Ob Wochenendtrip, Fernreise oder Sommerurlaub: 2026 bringt einige Veränderungen mit sich, die Deine Reiseplanung beeinflussen können. Von der Einreise über das Handgepäck bis hin zu neuen Regeln in beliebten Urlaubszielen – es lohnt sich, vorab genauer hinzuschauen.
Wer gut informiert ist, reist entspannter. Viele Neuerungen machen das Unterwegssein langfristig sogar komfortabler, fairer oder planbarer. Hier findest Du die wichtigsten Änderungen für 2026.
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Fliegen ab Deutschland
Wieder etwas günstiger
Ab Juli 2026 soll die deutsche Luftverkehrssteuer gesenkt werden. Diese Abgabe ist im Flugticket enthalten und wurde in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht. Die geplante Entlastung soll den Luftverkehr ab deutschen Flughäfen wieder wettbewerbsfähiger machen und könnte sich erstmals seit Längerem spürbar auf die Ticketpreise auswirken.
Wie groß der Effekt ist, hängt von der Strecke ab. Auf Kurzstrecken innerhalb Europas liegt die Entlastung voraussichtlich bei etwa 3 bis 5 Euro pro Fluggast, auf Mittelstrecken bei rund 6 bis 10 Euro. Am deutlichsten fällt der Effekt auf der Langstrecke aus: Hier soll die Steuer von bisher rund 70 Euro auf etwa 58 Euro sinken – eine Ersparnis von rund 12 Euro pro Person und Flug.
Ob diese Entlastung vollständig an Reisende weitergegeben wird, entscheiden die Airlines selbst. Faktoren wie Nachfrage, Saison oder Kerosinpreise spielen weiterhin eine große Rolle. Trotzdem steigen ab Sommer 2026 die Chancen auf etwas günstigere Flugtickets.
Handgepäck & Boarding
Es wird genauer hingeschaut
Ein Trend, der sich 2026 weiter verstärkt: Airlines setzen Handgepäckregeln konsequenter durch. Maße, Gewicht und Anzahl der Gepäckstücke werden häufiger direkt am Gate kontrolliert. Wer mit zu großem oder zu schwerem Handgepäck reist, muss deutlich öfter nachzahlen als noch vor ein paar Jahren.
Auch beim Thema Flüssigkeiten bleibt es streng. Zwar testen viele europäische Flughäfen moderne CT-Scanner, mit denen theoretisch größere Flüssigkeitsmengen erlaubt wären, doch 2026 gilt weiterhin europaweit die 100-ml-Regel. Grund dafür ist, dass die neue Technik noch nicht flächendeckend im Einsatz ist und Sicherheitsvorgaben einheitlich bleiben müssen.
Gerade bei Umstiegen kann es passieren, dass ein Flughafen moderne Technik nutzt, der nächste aber wieder klassisch kontrolliert. Wenn Du Flüssigkeiten weiterhin regelkonform packst und Dein Handgepäck vorab checkst, startest Du entspannter in den Urlaub und sparst unnötigen Stress oder Zusatzkosten.
Internationale Bahnverbindungen & Nachtzüge
Es wird ausgebaut
2026 gehen neue grenzüberschreitende Bahnverbindungen an den Start, die beliebte Metropolen miteinander verbinden. Besonders spannend sind neue Direktstrecken, etwa zwischen Mitteleuropa und Skandinavien oder zwischen großen Städten wie Berlin, Prag und Kopenhagen.
Parallel dazu erleben Nachtzüge ein echtes Comeback. Über Nacht reisen, morgens ankommen und sich eine Hotelübernachtung sparen, wird wieder attraktiv. Moderne Züge bieten mehr Komfort, bessere Buchungssysteme und übersichtliche Fahrpläne. Neue und reaktivierte Strecken machen das Reisen über mehrere Länder hinweg einfacher.
Einreise Großbritannien
Ohne ETA geht 2026 nichts mehr
Für Reisen nach Großbritannien ist die ETA (Electronic Travel Authorisation) bereits Pflicht – 2026 wird sie jedoch konsequenter kontrolliert. Diese digitale Reisegenehmigung beantragst Du spätestens mehrere Tage vor Anreise. Sie ist direkt mit Deinen Passdaten verknüpft und wird schon vor Abflug oder Abfahrt von Airlines und Bahnunternehmen geprüft. Ohne gültige ETA kann Dir der Einstieg ins Flugzeug oder in den Zug verweigert werden.
Wichtig zu wissen: Die Genehmigung gilt zwar meist mehrere Jahre. Aber ein neuer Reisepass bedeutet automatisch auch, dass Du eine neue ETA beantragen musst. Schon kleine Abweichungen bei Namen oder Passnummern können nämlich Probleme verursachen.
Digitale Grenzkontrollen in Europa
Das solltest Du wissen
Wenn Du 2026 außerhalb der EU unterwegs bist, wirst Du das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) kennenlernen. An den Außengrenzen des Schengen-Raums werden Pässe nicht mehr gestempelt. Stattdessen erfassen die Behörden Ein- und Ausreisen digital, inklusive Reisedaten sowie biometrischer Merkmale wie Gesichtserkennung oder Fingerabdrücke.
Ziel des Systems ist es, Aufenthaltsdauern genauer zu kontrollieren und Grenzprozesse langfristig zu beschleunigen. Für deutsche Reisende gibt es zwar keine zusätzliche Registrierungspflicht, indirekte Auswirkungen sind aber wahrscheinlich. Gerade an großen Flughäfen, Fährhäfen oder internationalen Bahnterminals kann es in der Anfangsphase zu längeren Wartezeiten kommen, wenn Nicht-EU-Reisende erstmals biometrisch erfasst werden. Ab April 2026 soll das System flächendeckend im Einsatz sein. Wenn Du etwas Zeitpuffer einplanst, reist Du entspannter.
Große Flughäfen im Umbruch
Allen voran Frankfurt
2026 ist ein wichtiges Jahr für große deutsche Flughäfen. Besonders sichtbar wird das am Flughafen Frankfurt: Mit der Eröffnung von Terminal 3 im April 2026 geht eines der größten Flughafenprojekte Europas in den Regelbetrieb. Das neue Terminal ist auf rund 19 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt und soll die bestehenden Terminals entlasten. Viele Airlines ziehen schrittweise vom bisherigen Terminal 2 in den neuen Bereich um – ein Prozess, der sich über mehrere Wochen erstreckt.
Wenn Du ab Frankfurt fliegst oder dort umsteigst, solltest Du, wenn möglich, etwas mehr Zeit einplanen. Abflugbereiche, Check-in-Schalter, Sicherheitskontrollen und Wegeführung können vor allem in der Anfangsphase noch ungewohnt sein.
Auch andere große Airports investieren: In München wird Terminal 1 erweitert und modernisiert – mit neuen Check-in-Zonen, effizienteren Sicherheitsbereichen, komfortableren Aufenthaltsbereichen und einem erweiterten Angebot an Gastronomie und Shops. Gerade zu Stoßzeiten soll das Reisen dadurch entspannter und übersichtlicher werden – ein wichtiger Punkt für Urlaubs- und Geschäftsreisende.
Vielfliegerprogramme im Wandel
Status wird schwerer erreichbar
Viele Airlines stellen ihre Programme 2026 weiter um: weg von reinen Flugmeilen, hin zu umsatzbasierten Modellen. Entscheidend ist also immer häufiger, wie viel Geld Du ausgibst, nicht, wie oft oder wie weit Du fliegst.
Außerdem passen einige Airlines ihre Statusvorteile an. Lounge-Zugänge, Fast-Track-Security oder zusätzliches Freigepäck sind teilweise nicht mehr automatisch enthalten, sondern an bestimmte Buchungsklassen oder Zusatzleistungen gebunden. Hintergrund dieser Entwicklung ist der Wunsch der Airlines, ihre Programme gezielter zu steuern. Status soll exklusiver sein und sich stärker an besonders aktiven Flugreisenden orientieren.
Overtourism, Besucherlenkung & neue Gebühren
Reisen wird bewusster
Mit Maßnahmen wie Tagesgebühren, Vorab-Registrierungen, Zeitfenstern oder begrenzten Gästezahlen sollen Städte, Naturregionen und Inseln entlastet werden. Ziel ist es, Besucher- und Besucherinnenströme besser zu lenken und Überfüllung zu vermeiden.
Ein bekanntes Beispiel ist Venedig: An besonders stark frequentierten Tagen müssen Tagesgäste sich vorab registrieren und eine Zugangsgebühr zahlen. Übernachtungsgäste sind in der Regel ausgenommen. Ähnliche Modelle gibt es auch bei beliebten Sehenswürdigkeiten wie dem Park Güell in Barcelona oder der Alhambra in Granada sowie in Naturregionen wie den Cinque Terre in Italien.
Zusätzlich führen viele Reiseziele lokale Tourismus- oder Umweltabgaben ein, meist pro Übernachtung oder als Tagesgebühr. Die Beträge sind überschaubar, können sich bei längeren Aufenthalten jedoch summieren. Klingt erstmal nicht ideal, Du wirst aber von entspannteren Abläufen, weniger Gedränge und einer höheren Aufenthaltsqualität profitieren.
Kreuzfahrten
Mehr Regeln, mehr Nachhaltigkeit
Immer mehr Häfen und Destinationen setzen auf strengere Umwelt- und Besuchsregeln. Ein zentrales Thema ist die Landstrompflicht: In vielen europäischen Häfen müssen Schiffe während der Liegezeit ihre Motoren abschalten und Strom vom Land beziehen. Das reduziert Abgase und Lärm, besonders in stark frequentierten Hafenstädten wie zum Beispiel Hamburg oder Kiel.
Außerdem reagieren viele Reiseziele wie Venedig, Santorin oder Dubrovnik bereits jetzt schon auf Overtourism, indem sie die Zahl der Besuchenden pro Landgang und Tag begrenzen oder sensiblere Regionen stärker schützen. In Norwegen gehen die Regeln noch weiter: Dort entstehen Umweltzonen in Fjordregionen, in denen künftig nur noch besonders emissionsarme Schiffe fahren dürfen.
Für Dich als Gast bedeutet das ein verändertes, bewussteres Kreuzfahrterlebnis: besser reguliert, oft entspannter vor Ort und langfristig nachhaltiger für Städte, Häfen und Natur.
EU-Wallet & digitale Identität
Alles in einer App
Ein zentrales Digitalprojekt für Reisende ist die EU-weite digitale Brieftasche, die sogenannte EU-Wallet. Sie soll es ermöglichen, wichtige Dokumente wie Personalausweis, Reisepass, Führerschein oder Tickets sicher auf dem Smartphone zu speichern. Alle EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, bis Ende 2026 entsprechende Lösungen bereitzustellen.
Noch ersetzt die EU-Wallet keine klassischen Reisedokumente, kann aber viele Abläufe vereinfachen – etwa bei Identitätsprüfungen, Check-ins oder Ticketkontrollen. Langfristig soll sie weniger Papier, weniger einzelne Apps und weniger manuelle Kontrollen bedeuten. Voraussetzung bleibt ein funktionierendes Smartphone und ein bewusster Umgang mit digitalen Daten.