Über die Größe, Zimmeranzahl etc. wurde ja schon ausführlich berichtet. Deshalb hier mein persönlicher Eindruck aus mehrmaligem Besuch desselben Hotels und unter dem Background, daß ich einige Jahre als Hoteltester alle möglichen (und auch unmöglichen) Hotels besuchen durfte und somit etwas an Erfahrung für die Bewertung von Hotels mitbringe. Dies allerdings immer unter der Prämisse, was einem "normalen" Gast ge- bzw. missfällt. Wer keinen Wert auf gutes Essen im Urlaub legt, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Die Lage und die Anlage (sollten hier mal die kleinen auftretenden Macken repariert werden) sind optimal für einen erholsamen Urlaub. WLAN in der Lobby eher was vom langsamen, Handy-Erreichbarkeit ist gut. AI lässt sich überdenken. Wegen der (qualitativ minderwertigen) Getränke rentiert es sich nicht wirklich. Daher - bedingte- Weiterempfehlung.
Sehr schön, gut ausgestattet. Wir hatten eine Delos-Suite, etwas abseits am Ende der Anlage in einem eigenen Gebäude, ruhig gelegen. Sehr empfehlenswert, sehr sauber.
Ein - wenn nicht der - große Schwachpunkt des Hotels: Die Gastronomie. Im hoteleigenen TV-Programm wird mitgeteilt, daß der Küchenchef den vergangenen Winter nutzte, um in Belgien seine Kenntnisse zu erweitern. Dort soll er angeblich mit einem hochdekorierten Koch zusammen ein Menu entworfen haben, welches dann mit Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. Meine Fragen dazu: Warum versteckt er dann seine angeblichen Kenntnisse so perfekt vor den Gästen im Atlantica Imperial? Oder könnte es eher sein, daß er in Belgien nur zusehen durfte oder für's Kartoffel Schälen zuständig war? Tatsache ist, daß, wer nur ein wenig Anspruch auf gutes Essen mitbringt, wahrscheinlich enttäuscht sein wird. DIe Küche ist zum allergrößten Teil auf englische Gäste (die ja bekanntlich nicht gerade Vertreter der guten Küche sind) abgestimmt. D.h. es findet sich täglich eine Spaghetti-Ecke, irgendwelche fettigen Würste werden gebraten, Fische liegen in einer undefinierbaren "Schlaz"-Sauce am Buffet, Fleischtranchen werden in verschiedenen, ebenfalls undefinierbaren Saucen in chafing dishes warmgehalten. Täglich gibt's natürlich zur Nachspeise "Jelly" (einmal gelb, einmal quitsch-grün usw.), dazu Eis zum Selber-Raushebeln, einige Torten und sehr süße Plunderteilchen. Ebenfalls eine überschaubare Auswahl an frischem Obst. Griechischer Joghurt: Na ja, hier dürfte sich auch der Spargedanke durchgesetzt haben. Bisher war dieses noch genießbar, dieses Jahr ist man aber anscheinend auf ein anderes (billigeres?) Produkt umgestiegen. Wenn man sich dieses Joghurt dann noch mit Nüssen und Honig toppen möchte, wird's eng: Honig ist zwar da, Nüsse sind aber - trotz Nachfrage beim Personal - im Atlantica Imperial nicht erhältlich. Eigenartig für einen 5-Sterne-Betrieb. Die Abend-Buffets sind nach Themen geordnet und wiederholten sich - zumindest in der Zeit, als wir dort waren - im Wochenrhythmus. Beginnen tut das Ganze mit dem Welcome Dinner (richtig, Mittwoch ist anscheinend der "Großanreisetag" der Engländer). Eher nichts für halbwegs normal programmierte Gaumen. Dann kommen in nicht chronologischer Abfolge Themen wie Greek Evening, Italian Evening, Mexican Evening und als besonders nicht zu empfehlen, der "International Evening" auf die Gäste zu. Einzig der Gala-Abend wusste zu überzeugen, hier hat sich die Küche wirklich in's Zeug gelegt und Speisen zurbereitet, die dem vom Hotel selbst vorgegebenen Anspruch gerecht werden. Sicherlich in den obersten Reihen zu finden ist die Küche wenn es darum geht, Recycling zu betreiben. Was am Vorbend noch als pork sweet sour in einer Warmhaltewanne zu finden war, findet sich am nächsten oder übernächsten Tag kreativ verarbeitet als süßsaure Suppe mit Schweinefleisch (diesmal in kleine Stücke zerteilt und etwas flüssiger) wieder. Wer aufmerksam durch's Buffet geht, kann für sich selbst ein kleines Quiz spielen beim Betrachten der Speisen: Woher kenn ich Dich? Als Gast wird man den Eindruck nicht los, dass hier massiv gespart wird beim Einkauf der Zutaten und daß nur noch das allerbilligste auf den Tisch kommt. Der Gewinnmaximierung wird's sicherlich gefallen... Durchziehen tut sich dieses Konzept der allerbilligsten Zutaten auch bei den Getränken im AI-Bereich. Dass keine Marken-Alkoholika ausgeschenkt werden, dürfte vielleicht noch einleuchtend sein. Daß z.B. aber nicht mal ein zweit- sondern letzklassiger Amaretto (der knapp an der Grenze zum ungenießbar-sein) serviert wird, bedarf schon einiges an Frechheit. Für AI-Gäste gibt's genau eine Sorte Wein (in weiß, rot oder rose). Das Bier ist genießbar. Von den Cocktails muß abgeraten werden, sowohl an der Lobby-Bar wie auch an der Pool-Bar. Aperitiv? Fehlanzeige. Außer man versucht sich an einem derartig miesen Campari-Imitat, daß einem die Haare zu Berge stehen. Unser AI hat sich definitiv nicht rentiert, da wir um diesen Aufpreis in einer Bar ausserhalb sicher täglich bessere Getränke hätten kaufen können als im Hotel serviert wurden. Auch hier freut sich der Atlantica-Konzern über eine Gewinn-Maximierung. Wie lange es die Gäste aber noch freut?
Der Service und dessen Qualität ist sehr durchwachsen. Wir waren gerade zur Zeit der "Schicksalswahlen" Griechenlands und noch in der Vorsaison (Mitte Juni) im Hotel. Möglicherweise drückte die angespannte wirtschaftliche Lage auf's Gemüt der Mitarbeiter. Jedenfalls waren bei sehr guter Hotelbelegung (geschätzt ca. 80 %) viel zu wenig Servicemitarbeiter im Einsatz. Diese mussten richtiggehend laufen, um ständig Tische neu einzudecken, Getränke zu servieren, abzuräumen etc. Dass hier dann enig Platz für freundliches Geplänkel mit den Gästen war, versteht sich von selbst. Beachtenswert: Der Oberkellner (Antonis) hatte trotz Mega-Streß zu den Essenszeiten alle Stationen optimal im Überblick, sprang immer dort ein, wo die Not am Mann am größten war und arbeitete für zwei. Das Servierpersonal besteht zum größeren Teil aus ungelernten Kräften, die sich zwar bemühen, jedoch oft überfordert sind. Englisch wird beinahe von allen verstanden, teilweise auch deutsch. Ein Denkanstoss für die Hotelleitung: Personalbedarf ist nicht unbedingt nur eine Sache des Kalenders sondern hängt auch mit der Auslastung eines Betriebes zusammen. Die Zimmer-Reinigung war, wie auch schon bei unseren vorhergehenden Aufenthalten, tadellos und sauber. Neu seit anscheinend diesem oder letztem Jahr ist das "Imperial Spa": Ein durchaus ansprechend gestalteter Spa-Bereich, aber eben wieder mit der griechischen Eigenheit: Gut angedacht, in der Durch- bzw. Endausführung aber mangelhaft. siehe dazu weiter unten
Die Lage der Hotelanlage direkt am Meer ist ein besonderes Highlight. Sehr schöner Sand-Kies-Strand, sehr große Liegeweise mit ausreichend Schatten spendenden Bäumchen bzw. Sonnenschirmen. Ansprechende Pool-Landschaft (wer's braucht bei einem Urlaub am Meer, bitte sehr...). Für die Ruhe suchenden gibt's auch genügend freie Liegeplätze etwas abseits der teilweise lauteren englischen Animation an der Pool-Bar. Einfach bis an's Ende der Liegewiese gehen, hier hört man von dem Dumpfdödel-Quiz-Funny-Entertainment der englischen Animationscrew glücklicherweise nichts mehr. EInkaufsmöglichkeiten gibts wenige Meter vom Hotel entfernt in Kolimbia: Einige kleine Touristen-Supermärkte mit dem Bedarf für'S tägliche (Urlaubs-)Leben. Apotheke, Fisch-Spa, Bars etc. sind in Kolimbia vorhanden. Allerdings hat Kolimbiba keinen "Ortskern" mit Kirche, Rathaus, alten Häusern etc., da Kolimbia keine eigenständige Gemeinde ist, sondern zu Afantou gehört. Der Bereich Kolimbia ist eigentlich nur durch die Hotelanlagen entstanden und somit eher nur ein Weiler, ohne nachhaltige Dorf-Infrastruktur. Ausflugsmöglichkeiten werden durch die Reiseleiter vor Ort im Hotel (zu recht stolzen Preisen) angeboten. Wer selbst in der Lage ist, ein kleines Mietauto zu mieten (in der Hotelhalle, Fa. Rodos Cars hat hier einen Mitarbeiter an einem Schreibtisch positioniert, vernünftige Preise und All-in-Versicherung), hat von hier die besten (und günstigsten) Ausflugsmöglichkeiten: Rhodos Stadt oder Lindos sind jeweils 25 km entfernt, viele andere Sehenswürdigkeiten lassen sich leicht und v.a. unabhängig von irgendwelchen Busfahrplänen und Reiseleitern erkunden. Absolut zu empfehlen!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Absolut anspruchslose Animation auschließlich für englischsprachige Gäste (Dödel-Quiz täglich, englische "lustige" Viertklass-Comedians am Abend auf der Bühne, dazu noch eine Möchtegern-Sängering (Mitglied des Animationsteams), die abends die Gäste mit ihrem falschen Gesang teilweise stundenlang zumüllt. Bei Dieter Bohlen hätte sie spätestens nach drei Sekunden den Buzzer zu hören bekommen, den Engländern dürfte es aber gefallen haben. Vielleicht ist das britische Publikum aber auch nur wegen der großen Mengen "beer", das es tagsüber vernichtet hat, so geduldig und anspruchslos. Liegestühle gibt's an sich genügend. Natürlich finden sich aber immer Gäste, die morgens um 7 die scheinbar besten Plätze mit Handtüchern reservieren. Am Strand ist dann für die Liegestühle und Sonnenschirme zu bezahlen. Angeblich ist der Strand von einem privaten Pächter (wie sonst auch überall in Griechenland) für die Sommersaison gepachtet, darum hat das Hotel auch "überhaupt nichts" mit diesem zu tun und kann den Hotelgästen die Leigen dort leider nciht kostenlos anbieten. Eigenartig nur, daß die Liegen dieselben sind wie beim Hotel auf der Liegewiese, die Schirme ebenfalls aus Atlantica-Beständen stammen, der "private Mitarbeiter", der kassieren kommt, Dienstuniform der Altantica-Mitarbeiter trägt und zu allem Überfluss auch noch auf der Tafel am Strand "verantwortlich für den Strand" der Hotelchef des Atlantica-Hotels eingetragen ist. Viele Zufälle, nicht? Oder einfach eine weitere Möglichkeit, den Urlauber noch ein paar Euros aus der Tasche zu ziehen... Ein besonders interessantes Kapitel: Das Imperial Spa. Nett eingerichtet, werden hier zu recht stolzen Preisen Massagen und andere Treatments angeboten. Die Spa-Managerin (erkennbar daran, daß sie den ganzen Tag im Internet surft bzw. die restliche Zeit am telefonieren ist), empfiehtl dann auf Nachfrage gerne die teuersten Behandlungen bzw. Massagen. Das Personal ist nur teilweise motiviert, hier passt die Stimmung selbst für Aussenstehende (=Gäste) sichtlich nicht. Grichische Mitarbeiter fühlen sich hier - mit Duldung bzw. Deckung der "Chefin", wie Mitarbeiter der oberen Klasse, während Mitarbeiter aus anderen (osteuropäischen) Ländern geflissentlich geschnitten werden. Zum Arbeiten sind die dann allerdings wieder gut genug. Besonder erwähnenswert: Die Dusche (mit Regenschauerdusche von oben) ist nett eingerichtet, der Abfluss funktioniert aber nicht. Die Mitarbeiter wissen das und stehen bei jedem Gast schon mit Schrubber bereit, um die unabwendbare Überschwemmung des halben Spa-Bereiches (bei mir ist nur ein ca. 10 qm großer Bereich bis hin zu den Sauna-Türen überflutet worden), wieder aufzuwischen. Auf Nachfrage: Kann man in der Saison nicht reparieren, da anscheinend Abfluss verstopft. D.h. also bist Oktober täglich Überschwemmung (und zusehen). Die griechische Lösung eben...
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Juni 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 5 |


