Das Erlebnishotel Fendels klingt vielversprechend – und die Lage in den Tiroler Bergen ist tatsächlich wunderschön. Wir waren zu dritt (2 Erwachsene, 1 Kind, 10 Jahre) und hatten eine Junior Suite gebucht. Das Hotel hat Potenzial, verschenkt es aber auf beeindruckend konsequente Weise.
- ZimmergrößeSchlecht
- SchlafqualitätEher schlecht
- SauberkeitEher schlecht
- EssensauswahlSehr schlecht
- GeschmackSehr schlecht
„Erlebnishotel" – ja, ein Erlebnis. Leider. ★☆☆☆☆ – Oder: Wie man in Österreich hungrig, frierend und fassungslos in den Urlaub fährt Wir kamen voller Vorfreude an – zwei Erwachsene, ein 10-jähriger Sohn, der sich auf Kaiserschmarrn freute wie andere Kinder auf Weihnachten. Was konnte schon schiefgehen? Kaiserschmarrn. In Österreich. In einem Hotel, das sich „Erlebnishotel" nennt. Viel. Es konnte sehr viel schiefgehen. Das Restaurant: Eine Zeitreise ohne Ankunft Tag 1, 15:30 Uhr. Wir setzen uns ins À-la-carte-Restaurant und bestellen das Gefährlichste, was die österreichische Küche zu bieten hat: einen Kaiserschmarrn und einen Apfelstrudel. Die Kellnerin notiert, wir warten. Und warten. Und warten. Nach 50 Minuten frage ich nach. „Kommt gleich." Nach weiteren 10 Minuten erscheint sie und teilt uns mit, dass wir noch 15 Minuten warten müssten. Meine Frau und mein Sohn – zu diesem Zeitpunkt bereits in einem Hungerzustand, der bei UNO-Gipfeln Schlagzeilen machen würde – zogen sich aufs Zimmer zurück und retteten sich mit Müsliriegeln. Müsliriegeln! In einem Vier-Sterne-Hotel in Tirol! Ich bestellte den Vorgang zu stornieren. Was folgte, war eine 15-minütige Buchungsaktion, als würde man versuchen, den Weltrieden per Faxgerät herbeizuführen. Dann bat ich darum, den Chef zu sprechen. „Der kommt gleich." Er kam. Nicht. Nach weiteren 40 Minuten Wartezeit verabschiedete ich mich mit dem Hinweis, dass auch die Getränke storniert werden sollten. Die Antwort der Kellnerin: „Ich hab doch den Kaiserschmarrn storniert." Ja. Danke. Chapeau. Case closed. Das Zimmer: Junior Suite mit Alpen-Charme und arktischer Raumtemperatur Das Zimmer selbst war tadellos – hätte man es auf ca. 18 Grad bekommen. Bei 5°C Außentemperatur kämpfte eine einzelne, 45 cm breite Heizung tapfer gegen die Kälte an. Spoiler: Sie verlor. Die Handtuchheizung im Bad funktioniert auf Knopfdruck – für exakt 10 Minuten. Man plant seinen Duschrhythmus also wie ein Logistikprojekt. Das Abendessen: Panorama mit Beigeschmack Beim Abendessen bekamen wir einen Tisch mit gemischter Aussicht: auf einer Seite majestätisches Bergpanorama, auf der anderen Seite Lieferwagen eines Lebensmittelgroßhändlers, die fleißig Boxen abluden. Der Zusammenhang zum Buffet drängte sich auf. Das Buffet selbst bestätigte den Verdacht: Knödel ohne Soße (leer, obwohl noch über eine Stunde Essenszeit), alles kalt, nichts dampfte, nichts wärmte. Am zweiten Abend gab es Menü – wir wählten Käsespätzle, weil: was kann da schiefgehen? Die Antwort: alles. Kein Käse, dafür Spätzle in Sahne schwimmend – und natürlich kalt. Wir retteten uns mit Schnitzeln vom Kinderbuffet. Man tut, was man tun muss. Der letzte Urlaubstag: Vorgezogene Rechnung, vorweggenommene Ernüchterung Am Samstag begrüßte uns beim Frühstück eine Karte auf dem Tisch: Wir werden gebeten, heute bis 20:45 Uhr zu bezahlen, da morgen der Urlaub endet. Sachlich korrekt – aber als Formulierung auf dem Frühstückstisch hat das die Energie eines Gerichtsbeschlusses. Der letzte Urlaubstag begann mit dem Gefühl, bereits abgecheckt zu haben. An der Rezeption trugen wir all das vor. Die Reaktion? Identisch zur Kellnerin. Niemand übernimmt hier Verantwortung. Kritik prallt ab wie Regen an einer Goretex-Jacke. Fazit: Das Erlebnishotel Fendels bietet zweifellos ein Erlebnis – nur eben nicht das erhoffte. Wer gerne friert, auf Essen wartet, das dann kalt ist, und Mitarbeitern beim Nicht-Reagieren zusehen möchte, ist hier goldrichtig. Wir werden nicht wiederkommen. Und wenn Sie unsere Erfahrungen lesen und trotzdem buchen – nun, dann wünsche ich Ihnen wärmere Müsliriegel als wir sie hatten. Klare Empfehlung: Nein.
Erlebnistipps erhalten
- Nein
Bester Service
- Nirgends
Alter der Kinder
- 6 - 11
Beliebt bei Kindern
- Nichts
- GemeinschaftsförderungSehr schlecht
- LokalwirtschaftEher schlecht
- Öko-ErlebnisSchlecht
Beliebte Aktivitäten
- Nichts
- Lage für SehenswürdigkeitenSehr schlecht
ÖPNV-Erreichbar
- Nein
Parkplätze in der Nähe
- Ja
Unerwartete Kosten
- Nein, keine unerwarteten Kosten.

