Das Hotel ist, wie die meisten Hotels in Playa del Ingles schon ein wenig älter (ich schätze so an die 20 Jahre), ist aber insgesamt noch ziemlich gut in Schuß. Äußerlich hat es den klassischen Betonbunker-Charme, der sich innen aber sehr schnell verliert. Das Hotel ist winkelförmig gebaut und hat rund 400 Zimmer auf 8 Etagen. Dadurch dass die Aufzüge mittig angeordnet sind, können die Wege zum Zimmer doch recht lang werden (speziell mit Gepäck). Alle Zimmer sind Richtung Innenhof und Pool, zur anderen Seite sind die Gänge. Das Hotel verfügt über ein relativ großes Restaurant, das aber recht verwinkelt gebaut ist, sodaß es recht gemütlich wirkt. Daneben gibt es eine große Bar die an die Hotelhalle angrenzt. Diese ist abends nach dem Essen recht gut besucht. Hier befindet sich auch eine kleine Bühne für die abendlichen Shows. Desweiteren gibt es noch eine Poolbar (nur tagsüber offen) sowie ein Gartenrestaurant mit Bar. Hier gibt es jeden Abend Livemusik und Tanz. Außerdem gibt es noch ein IrishPub mit Karakoke. Ich würde das Hotel als Familienhotel bezeichnen. Das Publikum ist recht gemischt und je nach Jahreszeit unterschiedlich. In der Wintersaison dominiert doch eindeutig die ältere Generation. Lt. Aussage meiner Reiseleiterin ist das Hotel bei Stamm- und Dauergästen sehr beliebt. Diese kommen oft schon seit Jahren für mehrere Wochen. In der Sommersaison soll das Durchschnittsalter deutlich niedriger sein. Das Hotel wird international vermarktet, dementsprechend kommen die Gäste auch aus den unterschiedlichsten Ländern. In meiner Urlaubswoche wurde die Mehrheit aber eindeutig von den Holländern gestellt. Der Rest verteilte sich ziemlich gleichmäßig auf Engländer, Skandinavier und deutschsprachige Gäste. Beim Abendessen sah man vom „Campingsmoking“ bis zur Dame im Abendkleid alles, insgesamt würde ich das Ganze als mittleres Niveau bezeichnen. Die Preise für Getränke usw. lagen m.E. im örtlichen Durchschnitt, beim Abendessen bezahlte man für Erfrischungsgetränke oder Bier rund 2 € pro Glas. Eine Minibar im Zimmer gab es wohl nur auf Bestellung, meine war jedenfalls leer. Die Fernbedienung für den Fernseher ist im Preis enthalten, der Safe kostete rund 10 € für eine Woche. Handtücher für Pool oder Strand gab es nicht. Die Transferzeit vom Flughafen zum Hotel beträgt netto rund 45 Minuten, allerdings kann sie sich auch durchaus auf 1 ½ Stunden erhöhen, da der Bus mehrere Hotels abklappert. Der Bereich Playa del Ingles/Maspalomas ist die touristische Hochburg Gran Canarias. Daher kann man diese Gegend nicht unbedingt als „Traumgegend“ bezeichnen. Es dominiert doch deutlich die Beton-Architektur der 70er-Jahre. Fährt man jedoch über Maspalomas hinaus die Küste entlang oder ins gebirgige Hinterland, findet man sehr schnell das ursprünglich Gran Canaria. Hier empfiehlt es sich entweder an einer organisierten Tour (z.B. über den Reiseveranstalter) teilzunehmen oder sich einen Mietwagen zu nehmen und die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Eine Rundfahrt ist ohne Probleme an einem Tag zu bewältigen, wenn man sich aber mehr ansehen möchte, sollte man sich verteilt mehrere Abschnitte einzeln vornehmen.
Mein erstes Zimmer war – wie bereits erwähnt – eine einzige Zumutung. Zu der Lärmbelästigung kam auch noch die Geruchsbelästigung durch die in der Nähe befindliche Restaurantküche. Das Zimmer war klein und hatte keinen Balkon. Das zweite Zimmer war dann das absolute Gegenteil. In anderen Hotel würde man es wahrscheinlich als Mini-Suite verkaufen – hier war es ein Standard-Zimmer. Es bestand aus einem großen Wohnbereich mit Couch und zwei gemütlichen Sesseln, einem Esstisch mit zwei Stühlen, einem großen Balkon mit Tisch und zwei Stühlen, dem Bad und dem Schlafbereich mit Doppelbett und einem großen Kleiderschrank. Etwas ungünstig ist, dass der Schlafbereich direkt an der Wand zum Hotelgang liegt und dort auch die Zimmertür ist. Dadurch kann es etwas lauter sein, je nachdem mit welcher Lautstärke die Zimmernachbarn zu ihren Zimmern gehen. Es gibt einen mittelgroßen Fernseher mit Fernbedienung und zahlreichen, verschiedensprachigen Programmen. Auch 4-5 deutschsprachige Sender waren dabei. Das Zimmer hatte weder eine Heizung noch eine Klimaanlage. In meiner Urlaubszeit war dies auch nicht erforderlich, inwieweit im Hochsommer eine Klimaanlage angenehm wäre, kann ich nicht beurteilen. Das Zimmer war sehr sauber, auch im Badezimmer gab es keinerlei Probleme (in meinem ersten Zimmer hab ich in zwei Tagen drei Kakerlaken erwischt). Insekten habe ich im ganzen Urlaub keine entdeckt.
Das Essen würde ich als guten Durchschnitt bezeichnen. Zum Frühstück gab es das übliche Buffet mit verschiedensten Brot-/Brötchensorten, Marmeladen, Wurst, Schinken, Käse, Fisch, verschieden lang gekochte Eier usw. An zwei Grills gab es auch frische Omeletts, Spiegeleier, Speck, Wüstchen usw. Auch frisch gepressten Orangensaft und Sekt konnte man sich holen. Die Qualität des Gartenrestaurants (hier gab es Mittagessen) kann ich nicht beurteilen, da ich dort nie gegessen habe. Zum Abendessen gab es wieder Buffet. Hier gab es zahlreiche Salate, Gemüse und fertige Fleischgerichte. Zudem gab es jeden Tag eine andere Suppe. An zwei Grillstationen gab es jeden Tag andere kurzgebratene Fleisch- oder Fischgerichte. Insgesamt war aber die Auswahl nicht sonderlich berauschend. Deutlich zu kurz gekommen ist für mich der kalte Bereich, so gab es weder Wurst/Schinken noch Scheibenkäse. Lediglich im Nachtisch-Bereich gab es ein paar verschiedene Sorten Käse. Die Auswahl an Nachtisch war auch nicht sonderlich umfangreich, so gab es meist eine Sorte Pudding (oder etwas ähnliches), 2-3 verschiedene kleine Kuchenstücke und Obst. Lediglich beim Eis gab es genügend Auswahl – die Truhen waren auch meist dicht umlagert. Die Qualität der Speisen war immer gut, lediglich die Auswahl hätte größer sein können. Das Buffet war auch immer in gutem Zustand, das Servicepersonal hat regelmäßig aufgeräumt und nachgefüllt. Obwohl das Hotel ausgebucht war, hatte ich keine Probleme einen Platz zu finden. Die Essenszeit ging von 18.00 bis 20.30 Uhr, sodaß sich die Gäste gut verteilen konnten. Ein Essen „in Schichten“ war nicht erforderlich.
Der Service im Hotel war seinen drei Sternen auf jeden Fall entsprechend. Die Mitarbeiter an der Rezeption waren sehr freundlich und hilfsbereit und auch effektiv. Aufgrund der internationalen Gäste wurden zahlreiche Sprachen gesprochen, jeder sprach deutsch, es gab aber auch Mitarbeiter die holländisch oder eine skandinavische Sprache konnten. Die Qualität des Servicepersonals im Restaurant ist ein wenig schwierig zu beurteilen, da es im Prinzip keinerlei Service gab. Alle Speisen und Getränke musste man sich selbst holen. Die Mitarbeiter waren somit eigentlich nur für das Abräumen der Tische und das Auffüllen der Buffets zuständig. Ein Kontakt kam daher eigentlich nicht zustande, zudem jeden Tag die Bereiche unter den Mitarbeitern durchgetauscht wurden. Das Personal an den Bars war ebenfalls sehr freundlich und vielsprachig. Tagesanimation ist mir eigentlich keine aufgefallen, ich habe aber auch nicht darauf geachtet. Abends gab es eine Show (teilweise mit eigenen Leute, teilweise mit externen Darstellern), die mich aber nicht wirklich begeistert hat. Allerdings waren auch die örtlichen Gegebenheiten nicht wirklich gut dafür geeignet. Wie bereits erwähnt, gab es jeden Abend im Gartenrestaurant Livemusik und Tanz. Dies begann gegen 21.00 Uhr und endete gegen 23.30 Uhr. Nachdem alle Zimmer zum Innenhof gehen, war also vor 23.30 Uhr nicht an Schlaf zu denken. Die Musik war ja insgesamt ganz nett, aber nachdem die Band fast jeden Abend das gleiche gespielt hat, ging es gegen Ende der Woche doch ganz schön auf die Nerven. Die ersten zwei Nächte hatte ich das Pech, eines der Zimmer direkt zur Hauptstraße zu haben. Zudem ging das Zimmer zum Hinterhof mit den Mülltonnen des Restaurants und unmittelbar unterhalb der Fenster waren mehrere Gebläse von Klimaanlagen montiert. Kurz – das Zimmer war eine absolute Zumutung. Leider war jedoch das Hotel restlos ausgebucht, sodaß ich erst am dritten Tag das Zimmer wechseln konnte. Das Personal an der Rezeption machte hier auch keinerlei Schwierigkeiten und betonte, dass diese Zimmer nur dann vergeben werden, wenn keine anderen Möglichkeiten vorhanden sind.
Das Hotel liegt inmitten eines reinen Touristenviertels im oberen Bereich der Stadt. Der Strand ist rund 1,5 km entfernt. Bei normalem Tempo braucht man eine knappe halbe Stunde zufuß zum Strand. Es gibt aber auch einen halbstündlichen, hoteleigenen Pendelbus zum Strand und zurück. Dieser benötigt rund 10 Minuten. Die Entfernung liegt m.E. im ortsüblichen Rahmen, da es in direkter Strandnähe kaum Hotels gibt. Diese haben entweder sehr hohes Niveau und sind entsprechend teuer oder sind die reinsten Absteigen. Mittelklassehotels habe ich bei meinen Streifzügen in Strandnähe nicht gefunden. In der Umgebung des Hotels gibt es zahlreiche weitere größere Hotels aber auch einige Bungalow- und Appartement-Anlagen. Zu beiden Seiten sind in rund 100 Metern Supermärkte, die Einkaufszentren Kasbah und Metro sind problemlos zufuß zu erreichen. In unmittelbarer Nähe des Hotels ist eine Bushaltestelle, das Busnetz auf Gran Canaria ist ziemlich gut ausgebaut. Unmittelbar hinter dem Hotel führt die Hauptstraße durch Playa del Ingles vorbei. Es gibt pro Stockwerk 2-3 Zimmer die durch diese Straße z.T. stark beeinträchtigt sind. Der Strand ist komplett öffentlich, man kann sich die üblichen Liegestuhl/Sonnenschirm-Kombinationen mieten. Für zwei Stühle und einen Schirm zahlt man rund 7,50 Euro. Aber es gibt auch noch genügend Flächen, sich einfach nur so an den Strand zu legen. Allerdings gibt es hier keinerlei Schatten. Der Strand von Playa del Ingles geht unmittelbar in die Dünen von Maspalomas über. So kann man wunderschöne, lange Strandspaziergänge machen. Der Strand ist sehr sauber. Gelegentlich kommen ein paar Steine vor. Allerdings lud während meines Urlaubes das Meer mit seinen 18 Grad nicht wirklich zum Baden ein. Entlang des Strandes von Playa del Ingles gibt es zahlreiche gastronomische Einrichtungen. Diese reichen vom „Amerikaner mit dem großen M“ über Fischlokale, Pizzerien, Cafes bis zu orignal deutschen/englischen/holländischen Lokalen. Es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Auch gibt es einige kleinere Geschäfte, die das übliche Strandzubehör, Souveniers usw. verkaufen. Wie üblich am Strand aber zu deutlich überhöhten Preisen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Poolanlage bestand aus einem größeren Pool und einem kleineren, kindertauglichen Becken. Jeder freie Flecken wurde durch Liegestühle ausgenutzt, sodaß eigentlich nicht viel Grünfläche mehr übrig blieb. Insgesamt war aber genügend Platz, so dass man sich nicht zu dicht auf der Pelle saß. Auch in diesem Hotel gab es die übliche Liegen-Reservierung (obwohl die offiziell nicht erlaubt war). Jedoch fand man auch noch am späteren Vormittag freie Liegen (auch im Schatten). Die Poolanlage war einem 3-Sterne-Hotel angemessen, aber auch nicht mehr. Sehr schön hingegen war das erst vor einem Jahr eröffnete Spa und Wellness-Center. Als Hotelgast bekam man einen Gutschein für einmal freien Eintritt, weitere Besuche kosteten 12 Euro (als externer Gast 21 Euro). Hier gab es zwei relativ warme Becken mit zahlreichen Massagedüsen, Sprudeln usw., einen sehr warmen Whirlpool, eine finnische Sauna und ein Dampfbad. Zusätzlich gab es noch verschiedene Anwendungen (Massagen usw), die aber zusätzlich zu bezahlen waren. Hier konnte man sich wirklich gut entspannen. Etwas negativ ist mir aufgefallen, daß es in der Sauna und im Dampfbad keine " einheitliche Kleiderordnung" gab. Leute im Badeanzug ohne Handtuch in der Sauna einfach so auf dem Holz sitzend sind mir als regelmäßigen Saunagänger einfach ein Dorn im Auge. Hier könnte man durch bessere Information der Gäste Abhilfe schaffen. Zum Hotel gehörten auch zwei Tennisplätze und ein Squash-Platz. Mir ist aber nicht aufgefallen, dass dies auch genutzt wurden. Weitere Sportmöglichkeiten im Hotelbereich gab es m.E. nicht. In der Stadt und am Strand dürfte aber für jeden Geschmack etwas dabei sein.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 1 Woche im Februar 2003 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 24 |


