- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das Welcome Meridiana Djerba Hotel ist ein sehr großes Familienhotel. Plus: Strand, Meer, Wetter, Personal Minus: Massenabfertigung, Hygiene, sehr französisch geprägt Im Hotel gibt es viele Katzen, die sich über mitgebrachtes Trockenfutter gefreut haben. Am Strand laufen einige harmlose Hunde rum, die zum Teil sogar gechipt sind. Zudem stehen am Strand stets Kamele und Pferde zum kostenpflichtigen Reiten bereit. Täglich wurde der Tang mit Traktoren beseitigt. Auf dem Weg ins tiefe Wasser gibt es einige große Steine und damit auch eine gewisse Verletzungsgefahr. Ansonsten ein herrlicher Sandstrand wie auf Usedom.
Wir hatten zwei Wochen ein ebenerdiges Zimmer. Die Technik ist eher als alt zu bezeichnen. Defekte (Klospülung, Klimaanlage, Waschbeckenabfluss) wurden schnell repariert. Kakerlaken begegneten uns fast täglich auf dem Klo. Da wir vier kalte und nasse Tage erwischten, benutzten wir die dickeren Decken, die stark rochen. In den Zimmern sind Mückensteckdosen vom Hotel. Im Zimmer ist ein Fernseher mit wenigen deutschen Sendern, den wir allerdings nicht benutzt haben. Die Minibar (ein ziemlich alter Kühlschrank) muss man sich selbst auffüllen.
Das Essen ist reichlich und verschieden, allerdings fast immer das Gleiche. Für Kinder gibt es stets Pommes, Kartoffelbrei und Eierteigwaren, Süßspeisen und einfaches Speiseeis aus der Fabrik. Da das Hotel fest in französischer Hand ist, gibt es drei einfache Weinsorten zum Mittag und am Abend. Rot-, Weißwein und Rosé. Wenn die Zapfhähne funktionieren, gibt es auch Bier. Alkoholfrei gibt es Sprite, Fanta und Cola aus Flaschen und Getränkeautomaten mit einfachen Sirup-Getränken, wobei die Automaten meist nur bedingt funktioniert haben. Die Becher und Gläser werden nur mit kaltem Wasser ausgespült und wirkten nicht immer sauber. Insgesamt sollte man nicht vergessen, dass man sich in Afrika befindet und die Standards sehr niedrig sind. Wie schon bemerkt, geben sich die Angestellten große Mühe, und sind nicht schuld an den zum Teil nostalgischen technischen Bedingungen. In zwei Wochen im Oktober hatten wir auch Regen- und Sturmtage, sodass alle Gäste innen im Speisesaal essen mussten, und es entstanden auch Schlangen am Einlass, weil es mehr Gäste als Plätze gab. Der Kaffee ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt keinen richtigen Filterkaffee. Unter dem Dach im Hotel gibt es eine Cocktailbar. Hier kann man gegen entsprechende Bezahlung (ca. 6,50 € pro Getränk) richtig gute Cocktails trinken und sich verwöhnen lassen. Insgesamt spielt bei der gesamten Verpflegungs-Szenerie die Massenabfertigung natürlich eine große Rolle, es ist entsprechend laut und mitunter ist auch das eine oder andere mal alle. Leider gibt es auch Gäste, die mit den Händen erstmal alles antatschen müssen und wieder zurücklegen.
Das meiste Personal gibt sich unendlich viel Mühe und ist trotz der hohen Belastung durch die Massen an Gästen stets freundlich. Man versucht sauber zu halten, so gut es nur geht. Der Müll kommt halt von den Gästen und durch die Massen ist es entsprechend viel Müll. Der Wind spielt auch einer Rolle, der den Müll verteilt. Oft hilft ein kleines Trinkgeld, damit alles ein wenig besser klappt. An der Rezeption ging alles in Ordnung, meist auch in deutscher Sprache. Franzosen kommen meist als Großfamilie und lassen sich dann zehn Tische zusammenstellen, um alle an einem Tisch zu sitzen. Das sind Herausforderungen für die Angestellten, denn Wege werden zugestellt und auch die anderen Gäste haben zutun, von A nach B zu kommen.
Der Unterschied zwischen Tunesien und Deutschland lässt sich vor allem so beschreiben: Hinreise: Wir waren, wie es empfohlen wurde, drei Stunden vor Abflug auf dem Flughafen in Leipzig. Nach anderthalb Stunden Wartezeit wurde der Check-In-Schalter geöffnet, die Schlange war sofort hundert Meter lang. Bei der Körpervisitation und Handgepäckkontrolle am anderen Ende des Flughafens wurden unsere Sturmfeuerzeuge eingezogen und ebenso eine Wasserflasche, obwohl man zehn Meter weiter wieder teure Wasserflaschen kaufen konnte. Oben, an der Passkontrolle wieder eine lange Schlange. In Tunesien landet das Flugzeug, man kann an zwei Enden aussteigen, fährt zwei Minuten mit dem Bus zum Flughafengebäude, ist nach fünf Minuten durch die Passkontrolle und - siehe an - auf dem Gepäckband drehten die Koffer bereits ihre Runden. Rückreise: Wir waren zirka 2,5 Stunden vorher auf dem Airport auf Djerba. Für unseren Flug waren bereits zwei der Check-In-Schalter geöffnet, fast niemand stand an. Passkontrolle: eine Minute Wartezeit. Körpervisitation und Handgepäckkontrolle gingen sehr schnell, niemand störte sich an einer Wasserflasche und schon gar nicht an den beiden Sturmfeuerzeuge, die ich in Tunesien erworben hatte, da es tatsächlich mehrere Tage sehr stürmisch war. In Deutschland (Leipzig) landet das Flugzeug. Da nur vorn der Ausgang mit der Gangway ist und wir weit hinten saßen, konnten wir nach knapp 20 Minuten das Flugzeug verlassen. Nach einem langen Weg durch zahlreiche Gänge und über Treppen, kam die Passkontrolle, die wir nach satten 40 Minuten Wartezeit überwunden hatten. Erstaunen am Gepäckband: Eine Stunde nach der Landung waren noch keine Koffer da. Wir standen weitere 20 Minuten. Das Welcome Meridiana Djerba Hotel ist ziemlich groß und am Ende Djerbas in der Nähe des Leuchtturm gelegen. Man befindet sich in einem Wüstenstaat ohne Pfandsystem, das heißt, sobald man draußen ist, wird die Vegetation durch Müll ersetzt. Mit dem Taxi für 15 € sind es zirka 30 Minuten Fahrt zum Hotel. Mit dem Bus und den ganzen Zwischenstopps kann es entsprechend länger werden. In unmittelbarer Umgebung (mit Taxi) gibt es Einkaufsmöglichkeiten in Midoun, dort am besten die Festpreiskaufhäuser nutzen, auf dem Markt bei den Händlern zahlt man das 3- bis 4-fache. Empfehlenswert ist die Krokodilfarm, die per Fuß oder mit dem Taxi erreichbar ist. Hier denkt man, man wäre in einer anderen Welt. Alles ist sauber und gepflegt und es gibt wirklich viele Krokodile und andere Reptilien zu sehen. Ein Taxi kann man an der Rezeption bestellen oder man läuft dreihundert Meter zum Eingangstor des Hotels, dort stehen fast immer welche. Wir hatten etliche Taxifahrer, die auch Deutsch sprachen. Taxifahren ist in Tunesien sehr preiswert. Dort kostet der Liter Benzin 80 Cent, doch die meisten kaufen Benzin an mobilen Tankstellen von den Libyern oder Algeriern für nur 20 Cent pro Liter. Beim Bezahlen mit Euro zahlt man immer drauf. Daher ist es sinnvoll vor einem Ausflug an der Rezeption zu tauschen. Im Moment ist ein tunesischer Dinar genau 30 Cent wert. Eine Taxifahrt nach Midoun kosten knapp über 4 Dinar, (Faustformel durch drei) entspricht also zirka 1,30 Euro.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Boccia-Anlage (4 Bahnen) war fest in den Händen der französischen Großfamilien. Vor dem Hotel kann man Tennis, Minigolf und Fußball spielen (kostenfrei). Am Strand kann man auf der Banane oder dem Sessel über die Wellen reiten und Ausflüge mit dem Motorboot oder dem Jetski machen. Der Spaß kostet allerdings richtig Geld. Das Entertainment ging uns stellenweise mächtig auf den Geist. Abende lang französische Chansons von schlechten Sängern waren nicht unser Ding, wir haben uns dann an die Poolbar zurückgezogen. Die Animateure können meist nur wenige deutsche Wörter wie "Wie gehts?". Bei der Kinderdisko gibt man sich große Mühe. Insgesamt ist die Anlage eher etwas für Familien mit Kindern. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn die feuchten Fliesen rings um den Pool sind sehr glatt.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2024 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Tino |
Alter: | 56-60 |
Bewertungen: | 4 |