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Herr Unterberg (51-55)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • Dezember 2025 • 1-3 Tage • Stadt
"Shining" - im Erzgebirge... schade um das Hotel
2,0 / 6

Allgemein

Vor nunmehr fast 20 Jahren waren wir in der Adventszeit bereits einmal im Berghotel „Drei Brüder Höhe“. Das Hotel platzte damals vor Gästen aus allen Nähten, schon beim Eintritt umfing einen die authentisch, warme Atmosphäre der erzgebirgischen Vorweihnachtszeit, ohne je ins Kitschige abzugleiten. An der Rezeption gab es damals jede Menge persönliche Informationen zu Weihnachtsmärkten, aktuellen Bergparaden, auswärtigen Restaurants und Wandermöglichkeiten. Das Restaurant war abends voller Gästen und wenn wir nicht reserviert hätten, wären wir bei der Platzierung vermutlich leer ausgegangen, was angesichts der sehr leckeren Spezialitäten und des herzlichen Service ein Verlust gewesen wäre. So waren die Erwartungen hochgesteckt, als wir in der Adventszeit 2025 der „Drei Brüder Höhe“ und dem Erzgebirge einen erneuten Besuch abstatten wollten. In der Presse hatte man von Eigentümerwechsel und einem hoffnungsvollen Neuanfang durch ein motiviertes, tschechisches Team gelesen und so kamen wir erwartungsvoll an einem Adventswochenende schon in der hereinbrechenden Dunkelheit auf dem nur zu zweidritteln gefüllten Hotelparkplatz an. Bereits von außen machte das Hotel einen befremdlich abweisenden und seltsam unbewohnten Eindruck, der durch die sich schleifend über den Boden nur schwer öffnende Eingangstür nochmals verstärkte. Auch die Rezeption war nicht besetzt, dafür dudelte ein Lautsprecher halblaut amerikanische Weihnachtslieder. Dazu passend war der Eingangsbereich und die Rezeption, sowie, wie wir später sehen konnten, das gesamte Hotel, wahllos mit nach billigem Baumarkt Angebot aussehendem Asien-Weihnachts-Dekozeug „geschmückt“. Dieses fand in einigen, verstreut in der Rezeption und im Speiseraum aufgestellten, kleinen Elektrofeuer-Kaminen und „Schotten-Style“ artigen Sesselchen mit „Rückenbrecher-Potential“ seinen tragischen Höhepunkt. Hier hatte ganz offensichtlich jemand das Layout billiger US-amerikanischer Motels aus den 1980ger Jahren vor Augen und das Ganze auf low-budget Level unheilvollerweise auch so umgesetzt. Glücklich das etwas überheizte, ebenfalls mit Baumarkt-„Gemäldedruck“ dekorierte, abgewohnte aber immerhin leidlich saubere Zimmer erreicht zu haben, machen wir uns alsbald bereit fürs Abendessen. Das Restaurant war, an diesem Abend und zur besten Zeit bis auf einen weiteren Tisch gähnend leer. Wir bestellen uns, voller Hoffnung auf die in der Karte verheißene rustikale und schmackhafte böhmische Küche zwei danach klingende Hauptgerichte und etwas, was unter dem Namen „Drei Brüder Höhe“ Bier eigentlich recht hoffnungsvoll klang. Welche Enttäuschung ! Das böhmische Gulasch war in Konsistenz und Geschmack vermutlich einem Hunde-Feuchtfutter vergleichbar, nota bene hatte meine arme Frau am Folgetag eine üble Enteritis, meine Entengericht schmeckte nach ranzigem Fett und die Nudeln waren pappig und mehlig. Das Bier schmeckt fade und abgestanden. In die Leere des Restaurants hinein plärrte über einen aufgehängten Flachbildfernseher in Dauerschleife ein KI-basiertes amerikanisches Rocky-Mountains-Lodge Video mit Schneegestöber und auch hier halblaute Weihnachtsmusik. Kein Wunder, dass hier kaum jemand essen mag, und dabei kennen wir aus Prag und anderen tschechischen Städten die böhmische Küche als etwas unfehlbar Leckeres und Authentisches. Auch beim Frühstück, das einen wilden Mix aus deutschen und tschechischen Angeboten aufwies, lag das geschmackliche Niveau irgendwo zwischen der angebotenen deutscher Discounter-Packungswurst und tschechischer Schulküche. Insgesamt hat das Hotel durch seine zentrale Lage im Erzgebirge, die für Kurse oder Schulungen oder auch Reisegruppen sinnvoll verfügbare Raumfläche und die Nähe zu Tschechien durchaus Potential. Aber vor dem Gewinn steht die hier die allerdings mehr als offensichtlich fehlende Investition in ein stimmiges Hotelkonzept und die entsprechende personelle Neuaufstellung. In seiner aktuellen Erscheinung hat das Hotel etwas vom Film Shining und das ist, mit Verlaub, sicher nicht das, was man sich im vorweihnachtlichen Erzgebirge wünscht. Schade um die „Drei Brüder Höhe“…


Zimmer
  • Schlecht
  • Abgewohnt


    Restaurant & Bars
  • Sehr schlecht
  • Oh weh...


    Service
  • Eher gut
  • Verzweifelte Bemühungen eines offensichtlich über die diversen Unpässlichkeiten des Angebotes orientierten Teams


    Lage & Umgebung
  • Sehr gut
  • Mitten im Erzgebirge - in der Adventszeit hervorragend


    Aktivitäten
  • Sehr schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Kultur & Erlebnis

    Im Hotel eine ramponierte Bowling-Bahn von deren Benutzung uns andere Gäste bereits abrieten


    Preis-Leistung
  • Schlecht

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:1-3 Tage im Dezember 2025
    Reisegrund:Stadt
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Herr Unterberg
    Alter:51-55
    Bewertungen:1