Bei dem Hotel Vila Galé in Lagos handelt es sich um ein relativ neues Hotel (2009 eingeweiht), das als Design-Hotel mit dem Thema „Mode“ einen edlen Eindruck macht. Die großzügige Rezeption, die die ganze Hotelbreite im Erdgeschoß einnimmt, der schwarze Natursteinboden, die weißen Steinfelder, die dunklen Gänge, die von hohen Glasfassaden unterbrochen werden und das ansprechende Sanitär-Design geben einem eher das Gefühl, in einen Business-Hotel zu wohnen als in einem Touristen-Hotel (in der Tat wird das Hotel auch für Konferenzen genutzt). Von der Eurokrise konnte man an der Algarve nichts merken, da August die absolute Hauptsaison ist, und das Geschäft brummte. Das Vila Galé war restlos ausgebucht, und Mietwagen waren vor Ort nicht mehr zu bekommen, egal welche Klasse. Wer (wie wir) nur Halbpension gebucht hat, kann für Eis und Getränke im Hotel viel Geld lassen (großes Bier 4 €, große Flasche Sprudel 2,80 €). Direkt hinter dem Hotel (auf dem Weg zum Strand) befindet sich eine Tankstelle, an der Eis und Wasser nur etwa die Hälfte kosten.
Wir hatten ein Familienzimmer gebucht, und das Glück, ein Upgrade zu einer Junior-Suite zu bekommen. Diese bestand aus einem Schlafzimmer mit zwei Betten, einem Wohnzimmer mit Schlafcouch (Platz für zwei), einem Badezimmer und zwei Balkonen. Dafür mußten wir uns statt des gebuchten Pool-Blicks mit der Aussicht auf den Parkplatz begnügen, was wir aber angesichts des größeren Zimmers gerne in Kauf nahmen. Das Design des Zimmers war edel, schwarze Natursteinböden, rundes Sanitär (mit Bidet), moderne Kunst an den Wänden und die Möbel in Klavierlackoptik. Die Zimmer waren mit Klimaanlage ausgestattet, die wir aber trotz der warmen Außentemperaturen nur abends vor dem Schlafengehen kurz anstellten. Beide Zimmer hatten jeweils einen Flachbildschirm-Fernseher mit fast 100 Sendern, von denen die meisten portugiesisch waren (nur drei deutsche Sender: ARD, ZDF, Sat1). Erfreulich war auch, daß der Safe im Zimmer kostenlos zur Verfügung stand. In einem Kühlschrank konnte man seinen Getränkevorrat kühlen. Die Zimmermädchen reinigten täglich und gründlich (inklusive Boden feucht wischen), und erhielten dafür von uns auch ein gutes Trinkgeld.
Vom Eingang des Restaurants wird man nach Nennung der Zimmernummer an einen freien Tisch geführt. Zu Stoßzeiten kann sich schon einmal eine kleine Schlange bilden. Die Buffets bieten eine reichliche Auswahl, und man findet immer etwas, das einem schmeckt. Beim Frühstücksbuffet kommen sowohl die Freunde des englischen Frühstücks (Pfannkuchen, Rührei, Bohnen, Speck, Pilze) als auch die Müsli-Fraktion und die Baguette-Liebhaber auf ihre Kosten. Frisches Obst (Ananas, Wasser- und Honigmelone) gab es natürlich auch. Und man konnte das Frühstück auch mit einem Glas Sekt beschließen, wenn man wollte. Abends blieb kein Wunsch unerfüllt. Es gab jeden Abend mindestens vier verschiedene Fleisch- oder Fischgerichte, und besonders Freunde von Meeresfrüchten (Muscheln, Tintenfisch) kamen auf Ihre Kosten. Salate konnte man sich selbst zusammenstellen, oder sich an bereits fertigen Salaten bedienen. Für Kinder gab es einen eigenen Abschnitt am Buffet mit Pommes Frites, Kroketten, Hamburger und Pizza. Zum Abschluß konnte man noch einen Gang zu Kuchen, Cremes, Eis, Obst oder an die Käsetheke machen, oder das Essen bei einem Espresso ausklingen lassen. Das Essen war nach portugiesischer Art zubereitet, und die portugiesische Küche ist eher mit deftiger Hausmannskost als mit der Raffinesse der französischen Küche oder der allseits beliebten italienischen Küche vergleichbar. So ist beispielsweise der salzige Bacalhau nicht jedermanns Geschmack. Aber wer es deftig und bodenständig mag, ist im Vila Galé gut aufgehoben. Es gab auch ein À-la-carte-Restaurant, in dem man nach vorheriger Anmeldung essen konnte. Dieses wurde von uns jedoch nicht in Anspruch genommen. Nach dem Essen konnte man noch in die Bar gehen, wo abends etwas Unterhaltung durch Sänger oder Tanzgruppen geboten wurde, und wo auch zwei Billard-Tische standen (7,50 €/Std.)
Das Personal (Rezeption, Restaurant, Zimmermädchen) war nett, jedoch nicht übertrieben freundlich. Da ein guter Teil der Gäste aus Portugal und England kommt, ist „Deutsch“ als Sprache unter dem Personal nicht so verbreitet wie beispielsweise auf Mallorca. Aber mit Englisch kommt man gut aus.
Das Hotel befindet sich nicht direkt in Lagos, sondern liegt etwas östlich der Stadt, getrennt durch die Hafen-Zufahrt. Zu Fuß benötigt man nach Lagos ca. 30 min, wobei man an dem schönen Yachthafen vorbeikommt, mit dem Taxi kostet es rund 7 €, mit dem Bus 1,20 €. Der nächste Supermarkt (Pingo Doce) ist 20 Gehminuten entfernt (von 8.30 bis 21 Uhr geöffnet). Aufgrund dieser Lage außerhalb verbrachten wir die meisten Tage am Pool/Strand. Das Vila Galé war kein unmittelbares Strandhotel, bis zum Strand waren es ungefähr 5 Minuten Fußweg, über einen Parkplatz, dann über die Eisenbahngleise, und noch durch die Dünen bzw. den Schwimmbad-Club Dunes. Der Strand Meia Preia selbst war sehr schön feinsandig, und der Atlantik lud mit angenehmen Temperaturen und mäßigen Wellen zum Baden ein.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das dreigeschossige Hotel (EG, 1. OG, 2. OG) besteht aus drei Flügeln, die in der großzügigen Anlage wie ein „U“ angeordnet sind, und die den Swimming-Pool und die Grünanlagen umschließen. Der Pool hat einen 40 mal 40 m Grundriß, der an vier Stellen eingeschnitten war, so daß sich die Form eines „Doppel-H“ ergab. An jedem der sechs Eingänge gab es breite Treppen, und die Wassertiefe stieg von 90 cm am Rand bis auf 130 cm in der Beckenmitte. Ringsherum war der Pool mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen bestückt, die offiziell auch nicht reserviert werden durften. In der Tat sah man auch keinen Exzesse, daß bereits um 6 Uhr morgens Liegen reserviert wurden, doch auffällig war schon, daß bestimmte Gäste immer die gleichen Liegen besetzten, obwohl sie erst relativ spät auftauchten. Und bei der Anzahl der Liegen setzt einer der wenigen Kritikpunkte an: Wer nach 10 Uhr kam, bekam keine Liege mehr mit Schatten, und wer nach 11 Uhr kam, konnte mit überhaupt keiner Liege mehr rechnen, und mußte sich auf die Wiese legen. Handtücher kann man sich gegen eine Kaution von 10 € an der Rezeption leihen. Etwas abseits, aber noch in der Hotel-Anlage war ein Baby-Pool für die ganz Kleinen und eine Art Kindertagesstätte, die aber selten genutzt wurde. Dahinter lagen noch Tennisplätze und ein Putting-Green, das ebenfalls selten genutzt wurde. Auch war während einiger Tage eine Hüpfburg aufgebaut, die aber (aufgrund der Hitze) von den Kindern nur wenig genutzt wurde. Wir hatten während der ganzen 14 Tage im August nur Sonne und Mittagstemperaturen von über 30 °C. Besonders hervorheben möchte ich die Animation. Sie war dezent, aber lud doch zum Mitmachen ein, und der Pool füllte sich zu den bekannten Stunden von ganz allein mit bewegungswilligen Gästen. Insbesondere der Chefanimateur Ulissis aus Brasilien war ein wahres Energiebündel, der die Erwachsenen mit heißen Rhythmen zum Aqua-Gym und zum nachmittäglichen Tanz-Unterricht mitriß. Auch die anderen Animateuren (studentische Saisonkräfte oder Praktikanten) kümmerten sich liebevoll um die Kinder. Es gab auch noch einen Wellness-Bereich, der jedoch durch seine hohen Preise abschreckte, und zu dem ich nichts weiter sagen kann. Im Hotel gab es auch eine Bibliothek, in dem frühere Gäste ihre Bücher zurückgelassen hatten, wodurch eine internationale Büchersammlung entstanden war. In diesem Raum standen auch zwei Computer, an denen man im Internet surfen konnte, wenn denn die Verbindung funktionierte. Es gab aber keinen Tag, an dem beide Computer den ganzen Tag funktionsfähig waren. Besser war es, in der Hotellobby mit dem eigenen iPad oder Notebook zu surfen, denn dort war das WLAN kostenlos (auf den Zimmern kostete es eine Gebühr).
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2013 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Frank |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 3 |


