Eine genaue Beschreibung der Hotelanlage spare ich mir, weil ich diesen Punkt als nicht weiter wichtig empfinde. Das Wichtigste: das Hotel ist sauber, hell und freundlich. Die Urlauberstruktur ist mittelalt bis alt mit relativ deutlichem Osteinschlag (wobei in diesem Hotel die Ossis überwiegen und ausnahmsweise mal nicht die Russen. Ob das nun ein Gewinn ist, möge jeder für sich selber entscheiden). Der Nichtraucherspeisesaal und die Lobby werden sicherlich nicht als architektonisches und atmosphärisches Meisterwerk in die Geschichte eingehen, aber das hat ja nun wirklich keinen Einfluss auf einen gelungen Urlaub. Es sei denn man gehört zu der Gattung der Berufsnörgler, die mit Lupe sämtliche Wände nach Rissen im Putz und jede Suppe nach dem berühmten Haar absuchen, um sich künstlich echauffieren und natürlich Schadensersatz beim Veranstalter geltend machen zu können. Wir waren mit dem Hotel absolut zufrieden. Hinweis 1: Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, weshalb um die Villa Kunterbunt hier solch ein Wirbel gemacht wird. Richtig ist, dass man sehr schön sitzen kann, WENN man einen der wenigen schönen Tisch im Innenhof erwischen sollte. Darüber hinaus ist der Laden eine einzige Katastrophe!!! Der Service ist extrem lahmarschig, unfreundlich und schlecht. Das Essen war bestenfalls ein schlechter Witz. Und bitte in Erinnerung rufen: Ich bin diejenige, die nicht sehr wählerisch ist und am Hotelbuffet nichts auszusetzen hatte. Aber das Essen in der Villa Kunterbunt (Bordiens) habe ich trotz Hungers zum Großteil stehen lassen, weil es ungenießbar war. Und es war die letzte Mahlzeit, die ich zu mir genommen hatte, bevor eine wirklich fiese Erkrankung meines Verdauungstraktes mich dauerhaft niederstreckte. Ob das wirklich nur zeitlicher Zufall war, überlasse ich Ihrer persönlichen Einschätzung. Für alle, die es interessieren sollte, ein Tag im El Salam Hospital mit Infusionen etc. kostet derzeit etwa 661 Euro :-) Hinweis 2: Wer zum Shoppen nach Sakalla fährt, sollte gute Nerven mitbringen. Die zweite Nationalbeschäftigung (nach Hupen) heißt nämlich durchaus "Touristen abzocken". Das beginnt bei Taxifahrer, die auf einmal das Doppelte des vorher vereinbarten Tarifs abkassieren möchten (mit einem vehementen und selbstbewussten Auftritt kann man ihnen ab dann recht schnell den Wind aus den Segeln nehmen). Und es setzt sich fort über ein sehr sehr aufdringliches und penetrantes Verkaufsgebahren. Natürlich gab es auch supernette und angenehme Verkäufer, aber die meisten waren einfach nur nervig und unverschämt. Sämtliche angebotenen Souvenirs finden sich im Übrigen auch in den zahlreichen Souvenirläden am Flughafen in Hurghada und kosten teilweise dort sogar weniger als in Sakalla. Bezahlen kann man in Sakalla neben der lokalen Währung auch mit US-Dollars oder Euro. Hinweis 3: Sakalla selber, sowie die im Ort ansässigen Hotels sind fest in russischer Hand!!! Ich kann nur sagen, man hat nicht gelebt, bis man diverse Male von einer überschminkten Ludmilla genüsslich und arrogant mit voller Absicht in eine Ladendekoration gerempelt worden ist, damit die Dame so die bestehende Kommunikation zu dem Verkäufer jäh beenden und ihre eigene beginnen konnte. Hinweis 4: Wir sind einigen Hinweisen von HC gefolgt, sind mit dem Taxi dem Beach Albatros gefahren und haben bei PIRATI (kein Schreibfehler, nicht zu verwechseln mit Pirates-Diving) den Giftun-Schnorchelausflug gebucht. Die Boote sind zwar vielleicht nicht ganz so modern wie andere, aber wir hatten einen absoluten Traumtag und auch sonst einen sehr netten Service von den Jungs, die sowohl die Abholung von unserem etwa 25 km entfernten Hotel, sowie auch den Rückverbringung organisiert haben. Und für alles zusammen (also Schnorcheltrip UND Transport) haben wir gerade mal 20 Euro pero Person gezahlt. Besser geht es nicht. Fazit: Wer sich Nörgeln als Ziel gesetzt hat, wird auch sicherlich etwas zum Nörgeln finden. Allerdings sollte jedem klar sein, dass diese Nörgler IMMER UND ÜBERALL etwas auszusetzen haben und ihre Beschwerden daher im passenden Kontext sehen. Wer aber mit realistischen Erwartungen an einen solchen Urlaub herangeht, wird sicherlich nicht enttäuscht sein. Wir waren auf jeden Fall zufrieden.
Unser Zimmer war schön, sauber und geräumig. Gleiches galt für Bad und Dusche. Die Wasserversorgung war trotz des 2. Stockwerkes fast immer gut, nur zu der Hauptzeit nachmittags gab es ein oder zwei Mal etwas verminderten Wasserdruck. Die Betten mit ihren harten Matratzen empfand ich persönlich als sehr angenehm. Für die genauen Ausstattungsmerkmale der Zimmer mögen bitte andere Beschreibungen konsultiert werden. Insgesamt waren WIR mit dem Zimmer sehr zufrieden.
Wenn man einmal festgestellt hat, dass man im Rahmen von All Inclusive von morgens um 5 Uhr bis Mitternacht eines jeden Tages an mindestens 2 oder 3 Buffets der Bel Air / Arabia-Kombination essen kann, dann ist man froh für jede kulinarische Verlockung, der man widerstehen kann, weil sie den Geschmack nicht so trifft. Leider waren dies bedauerlich wenig. Und da dies einer der Hauptkritikpunkte vorangegangener Bewertungen war, erlaube ich mir an dieser Stelle, mal ein einfaches Bild zu malen, um diese Bewertungen zu erklären. Die Gäste, die mir durch Nörgeleien am Buffet auffielen waren meist Leute die zuhause eine Dose warme Lidl-Ravioli für eine ausgewogene Mahlzeit hält, und nun glaubt, durch einen All Inclusive Urlaub für ein paar Hundert Euro ein Anrecht darauf zu besitzen, stündlich kulinarische Bonbons à la "Ente a l´Orange" kredenzt zu bekommen. Daher mein Hinweis an potentielle Urlauber: wer mit vernünftigen und realistischen Erwartungen in ein ägyptisches 3.5 Sterne Hotel fährt, wird mit der Gastronomie zufrieden sein. Nicht nahe der Ekstase, aber problemlos zufrieden. Allen anderen empfehle ich dann doch, ein paar Euro mehr zu investieren und vielleicht lieber "Johann Lafer's kleine Gourmetreise durch die Bretagne" oder etwas in dieser Richtung zu buchen.
Im Gegensatz zu einigen anderen hier fand ich den Service erstklassig. Ich bin selten in meinem Leben so zuvorkommend, freundlich und geduldig bedient worden. Und dabei muss man sich immer in Erinnerung rufen, dass das gesamte Personal in einem All-Inclusive-Bunker arbeitet und daher Trinkgelder eine Seltenheit sind. Trotzdem reißen sich viele von den Jungs wirklich den Arsch auf, versuchen jeden Wunsch zu erfüllen, versuchen sich Getränkepräferenzen zu merken, um auch mal ohne vorangegangne Bestellung das Wunschgetränk bringen zu können und ernten dafür in vielen Fällen noch nicht einmal ein "Danke schön". Dies war mein erster (und wahrscheinlich letzter) All-Inclusive-Urlaub, denn ich erliege jetzt noch Aggressionen, wenn ich an das Verhalten der meisten All-Inclusive-Gäste denke. Rabenschwarze Kinderstube, kann man da nur sagen. All Inclusive bedeutet mitnichten, dass man das Servicepersonal als Privatsklaven mitgebucht hat!!! Und ich persönlich ziehe den Hut vor jedem Hotelmitarbeiter, der trotz dieser wirklich unentschuldbaren Behandlung seine Gute Laune und seine Freundlichkeit behält. In Deutschland werden die meisten von uns unter deutlich besseren Bedingungen deutlich schlechter bedient!!
Zum Hotelpool sind es aus jedem Zimmer nur wenige Meter, der größere Pool des Arabia ist innerhalb von zwei Minuten problemlos zu erreichen und kurz hinter diesem liegt der sehr weitläufige Strandbereich. Dort gibt es einen Sandstrand, mehrere künstlich angelegte Lagunen und die ebenfalls künstlich angelegte Landzunge zum - im Übrigen absolut traumhaften - Hausriff. Liegen gibt es ausreichend, auch wenn die lieben Deutschen (und zum ersten Mal waren Ost und West wirklich vereint) ihrem peinlichen Ruf alle Ehre machten und " exzessives Liegen Reservieren" betrieben. Als ich einmal morgens am Strand war, um den obligatorischen Sonnenaufgang zu fotografieren, konnte ich das bunte Treiben beobachten, welches allen Ernstes schon vor 6 Uhr begann!!! Das Hotel selber liegt deutlich außerhalb von Sakalla (Shoppingmeile), aber spätestens nach dem ersten Besuch in Sakalla und dem Kennen lernen des dortigen Geräuschpegels (Hupen ist offizieller Nationalsport), dankt man dem lieben Gott für die geographische Positionierung des Hotels. Für ein Taxi nach Sakalla (mit dem Zusatz "Special", welches verhindert, dass unterwegs noch die eine oder andere Ziegenherde zugeladen wird) haben wir nie mehr als 10 Pfund (für beide zusammen bezahlt). Das entspricht etwa 1,35 Euro. Die reine Fahrtstrecke zum Flughafen dauert gerade mal 15-20 Minuten.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Sport ist der einzige Punkt, von dem ich etwas enttäuscht war. Die Animation war bei hier bei HC vielfach gelobt worden, aus Gründen, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Die ausnahmslos sehr jungen Animateurinnen fallen aus meiner Sicht nicht wirklich in die Kategorie "Motivationswunder", auch die Sportanlagen haben sicherlich schon bessere Zeiten gesehen. Kleiner Tip, ins Schwesterhotel "Arabella" (gleich neben dem "Arabia") ausweichen. Auch zur Massage waren wir im "Arabella" und waren voll zufrieden. Den Hoteleigenen Pool haben wir nicht genutzt, wir waren meistens am Strand. Die wenigen Male, die wir am Pool waren, haben wir den des Arabia einfach aufgrund seiner sportfreundlichen 50m-Bahnen vorgezogen. Allerdings sind die Wassertemperaturen im Pool wirklich seeehr knackig und somit bei jedem Schwimmvorgang die Kneipp-Kur quasi auch "inclusive" :-)))
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 2 Wochen im November 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Isabelle |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 32 |


