Das Hotel ist ein großer langezogener Block mit sechs Stockwerken. Da der Komplex sehr schön in die Bucht integriert wurde, wirkt er nicht so sehr als Betonklotz. Bisher ist es hauptsächlich mit englischen Gästen belegt worden. Zum Saisonende wurde es am Wochenende mit spanischen Festlandkurzurlaubern etwas besser ausgelastet. Zumindest an unserem zweiten Wochenende stieg hierdurch der Geräuschspegel im Restaurant und auf den Gängen merklich an. Die Kinder dieser Kurzurlauber rissen die "Bitte nicht stören"-Schilder von den Türen und klopften gezielt dort, wo welche angebracht waren. In dieser Zeit wirkte das Hotel auch schmutziger, als sonst, wo es immer sehr sauber war. Bisher gab es in dem Hotel nur Halbpension. Ab 2005 soll es wohl all inclusive geben. Man sollte unbedingt frühzeitig die Doppelbucht im Naturschutzgebiet Mondrago besuchen. Wahrscheinlich wird man dann den Tag nicht mehr an der Cala Egos verbringen wollen. Wer länger am Wasser spazieren möchte, sollte sich mal die Playa Es Trenc zwichen La Rapita und Colonia de Sant Jordi. Ist zwar auch häufiger von Felsplatten durchzogen, aber meines Wissens nach der einzige längere Sandstrand, der nicht allzu weit entfernt ist. Es kann sein, daß dorthin auch ein öffentlicher Bus fährt. Bin mir aber nicht sicher. Wer richtig schönen Sandstrand möchte, der fährt nach El Arenal zur Bahia de Palma oder auch nach Cala Millor (jew. ca. 1 Stunde mit dem Mietwagen). Allerdings beides mit häßlichen Hotelsünden aus den 70er Jahren. In El Arenal kommt noch das Säuferparadies Ballermann hinzu. Einen sehr schönen Sandstrand gibt es auch noch an der Bahia de Alcudia nördlich vom häßlichen Can Picafort. Allerdings sollte man mit dem Mietwagen schon zwei Stunden Fahrzeit für eine Richtung einplanen. Lohnt sich also eigentlich nur, als Abstecher auf dem Weg nach Formentor. Für Formentor reicht der erste Aussichtspunkt mit den steilen Felsen. Die kurvenreiche Weiterfahrt zum Leuchtturm bringt nichts. Die Aussicht ist nur viel schlechter. Auch das immer wieder erwähnte Hotel Formentor mitsamt seinem Strand lohnt nicht mal die nur kurze Weiterfahrt. Wir hatten unseren Mietwagen bereits in Deutschland zu dem Hotel mitgebucht (wegen des Flughafentransfer). Wer einen Transfer hat, der kommt preislich meist besser weg, wenn er vor Ort vergleicht und bucht. Zum Saisonende nannte man uns einen Preis von 190,- für zehn Tage mit Vollkasko für einen Fiat Punto oder Toyota Yaris. Dies war im Zentrum von Cala D'or. Ich vermute mal, daß es in Cala Egos teurer gewesen wäre, da dort die Konkurrenz geringer ist.
Die Zimmer haben zwei nebeneinander stehende Einzelbetten und ein extra Bett, das normalerweise als Couch funktioniert. Für zwei Personen sind sie ausreichend geräumig. Zu dritt wäre es mir etwas zu eng. Insbes. Die Unterbringungsmöglichkeiten für Wäsche sind etwas knapp. Optisch erscheinen sie freundlich und sehr sauber. Ausgestattet sind sie mit (kleinem) TV, Kühlschrank, Klimaanlage und Wasserkocher. Zum Wasserkocher wurde etwas Tee bereitgestellt (vermutlich kostenlos). Wir haben uns ein paar 5 Minuten Terrinen aus Berlin mitgebracht und gelegentlich mit Mineralwasser aufgegossen. Erfreulich war, daß die Klimaanlage individuell einstellbar war, eher relativ leise war und auch noch ende Oktober funktionierte. Das Bad war sehr geräumig und rundum bis zur Decke mit großen Fliesen ausgestattet. Unglücklicherweise war der Handtuchhalter halb über der Toilette angebracht. Ich habe mir öfter den Kopf gestoßen. Negativ fiel die Hellhörigkeit der Zimmer auf, die über das in südländischen Hotels schon hohe übliche Maß noch hinaus ging. Der geräumige Balkon bot zwei bequeme Stühle und einen an der Wand befestigten klappbaren Wäscheständer. Allerdings keinen Tisch. Der Fernseher bot nur ca. 12 Programme, davon in deutsch nur SAT1 und Viva. Für SAT-TV finde ich das recht dürftig. Eine Fernbedienung lag nicht aus. Es war auch nicht zu erkennen, ob man eine an der Rezeption bekommen konnte. Aufgrund der mangelnden Programmvielfalt haben wir es gar nicht erst probiert. Fernsehen war nur vom Bett aus möglich, nicht über die Couch/Bett-Kombination. Wir hatten ein Zimmer zur Buchtinnenseite (Nr. 526) im fünften Stock mit schöner Aussicht. Man kann aber auch Pech (Wahrscheinlichkeit etwas unter 50%) haben und ein Zimmer zur Straße (wenig befahren) bekommen.
Das Frühstück ging bis um 10:00 Uhr. Man hatte aber mind. noch zehn Minuten mehr, bevor das Licht am Büffet ausgemacht wurde. Sehr lobenswert muß man die Baguette Brötchen hervorheben, die es morgens immer frisch und knusprig gab. Die Qualität kann hier durchaus mit einem deutschen Bäcker mithalten. Sowas habe ich in südlichen Urlaubsländern noch nicht erlebt. Es gab verschiedene Sorten Müsli und Obst. Auf die Fruchtsäfte konnte ich verzichten. Die Marmelade war etwas dünne. Honig gab es nicht. Später habe ich etwas ähnliches wie Nutella entdeckt. Der Geschmack kam aber nicht mal annähernd an die deutschen Nougat Cremes ran. Natürlich gab es Wurst, Käse, Rühr- und Spiegelei, gebratenen Speck und Bohnen... Von dem Abendessen war ich (entgegen der bisherigen Hotelbewertungen) nicht begeistert. Vielleicht lag es ja nur am Saisonende. Es war mir zu englisch ausgerichtet. Die Speisen waren häufig nicht oder nur in Spanisch und Englisch beschriftet. Der Salat zeigte mir immer zuviele dunkle Stellen, die Pommes waren besonders matschig, das abgepackte Eis war einfach und wirkte häufig schon mal aufgetaut und dann wieder eingefroren. Insgesamt war es zwar einem drei Sterne Hotel angemessen, ich hatte aber aufgrund bisheriger Bewertungen mehr erwartet. Übers Wochenende wurden Gruppen spanischer Festlandkurzurlauber einquartiert. Ich hatte den Eindruck, daß das Essen dann deutlich besser war.
Das Personal war ausgesprochen freundlich. Da das Hotel bisher nicht mit deutschen Reiseveranstaltern zusammengearbeitet hat, wurde so gut wie kein deutsch gesprochen. Mit Englisch gab es aber keinerlei Probleme. Bei unser späten Anreise hatte man uns ein kaltes Abendessen bereitgehalten. Einzige Panne war bei der Abreise. Wir hatten angekündigt, daß wir vor dem Frühstück weg müssen. Dies wurde auch in deren Kalender vermerkt. Leider wurde es nicht an das Restaurant weitergegeben, so daß das avisierte Frühstück nicht bereitgestellt war. Wir hatten nicht das Gefühl, daß man ständig auf Trinkgeld gierte. Auch gab es keine verständnislosen Blicke, wenn man beim Abendessen kein Getränk wollte.
Das Hotel liegt direkt an der Cala Egos. Die Bucht ist im Prinzip gänzlich durch die Hotelanlage eingeschlossen: linke Seite das Marina Corfu Hotel, rechte Seite das Schwesterhotel Marina Scorpio und am Kopfende die Poolanlage. Die Bucht ist allerdings sehr schmal (ca. 20m). Das Wasser vorne ist kristallklar, wird aber bald von dunklem Grund abgelöst. Es geht flach rein. Zum Planschen und kurzem Schwimmen reicht es völlig. Wer aber eine halbe Stunde sportliches Schwimmen durch klares Wasser möchte, der ist aufgeschmissen. Ebenso, wer es mag stundenlang am Wasser entlang zu spazieren. Wir waren zum Saisonende da, wo das Corfu nur ca. 1/4 belegt und das Scorpio bereits geschlossen war. Platzprobleme gab es daher keine. Allerdings dürfte der Strand- und Poolbereich in der Hauptsaison viel zu klein sein. Die weiteren Buchten von Cala D'or sind ebenfalls sehr klein und werden keine Alternative darstellen. Wirklich schön ist die 5km entfernte Cala Mondrago. Hier kann man schon länger in Kristallklarem Wasser schwimmen. Ein Geheimtip ist die Bucht allerdings nicht. Sie war schon zu unserer Zeit sehr gut besucht. Hin kann man mit Bus, Fahrrad oder Mietwagen kommen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gab keinerlei Wassersportangebote. Das würde die Bucht auch nicht zulassen. Die Animation haben wir (wie üblich) nicht genutzt. Daher können wir hier auch keine detailierten Auskünfte geben. Sie schien aber tagsüber im Poolbereich ganz nett zu sein. Abends wurde meist eine kleine Show oder Live Musik von Externen angeboten. Auch diese haben wir nur am Rande mitbekommen. Unser Eindruck war aber, daß es recht professional zuging. Das ist schon beachtlich, da das Hotel zum Saisonende nur noch sehr gering belegt war. Sehr vermißt habe ich ein Internetterminal im Hotel. Zwei Ecken weiter gab es zwar eine Surfmöglichkeit (4,- pro Stunde), die war aber abends nach dem Essen immer geschlossen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2004 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Peter |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 2 |

