Das Hotel besteht aus einem historischen Hauptgebäude -in welchem neben der Rezeption diverse Gesellschaftsräume, Salons sowie das Restaurant untergracht sind- und zwei neuzeitlichen Annexbauten. Es verfügt über 164 Gästezimmer und Suiten. Deren Blick fällt entweder über den Golfplatz bis auf die Bucht von Palma (inkl. Kathedrale) oder auf die mit Villen bebauten Hügel von Son Vida. Die begrünte Zufahrt zum Hoteleingang, welcher sich im 6. Stock befindet, führt durch ein herrschaftlich anmutendes Tor vorbei an den Parkplätzen. Ein Großteil der Zimmer ist somit in Hanglage unterhalb des eigentlichen Hauptgebäudes errichtet. Während unseres Aufenthalts waren vorwiegend Deutsche Urlaubsgäste jenseits der 50er-Grenze anwesend, zudem eine Tagungsgruppe aus Süddeutschland mit vorwiegend sehr jungen Teilnehmern. Das Hotel schien ca. zur Hälfte belegt zu sein. Die durch die Gäste und Mitarbeiter geprägte Atmosphäre des Hauses ist eher kühl. Eine 'familiäre' Atmosphäre kommt trotz der hierfür optimalen Voraussetzungen nicht auf. Der historische Gebäudeteil des Hotels ist bestens gepflegt und auf das Feinste restauriert; ebenso die Hotelvorfahrt mit ihren schön bepflanzten Beeten. Die Fassade des hinteren Zimmertrakts könnte gelegentlich einen neuen Anstrich vertragen, hier nagt der Zahn der Zeit. Alle Bereiche des Hotels zeichneten sich durch eine geschmack- und stilvolle Einrichtung, sowie durch beste Sauberkeit aus. Beeindruckend sind die Terrassen des Hotels welche mit Ihren schönen schiedeeisernen Sitzgelegenheiten einen einmaligen Ausblick auf Palma und das Meer bieten. Das der weitläufige und hügelige Hotelpark Ende Januar noch nicht frühlingsfit gemacht worden ist, versteht sich von selbst; etwas verwundert hat uns jedoch die Tatsache, daß eine Vielzahl von hochwertigen Gartenmöbeln samt Auflagen seit scheinbar längerer Zeit der Witterung überlassen wird. Verblichene Farben, Stockflecken und Wasserränder haben den Materialien bereits sehr zugesetzt. Der Garten selbst ist mit Palmen und Sträuchern üppig bepflanzt, die Rasenflächen sind gepflegt. Zu tief sollte man in das üppige Grün jedoch nicht hervordringen, sofern man keine unter den Büschen versteckten ausgemusterten Kühlschränke entdecken möchte. Abends werden sowohl die Gebäude wie auch die Terrassen und der Garten sehr stimmungsvoll beleuchtet. Die Anlage verfügt über keinerlei Sicherheitsvorkehrungen; sie kann durch jedermann betreten werden. Ein Hotel in schöner Schale, am Kern muß jedoch noch einiges getan werden. Geeignet für diejenigen die Ruhe suchen, jedoch die Nähe zur Stadt zu schätzen wissen. Die Preise für Minibar (Marsriegel 4,- €) , Zimmerservice (Stück Kuchen 9,- €) und Restaurantbesuche (ca. 50,- €) sind auf allerhöchstem Niveau angesiedelt. Einen Besuch wert ist das nur wenige Minuten entfernte Arabella Sheraton Hotel. Es verfügt über eine besonders schön angelegte Aussenanlage mit direktem Zugang zum Golfplatz.
Das uns zugedachte Zimmer lag in der 8. und somit obersten Etage des Hotels. Es war im ladenstypischen Stil geschmackvoll möbliert und sehr gut gereinigt. Ein kleiner Obstteller wurde als Willkommensgruß im Zimmer platziert. Bedingt durch eine herbe Geruchsbelästigung der kaum funktionierenden Klimaanlage wurde uns ein Zimmer auf der sechsten Etage angeboten, welches mit ca. 35 m² noch geräumiger war. Der Blick richtete sich auf die bewaldeten Hügel von Son Vida. Das Zimmer verfügte neben einem bequemen Doppelbett mit sehr gutem Bettzeug über einen hochwertigen Flachbildfernseher mit DVD-Player, zwei große Sessel mit Hocker und einen Schreibtisch mit unbegrenztem kostenfreiem Internetanschluss (W-LAN). In einem Teil des Zimmers waren noch die historischen Grundmauern des Hotel sichtbar, was dem ganzen einen zusätzlichen Effekt verliehen hat. Die vom Bett aus steuerbare Zimmerelektronik ist intuitiv schwerlich zu bedienen; ein nettes Detail war neben der Dimmbarkeit des Deckenlichts die von unten beleuchteten Nachttische. Der kostenfreie Safe im Zimmer eignet sich für ein kleines Laptop und verfügt über eine innere Steckdose. Leider bot das Zimmer weder die in dieser Kategorie mittlerweile übliche Möglichkeit der Kaffee-/Teezubereitung, noch das bei Starwood übliche Bügeleisen. Bedauerlich war zudem, daß an keinem Tag ein Turndownservice stattfand. Das Bad war geräumig und mit Badewanne, Dusche und abgetrenntem WC ausgestattet; zudem verfügte es über ein Doppelwaschbecken mit guten Ablagemöglichkeiten. Leider ist es selbst in einem Hotel dieser Kategorie nicht möglich, den drittklassigen Föhnen der Marke Starmix zu entkommen. Auch die Chrombeschichtung dieses Billigimports konnte über die ab Werk mangelnde Gebläseleistung nicht hinwegtäuschen. Zwar verfügte das Bad nicht über eine Fußbodenheizung, jedoch ließ sich die Temperatur der Wandspiegel (!!) zwischen den Stufen 2 und 5 individuell regeln. Zu den bereitgestellten Badkosmetika gehörte neben einem kaum schäumenden Duschgel eine wässrige Bodylotion sowie ein Shampoo. Die in billigsten Plastikfläschchen abgefüllten Flüssigkeiten könnten in ähnlicher Aufmachung durchaus in Ibis-Hotels zum Einsatz kommen. Die am untersten Ende der Hierarchie stehenden Zimmermädchen haben beste Arbeit geleistet und konnten in Punkto Freundlichkeit manchen Ihrer Kollegen sicher ein Vorbild sein.
Das Hotel verfügt über ein Restaurant gigantischem Ausblick auf die Bucht von Palma sowie über eine sehr stilvolle Bar. Das Frühstück wird in zwei Räumen in Buffetform angeboten, im Sommer zudem auf der Restaurantterrasse. Die Auswahl am Buffet ist gut, die Speisen alle frisch. In Anbetracht der Hotelkategorie war das Frühstück jedoch eher durchschnittlich. In so manchen 4 Sterne-Hotels fällt es oppulenter aus. Die obligatorischen gebratenen Pilze waren eindeutig Dosenware, Sekt wurde nicht geboten. Besonders negativ fiel der noch vor dem Kaffee servierte 'Orangensaft' auf. Hierbei handelte es sich um eine neongelbe Flüssigkeit, welche allem Anschein nach auf Basis eines Instantpulvers zubereitet worden ist. Auf Anfrage bekam ich die Information, daß dieser Saft aus Orangen gepresst wurde, welche aus Valencia stammen. ;-) Brötchenliebhaber werden herb enttäuscht. Das gebotene Sortiment besteht aus harten(!) fast rohen Teiglingen. Umso erfreulicher hingegen war der echte Filterkaffee, welcher in südlichen Ländern leider nicht weit verbreitet ist. Kaffeespezialitäten wie Cappucino etc. werden auf Bestellung zubereitet. Es gibt eine große Auswahl Teesorten; die hierfür geeigneten Teetassen jedoch auch auf Anfrage nicht. Eine bestellte heiße Schokolade wurde in einem am oberen Ende verschmierten Longdrinkglas serviert. Die Milch ist derart stark erhitzt worden, daß ein Verzehr aus dem henkellosen Glas erst nach einer Viertel Stunde möglich war. Informationen zum Service im Restaurant s. o.
Die Mitarbeiter an der Rezeption wie auch in den gastronomischen Bereichen sind größtenteils 'älteren Semesters', was einem Hotel wie dem Castillo zusätzliche Authenzität verleiht. So sehr sich die langgedienten Herrschaften auch in die historischen Mauern einfügen, so schwach ausgeprägt ist leider deren Servicementalität. Die üblichen teils gequält, teils hektischen Floskeln wie 'Good morning', 'Gracias' und 'Adios' konnten über die versteinerten Mienen, dem offensichtlichen Leistungszwang und einer nicht gelebten Willkommensphilosophie nicht hinwegtäuschen. Zwei rühmliche Ausnahmen bildeten eine junger Rezeptionist mit niederländischem Akzent, welcher sich bei der Anreise größte Mühe gab, sich nach unserer Anreise erkundigte und das Hotel samt aller Möglichkeiten ausführlich und authentisch freundlich erklärte. Eine zweite freudige Überraschung gab es am Morgen des zweiten Tages, als eine ebenfalls sehr junge Dame mit niederländischem Einschlag die Tristesse des Frühstücksbuffets aufmischte. Mit ihrer freundlichen und herzlichen Art konnte sie ihre Kollegen jedoch leider nicht infizieren. Ebenfalls unzureichend motiviert schienen die Türsteher und die Servicekraft im Fitnessbereich. Anstelle einer freundlichen Begrüßung schauten diese lieber weg und liessen des Gast auf sich allein gestellt, sofern dieser nicht auf sie zukam. Die Informationen kam meistens jedoch auch dann nur spärlich. Über die Frage hinausgehende Informationen wurden nicht erteilt. Der Check-out vollzog sich in innerhalb von wenigen Sekunden. Nach dem der Senor die Zimmernummer eingegeben und die beiden Keycards entgegen genommen hatte, endete mit einem 'Es ist alles bezahlt.' unser Aufenthalt im Castillo Hotel. Die selbst in einfachsten Hotels üblichen Fragen nach dem Aufenthalt wurden gar nicht erst gestellt; der Wunsch für eine gute Heimreise schien nicht üblich; ein 'Adios' gar überflüssig.
Das Hotel liegt oberhalb vom Palma im Villengebiet Son Vida. Unterhalb des Hotels liegt einer der Golfplätze. Fußläufig errreichbar ist das Schwesterhotel 'Arabella Sheraton', welches sich vorwiegend für Golfer eignet. Innerhalb von 15 Minuten erreicht man per PKW sowohl die Altstadt von Palma, als auch den Flughafen. Die Zufahrt nach Son Vida wird durch einen Sicherheitsdienst bewacht, welcher jedoch alle Autos passieren läßt und somit eher für ein imaginäres Gefühl der Sicherheit sorgt. Son Vida ist mit seinem großen, alten Baumbestand und den gepflegten Golfplätzen eine grüne Oase und bietet -bedingt durch fehlende Unterhaltungsmöglichkeiten- größtmögliche Ruhe. Lediglich ein Restaurant in der Nähe des Sheraton-Hotels bietet hier etwas Abwechselung. Einfache Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie eine 24h-Tankstelle befindet sich ca. einen Kilometer entfernt. Das Castillo-Hotel wirbt derzeit noch immer mit einer aufpreispflichtigen Transfermöglichkeit im hauseigenen historischen Rolls Royce. Die Deutschen Inhaber des Hotels haben diesen jedoch bereits im letzten Jahr für eigene Zwecke nach München geholt. An seiner Stelle verfügt das Hotel nun über eine S-Klasse der neuesten Generation. Aufgrund der Lage des Hotels sollte in jedem Fall ein Mietwagen genutzt werden.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Das Hotel verfügt neben einem kleinen Fitnesscenter mit modernen Geräten über einen auf 33 Grad beheizten Innenpool von mittlerer Größe sowie über einen Whirlpool und eine Sauna. Dieser gesamt Bereich ist eher nüchtern angelegt, bietet jedoch eine zweckmäßige Möglichkeit des körperlichen Ausgleichs. Die neben den bequemen Poolliegen stehende Mülltonne kennt man eher aus Parks oder von Kinderspielplätzen; sie ist hier fehl am Platz. Die Aussenpools sind im Winter nicht beheizt, jedoch sauber.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3-5 Tage im Januar 2010 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Thorsten |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 99 |


