Flug mit Tuifly - kinderunfreundlich Da wir aus der Nähe von Augsburg kommen, haben wir Memmingen als Abflughafen gewählt. Dieser Regionalairport ist sehr klein, unsere Wartezeit am Tuifly-Schalter betrug nur kurze 30 min, und nach der Passage der Sicherheitsschleuse warteten wir noch 45 min, bevor wir über das Flugfeld laufen durften, um in unsere Maschine einzusteigen. Leider war das Flugpersonal auf unserem Tuifly-Hinflug sehr unfreundlich. Eine Stewardess beschwerte sich mit den Worten "ob ich einmal auf meinen Sohn aufpassen könnte" darüber, dass mein Kleiner (fast 2 Jahre alt) eine halbe Stunde nach dem Start im Gang vor uns 3 m auf und ab lief und sie deswegen 2 Mal kurz warten musste. Außerdem wurde mir verboten, mit meinem Sohn (der wie jedes andere Kleinkind auch ein sehr großes Bewegungsbedürfnis hat), während des "Service" im Flugzeug herumzulaufen. Da das Personal aber insgesamt 3 Mal (!) das Flugzeug durchlief um Dutyfree-Waren zu verkaufen, kam dieses Verbot -angesichts eines 3 Stunden-Fluges von Memmingen nach Antalya - einem kompletten Laufverbot gleich. Flughafen Antalya Unser Zielflughafen war zu unserem Erstaunen sehr groß. Der Buggy, welchen wir bis zum Flugzeug behalten durften und welcher dann unmittelbar vor dem Flug noch als Sperrgepäck verstaut worden war, erreichte uns in der Ankunfthalle leider erst 25 min, nachdem unser normales Gepäck schon angekommen war. Auf unsere Nachfrage hin erklärte man uns, dass dieser Zeitunterschied normal sei. Obwohl wir uns sehr beeilten - soweit das mit einem Buggy, 2 Kindern und mehren Taschen geht - kamen wir deswegen natürlich auch 20 min später bei unserem Transferbus an, wodurch unsere Mitfahrer und der Reiseleiter nicht gerade begeistert waren. Nach einem eineinhalbstündigen Transfer (alle Reisekataloge sprechen zwar von 60 min Transferdauer, vergessen dabei aber, dass natürlich mehrere Hotels angefahren werden...) kamen wir im Melas Holiday Village an. Hotel Melas Holiday Village Da wir die einzigen Gäste waren, welche abends um 21.00 Uhr ankamen, dauerte das Einchecken nur kurz und wir wurden mit samt Gepäck mit einem Elektroauto zu unserem Familienzimmer gefahren. Unser schon etwas älteres Ferienhotel war sehr sauber, im August hielten sich dort v. a. Deutsche, Österreicher, Holländer, Franzosen und Russen auf. Aufgrund der Größe der Anlage verteilen sich die - durchwegs sympathischen Miturlauber aller Nationen hier sehr gut, wenngleich auch an den Pools oder am Strand die Hochsaison zu spüren ist. V. a. den Zimmern merkt man an, dass sie schon älter sind: viele Schrammen an den Wänden, Schwarzschimmel im Bad, gebrochene Fugen, nicht wirklich schließende Fenster, Türen oder Schranktüren oder abgebrochene Griffe (Minibar) Mitbringsel Angeblich kann man Goldschmuck zu einem guten Preis einkaufen. Wir allerdings haben uns auf T-Shirts (gute Imitationen berühmter Bekleidungsmarken) beschränkt, welche je nach Qualität 5-15 Euro kosten. Kauft man mehr, ist der Preis besser. Und unbedingt verhandeln! Das Hotel hat einen eigenen Shop, der von der Sonnenmilch über Babywindeln bis zu Spielzeug, Batterien, Luftmatratzen vieles hat, was man im Urlaub brauchen kann. Allerdings ist dort alles teurer als 100 m weiter außerhalb der Anlage! Tipps für das Melas Holiday Village im August 1) Badeschuhe für das Baden im Meer 2) Funktionswäsche und keine Baumwollkleidung einpacken, lange Hosen, Pullis, Jacken zuhause lassen 3) Voll und ganz auf Badeurlaub einrichten, Wetter für Ausflüge mit kleinen Kindern zu heiß 4) angemachte Salate, Joghurt-Waren und Sahnetorten nur bei Öffnung des Buffets essen, später darauf verzichten 5) genügend Geld (Euro) für Mitbringsel und Kleingeld als Trinkgeld mitnehmen (Abheben von Geld nur in Side möglich, Wechsel von Scheingeld z. T. schwierig) 6) möglichst wenig / kleine Wertsachen mitnehmen (Safe ist sehr klein und kann problemlos/mit wenig Kraft aus dem Schrank gehebelt und mitgenommen werden)
Familienzimmer - Mogelpackung Wir hatten ein Familienzimmer gebucht und stellten nun fest, dass diese Zimmerkategorie im Melas Holiday Village bedeutet, dass es sich einfach um ein größeres Doppelzimmer handelt. Natürlich hätten wir uns diesbezüglich genauer informieren müssen. Aufgrund unserer Erfahrungen mit anderen Hotels in den Jahren davor waren wir eigentlich davon überzeugt, dass es sich bei einem Familienzimmer und zwei separate nebeneinander liegende Schlafzimmer mit gemeinsamen Sanitärbereich handelt. Nicht so in diesem Hotel. Angesichts der Tatsache, dass das Familienzimmer immerhin 800 Euro (bei 14 Tagen Urlaub im August) mehr kostet als ein Standarddoppelzimmer, sollte man sich diese Tatsache noch einmal vor Augen führen. Für unseren Jüngsten war ein Babybett vorbereitet, allerdings ohne echte Matratze (sondern nur mit der typischen bodenbedeckenden Einlage, die kaum gefüttert ist). Die Matratze bekamen wir auf Nachfrage 2 Tage später. Das Bett für unsere Tochter war eigentlich eine Schalfcouch und vom Schlafcomfort nicht mit dem Elternbett zu vergleichen. Ich als schwerer Papa würde auf diesem Bett jede Stahlfeder der schlechten Federkernmatratze spüren. Unser Zimmer (ein 600 er) war ausreichend groß, mit 2 Schränken (deren Schiebetüren sich allerdings nicht mehr schließen ließen), einer Couch, einem Schreibtisch und einer Minibar. Letztere wurden jeden 2. Tag gefüllt (2 Dosen Bier, 2 kleine Mineralwasser, 2 große Flaschen stilles Wasser, eine große Flasche normales Cola und eine Flasche Fanta. Das Zimmer verfügte über eine individuell einstellbare, nicht zu laute Klimaanlage. Reinigung des Zimmers Die Zimmer werden täglich gereinigt. Das bedeutet, dass der Sanitärbereich geputzt wird und die Betten gemacht werden. Leider wird der Boden nicht gestaubsaugt oder gewischt, genauso wenig wie die Terrasse. Da letztere für uns der einzige Rückzugsraum während der Mittagsschlafzeiten unsere Kinder war, brachten wir den gesamten Terrassenbelag (Blütenblätter, herangewehter Sand) mit ins Zimmer. Auf den Schränken und unter der Couch / Bett wird nicht gereinigt. Will man dort etwas deponieren, sollte man selber kurz sauber machen. Die auf dem Boden liegenden Handtücher wurden jeden Tag zuverlässig ausgewechselt. Die Putzfrauen erwarten täglich – wie auch die Kellner – Trinkgeld. Darauf wird man vom gesamten Personal aufmerksam gemacht, indem einem das Kleingeld gezeigt wird mit der Bitte um Wechseln in Scheingeld. Lage des Zimmers Die Familienzimmer liegen auf zwei Ebenen um eine große Wiese herum angeordnet. Die Zimmer befinden sich in doppelstöckigen Bungalows. Hat man (wie wir) das untere Zimmer, so hört man, wenn die oberen Besucher ihre Terrassen- bzw. Balkonstühle verrutschen oder ihre Stöckelschuhe ausprobieren. Von den Fenstern bzw. von der Terrasse blickt man ins Grüne und sieht, dass die Gärtner sich sehr viel Mühe geben, das Ganze zu pflegen. Es blüht einfach überall. Von den Familienzimmern ist man in 5 min an den meerseitigen Pools bzw. am Meer, die Tour zu den Wasserrutschen (diese liegen am anderen Ende) dauert etwas länger. Auch das zentral gelegene Buffetrestaurant ist schnell erreicht.
leckeres Essen mit Risiko Es gibt drei Hauptessen (Frühstück, Mittag, Abend), welche in Buffetform im Hauptrestaurant angeboten werden. Frühstück und Mittagessen werden im offenen Teil des Restaurants serviert. Beim Abendessen hat man die Möglichkeit, im klimatisierten Teil des Restaurants zu essen – allerdings von einer reduzierten Speiseauswahl. Wir hatten alle Hochachtung vor denjenigen, die das Abendessen im offenen Teil eingenommen haben. Denn wir waren gerade beim Abendessen innerhalb von 5 Minuten komplett durchgeschwitzt. Unsere Kinder waren so fertig von der schwülen Hitze (Biosauna), dass für sie das Essen nur im klimatisierten Teil möglich war. Frühstück: Der Kaffee ist löslicher Jacobskaffee und schmeckt auch so. Ansonsten ist das Buffet riesig und für jeden sicherlich etwas dabei. Wir fanden besonders die frisch zubereiteten Pfannkuchen (leer oder mit Marmelade/Schokosauce gefüllt) sehr lecker. Mittagessen: Dieses ist eigentlich wie das Abendessen aufgebaut, allerdings nicht so stark frequentiert, da ein großer Teil der Gäste an der Poolbaar zu Mittag Snacks (Pommes, Burger, türk. Pizza) isst. Abendessen: Das Abendessen ist sehr reichhaltig, es gibt eine große Auswahl an Salaten, eine Suppe und mehrere Hauptspeisen. Das Buffet wird bis kurz vor Ende wieder aufgefüllt. Auch das Nachspeisenbuffet ist sehr groß, allerdings fehlt hier die Abwechslung (nach 3 Tagen kennt man das Meiste). Wir haben wie üblich alles probiert, zwei Mal waren die angebotenen Pfirsiche zum Teil verschimmelt und einige Kuchen hatten geschmacklich schon ihre beste Zeit gehabt. Verdauungstechnisch hatte die Hälfte der Familie keine Probleme, während die andere Hälfte einige Tage mit „Flitzekacke“ zu kämpfen hatte. Gala-Dinner: Innerhalb unseres Aufenthalts gab es einmal am Samstag ein Gala-Dinner in der Nähe des Aquaparks. Dazu wurde dort extra eine Bühne und Tische/Stühle für alle Hotelgäste (auf die Wiese) aufgebaut. Das Essen, welches Live zubereitet wurde, war sehr lecker und die Show (Mix aus Livemusik zum Mittanzen und türkische Folklore – vom Animationsteam vorgeführt) sehr schön. Pro Woche darf man ein Mal in einem a La Carte Restaurant (Fisch oder Türkisch) essen. Hier bekommen die Kinder – wenn gewünscht – ein Kindermenü (Pommes, Nudeln, Fleisch), während alle anderen ein 4 Gänge Menü erwartet. Dieses ist zwar in der Abfolge und Auswahl festgelegt, jedoch sehr lecker und auch reichhaltig. Beide Restaurants liegen direkt am Meer, so dass man einen wunderschönen Blick auf den Sonnenuntergang hat. Wir hätten gerne öfters dort gegessen, auch weil immer eine leichte Meerbrise weht. Absolut empfehlenswert. Achtung: In der Hochsaison sind die begrenzten Plätze zum Teil schon 6 Tage im Voraus ausgebucht. Also am besten gleich zu Urlaubsbeginn reservieren (an der Rezeption).
Das gesamte Personal ist sehr freundlich. Sowohl die Kellner als auch die Putzfrauen oder die Angestellten an der Rezeption strengen sich wirklich an. Gerade die Kellner machen viele Scherze mit Kindern und hinterlassen auf diese einen nachhaltigen Eindruck. Manche sprechen einige Worte (Hallo, Wie gehts, Schatzi ...) deutsch, andere wiederum englisch. Allerdings sind die Fremdsprachenkenntnisse sehr begrenzt. Beschwerden werden höflich entgegen genommen, aber es passiert nichts oder man wird auf morgen vertröstet.
Vom unserem Familienzimmer aus ist alles (Strand, Pools, Buffetrestraurant) gut zu erreichen gewesen. Über die Strandpromenade kann man einen - normale Temperaturen oder keine kleinen Kinder vorausgesetzt - sehr schönen Spaziergang bis nach Side machen. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel dauerte 90 min. (Es werden über z. T. abenteuerliche Straßen immer mehrere Hotels vor dem Melas H. V. angefahren). Klima im August Der Tag startet morgens mit 29 °C, um 10.00 Uhr (falls man es gemütlich angehen lässt) hat es bereits 38°C, nachmittags kann das Thermometer dann auch mal 44°C (im Schatten!!!) anzeigen, und abends (nach dem man vom Strand zurück ist, geduscht hat und zum Abendessen geht) hat es z. B. um 20.00 Uhr (Sonnenuntergang) immer noch 33°C. Das – finden wir – sind somit ideale Temperaturen, um einen Badeurlaub zu machen. Sowohl das Meer- als auch das Poolwasser sind wunderbar warm und selbst unser Kleinster hat auch nach stundenlangem Baden nie gefroren. Reine Baumwollwäsche ist in kürzester Zeit nassgeschwitzt. Für alle, die gerne trockene Kleidung tragen, empfehlen sich Funktionsklamotten (aus Polyester etc.). Wer allerdings über Ausflüge nachdenkt (es gibt diverse Schiffstouren, Fahrten ins Landesinnere (Taunus-Gebirge, Pammukale etc), sollte die entsprechende Hitzebelastbarkeit mitbringen. Da unsere Kinder die definitiv nicht hatten, kamen alle Arten von Ausflügen für uns nicht in Frage. Die Ausflüge sollte man übrigens nicht direkt im Hotel buchen, sondern in die Einkaufsstraße vor dem Hotel gehen. Dort gibt es genügend Agenturen, welche alle die gleichen Ausflüge anbieten, und die kosten zum Teil nur 10% so viel wie im Hotel.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Animation Das Programm der Animation läuft den ganzen Tag. Geboten werden beispielsweise Boccia, Dart, Wasserball, Volleyball und versch. Gymnastiken. Jeden Abend (außer Sonntag) gibt es eine Kinderdisco und eine Show. Die Shows bestehen aus versch. Tanzeinlagen, zu denen die Musik gespielt wird. Im Prinzip eine ganz normale Animation, nichts außergewöhnliches. Allerdings wird man an den meerseitigen Pools und sogar im Familienzimmer dauerbeschallt. In Zeiten ohne Ansagen bringen die Animateure bassgetonte Tanzmusik. Die Lautstärke ist so heftig, dass an den beiden Poolpartys (diese finden zwei Mal pro Woche statt) bis um 23.15 Uhr ganz und gar nicht an Schlaf zu denken ist. Aufgrund unserer kleinen Kinder, die normalerweise um 20 Uhr ins Bett gehen, haben wir an der Rezeption darum gebeten, ein anderes – LEISERES – Zimmer zu bekommen. Leider sind aber alle Familienzimmer (wie gesagt) in Poolnähe und damit war kein Wechsel möglich. Ein sog. Upgrade in ein Appartement (diese wären deutlich weiter weg vom Lärm gewesen) konnte (wollte?) uns der Hotelchef aufgrund der Buchungslage nicht ermöglichen. Da es auch um 21 Uhr abends noch 30°C warm ist und die Luftfeuchtigkeit enorm hoch ist, fanden wir es absolut gigantisch, dass die Animateure bei den Abendveranstaltungen eine Stunde Showtanz durchhalten. Schwimmen Die Liegen an den meerseitgen Pools (diejenigen mit Daueranimation) sind schon um 9.00 komplett mit Handtücher belegt. Am Wasserrutschenpool (Aquapark) findet man jedoch zu jeder Tageszeit noch ein Plätzchen. Da es keine Bademeister gibt, gibt es auch keine Baderegeln. Für ältere Kinder ein Traum, denn man kann von jedem Platz aus eine Bombe ins Wasser machen. Für Kleinkinder zum Teil zu wild und zu unübersichtlich. Letztere haben jedoch sicherlich in den zwei Babypools (mit Babywasserrutsche) Spaß. Die Pools sind sauber und im August so warm, dass man es wunderbar den ganzen Tag darin aushalten könnte. Schwimmen ist dort bis 19.00 Uhr erlaubt. Die Rutschen im sog. Aquapark sind auch für kleinere Kinder gut zu meistern (offiziell dürfen erst Kinder ab 10 Jahren alleine Rutschen, aber es gibt ja keinen Bademeister und somit auch keine Kontrolle…); leider sind die Wasserrutschen nur 4 Stunden pro Tag in Betrieb (von 10-12 und 14.30 bis 16.30 Uhr) Meer Am Meer findet man immer freie Liegen. Alle Liegen sind mit einer Plane überdacht, so dass ausreichend Schutz vor der Sonne – für den, der das haben will – da ist. Der Strand ist ein großer, langer, breiter und flach abfallender Sandstrand, an dem die Hotels ihre Claims abgesteckt haben. Das Wasser ist sauber und auch für Kleinkinder geeignet. Die im Badebereich liegenden Felsen im Meer (ca. 5 m vom Strand entfernt) stören nicht, allerdings kann mein leicht darauf ausrutschen. Hier helfen Badeschuhe! Schnorcheln macht gerade morgens sehr viel Spass, da hier noch kein Bootsverkehr stattfindet. Mit etwas Glück sieht man sogar Schildkröten. Als sehr störend empfanden wir die minütlich außerhalb des Badebereichs kreisenden Jetboote, welche die Parasailer ständig die Küste auf und abzogen. Ihre Fahrer finden es besonders toll, ganz nahe an den durch Boien abgegrenzten Badebereich heranzufahren und lassen dazu noch laute Musik auf ihren Booten laufen. Wer also vor der Animationsmusik am Pool zum Meer geflohen ist – kommt vom Regen in die Traufe. Im Meer ist Schwimmen also nur im (kleinen) boienbegrenzten Bereich möglich – außerhalb lebensgefährlich.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jochen |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 3 |


