Tamu Hotel – eine außergewöhnliche Unterkunft Im März / April 2026 verbrachten wir 6 Nächte incl. Frühstück für 245 $ pro Nacht im Tamu Hotel auf der Insel Koh Rong / Kambodscha. Lage: Das Hotel liegt in Osten der Insel direkt am Pagoda Beach, zusammen mit 5 weiteren kleinen Hotels. Das Tamu Hotel ist mit Abstand das teuerste dieser Hotels und vermutlich auch das älteste dieser Hotels (aufgrund des äußerlichen Erscheinungsbildes). Außerhalb der Hotels keine weitere Infrastruktur fußläufig erreichbar. Beim Pagoda Beach handelt es sich um einen puderzuckerweißen feinen Sandstrand, das Meer war zu unserer Zeit ruhig, glasklar und hatte Badewannentemperatur. Das war schon fast Malediven-Feeling. Als erstes wurden wir zu unserem laut Beschreibung „Luxuszelt“ geführt, ein Abenteuer, auf welches wir uns schon richtig gefreut hatten. Auf einem Podest stand eine einfache schilfbedeckte und aus dünnen Holzstangen gebaute Hütte. Im Innern der Hütte war ein Zelt mit teils schrägen Zeltwänden aufgebaut. Zunächst wollten wir mal unsere Koffer auspacken. Nur…es gab so gut wie keine Ablageflächen. Angeboten wurde ein kleines Holzregal mit einer kleinen Stange und 3 Kleiderbügeln. Freundlicherweise wurden wir gefragt, ob wir noch einen weiteren Kleiderbügel haben möchten. Im Innern des Zeltes war eine recht wuchtige Wand, in welche die Klimaanlage integriert war (die glücklicherweise auch immer funktionierte). Ein ausreichend großes Bett von guter Qualität war auch vorhanden. Aber…auf den Hotelbildern ist ein helles lichtdurchflutetes Zelt mit Zeltfenster zu sehen. Die Realität war ein dunkelgrünes Zelt ohne Fenster. Spärliche Funzel-Lichter brachten kaum Helligkeit ins Zelt und vermittelten einen düsteren, engen und ungemütlichen Eindruck. Die angeblichen 45 m2 waren vermutlich großzügig von den Außenmaßen der gesamten Hütte genommen worden. Jetzt zum Open-Air-Bad, eingerahmt von dünnen Holzstangen war dort die Toilette, das Waschbecken und die Dusche untergebracht. Hier konnte das Tageslicht nichts verbergen, alles machte einen wirklich ungepflegten Eindruck. An den Holzstangen und an der Duschwand hatten sich viele weiße haselnussgroße ekelerregende Klumpen (was auch immer das war) gebildet, die Duschwand sah total versifft aus, das Waschbecken war sehr fleckig und die Armaturen waren schon lange nicht mehr abgewischt worden. In das Bad hinein wuchsen schon die ersten Dornenzweige von außerhalb. Zur „Freude“ meine Frau rannten auch immer mal wieder mal dicke Spinnen über den Boden, klebte lange Zeit eine Motte mit 5cm Flügellänge am Spiegel und ein großer Gecko hatte sich an einer klebrigen Moskitofalle selbst festgeklebt und ist dort verendet. Auf den Weg zum Essensbereich kommt man am Hotelpool vorbei. Er ist 2m breit und ca. 15m lang, dunkel gefliest und wirkt ungepflegt, weil viel „Natur“ auf der Oberfläche herumschwimmt und vermutlich selten gereinigt wird. Dieser kleine „Schlauchpool“ ist der deutlich kleinste Pool im Vergleich zu den anderen 5 Hotelpools. Nun zu dem Essensbereich und einem absoluten Highlight – das Frühstücks Büfett. Aufgebaut war alles auf einem etwas größeren Essenstisch. Aber darauf war nicht nur das Essbare, sondern auch der Toaster, ein Warmhaltebehälter, Gläser, die Teller und das Besteck, 1 Wasser- und 1 Saftkrug und noch einiges mehr. Viel Platz für Essbares war da nicht mehr vorhanden. Es gab z.B. kleine harte und trockene Brötchen, klebrig weiches Brot, beides nur genießbar nach einer Runde im Toaster. Nur…außer Butter gab es nichts, mit was man Brot oder Brötchen belegen konnte. Es gab auch kein Toast, keine Baguette oder etwas ähnliches. Angeboten wurden noch Spiegel- oder Rühreier (kein Omelett) und noch 2 oder 3 asiatische Sachen. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich jetzt noch mehr erklären sollte, seht einfach das beigefügte Bild vom Büfett an und ihr seht, was ich meine. Etwas muss ich aber noch sagen, seit mehr als 30 Jahre fahren wir jährlich in den Urlaub in den südostasiatischen Raum. Noch nirgends wurde uns so ein armseliges und erbärmliches Frühstück präsentiert und das bei einem Übernachtungspreis von 245 $. Ich spreche immer nur von dem Essensbereich, denn etwas Ähnliches wie ein Restaurant war nicht vorhanden. Der Bereich war aufgebaut mit Holzbalken (schon deutlich in die Jahre gekommen) und hatte ein schilfbedecktes Dach. Darin befand sich noch die Theke und ein Schreibtisch als Hotelrezeption. Der gesamte Bereich war absolut schmucklos und verströmte die Atmosphäre eines großen Carports. Am Beach standen den Hotelgästen gerade mal 8 Holzliegen mit Matten zur Verfügung. Des Weiteren war noch eine größere Anzahl von hölzernen Rückenlehnen vorhanden, an welche man den Kopfteil einer Matte anlehnen konnte. Ansonsten lagen die Matten direkt auf dem Sand. Darunter fühlten sich die Sandflöhe und Ameisen sehr wohl (gut, für diese Tierchen ist das Hotel nicht verantwortlich und auch nicht, dass eigentlich alle Gäste über eine gehörige Anzahl von stark juckenden Stichen verfügten). Vergeblich wartete ich in den 6 Tagen auf jemand von der Hotelleitung oder vom Management. Es wurde aber niemand entdeckt oder gab sich nicht zu erkennen. Das durchaus freundliche und hilfsbereite Personal war nicht der richte Ansprechpartner. Normalerweise kommt in solch kleinen Hotelanlagen immer mal wieder jemand bei den Gästen vorbei und fragt, wie es einem gefällt oder ob alles ok ist…Fehlanzeige. Auch beim Auschecken keine diesbezügliche Frage. Eine heute durchaus übliche Aushändigung eines Hotelbewertungsformular oder eine Übersendung per Mail…Fehlanzeige. Die wissen vermutlich warum. Fazit: Meine persönliche Empfehlung…Hände weg vom Tamu, von irgendwelchem Luxus war noch nicht einmal ansatzweise etwas vorhanden. Die Hotelbilder auf der Homepage spiegelten nicht die Realität wider. Wir waren nicht nur enttäuscht vom Tamu, wir waren stinksauer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war einfach nur unterirdisch schlecht. Nach dem Tamu waren wir auf der Insel Phu Quoc/Vietnam in den 5 Sterne Resort InterContinental. Genau wie im Tamu hatten wir 6 Nächte mit Frühstück gebucht und insgesamt gerade mal 30 Euro mehr gezahlt. Zwischen dem Unterschied der beiden Hotels lagen keine Welten, das waren schon Galaxien. Entschuldigung an alle, die den langen Text komplett durchlesen mussten.

