noch da! Alle Kellner sprechen (arbeitsbezogenes) Deutsch, die Hauptrezeptionisten gutes Deutsch für alle Probleme; anderes Personal versuchte sich in freundlichen deutschen Begrüßungen; von voll ausgebildetem Personal wird Englisch verstanden, neuerdings auch Russisch gelernt. Holländische Gäste konnten sich mit Deutsch gut verständigen.
Wer zentrumsnah, ca.5-15 Gehminuten zu Einkaufsmeile und Museum oder 35 min zur berühmten Burg wohnen will, findet einen durch die Hauptstraße zweigeteilten gepflegten Hotelkomplex. Der strassennahe Altbau am Meer enthält heute nur noch das namengebende Restaurant mit einfacher Möbelierung, aber einem tollen Panoramablick auf Strand, Bucht und Burg, ein modernes kleines Foyer mit Rezeption und eine große Bar im Obergeschoß. Seitlich angebaut sind neue Wohnanlagen mit meerseitigen Balkonen bzw. Terassen. In einige kann man aber vom sehr nahen Restaurant (während der Essenzeiten) voll reinschauen. Wir waren deshalb froh diese höherpreisigen Zimmer (= Meeresblick) nicht gewählt zu haben. - - - - Der hauseigene kleine saubere flache Strand ist mit Liegestühlen, Schirmen und kleinen Tischchen bestückt und wird jeden Morgen erneut vom Müll der Gäste gereinigt. Er besteht hotelnah aus Sand. Das Meereswasser war im April sehr sauber und Unrat aus dem Meer selbst wurde nicht angeschwemmt; an der Brandungszone wird allerdings immer wieder grober Kies freigespült. Da in gleicher Richtung wie das Panoramarestaurant gelegen, bietet sich auch hier ein herrlicher Blick auf die große Bucht. - - - - Der übrige und damit hauptsächliche Wohnkomplex liegt jenseits einer zweispurigen Hauptstrasse. Es ist die Küstenfernstrasse der türkischen Riviera!! Zwar besitzt Alanya eine ausgezeichnete Umgehungsstraße; aufgrund sehr mangelhafter bzw. fehlender Ausschilderung wird sie aber nur von Insidern benutzt und stattdessen die Küstenstrasse auch in der Nacht ununterbrochen befahren. Für Hotelgäste gibt es deswegen eine sehr gute, nachts beleuchtete Privat-Unterführung. Sie und beide Hotelteile werden bewacht. Die Überwegung geht sehr schnell und könnte eigentlich nur für Gehbehinderte lästig werden. Die langgezogenen, mehrgeschossigen Wohntrakte sind angenehmere Neubauten als die vielen weiteren nahen Hoteltürme. Sie liegen meist straßenferner, ein Trakt jedoch direkt an der lärmenden Straße. Ein kleiner, sehr gepflegter Hotelgarten enthält Palmen, Orangenbäume, Bananenstauden, u.v.a.m. Für Naturbeobachter: die blühenden Bäume wurden in der Dämmerung von den hochinteressanten Flughunden angeflogen. Sie ähneln großen Fledermäusen. Ihre eigentliche Verbreitung ist Afrika und Hinterasien. Zwischen den Wohntrakten liegt der sehr große, außerordentlich gepfegte Pool mit Bar, Liegestühlen usw. Wegen der noch Ende April niedrigen Wassertemperaturen wurde aber weder dort noch im Meer nennenswert gebadet! Beide Hotelkomplexe haben kleine Parkflächen ggf. für Mietwagen, die Plätze reichten allerdings schon in der Vorsaison nur knapp aus. Sie wurden mitbewacht.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Da wir täglich Stadt und Umgegend teils zu Fuß teils mit Mietwagen erkundeten, haben wir von hoteleigenen Veranstaltungen wenig erwartet. Von laut TUI-Katalog Türkei 2004, S.167 angekündigten täglichen Animationen und Abendunterhaltungen haben wir allerdings keinerlei Ankündigung gesehen! Lediglich für die Zeit nach unserer Abreise wurde eine abendliche Ledermodenschau (Werbeveranstaltung??) mit anschließendem Bauchtanz geplant. Saisonbedingt war an Pool und Strand wenig los, lediglich an einem sehr sonnigen, heißen Tag waren einige Liegestühle besetzt. Das Wasser war Ende April noch recht kalt. Dennoch könnten wir uns vorstellen, im Hochsommer ordentliche stadthoteltypische Badebedingungen vorzufinden. So beschränkten sich die Aktionen vieler Gäste auf Strandlaufen Shopping in den nahen Straßen mit hunderten von Geschäften; am teuersten, weil verwöhnt ist die Hauptstrasse, empfehlenswert daher die vielen Nebenstrassen. Die Wechselstuben und Banken haben unterschiedliche EURO-Kurse; ein Umtausch in Lira lohnt sich für Käufe außerhalb der Touristenmeile, in jedem Falle aber für Türkeikundige und Leute, die mit einem Mietauto durchs Land fahren (vgl. Tips und Empfehlungen). Land, Leute und vor allem die großartige Natur kennen zu lernen, ist mittels veranstalteter Kurzreisen oder eigenem Mietwagen vielfältig möglich (Vermittlung u.a. durch Hotelrezeption und Reiseveranstalter). Unser bei TUI in Deutschland georderter Mietwagen wurde ohne Aufpreis einigermaßen pünktlich ins Hotel gebracht und war in bester Verfassung.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im April 2004 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jürgen |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 1 |


