Das Ali Baba Palace ist ein Hotel auf dem Gelände eines sehr schmalen Rechtecks von ca. 500 Metern Länge, dessen Breitseite auf der einen Seite an die Hotelhauptgebäude mit den Essensräumen und auf der anderen Seite an den Strand zum Roten Meer grenzt. Ein langer, geschwungener Pool liegt in der Mitte dieses Rechtecks, auf den Seiten sind die Gästezimmergebäude, jeweils nur zwei bis drei Stockwerke hoch. Es ist ein professionell geführtes Hotel mit Anspruch auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, sodass man sich nicht wie am Ballermann fühlt. Zum Beispiel werden die Gäste gebeten, nicht in Badekleidung in die Lobby und zum Essen zu gehen. Die Gäste waren mehrheitlich Russen, was mir sehr angenehm war, da ich so kaum durch Gespräche in einer mir geläufigen Sprache gestört wurde. Entgegen ihrem Ruf waren die russischen Gäste durchwegs zivilisierte Leute, meistens junge Familien mit Kindern oder auch der Babuschka (Omama). Die Sauberkeit ist in Ordnung, ich habe kein Ungeziefer gesehen und es wurde eigentlich ständig die Reinheit aufrechterhalten. Man sollte nichts kaufen, das man nicht braucht. In Hurghada ist jeder Preis erst einmal um mindestens 100, 200, 300% zu teuer. Ich habe kein Geschäft gefunden, das fixe und vernünftige Preise hatte. Die gibt es für Einheimische sicher irgendwo. Am Flughafen Hurghada kostet eine 0,5 -Liter-Dose von ägyptischem Bier umgerechnet 4 Euro. In einer Apotheke in Hurghada-Stadt sollte ich für eine Flasche (billigster) ägyptischer Sonnenmilch 60 Pfund (über 8 Euro) bezahlen. Zuhause kostet die billigste Sonnenmilch kaum 3 Euro. Als ich gehen wollte, ging der Verkäufer auf 30 Pfund herunter. Immer noch mehr als bei uns im Geschäft, und das bei deutlich niedrigerem Preisniveau in Ägypten. Der Tourist wird von Ägyptern geschröpft, wo es nur geht. In der Nähe des Hotels zahlte ich 12 Euro für eine Stange scheußlicher Cleopatra-Zigaretten (ein Schnäppchen, denkt man), am Flughafen hätten sie nur 9 Euro gekostet (am überteuerten Flughafen, wie gesagt). An Trinkgeld und Bakschisch sind 1-3 ägyptische Pfund immer angemessen (10-20 Cent). Nicht mehr. Wer in Ägypten etwas zu verkaufen hat, versteht die Kunst des Small Talks. Wer 5 solcher Small Talks hinter sich hat, weiß, dass man am besten ohne hinzusehen weitergeht, wenn jemand sagt "Hello! Where are you from?" Man kann nicht gewinnen. Man sollte auf seine Habe achtgeben und sich nicht von Einheimischen irritieren lassen, die Geld wechseln wollen (Trickbetrug), angeblich jahrelang in deinem Land waren und dir ein Getränk in ihrem Laden spendieren. Taxi fahren nur mit orangen Taxis. Andere Taxis bringen einen nur zum Händler, der mit dem Fahrer einen Deal hat, und der Händler wird dann dein bester Freund, bis du ihm zu viel Geld für seine Industriesouvenirs bezahlt hast. Man könnte es hassen lernen, wenn man es nur als Bakschischgeber kennenlernt, dieses wunderbare alte Land Ägypten.
Die Air Condition arbeitet eins A, beim Schlafen aber besser ausgeschaltet lassen, sonst hat man leicht einen Schnupfen. Der Balkon bot genug Platz für vier Sessel und wir sind oft dort gesessen und habe den Pool oder den Nachthimmel angesehen. Drei kleine Flaschen Mineralwasser bekommt man pro Tag vom Zimmerservice. Durst hatte ich nie dank der Selbstbedieununganlagen an den Bars. Ein Schließfach gibt es gratis an der Rezeption.
Ich hatte All Inclusive. Das Essensangebot war paradiesisch. Ich verstehe nicht, wie jemand sich darüber beschweren kann. Natürlich gab es nie Wiener Schnitzel. Wenn einem gar nichts schmeckt, kann man immer noch Gebäck mit der köstlichen dänischen Butter essen. Es gab zu jeder Mahlzeit ca. acht verschiedene Hauptspeisen zum Auswählen. Man kann sogar den ganzen Tag am Strand liegen und bekommt immer noch etwas zu essen in der Strandbar. Auch zu trinken kann man sich dort holen. Das Fleisch im Burger ist köstlich. Wenn man 50 Meter zur Aladdin Strandbar geht, wird man sogar kostenlos bedient und bekommt Tomate und Gurke im Burger serviert. Mit schlechtem Gewissen ging ich ohne Tip, da ich nichts dabei hatte. Am Swimming Pool gibt es eine Pool Bar, die schon vormittags Getränke anbietet. Ich hatte erwartet, an Alkohol nur Bier und Wein gratis zu bekommen, doch weit gefehlt! Whisky, Wodka, Ouzo, Brandy, Gin, Rum weiß und Rum braun werden an All-Inclusive-Gäste freigiebig augeschenkt. Von unangenehmer Saufstimmung war trotzdem nichts zu spüren. Zur Erfrischung gibt es Cola, Fanta, Sprite, Kaffee, Wasser und zuckerhältige Fruchtgetränke. Auszusetzen ist nur, dass die wiederbenutzten Plastikbecher doch schon recht abgenutzt und zu klein für Erfrischungsgetränke sind.
Das Personal war immer freundlich (auf eine leicht anbiedernde Art, in der Hoffung auf ein paar Pfund Bakschisch), meistens eine Spur zu aufdringlich. Jeder konnte ein paar Sätze Deutsch ("Alles gut?"). Die Kellner nervten beim Essen etwas mit ihrem Bestreben, jeden alleingelassenen Teller sofort abräumen zu wollen ("Finished?"), war wohl Order des diktatorischen Restaurantchefs. Im Allgemeinen fühlt man sich doch eher als Cashcow, bei der jeder einmal an den Zitzen ziehen möchte.
Der Strand grenzt ans Hotelgelände an, man geht höchstens (von der Rezeption) 10 Minuten dorthin. In der Umgebung des Hotels gibt es nur andere Hotels, ohne Taxi kommt man zu nichts Sehenswertem. Ein Taxi ist aber billig (3 Euro in die Stadt, wenn man es vorher verhandelt), und einmal sollte man schon das privilegierte Gelände verlassen, um wenigstens zu sehen, wie normale Häuser in Ägypten aussehen. Im ganzen Hotel und auch in der Umgebung konnte man keine Zeitung kaufen. Nur Souvenirs und Strandbedarf. Der Flughafen ist ca. 15 Minuten entfernt, man sieht Flugzeuge im Landeanflug über das Hotel ziehen (manchmal alle 10 Minuten eines), diese stören aber überhaupt nicht (keine Lärmbelästigung) und stellen eher eine nette Abwechslung dar. Besonders die Kinder sind über jeden Flieger begeistert. Ausflüge kann man buchen (Wüste, Schnorcheln, Tauchen, U-Boot), den Werbern wird man am Strand oder am Pool nicht entgehen, kostet natürlich extra (ab 25 Euro).
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der Pool ist höchstens 1,40 tief, sauber und war nie überfüllt. Die Animateure konzentrierten sich auf russische Gäste, nur der Boss ist Deutscher. Die abendlichen Shows schwankten zwischen bemühten Tanzshows und Schmiere. Man versäumt nicht viel, wenn man sie links liegen lässt. Tagsüber spielen die Animateure Volleyball, Boccia und Fußball mit einem, man erfährt es durch ihre Schreie, wenn sie die Gegend rumlaufen. Nervig war, dass vormittags immer dieselben 80er Jahre Songs liefen. Mehr Abwechslung und mehr Neues könnten da nicht schaden. Tischtennis gibt es gratis, Internet kostet 3 Euro für die halbe Stunde, Bowling ist teuer, die Disco ist im All Inclusive nicht enthalten und füllt sich frühestens nach ein Uhr, wenn überhaupt. Alles, was extra kostet, ist grundsätzlich nicht billig. Das Rote Meer ist gelinde gesagt nicht schlecht, ich habe das erste Mal geschnorchelt und sah ca. 30 verschiedene farbenfrohe Fischarten, darunter einen Blaupunktrochen. Schon im seichten Wasser findet man in Muscheln kleine Krebse, die dort eingezogen sind. Selbst am Strand in der Brandung zu gehen und die bunten Steine und den immer feiner werdenden Sand zu betrachten, hat mich lange beschäftigt. Für mich, der zum ersten Mal geschnorchelt ist, war die Unterwasserwelt durchaus faszinierend. Man muss nur auf die Seeigel achten, die zwischen den Riffsteinen mit ihren langen Stacheln sitzen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 1 Woche im Mai 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Thomas |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |


