Das Travel Charme Strandidyll ist mit seinen 143 Betten ein eher mittelgroßes Hotel, das regional typisch im Stile der Bäderarchitektur erbaut wurde. Die weiße Fassade mit Holzelementen, Säulen und großzügigen Balkonen lässt das Gebäude herrschaftlich und edel erscheinen. Ein besonderes Highlight ist der Hotelgarten, der sich hinter dem Hotel befindet. Dieser ist nicht nur sehr gepflegt, sondern lädt auch zum Verweilen auf Liegen, Bänken, in Strandkörben oder an eingedeckten Tischen ein. In der warmen Jahreszeit ist wohl sogar eine Pool-Bar geöffnet, die in unserer Reisezeit aber wegen der Kälte noch geschlossen war. Trotzdem wurde man auch in der kalten Jahreszeit im Freien bedient, wenn man mit Hilfe einer Wolldecke der Frischluft frönte. Nicht nur der Garten, die gesamte Anlage ist einwandfrei gepflegt. Wegen des harten und langen Winters waren mehrere beschädigte Steinstufen im Freien abgesperrt. Das sah nicht hübsch aus, zeigt aber, dass jede Unregelmäßigkeit Beachtung findet. So findet man nirgendwo abgewetzte Ecken oder Kanten und von Gästen verstellte Lampenschirme werden innerhalb kürzester Zeit wieder gerade gerückt. Die Gäste kamen während unseres Aufenthalts vornehmlich aus dem Norden Deutschlands, einige wenige aus Polen oder Russland. Den Altersdurchschnitt der Gäste schätze ich auf Ende 40. Da das Strandidyll Heringsdorf kein Familienhotel ist, gab es zu unserer Reisezeit recht wenige Kinder im Hotel. Meinem Eindruck nach beherrschten Paar das Erscheinungsbild. Wenn man sich um nichts kümmern will, dann ist Halbpension sicher in Ordnung. Mit den Tagen merkt man aber, dass es an der Strandpromenade, am Strand und im Umland zahlreiche Restaurants gibt, die man eigentlich mal probieren sollte. Vor allem der frische Fisch hat es uns natürlich angetan und selbst wenn es im Hotel Strandidyll zu jeder Mahlzeit irgendeine Fischspeise gibt, so sind die verschiedenen Zubereitungsarten der benachbarten Restaurants durchaus reizvoll. Ganz zu schweigen von dem hoteleigenen Restaurant Belvedere. Zu den kostenlosen Kursen von Frau John muss man sich anmelden, was man im Erdgeschoss an der Rezeption des Spa-Bereichs erledigen kann. Hier bekommt man übrigens auch die Handtücher für den Saunabereich im U. Was ich im Übrigen als schlechtes Konzept erachte, denn alle Neuankömmlinge irrten erstmal durch den Sauna- und Wellnessbereich, bis ich (als Gast) sie auf den richtigen Pfad auf ihrer Suche nach Handtücher schickte. Das muss eigentlich nicht sein, denn ein paar Handtücher im U auszulegen sollte kein Hexenwerk sein. Nachmittags spielt ein Pianist im Foyer oder im Garten. Wer gute Klaviermusik ebenso entspannend findet wie ich, der sollte sich die Zeit vielleicht mal nehmen. Wenn der Pianist im Garten spielt, kann man nebenan sogar dazu im Pool seine Kreise ziehen. Wenn man nicht gerade in der Hauptsaison an die Ostsee kommt, ist es nicht so voll. Jedoch sollte beachtet werden, dass dann oft das Wasser der Ostsee sehr kalt ist. Zu unserer Reisezeit betrug die Wassertemperatur z.Bsp. maximal sechs Grad. Da heißt es "nur anschauen, nicht anfassen". Wer also baden will, der sollte Luft- und Wassertemperaturen im Vorfeld prüfen.
Unser Zimmer war schön hell, geräumig und neben einem Doppelbett, das sich auch auseinanderschieben lässt, mit einem Schreibtisch und einer Sitzecke ausgestattet. Auf dem Tisch der Sitzecke begrüßte uns am ersten Tag ein kleiner Snack und etwas Wasser. In einer Schrankwand versteckte sich zudem die Minibar (leider kostenpflichtig), ein Safe und eine TV-/DVD-Kombi. In der hoteleigenen Bibliothek, in der man sich Bücher und Gesellschaftsspiele ausleihen kann, sind wir durch Zufall darauf aufmerksam geworden, dass man sich an der Rezeption auch kostenlos DVDs ausleihen kann. Neben der Schrankwand gab es dann noch einen innen beleuchteten Schrank mit Schubladen und Platz für hängende Kleidung. Das separate Bad verfügte über eine Dusche, ein Klo und zwei Waschbecken. Darüber hing ein Spiegel über die gesamte Breite der Wand. Durch die Ausbuchtung der Dusche hatte man leider neben dem einen Bett kaum mehr Platz zum gehen. Für dicke oder ungelenke Menschen ist das sicher nichts. Da es sich um ein Eckzimmer handelte, hatten wir zwei Balkone, die wir allerdings aufgrund der kalten Witterung nicht nutzen konnten. Dafür war der Meerblick fantastisch. Man sollte nur darauf achten, dass man im 4. Stock Meerblick bucht. Weiter unten schaut man nämlich eher auf die Bäume, die an der Strandpromenade das Hotel vom Strand trennen. Insgesamt haben wir uns in diesem Zimmer sofort wohl gefühlt. Die Betten sind sehr bequem, das Design stimmig und nichts ist abgenutzt oder angeschlagen. Bis auf die Deckenbeleuchtung war auch alles unfassbar sauber und gepflegt.
Das Strandidyll Heringsdorf verfügt über ein Haupt-Restaurant im Untergeschoss, vom dem man direkt in den wunderschönen Garten spazieren kann. Bars gibt es mehrere, darunter im Foyer, im Garten und direkt neben dem Restaurant. Letztere hat am längsten geöffnet, weshalb man dort nach dem Abendessen noch den ein oder anderen Cocktail trinken kann. Im verglasten Dach gibt es dann noch das Restaurant Belvedere, in dem man noch exquisitere Küche geniessen kann. Im Haupt-Restaurant hat man die Wahl zwischen einem Tisch im Wintergarten oder eben im "Normalbereich". Hier finden alle "normalen" Mahlzeiten statt, außer man entscheidet sich für ein Mahl auf dem Zimmer oder im Garten. Vor dem Eingang des Restaurants steht eine Staffelei, auf der man das täglich wechselnde Thema des Abendbuffets lesen kann, das Frühstücksangebot ist meist identisch. Nach dem Eintreten wird man freundlich begrüßt und der Name aufgenommen. Danach hat man die freie Platzwahl. Zum Frühstück gibt es alles denkbare von Fisch über "english breakfast" bis zu etlichen Müsli-Variationen, Wurst, Käse und vieles mehr. Schön ist die reiche Vielfalt an Brot- und Brötchensorten. Nichts ist nervtötender, als wenn man zum Frühstück nur Weissmehlware zum Belegen hat. Bei der Bedienung kann man sich Getränke wie Kaffeezubereitungen, Tee, frisch gepressten Orangensaft oder auch Sekt bestellen. Zudem kann man sich auch Eierspeisen nach eigenen Wünschen zubereiten lassen, wenn die Auswahl auf dem heißen Buffet noch nicht reicht. Das Abendessen steht wie erwähnt immer unter einem Motto bzw. Thema. In der Zeit unseres Aufenthalts waren das Motti wie z.Bsp. Frankreich, Ostsee oder Spanien. Zu jedem Thema gibt es eine Suppe, ein Vorspeisenbuffet, ein Nachspeisenbuffet und drei Hauptgerichte (inkl. einem vegetarischen), aus denen man wählen kann. Das Weinangebot zum Essen war preislich und qualitativ in Ordnung, riss mich aber nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Absolut spitze war aber sowohl die Sauberkeit des Restaurants, als auch die Sorgfalt, mit der das Buffet behandelt wurde. Niemals hatte ich das Gefühl, zu spät an einer Schüssel o.ä. zu sein. Es war von allem immer reichlich vorhanden, auch zum Ende der Essenszeiten und nicht mehr ansehnliche, weil von den Gästen zermanschte Speisen wurden umgehend ersetzt. Das Restaurant Belvedere in der Glaskuppel des Hotels muss auch bei Halbpension extra gezahlt werden. Ich kann aber allen kulinarisch Interessierten nur empfehlen, es zu machen. Denn das Belvedere ist nicht nur vom Ausblick her ein Genuss, das wechselnde Menü ist auch innovativ, saisonal und geschmacklich wie qualitativ ausgezeichnet. Was es zur Zeit gibt, ist auf dem Aushang in den Fahrstühlen und im 4. Stock am Eingang des Restaurants zu sehen.
Der Service ist ein wahres Highlight des Hauses, denn das Personal ist so freundlich, aufmerksam und zuvorkommend, dass man sich aufgehoben und willkommen fühlt. Bei Ankunft wird das Gepäck auf das Zimmer gebracht und der Wagen vom Wagenmeister im hoteleigenen Parkhaus geparkt. Man muss also lediglich einchecken und muss sich (in unserem Fall) nach über neun Stunden Anfahrt nicht mit dem Gepäck oder der Parkplatzsuche herumschlagen. Das Zimmer wird jeden Tag blitzeblank geputzt, nirgendwo waren Krümel, Schmutz, Schmieren oder sonstiges zu sehen. Anhand der Verweildauer des Servicewagens habe ich auch den Eindruck gewonnen, dass man sich hier mehr Zeit für jedes Zimmer nimmt, damit wirklich alles einwandfrei gepflegt und gereinigt ist. Auch das Timing stimmt, denn ich habe mich zu keiner Zeit durch Staubsaugergeräusche oder hektisches Räumen gestört gefühlt. An zusätzlichen Serviceleistungen gibt es noch die Möglichkeit, Wäsche waschen zu lassen oder das Essen statt im Restaurant auf dem Zimmer zu sich zu nehmen.
Die Entfernung zum Strand könnte nicht optimaler sein. Man durchquert den Hotelgarten, geht durch das Tor, durch das man mit der Zimmerkarte wieder Einlass findet, kreuzt die Strandpromenade und schon ist man am feinen Sandstrand der Ostsee. Schaut man dort links, erblickt man die Seebrücke von Heringsdorf. Rechts schaut man Richtung Ahlbeck. Das Hotel selbst ist in Heringsdorf, das zwischen Ahlbeck und Bansin liegt. In der Nähe des Hotels findet man eigentlich alles, was man so benötigt. Supermärkte sind nur wenige Autominuten entfernt, eine Minigolfanlage ist gegenüber des Hotels an der Strandpromenade. In Heringsdorf gibt es eine Spielbank, einen Kurgarten mit Konzertmuschel, Cafés, Restaurants, Kneipen, Boutiquen und vieles mehr. An der Strandpromenade kann man zudem nach Ahlbeck oder Bansin flanieren, wo einen weitere Ausflugsziele erwarten. Der Weg in die Nachbarorte ist schon deshalb zu empfehlen, weil man an der Strandpromenade eine fantastische Villa nach der anderen bewundern kann. Interessant ist auch ein Ausflug ins Hinterland, bei dem man die Seen und die Moorlandschaft von Usedom bewundern kann. Die Rezeption im Hotel unterstützt einen bei der Wahl unzähliger Ausflugsmöglichkeiten jederzeit zuvorkommend und im Foyer steht zudem umfangreiches Infomaterial zur Verfügung.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Da es sich bei diesem Hotel um ein Wellness-Hotel für Erwachsene handelt, gibt es zum Glück keine Animation oder dergleichen. Dafür kann man jeden Tag mit Wassergymnastik beginnen oder sich in die kompetenten Hände der Olympionikin Sabine John geben. Sei es Nordic Walking am Strand, Fatburner, Übungen zur Rückenstärkung oder Pilates, Frau John macht einem Feuer unter dem Hintern. Sie passt sich aber auch an, wenn weniger sportliche Personen in der Gruppe sind. Aber die Bewegung tut bei dem ganzen Schlemmen unheimlich gut. Der Wellnessbereich ist mit einer finnischen Sauna, einem Dampfbad und einer "Blütengrotte" nicht schlecht, allerdings fühlt man sich etwas beengt. Dafür war dann im Vorraum der Saunen bzw. Dampfbäder noch Platz für einen sinnlosen Brunnen, der nervend vor sich hin plätschert. Eine echte Fehlkonstruktion ist aber der Ruheraum, der sich leider sogar im Frühling stark aufheizt und so nicht gerade zum Auskühlen nach dem Saunagang geeignet ist. Schade ist zudem, dass man vom Ruheraum nicht in die Gegend schauen kann. Dafür gibt es noch einen Whirlpool, einen Swimming-Pool mit Gegenstromanlage, von dem aus man nach draußen in den Garten schwimmen kann und einen kleinen Fitnessraum. Die Geräte in diesem sind sehr gut und zur Unterhaltung kann man Fernsehen. Allerdings entspricht so ein Fitnessraum im Keller ohne Fenster nicht gerade meinen Vorstellungen. Ein Highlight des Hotels ist aber der Wellnessbereich. Hier sind die Angestellten nicht nur super freundlich, sondern auch sehr kompetent und ambitioniert. Die Auswahl der Behandlungen ist riesig und das Interieur blitzsauber und angenehm. Wenn man nach einer Aromamassage mit einem Glas Tee im Ruheraum auf einem Wasserbett entspannt und sich von leiser Musik berieseln lässt, spätestens dann ist man im Urlaub angekommen. Etwas schade ist, dass man sich zwar an der Rezeption Strandkörbe leihen kann, dies aber noch ein paar Euro extra kostet. Bei den Zimmerpreisen könnte man die paar Euro ehrlich gesagt mit einkalkulieren.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im April 2010 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Ulf |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 2 |


