Die Hotel-Homepage verspricht etwas Außergewöhnliches: einen ganz besonderen Lebensstil, der in allen Hotelbereichen spürbar sei. Nun, wie so oft täuschen schöne Bilder und tolle Texte über manchen Mangel hinweg. Und davon hat das Arosea doch leider ein paar. Allen voran das schlechte Preis-/Leistungsverhältnis. Die zwei Übernachtungen mit Frühstück, Abendessen am ersten Tag und Getränken haben uns (2 Erw. und 1 Kind) trotz Gutschein rund 400 Euro gekostet. Aber ein vergünstiger Preis ist für uns nicht der einzige Faktor, der beim Wohlfühlen eine Rolle spielt. Uns haben einfach die Details gefehlt, die einen erst berühren bzw. für ein Haus begeistern. Nur tolle Architektur ist nicht alles. Im Vergleich mit anderen Wellnesshotels dieser Kategorie kann das Arosea bei Weitem nicht mithalten - und ich weiß, wovon ich spreche, ich arbeite als Reisejournalist und kenne die Branche gut. Ja, wie eingangs angesprochen, ist es architektonisch ein sehr gelungenes Haus. Wer klare Linien in Kombination mit heimischen Materialien schätzt, wird sich hier wohlfühlen. Allerdings hat das Haus keine Seele, keine Persönlichkeit, keine Wärme. Und es fehlen eben die Kleinigkeiten über den Tag hinweg, um Begeisterung zu erzeugen. Es berührt - zumindest uns - nicht. Interessant ist auch ein Blick in den Belvita-Katalog. Diesem Verband gehört das Hotel ebenfalls an, ist preislich im oberen Drittel, leistungsmässig aber das Schlusslicht. Viele Mitbewerber in der Region bieten selbstverständlich die echte 3/4-Verwöhnpension, die mittlerweile eigentlich in sehr guten Wellnesshotels zum Standard geworden ist - gerade auch im Nachbarland Österreich. Und für den Zimmerpreis von über 300 Euro/Nacht gibts da dann auch nicht die einfachste Zimmerkategorie. Also: vergleichen Sie die Leistungen der einzelnen Hotels vor Buchung sehr genau. In den Katalogen der verschiedenen Wellnessverbände gibt es einen guten Überblick darüber. Ein Wellnessurlaub ist eine kostspielige Angelegenheit, da müssen einfach die Details passen.
Sehr schöne Zimmer mit viel Zirbenholz, schönem Granit und einem offenen Raumkonzept. Auch die "einfachste" Kategorie Zirnbaum Ost bietet viel Platz und einen traumhaften Blick auf den See. Positiv: im Zimmer gibt es einen speziellen Wasserhahn, aus dem bei Bedarf Granderwasser sprudelt. Da das Hotel erst vier Jahre alt ist, sind die Zimmer noch in einem sehr guten Zustand. Hier gibts nichts zu kritisieren.
Das 5-gängige Menü wird auf der Galerie bzw. in verschiedenen Stuben serviert. Zur Auswahl steht ein Life-Balance-Menü plus zwei weitere Kombinationen, oft auch mit Produkten aus der Region. Darüber hinaus kann man aus allen drei Variationen die einzelnen Gänge zum persönlichen Lieblings-Menü zusammen stellen. Da wir das Zimmer nur mit Frühstück gebucht hatten, probierten wir das Menü am ersten Abend im Hotelrestaurant aus. Pro Person wurden 59 Euro berechnet. Die Qualität war in Ordnung, aber auch hier erwarte ich für diesen Preis einfach mehr. HP-Gäste bekommen nachmittags noch eine Art Snack-Büffet angeboten, das aber einfach nur lächerlich ist: etwas Obst, Trockenfrüchte, Tees und Granderwasser....indiskutabel! Das sind Leistungen, die an sich schon im Wellnessbereich vorhanden sind. Auch die Getränkepreise sind enorm hoch. Es gibt keine offenen Weine im Ausschank, der billigste Flaschenwein liegt bei 30 Euro und befindet sich noch nicht einmal auf der Karte - also unbedingt nachfragen, Kartenweine beginnen bei ca. 45 Euro für 0,75l. Dass die Tasse Kaffee 2,90 Euro und ein einfacher Schnape 6 Euro kosten, rundet das Bild der Preistreiberei ab.
Nun, was erwarten Sie beim CheckIn in ein Wellnesshotel der Kategorie 4 Sterne Plus? Ein Lächeln, ein herzliches Willkommen, vielleicht sogar ein Begrüßungsgetränk? Ja, wir eigentlich auch. Leider Fehlanzeige. Wir wurden nicht gefragt, wie die Fahrt war, es wurde kein Getränk serviert und bei einer Frage zur Halbpension für unser Kind gab es noch eine patzige Antwort ("Tja, hätte ihr Reisebüro bei uns angefragt, wüssten Sie das schon...") Entschuldigung - wir sind Gäste und geben hier gerade sehr viel Geld aus.... Auch wurde keine Hilfe beim Gepäck angeboten, erst auf Nachfrage kam das Feedback, man könne auf Wunsch schon helfen. Als wir nach einem Bademantel für unseren 6-jährigen Sohn fragten, wurden wir gebeten, diesen an der Rezeption abzuholen und noch einmal sehr deutlich darauf hingewiesen, diesen aber auch wieder dort abzugeben. Ok - also eigentlich bringt das ein Zimmermädchen.... Dafür wurden wir im Restaurant umso freundlicher empfangen. Sehr zuvorkommender und vor allem herzlicher Service. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass das Hotel mit minimalstem Personalstand arbeitet, bei dem Extras oder Serviceleistungen außer der Reihe einfach nicht drin sind.
Gut, im Ultental steppt nicht unbedingt der Bär - wobei ja gerade in der Region wieder wilde Bären gesichtet wurden, aber ob die Tanzen können? Spaß beiseite - große Unterhaltung braucht es in diesem Falle ja auch nicht unbedingt, denn das Hotel selbst soll ja wirken. Etwas zeitraubend sind dann allerdings noch die letzten 20 Kilometer ab Meran, da schraubt sich die Straße dann doch von einer Serpentine zur nächsten in die Höhe. Freuen Sie sich also nicht zu früh, wenn Sie Meran erblicken, bis zum Arosea dauert es noch eine gute halbe Stunde. Das Hotel selbst liegt an einem Stausee, viele Wanderwege in allen Schwierigkeitsstufen sind im Angebot, eine Kabinenbahn in ca. 200m Entfernung bringt die Gäste auf den Gipfel.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Sehr schöner Wellnessbereich, Innenpool mit Außenbecken, das aber leider bei schlechtem Wetter geschlossen wurde - warum auch immer, zumal es eine direkt Verbindung von innen nach außen gab. Und bei Regen im warmen Wasser sitzen, hat schließlich auch was. Eine schöne Alternative bietet der große Schwimmteich, der einem das Gefühl vermittelt, man bade in einem Bergsee. Mehrere Saunen stehen darüber hinaus zur Verfügung. Schöne Idee: Heubetten und Schwebeliegen in den beiden Ruhebereichen. Großes Manko: es gibt keine direkte Verbindung zwischen Hallenbad und Saunabereich. Man muss also mit dem Bademantel eine Etage tiefer, durch den Hotelflur, dort öffnet sich allerdigs die Tür nur wieder mit der KeyCard - sehr ärgerlich, wenn man diese im Hallenbad in der Tasche liegen hat.... Ansonsten werden für ein Wellnesshotel viel zu wenige, im Preis enthaltene Kurse angeboten. Für's Yoga musste man pro Tag nochmals 40 Euro extra bezahlen, bis auf einen Aufguss in der Finnischen Sauna gab es nichts. Mehrmals wöchentlich kann man sich von einem externen Gesundheitstrainer beraten lassen. Kostenpunkt: ca. 60 Euro für 30 Minuten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juni 2011 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Markus |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 11 |


