- Preis-Leistungs-VerhältnisSchlecht
4 Sterne All In-Hotel mit Höhen und Tiefen. Sehr abgeschieden gelegen. Super freundliches Service-Personal, durchschnittliches Essen, Gute Getränkeauswahl. In 2017 von der Sensimar-Kette übernommen und renoviert. Internationales Publikum, Ende Mai bzw. Anfang Juni sehr, sehr hoher Alterdurchschnitt, gefühlt > 70 Jahre. Insgesamt waren wir 14 Tage vor Ort. Das Publikum bestand während unseres Aufenthaltes überwiegend aus Briten, danach folgten Franzosen und relativ wenig Deutsche und Skandinavier.
Unser Zimmer war frisch renoviert und mit einem neuen Bett und dicker Matraze ausgestattet. Wir haben dort sehr gut drin gelegen. Das Bett hat eine ausreichend große Bettdecke für 2 Personen. Unser Zimmer war auch von der Größe OK. Wir haben aber in der Anlage auch kleinere Zimmer gesehen. Klimaanlage funktionierte gut. Ablage- und Schrankfläche war ausreichend vorhanden. Die Zimmer empfanden wir als extrem hellhörig. Wenn unsere Nachbarn die Toilette nutzen, war es als wenn man live daneben stehen würde. Was uns gar nicht zusagte war das Badezimmer. Hinten vor Kopf eine Kunstoffbadewanne, auf deren Rand ein 1 Meter breite Abtrennung zum wegklappen montiert war. Ich mit 184 cm Größe konnte über die Abdeckung drüber gucken. Zudem gab es keine Duschstange. Man muss sich den Brausekopf also selbst über den Kopf halten. Das Ergebnis war auf jeden Fall, dass nach dem Duschen das Bad immer unter Wasser stand. Sehr nervig. Unser Zimmer ging zu einem Pinienwald raus. Alles OK. Wir hatten allerdings nachts immer mit Mücken zu kämpfen.
Das Restaurant hat Innen- und Außen Sitzmöglichkeiten. Das Frühstück war für italienische Verhältnisse umfangreich. Eierspeisen werden nach Wunsch zubereitet. Der Kaffee wird in kleinen Portionskännchen serviert. Der Kaffee war aber eine einzige Enttäuschung. Meist nur lauwarm serviert. Manchmal so stark und bitter, dass er nicht zu genießen war. Cappuccino bestand nur aus Kaffee und Milch ohne Schaum. Das Hotel wäre gut beraten über die Investition in einen Barista und eine gescheite Kaffeemaschine nachzudenken. Für das Kaffeeland Italien sehr enttäuschend. Mittag- und Abendessen in Buffetform. Geschmacklich OK aber wir vermissten die "Wow-Effekte". Sehr gut waren die Desserts und die meisten Saucen. Fisch war überhaupt nicht zu empfehlen, weil dieser immer völlig übergart war. Wir beobachteten auch, wie Fisch und Fleisch von Auslage wieder an den Grillmeister zum erneuten Aufwärmen durch den Küchenservice gereicht wurde, was die Qualität nicht besser machte. Oft leider vieles kalt oder nur lauwarm. Abends gibt es eine zusätzliche Kochstation. Allerdings auch nicht spektakulär. Freitags ist immer Gala-Dinner. Die Gäste werden dazu um schwarz/weiße Kleidung gebeten. Ansonsten gibt es noch das ein oder andere Motto-Dinner, wo ich aber keinen großen Unterschied zu den anderen Tagen feststellen konnte. Es gibt ferner ein Bezahltrestaurant, indem ein Besuch je Aufenthalt inkludiert ist. Das war ein netter Abend. Man kann sich von der Karte ein Menü zusammenstellen. Hier bekam ich u. a. ein tollen Steak, auf den Punkt gebraten. Aber leider auch lauwarm und mit Kühlschrank kaltem Blumenkohl und Spinat als Beilage. Nachtisch auch hier top. Den Wein im Bezahltrestaurant muss man übrigens extra bezahlen (Flasche 14 €), er war aber auch sehr gut. Die Bar verfügt über eine umfangreiche Cocktailkarte. Diese werden auch durchgängig mit Markengetränken gemixt. Wer Cocktails mag, fühlt sich hier sicherlich bestens versorgt. Freude eines Digestifs empfehle ich den Filu é ferru. Ein milder sardischer Aquavit. Sehr lecker, mit 42 % Alkohol aber auch nicht ganz ohne.
Das Personal im Restaurant- und Barservice war immer super freundlich und auch motiviert. In unser ersten Woche waren noch zahlreiche Auszubildende mit im Einsatz. In der zweiten Woche waren die Azubis nicht mehr da. Das merkte man dann schon spürbar. Die Tische wurden nicht mehr so flott abgeräumt oder neu eingedeckt und alles dauerte etwas länger. Was im Urlaub aber jetzt auch nicht so ein Drama ist. Insgesamt aber Daumen hoch für das Serviceteam im Restaurant und an der Bar. Check in und Check out verliefen auch problemlos. Die Koffer wurden aufs Zimmer gebracht. Die deutschsprachige Gästebetreuung empfanden wir hingegen als etwas lustlos. Lt. Angabe sollte sie morgens 2 Stunden und abends 1 Stunde an der Rezeption sein. Wir mussten mehrere Anläufe nehmen, bis wir sie erwischen konnten. Bei einer neuen Hotelübernahme sollte man eigentlich annehmen, dass die Gästebetreuerin ein Interesse daran hat, wie die Gäste das Hotelkonzept annehmen. Hier Fehlanzeige. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich in einem Hotel in 2 Wochen nicht einmal gefragt, ob es mir gefällt oder ob das Essen und die Zimmer gut sind. Als wir von unserer Seite her ansprachen, dass der Kaffee und das Essen oft lauwarm serviert werden, bekamen wir zur Antwort, Zitat:"Ach ist das immer noch so?". Wohlgemerkt die junge Dame von der Sensimar Gästebetreuung nutzt auch jeden Tag das Restaurant. So gesehen fühlten wir uns nicht wirklich ernst genommen. Die Reinigung der Zimmer war OK, wenn auch zuweilen oberflächlich. Wasser und Minibar werden jeden Tag im Zímmer aufgefüllt (alkoholfreie Getränke). Nervig empfanden wir das Thema Strandtücher. Zum ersten Mal hatten wir keine eigenen mitgenommen. Ein Fehler... Die Badeaufsicht händelt die Ausgabe und den Tausch der Badetücher. Leider waren diese oft erst am späteren Vormittag verfügbar. Wollte man seine Tücher nachmittags tauschen, waren dann wieder keine mehr vorhanden. Bei 92 Zimmer muss ich als Hotelier doch wissen, wie viele Handtücher ich vorhalten muss? Für mich unverständlich.
Das Hotel liegt an der Nordostküste Sardiniens direkt am Meer. Der nächste Ort ist Budoni und 7 KM entfernt. Insgesamt sehr abgeschiedene Lage, womit der Veranstalter aber auch wirbt. Ein Mietwagen ist unbedingt ratsam. Der Transfer vom Flughafen Olbia beträgt rund 40 KM oder 45 Minuten. Bis zum Flughafen Caliari im Süden sind es rund 200 KM. Bis zum Strand sind es 50 Meter durch ein Pinienwald. Der Strand selbst ist schön, wenn auch naturbelassen. Allerdings ist der Boden im Meer ein Kiesboden. Daher sind Badeschuhe sehr zu empfehlen. Der Strand selbst ist mit rund 60 neuen Liegen und 30 Sonnenschirmen ausgestattet.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt eine englischsprachige Freizeitanimateurin und einen deutschen Fitnessanimateur. Wir haben deren Angebote nicht genutzt. Daher kann ich zu der Qualität nichts sagen. Abends einmal wöchentlich Folklore, sonst teils Alleinunterhalter mit etwas Musik. Alles sehr dezent. Der Pool ist ausreichend groß. Für ältere Gäste bzw. Senioren fehlt eine Einstiegshilfe. Es gibt nichts zum festhalten, wenn man in den Pool steigt. Die Liegen sind alle neu und gut. Allerdings stehen sie sehr eng zusammen, was aber in Italien üblich ist. Am Strand gibt es eine weitere Bar und neben der Bar ein paar Loungemöbel. Wir haben im Hotel einen Mietwagen für 3 Tage gebucht. Es gibt hier nur einen Anbieter. Im Nachhinein hätten wir für 2 Wochen einen Mietwagen buchen sollen. So kann man die traumhaften Strände in der näheren Umgebung einfach erreichen. Die Insel selbst hat unheimlich viel zu bieten. Wir werden sicherlich wieder nach Sardinien kommen. Das Hotel hat uns leider nicht überzeugt, obwohl Potenzial vorhanden ist.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im Juni 2017 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Jürgen |
Alter: | 51-55 |
Bewertungen: | 4 |