Die Anlage war sehr klein, was okay war. Wir waren uns dessen bewusst und hatten uns auf zwei Wochen in gemütlicher Atmosphäre gefreut. Gemütlich war es bedauerlicherweise gar nicht. In der Lobby haben wir gleich bei der Ankunft den ersten Schreck bekommen: Verblichene Sofas. Mindestens zehn verschienene Stilrichtungen. Defekte Lampen. Klar – wozu brauchen wir im Urlaub ein Lobby? Gar nicht. Trotzdem ist sie das Aushängeschild eines Hotels und vermittelt den ersten Eindruck, der ja in diesem Fall keineswegs falsch war. Weiter ging es mit dreckigen Spielautomaten, an denen sich die lieben Kleinen wohl mit Ballerspielen selbst animieren sollten, bis hin zur Anlagenpflege allgemein. Außer struppigen Büschen und Hecken habe ich in diesem Hotel nicht eine Blume gesehen. Die Gäste waren überwiegend Familien mit Kindern und sehr viele Rentner vor allem aus Nordeuropa und Russland. Abends hat man sich an der Poolbar versammelt. Dort fand das Programm statt. Man hat auf Plastikstühlen gesessen. Okay – wir müssen nicht zwingend Holz- oder Rattanmöbel haben – aber zumindest ein paar Auflagen wären echt nett gewesen. Wir haben noch nie ein Hotel / einen Urlaub reklamiert und hätten nicht erwartet, dies jemals tun zu müssen, denn mit unseren Buchungen in 4-Sterne-Hotels haben wir uns bislang immer auf der sicheren Seite erwähnt. Wir waren der Annahme, 4 Sterne garantierten all dies, was wir von einer Unterkunft erwarten, was im Fall des Aktea Beach Village ein Fehler war. Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass nirgends alles zu hundert Prozent stimmt, doch das war nie ein Problem, und wir gehören nicht zu den notorischen Urlaubs-Meckerern. Im Aktea Beach Village aber liefen so viele Sachen schief und es gab so offensichtliche Mängel, dass ein Darüber-hinwegsehen unmöglich war. Diese Meinung teilten wir mit mind. drei anderen Paaren, die dort während unserer zwei Wochen Urlaub machten. Da wir noch vor Ort handeln wollten, kontaktierten wir die Thomas Cook Beauftragte und trugen unsere Bedenken vor. Das erste, was sie sagte, war, dass sie da nichts machen könnte und dass wir uns an Thomas Cook wenden sollten. Etwas später bot sie uns einen Hotelwechsel in ein 5-Sterne-Hotel an, meinte jedoch dass man dann über "das Preisliche" reden müsste und gab uns eine grobe Beschreibung zur Lage des Hotels, damit wir es uns ansehen können. Gefunden haben wir es nicht und waren auch nicht willens noch mehr zu bezahlen. Das Aktea Beach Village sollte dringend überprüft und neu bewertet werden. Mein Mann und ich bezweifeln, dass es überhaupt noch drei Sterne bekäme. Wir hatten den Eindruck, das einzige, worauf hier Wert gelegt wurde, war, dass es billig war. Einfach niveaulos.
Und wieder 0 Sonnen! Wir erwarten nicht zwingend eine Badzeile mit Doppelwaschbecken und BD, hatten dies allerdings in vorhergehenden Urlauben meistens und waren auf so etwas Spartanisches nicht eingestellt. Das Bad wartete mit einem simpel montierten Waschbecken, einem halbhohen Spiegel (im ganzen Zimmer kein Ganzkörperspiegel) und einer winzigen Ablage auf. Außer der Badewannenablage (die natürlich regelmäßig nass wurde und daher nur beschränkt brauchbar war) gab es keine weitere Ablage. Weder der Spiegel, noch die beiden Ablagen wurden während unseres Aufenthaltes auch nur einmal gereinigt. Selbst die Toilette wurde – trotzdem dies in kürzeren Abständen nötig gewesen wäre – nur alle drei oder vier Tage sauber gemacht. Die Armaturen im Bad waren schäbig (Grünspan!) und veraltet. Es war peinlich, dass man auf dem Duschkopf Made in Germany lesen konnte, denn so etwas wird in Deutschland sicher seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr hergestellt. Die Handtücher wurden täglich ausgetauscht, egal ob sie auf dem Boden lagen oder nicht. Auf Umweltschutz wurde nix gegeben, wahrscheinlich war der mit zu viel Aufwand verbunden. Der Handtuchtausch erfolgte ziemlich willkürlich, d. h. mal hatten wir 6 große Handtücher und nur 1 kleines plus 3 Fußmatten. Die Handtücher (z. T. verwaschen und stinkend) wurden liederlich auf den Halter verfrachtet, damit man sich selbst durchwühlte. Nicht ein einziges Mal hat das Zimmermädchen ein kleines Handtuch an die dafür vorgesehenen Halterung neben dem Waschbecken gehängt, obwohl sie es jeden Tag von dort abgenommen hat. Der Fön war eine Zumutung! Er hing im Schlafzimmer. Wahrscheinlich war im winzigen Bad kein Platz mehr für diese Minivariante eines Haartrockners, der die Haare eher verbrannt als getrocknet hat. Die Aufbettung für unseren Sohn war okay, wenn sich hier auch kein Zimmermädchen dazu berufen schien, dieses Bett ordentlich zu machen. Der Schlafanzug und das Schlaftier wurde meist in irgendeine Ecke geknallt und das Laken zusammengefaltet. Unser Bett hat bei jeder Bewegung gequietscht und ist ständig auseinander gerutscht. Ein erholsamer Schlaf war auch deshalb nur eingeschränkt möglich, weil die Klimaanlage im Schlafzimmer (im Vergleich zu der im Wohnzimmer, wo unser Sohn schlief) nichts als Wind produzierte. Als wir versuchten, bei offenem Fenster zu schlafen (allein um den strengen, fast beißenden Geruch der Möbel abzuschwächen), kam eine der Katzen ins Zimmer spaziert. Das Mobiliar auf dem Balkon war (wie das am Pool) z. T. sehr verwittert. Die Vorhänge sahen nicht aus, als seien sie jemals gereinigt worden. Der Balkon selbst war kein Ort, an dem wir uns gern aufhielten, denn die Doppelstock-Bungalows waren sehr eng aneinander gebaut und von rund herum konnten die Urlauber in den ersten Etagen auf unseren (und sicher auch andere Parterre-Balkons) sehen. Begrüßt haben wir die ca. 1, 50m hohe Hecke vor dem Geländer (welche die meisten anderen auf Bodenhöhe gelegenen Zimmer nicht hatten), dank der wir nicht auch noch für alle Vorbeigehenden wie zu begaffende Zootiere dagesessen haben. Benutztes Geschirr wurde vom Zimmermädchen ausgespült (ich bezweifle, dass sie dazu Geschirrspülmittel verwendete) und auf dem umgedrehten Geschirrkasten deponiert. Dort häufte sich nach zwei Wochen ein ganzer Berg an Geschirr. Ich nehme an, nach unserer Abreise blieb der Zimmerreinigung nichts weiter übrig, als diesen endlich wegzuräumen, wenn ich auch jetzt schon den nächsten Gast bedauere, der dieses mäßig gereinigte Geschirr bedenkenlos benutzen wird. Leere Becher wurden nie weggeräumt. Toilettenpapier wurden auf den Tisch im Wohnzimmer gestellt (dort vergessen?) und nie ins Bad geräumt. Sonntags wurden lediglich die Handtücher ausgetauscht, sonst wurde absolut nichts gemacht.
Das Frühstück war eine Katastrophe. Geschmacksneutrale, wabbelige Brötchen und Brot, das nur nach mehrmaligen Toasten halbwegs genießbar war. Eine Sorte Käse (vom Schafskäse abgesehen, der für mich kein Frühstückskäse ist), drei Sorten fettige Wurst. Natürlich – das englische Frühstück (Würsten, Ei, gebratene Tomaten), damit habe ich gerechnet und bislang immer Alternativen gefunden. Nicht so im Aktea Beach Village. Demzufolge habe ich eine unfreiwillige Diät eingelegt und mich mit Müsli begnügt. Als ziemlich dreist empfanden wir das Obst aus Dosen (Ananas, Pfirsich), während die frischen Äpfel und Birnen die Qualität und das Aussehen von vom Baum gefallener und am Straßenrand aufgelesener Früchte hatten. Selten gab es Kiwi oder Nektarinen. Alle Säfte waren pures Konzentrat. Der Orangensaft war mehr Wasser als Orange. Kaffee und Tee wurden nicht serviert, sondern mussten ebenfalls per Selbstbedienung an den Tisch bugsiert werden. Das Mittag war besser aber eintönig. Das Abendessen ebenfalls besser, aber auch nicht wirklich abwechslungs- oder einfallsreich. Während ich beim Frühstück nichts gegen Papierservietten einzuwenden habe, fand ich sie beim Abendessen einfach nur unschön und unangebracht. Überhaupt war die Tischdeko ein Witz: Verstaubte Plastikblumen. Ein echtes Armutszeugnis hat sich das Hotel an unserem letzten Abend ausgestellt. Dies war auch der letzte Abend für drei Bedienungen, die zur Verabschiedung vom Hotel zum Essen eingeladen wurden. Plötzlich stand im Restaurant, das sonst an eher an eine Mensa erinnerte, die schönste Tischdekoration ... echte Blumen in modernen Glasvasen, Kerzenschein auf jedem Tisch. Das Hotel war also durchaus in der Lage. Gästen gegenüber hat man einen solchen Aufwand offenbar nicht für nötig befunden, Personal gegenüber schon. Ein großes Ärgernis war für mich der Wein. Laut Hotelbeschreibung und Erklärung des Hotels sollten alle nationalen Getränke inklusive sein. Der servierte Weißwein war schlichtweg grauenhaft. Es dauerte nicht lange, bis ich den Grund dafür herausfand. Sowohl Weißwein als auch Rotwein kamen aus dem Tetrapak (!!!), welchen ich in einem (überteuerten) Supermarkt wiederfand, dort für einen Preis von 1, 20 EUR. Also kann davon ausgegangen werden, dass dieser Wein für ca. 0, 60 EUR /Stk. vom Hotel eingekauft wurde. Das Angebot an Flaschenweinen umfasste auch einige nationale Weine, z. B. den Thisbe Wein, der von Keo stammte. Während mein Mann, der das Leon-Bier, welches standardmäßig serviert wurde, ebenfalls schlecht fand, auf Wunsch Keo-Bier bekam, wurde mir das beim Wein versagt. Inklusive sei nur dieser eine Wein, alles andere müsse bezahlt werden – ob nun national oder nicht. Schlimm fanden wir auch, dass keinerlei Wert auf gepflegte Kleidung zumindest beim Abendessen gelegt wurde. So kamen Abend für Abend die 70jährigen Opas in beigefarbenen Shorts und mit hochgezogenen Socken zum Essen, stellten ihre Käsebeine zur Show. Die Qualität der Cocktails an der Abendbar / Poolbar sei dahingestellt, traurig war jedoch, dass sie in Plastik-Bechern ausgeschenkt wurden (wie auch der Wein) oder Liköre. Die leeren Becher musste man selbst entsorgen. Die Vorstellung der Plastikbecher-Müllberge, die dieses Hotel täglich produziert lässt mir die Haare zur Berge stehen.
Schade, dass es keine 0 Sonnen zu vergeben gibt! Die Bedienungen (und viele andere Angestellte) waren ausnahmslos russischer Herkunft und oftmals unfreundlich sowie unaufmerksam. Sie haben den Anschein gemacht, dass sie einen nur bedienen, weil sie müssen und dies keinesfalls gern tun. Dies trifft auch auf eine Angestellte hinter der Rezeption zu, die weder einen Gruß erwiderte, noch auf ein „Dankeschön“ mit einem „Bitte, gerne“ o.ä. antwortete und sowieso den Anschein erweckte, nur ungern irgendwie zu Hilfe zu sein / Auskunft zu geben. Unser Zimmer durften wir allein finden, das Gepäck selbst befördern. Auch als es darum ging, wo wir Pooltücher herbekommen, ließ sie sich jedes Wort aus der Nase ziehen. Sowieso ging in diesem Hotel absolut nichts von allein, von Servie keine Spur. Im Restaurant war man in einer Tour darauf bedacht, den Kellnern aus dem Weg zu gehen, damit sie einen nicht anrempelten. Heruntergefallenes Besteck wurde ignoriert. Bedienung haben sich vor Gästen gestritten oder waren in Gespräche miteinander vertieft. Eine bestimmte Bedienung hat von morgens bis abends sehr streng nach Schweiß gerochen.
Die Beschreibung, dass sich das Hotel in ca. zweihundert Meter zum Nissi Beach befindet, lässt direkte Strandnähe vermuten. In direkter Nähe zum Hotel befand sich jedoch nur ein Geröllstrand. Der Nissi Beach war tatsächlich über einen Plattenweg zu erreichen, jedoch kommen die zweihundert Meter nicht hin. Nach zweihundert Metern hat man den Strand nicht einmal gesehen. Zur Stadtmitte ist es sehr viel weiter, hierfür muss man einen längeren Spaziergang einplanen oder gleich mit dem Auto oder Taxi fahren.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Nach einer Woche hat sich das abendliche Programm wiederholt. Die Kinderanimation bestand in Betreuungsstunden tagsüber (im Keller bei den Toiletten) und der Mini-Disco abends. Die beiden Kinderanimateuere waren tagsüber auch damit beschäftigt, die Erwachsenen zu unterhalten oder im Minimarkt hinter der Kasse zu stehen. Im Allgemeinen haben sie keinen sonderlich kinderfreundlichen Eindruck gemacht und die Disko abends oftmals mit einer Miene und einem Elan runtergerasselt, dass wir nicht mal im Traum darüber nachgedacht haben, unseren Sohn dort tagsüber in Betreuung zu geben. Den Pool selbst haben wir nach einer Woche gemieden. Sowohl mein Mann als auch unser Sohn, die eine leicht empfindliche Haut haben, haben Hautausschlag bekommen. Unser Sohn besonders schlimm, am ganzen Körper. Wir konnten uns nicht erklären, woher der kam, denn wir haben zuhause auch einen Pool und noch nie Probleme gehabt. Als wir einen Angestellten beobachteten, der am helllichten Tag und während der Benutzung durch Gäste Chemikalien in den Pool kippte und wir es kurz darauf auch rochen, war uns alles klar. Der Ausschlag auf der Haut unseres Sohnes heilt jetzt noch immer ab. Die Pooltücher selbst waren eine Zumutung... fleckig, zerrissen. Es war peinlich, damit am Strand aufzutauchen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Juliane |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |

