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Daniel (26-30)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • Juni 2014 • 1 Woche • Strand
Sehr ausführliche, lange Bewertung
2,0 / 6

Allgemein

Das Hotel Fantasy liegt in Kolymbia und bietet ausschließlich ein All-Inclusive-Angebot an. Es hat drei Sterne. Drei Sterne – zwei Wörter, die wir, zwei Studenten (männlich (ich) und weiblich, Mitte 20) uns immer wieder sagten und die eine Rechtfertigung dafür sein sollten, dass wir Sparfüchse sind und ein wirklich, wirklich, wirklich günstiges Angebot zu Anfang des Junis 2014 erwischt haben. Ich werde im Folgenden jeden Punkt so anschaulich, genau und ausführlich thematisieren, wie ich kann. Und ich möchte direkt hier eine Warnung aussprechen bzw. davon abraten den Urlaub im Hotel Fantasy zu buchen. Drei Sterne und All Inclusive verhält sich zueinander wie eine luxuriöse Kreuzfahrt auf einem alten Schlauchboot. Ergo nichts Halbes und nichts Ganzes. Auch wenn man sich ja immer wieder einredet, dass es sich um drei Sterne handelt, heißt das nicht, dass man anspruchslos sein MUSS. Gewisse Dinge bezüglich Hygiene und Service sollte man auch bei drei Sternen erwarten dürfen. Ich möchte des weiteren darauf hinweisen, dass ich beim Schreiben dieser Rezension versuche ein gewisses Maß an Objektivität zu wahren. Natürlich ist eine Bewertung grundsätzlich subjektiv und das soll und muss sie auch sein. Ich möchte jetzt aber nicht kommen und sagen: „Hach, das Personal ist ja soooo herzlich, wir haben soooo viele liebe Menschen getroffen, die BILD-Zeitung lag immer aktuell an der Poolbar und das Hotel Fantasy is ja viel besser wie andere Hotels und deshalb kommen wir immer und immer und immer wieder“. Ich denke gerade das sind Aspekte, welche für dieses Hotel sprechen, wenn man eben eine Affinität dafür besitzt mit dem Personal familiär umzugehen. Selbstverständlich ist das auch nicht jedermanns Sache. Im Großen und Ganzen waren wir vom Hotel Fantasy enttäuscht, werden sicherlich keine Wiederholungstäter und würden im Falle eines Falles lieber ein wenig mehr Geld zur Hand nehmen und einen höheren Standard buchen. Nicht weil wir übermäßig anspruchsvoll, sondern weil wir eben nicht absolut anspruchslos sind. Die Euphorie ein Schnäppchen gebucht zu haben, schlug schnell in Ernüchterung um, als wir eincheckten und ich möchte mit den folgenden Ausführungen andere davor bewahren oder zumindest umfangreich beraten. Einen schönen Urlaub hatten wir dennoch: Das Hotel Fantasy hatte aber kaum einen großen Einfluss darauf. Wie bereits erwähnt: An jeglichen Schutz gegen Mücken denken! Auch wenn das Fenster zubleibt und die Klimaanlage funktionieren sollte. Es bietet sich absolut an ein Auto zu mieten – gerne auch, wie erwähnt, im Hotel, wo einem ein wirklich faires Angebot gemacht wird. Rhodos lässt sich herrlich mit der Karre erkunden. Lindos und Rhodos Stadt locken mit ihren Altstädten, wobei beide leider mit den immer gleichen Andenkenramschkaschemmen verunstaltet werden und Restaurantangestellte dich penetrant in die Läden ziehen wollen. Man muss im Hinterkopf behalten, dass 85% (!) der Wirtschaft auf Tourismus ausgelegt ist. Dennoch lohnen sich die Ausflüge ohne Frage. Der Verkehr auf den Straßen ist übrigens sehr beruhigt und „human“. Hupen nicht vergessen – besonders dann, wenn es sinnlos ist ;-) . Wer die Wahl hat, sollte sich ein kleines Gefährt leihen, da Parkplätze rar sind. Wer sich zu nah an den Ortskern von Lindos bewegt, wird übrigens von einem Verkehrskadetten gelotst, was unerlässlich ist, wenn man sich die katastrophale Situation am Rande der Altstadt anguckt. Das Ausflugsziel Epta Piges (Sieben Quellen) nördlich von Kolymbia ist absolut empfehlenswert. Im kleinen Urwald befinden sich die Quellen mitsamt glasklarem Wasser und viele verschiedene Vögel wie Pfauen und diverse Entenarten. Dort ist es wirklich sehr idyllisch. Wer sich ein wenig ins Landesinnere verirrt, wird mit verschlafenen Städtchen belohnt, welche noch nicht von den Fangarmen des Tourismus-Kraken gefangen wurden. Tolle Panoramen, grüne Täler und eine beeindruckende Natur belohnen! In Kolymbia bewährte sich für uns die Taverne Nikos, welche direkt gegenüber dem Caroussel, eine weitere Taverne, liegt und schmackhafte, frische und reichhaltige Mahlzeiten anbot. Brot und ein Ouzo-Aperitif sind dort gratis, das Personal herzlich, freundlich und aufmerksam. Neben griechischen Gerichten gibt es eine hervorragende, große Pizza (ich weiß, nichts griechisches, aber naja) und für zehn Euro pro Person kann man locker mit einem großen Getränk und einer Hauptspeise rechnen. Cocktails kosten im Schnitt fünf Euro. Im Paradise, eine Cocktailbar welche man vom Hotel Fantasy aus als eine der ersten Lokale erreichen wird, kosten sie sogar unter fünf Euro und sind gut und professionell zubereitet. Hier verkehren auch Einheimische, was wahrscheinlich einiges heißen wird. Direkt nebenan findet sich das Paul's, was von Touristen eher stiefmütterlich behandelt wird, aber einen sehr günstigen und guten Kaffee anbietet. Wer übrigens die Straße in dem das Hotel Fantasy liegt, verlässt und die Kreuzung erreicht, sollte direkt geradeaus weitergehen, um in eine relativ unberührte Natur zu kommen, die eine gelungene Abwechslung bietet, wenn einem der Touristenort zu laut geworden ist. Unbedingt lange Hosen und festes Schuhwerk anziehen und fest auftreten. Hier gibt es mehr als Mücken, die einen beißen können ;-)


Zimmer
  • Sehr schlecht
  • Sofort bemerkt man einen muffigen, stickigen Gestank, der einem in die Nase steigt. Wirklich sauber sind die Räume auch nicht – die liebevoll gefalteten Bettdecken erfüllen eher eine Alibifunktion, damit man die Illusion bekommen kann, dass das Zimmer gereinigt wurde. Ob diese wie die Laken oder Handtücher überhaupt gewechselt wurden, war uns auch nicht unbedingt klar. Zu einer Reinigung gehört übrigens auch, dass man tote Mücken und dazugehörige Blutflecken zumindest grob von den Wänden putzt, Spinnenweben samt Spinnen entfernt und die Terrasse bzw. den Balkon wischt. Auch wenn man die sehr staubigen, miefigen Vorhänge ausgetauscht hätte, wäre das eine Wohltat gewesen. Sie erschienen mir beinahe als Hauptgrund für die Muffig- und Stickigkeit, waren speckig und staubig. Das Zimmer ist spärlich möbiliert, hat gerade mal zwei Steckdosen, einen kleinen Röhrenfernseher, ein Telefon und einen Fön, der fest in der Wand installiert ist und eine weitere Steckdose somit vollkommen okkupiert. Für die Steckdosen werden keine Adaptoren benötigt. Das Doppelbett hat jeweils zwei Nachtlämpchen an der Holzkonsole. Die Matratze ist relativ hart, aber meiner Ansicht nach nicht so grauenerregend wie es andere Touristen ausführen. Da es Anfang Juni noch etwas kühler (was hier relativ gesehen werden soll) sein kann, liegen braune Wolldecken anbei, welche wohl noch nie mit Waschmittel in Berührung gekommen sind, super ekelerregend, stinkend, abegenutzt sowie speckig sind und deshalb so schnell wie möglich zur Seite gelegt werden sollten. Sobald man den Kleiderschrank öffnet, strömt einem ein warmer Wind des Verderbens in die Nase. Wer seine Kleidung nicht unnötig diesem Miasma aussetzen möchte, sollte keinesfalls – ich wiederhole: keinesfalls! – diese dort verstauen und ihn nur dann öffnen, wenn man Zugriff zu dem Safe haben möchte, der sich in diesem befindet. Die diversen Kleiderbügel machen einen sehr heterogenen Eindruck und wirken wie eine Sammlung aus Kleinoden, welche Touris dort haben hängen lassen. Von Boecker über H&M bis hin zu einfachen Holz- und Drahtmodellen findet sich so ziemlich alles. Das alles ist zwischen Peinlichkeit und krudem Charme einzuordnen. Direkt an der Eingangstür findet sich eine Küchenzeile mit zwei Herdplatten – ein Schelm, wer bezüglich des kulinarischen Angebots jetzt Böses denkt! Daneben gibt es eine Spüle, darunter ein Kühlschrank, der innen ekelerregend schmierig und schimmelig ist und der keinesfalls für geöffnete Lebensmittel genutzt werden sollte. In den Nachtstunden macht das Gerät in gefühlten Abständen von einer halben Stunde immer wieder Radau, der vom Schlaf abhält. Das Badezimmer ist winzig, unsauber und teilweise schimmelig. Bei uns kam aus dem Wasserhahn des Waschbeckens lediglich kochend heißes Wasser, sodass man gegeben falls zur Spüle musste, wenn es unerträglich wurde. Im Seifenspender befindet sich Schaumseife. Toilettenpapierrollen gibt es übrigens nicht. Dafür hat man Spender, die auf Rhodos anscheinend Gang und Gäbe sind und jeweils ein dünnes Blättchen Klopapier abgeben, sodass man mehrfach ziehen muss. Die wirklich kleine Dusche ist das i-Tüpfelchen, wenn es um die ohnehin schon dubiosen Hygienezustände des Zimmers geht. Nicht nur ist eine Überschwemmung grundsätzlich vorprogrammiert, auch kann man sich kaum um die eigene Achse drehen und sobald man den Duschkopf in die Halterung klemmt, saugt sich der ekelige Plastikvorhang an den nackten Körper. Ich als leidenschaftlicher Duscher hatte nie zuvor ein ähnlich lästiges Duscherlebnis erlebt. Direkt neben der Dusche befindet sich übrigens ein kleines Fenster, welches keinen Fensterknauf besaß und somit permanent offen blieb. Zur Sicherheitsfrage ist allerdings zu sagen, dass es erstens sehr klein ist und zweitens nicht komplett geöffnet werden kann, da es zwangsläufig vom Gestell des Duschvorhangs blockiert wird. Für (kleine) unliebsame Gäste sollte dies dennoch kein Problem darstellen. Am ersten Tag baten wir um die Reparatur des Fensters. Diese geschah nie und wurde uns mit einem, besonders im Nachhinein gefühlt dreisten, „Wir kümmern uns drum“ versprochen. Bleibt nur noch die Klimaanlage zu erwähnen. Diese wird zumindest nicht in der ersten Junihälfte eingeschaltet, wodurch eine Dilemmasituation entsteht. Im Raum wird es in der Nacht so stickig und warm, dass man praktisch dazu gezwungen wird, die Schiebetür zur Terrasse zu öffnen. Das wiederum öffnet Mücken Tür und Tor. Bei der allgemeinen Hygiene hätte uns die Klimaanlage eh beunruhigt, da sie bereits vergilbt und wahrscheinlich ein wahrer Seuchenherd ist.


    Restaurant & Bars
  • Sehr schlecht
  • Jeden Tag werden drei Mahlzeiten sowie Kaffee und Kuchen in den Nachmittagsstunden angeboten. Die Poolbar hat von 11 bis 24 Uhr geöffnet. Hier kann man sich die üblichen Softdrinks und Mineralwasser in kleine 0,1l-Gläser zapfen. Die Softdrinks sind No-Name-Produkte und schmecken dementsprechend. Besonders die Zitronen- und Limettenlimonade ist höchstens für kleine Kinder, deren Geschmackssinne noch nicht ausgeprägt sind, genießbar. Es ist untersagt Softdrinks in die größeren Biergläser (0,25l) zu füllen. Das Bier wird gezapft und soll angeblich die Marke Mythos sein – wer jedoch ein Mythos außerhalb getrunken haben sollte, wird den geschmacklichen Unterschied bemerken. Wahrscheinlich wird es gestreckt, ist allerdings durchaus genießbar. Für Bier und alle weiteren alkoholischen Getränken besteht keine Selbstbedienung. Wer einen Ouzo (in Ordnung), Cognac (scheußlich), Rot- und Weißwein (scheußlich und in Saftgläsern serviert) oder Markengetränke (kostenpflichtig) möchte, muss die Thekenkraft darum bitten. Die Mahlzeiten selbst sind bis auf wenige kleine Details durchgängig unterirdisch. Beim Frühstück wird ein relativ schmackhaftes Spiegelei angeboten. Das Rührei ist eine Fertigmischung und schmeckt dementsprechend. Der Bacon ist ekelerregend – weder ist er annähernd warm, noch knusprig. Das Brot ist hart, pappig und es schmeckt alt. Als Aufschnitt werden zwei Sorten Wurst und eine Sorte Käse angeboten. Ansonsten gibt es noch kleine Fetastreifen, Oliven und Tomaten, welche man durchaus in Betracht ziehen sollte, wenn man die niedrige Qualität der restlichen Speisen umgehen will. Cornflakes und Müsli spare ich mir grundsätzlich. Auch hier gab es nur ein geringes Angebot. Kaffee, Heißwasser und Kakao wird aus einer Maschine gezogen. Da ich meinen morgendlichen Kaffee brauche, empfand ich dieses Angebot gelinde gesagt als Verbrechen an der Menschheit. Von allen Speisen und Getränken, die angeboten wurden, war der Kaffee vielleicht das ekelerregendste und minderwertigste, was das Fantasy seinen Gästen antut. Ein Gang zu einer Bar in Kolymbia (siehe „Tipps“) wurde deshalb relativ schnell zur Pflicht, damit ich einen vernünftigen Kaffee (günstig) nachholen konnte. Eine Alternativ, beispielsweise an der Bar, gab es nämlich im Hotel nicht. Deshalb erspare ich mir die Beschreibung des nachmittaglichen Kuchenangebots, wo der gleiche schlechte Kaffee zu staubigen Gebäck, trockenem Marmorkuchen, aus Resten gepanschten Rumkugeln, Creme mit Zuckergeschmack, gefrorener Eiscreme mit Synthetikgeschmack oder Milchreis, angeboten wurde. Letzter konnte nicht einmal mit Zimt nachgewürzt werden. Generell ist Würzen nicht gerade die Stärke der Küchenbelegschaft. Dass es sich hier nicht um Köche handelte, war uns klar. Dass das Personal aber erstens genau so gut für die Patienten im Krankenhaus von Rhodos Stadt hätte kochen können, ist die bittere Wahrheit, an welche man immer dann erinnert wird, wenn man den Speisesaal betritt und ein nicht gerade einladender Geruch den Appetit direkt wieder verfliegen lässt. Ich frage mich, ob das Küchenpersonal selbst ihr Essen isst, ob es ihnen schmeckt. Ich meine: Auch wenn man in großen Mengen kocht, kann man sich doch über die Jahre einen gewissen Standard, eine gewisse Routine angewöhnen, an seinen Gerichten experimentieren und ein Mindestmaß an Qualität und Geschmack erreichen. Das Nachwürzen mit Salz und Zucker (lachhaft: nicht an jedem Tisch erhältlich) wird zur Pflicht und unterstreicht die Eintönigkeit des Geschmacks, da es sich hier um die einzigen Gewürze handelt, welche angeboten werden. Die Hauptmahlzeiten werden in Buffetform angeboten. Hier hat man von „essbar“ über „es wird immerhin sättigen“ bis hin zu „baaaaaaah“ alles, was das Herz begehrt. Lustigerweise haben andere Gäste die Bezeichnung „Gute Hausmannskost“ fallen lassen – ein extrem krasser Euphemismus! Nun denn: Alles, was aus Hack gemacht wurde, kann bedenkenlos gegessen werden. Die Souvlaki-Spieße waren durchaus okay und für mich das Highlight der Woche, während das Gyrosfleisch schlabberig, fett, sehnig und geschmacklos war. Ironischerweise beherrscht das Küchenpersonal nicht die heimische Küche. Das Moussaka, diverse Saucen, ein viel zu lang gekochter, zäher und saurer Oktopus in Reis sowie gefüllte Paprikas wurden zu wahren Oden an die Resteverwertung. Klar, das ist in jedem Hotel Standard. Aber meist wird auch darauf geachtet, dass man etwas Schmackhaftes anbietet und nicht einfach seine Überbleibsel mit aller Macht unterbringen will. Die Stimmung stieg dann, als es Pommes gab. Ja, richtig gehört. Die Pommes waren überraschend lecker. Ebenfalls toll ist das Pitabrot, welches geviertelt angeboten wird. Mit Tzatziki hat man so eine gute, wirklich schmackhafte Kombi. Letzterer ist übrigens ein Fertigprodukt (Gott sei Dank), welches ein Stammgast im separaten Salatbüffet ist. Dieses ist zudem der letzte Rückzugsort, wenn man mal wieder nichts gefunden hat, was annähernd genießbar ist. Die Oliven, Gurken und Tomaten sind natürlich extrem gut. Sobald ein Salat gemischt angeboten wird, hat man matschige Pampe und bitteren Blatsalat. Regelmäßig werden auch mit Reis gefüllte Weinblätter angeboten, welche übermäßig säuerlich schmecken. Den Nachtisch habe ich schnell ignoriert – besonders die Gottespeise mit Bananengeschmack und diverses „frisches“ Obst, welches handgepflückt aus der Dose angeboten wurde. Noch ein Wort zu Ketchup, Senf und Mayonnaise: Alles wird in großen Glasschalen angeboten, die ungekühlt am Rande des warmen (warm????) Buffets stehen. Da ist es klar, dass sie an einem Tag unmöglich leer werden können. Während man bei Senf und Ketchup ein Auge zudrücken kann, gehe ich davon aus, dass die Mayonnaise eine regelrechte Gefahr ist, die unter keinen Umständen gegessen werden soll/darf. Ich persönlich finde das Angebot beinahe schon fahrlässig. Getränke müssen während des Essens selbst geholt werden. Das Personal ist bemüht Geschirr abzuräumen, dabei aber überfordert. Es wird daher freundlich darauf hingewiesen, dass man seine Teller und Gläser selbst auf einen Wagen stellen soll. Aus Fairnessgründen macht man das auch, aber auch bei drei Sternen, ist der Nachgeschmack bitter, wenn man bedenkt, dass man ein Hotel gebucht hat und keine Kantine oder Jugendherberge. Während des Abendessens ist die Poolbar übrigens vakant, da auch die Thekenkraft Vicky im Speisesaal aushilft.


    Service
  • Schlecht
  • Kurz: Alle sind bemüht und wer mit dem nötigen Maß an Respekt und Höflichkeit den Menschen begegnet, wird ebenfalls freundlich behandelt. Da es sich um einen Familienbetrieb handelt, ist das Personal natürlich überschaubar und dementsprechend eingespannt und wahrscheinlich oftmals überfordert. Deutsch wird von vielen zumindest verstanden, Polnisch und Russisch in Maßen. Englisch ist obligatorisch. Jeden zweiten Tag wird das Zimmer gereinigt. Liederlich und oberflächlich. An der Rezeption versucht man auf Wünsche einzugehen, doch man wird mit falschen Versprechungen vertröstet. So wurde einer Bitte unsererseits nicht gefolgt, was mir noch während des Urlaubs als lächerlich und dummdreist erschien. (Mehr dazu unter dem Punkt „Zimmer“). Anscheinend ist es so, dass teilweise nur das verstanden wird, was auch verstanden werden will. Im Foyer befindet sich auch eine Dame, die sich um eine Autovermietung kümmert, welche absolut seriös, freundlich sowie wirklich günstig ist und diversen dubiosen Betrieben in der Nähe bevorzugt werden soll. Quasi exklusiv bietet das Hotel Fantasy einen Bootsausflug mit einem Schiff namens Matoula an. Für 25 Euro (Stand: Juni 14) bekommt man einen Ausflug inklusive Freigetränken. Wir haben dieses Angebot aber nicht beansprucht. Der Mietsafe kostet zehn Euro pro Woche und lässt sich lediglich abschließen, aber nicht per Zahlencode oder Ähnlichem verriegeln. Wlan kostet pro Woche stolze 12 Euro. Wer nicht wirklich dauerhaft online sein will, soll lieber ins Dorf gehen, wo es in jedem Café, jeder Bar, jeder Taverne gratis Wlan gibt.


    Lage & Umgebung
  • Eher schlecht
  • Das Hotel liegt am Ende einer Seitenstraße, welche relativ hinten an der Eukalyptus Allee, die sich als Knotenpunkt durch Kolymbia zieht, angesiedelt ist. Dementsprechend ist das Hotel weit vom Schuss, allerdings auch in einer von Verkehr und Tourismus geschützten Lage – etwas was Hotels an der Hauptstraße kaum bieten können, da es dort bis in die Nacht laut ist. Um das Gelände des Hotel Fantasy findet sich die typische griechische Flora und Fauna. Im Garten – welcher inmitten der beiden dreistöckigen Hauptgebäuden und einem einstöckigen Neubau ist – stehen Oliven- und Orangenbäume und einige eher ungepflegte, verwahrloste Rosenbüsche, welche dringend mal wieder etwas Wasser gebrauchen könnten. Der Rasen wird immer wieder in den Morgen- und Vormittagsstunden per Sprinkleranlage bewässert. Die Tierwelt innerhalb der Fantasy-Mauern ist vielfältig: Es leben mehrere Katzen dort, in der Nacht sieht man schon mal die ein oder andere Ratte von außergewöhnlicher Größe durch den Garten huschen, Grashüpfer springen durch die Gegend. In den Abendstunden entwickeln sich flugfähige, beinahe kinderhandgroße Käfer zur Regelrechten Plage (Stand: Juni 14) und sind auf dem gesamten Gelände zu finden – egal ob auf den Wegen, dem Balkon/der Terrasse, an der Poolbar, den Billardtischen oder den Sitzmöglichkeiten. Der wahre Feind ist allerdings die Mücke. Ich empfehle jedem jede erdenkliche Präventivmaßnahme zu treffen – angefangen bei Autan oder anderen Sprays, über Abfanggeräten (im Ort Kolymbia dreist und unbarmherzig überteuert) bis hin zur Behandlung für den sicherlich kommenden Stich. Das Hotel selbst ist in einem recht guten Zustand, hat eine große Lobby mit zwei Fernsehern und Sesseln sowie mehreren Bezahl-PCs. Die Einrichtung ist meist unfreiwillig komisch und extrem heterogen, wenn es um einen vorherrschenden Einrichtungsstil geht. Überall stehen komische, auch hässliche Kuscheltiere, Uhren, Bilder und Porzellanfiguren. Sie alle wirken wie Geschenke vom Schrottwichteln. Im einheitlich eingerichteten Speisesaal gibt es eine Ecke im Landhausstil mit wuchtigen Kerzenständern auf dem Tisch und Strohgesteck. Das alles soll nicht wirklich als Negativpunkt gewertet werden, ist allerdings beinahe lächerlich kitschig und unbeholfen. Ich weiß nicht, wer die Räumlichkeiten eingerichtet hat und möchte es auch gar nicht wissen. Hier haben wir es mit einem kleinen Fauxpas zu tun. Die Toiletten im Gebäude, in denen sich der Speisesaal und die Verwaltung befinden, sind öffentlich und lassen sich nicht abschließen. Peinlich. Der Ort Kolymbia schließlich findet, wie bereits erwähnt, an der Hauptstraße statt, welche als schöne Allee mit großen Eukalyptusbäumen präsentiert wird. Hier finden sich die typischen Andenkenläden, welche sich größtenteils weder in Sachen Preis noch Angebot unterscheiden, Mini-Märkte, Cocktail-Bars und Tavernen. Alles, was in den Seitenstraßen oder zu weit vom Kern liegt, hat teilweise drastische Existenzprobleme. Das Resultat sind Bauruinen, welche mahnend davon berichten, welch beinhartes Geschäft der Tourismus für die Griechen doch sein muss. Die Preise der verkauften Güter sind dem Geldbeutel des Touristen angepasst. Ebenso hat man eine natürlich Immunität gegen Handel entwickelt, selbst wenn die Konkurrenz groß sein sollte. Ehrlich gesagt wären die Betreiber auch schön blöd, wenn sie es nicht so machen würden. In den Tavernen kann man aber zu relativ moderaten Preisen gut essen und trinken. Am Ende der Allee gibt es Wege zu mindestens drei unterschiedlichen Stränden. Der schönste mit dem saubersten und klarsten Wasser ist sehr steinig und für Menschen ohne Badeschuhe eine schmerzhafte Angelegenheit. Ein weiterer liegt in einer kleinen Bucht, an der diverse Boote anlegen. Der letzte scheint der beliebteste zu sein, da es sich um einen beinahe reinen Sandstrand handelt, der direkt zu Fuße mehrerer Hotels liegt. Dieser sei an dieser Stelle empfohlen – auch wenn er überfüllt sein sollte. Überall werden natürlich Liegen samt Sonnenschirmen zu stolzen Preisen angeboten.


    Aktivitäten
  • Eher schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Strand

    Es gibt keine Animation und keine sportlichen Angebote, die über Billard (zwei Tische) und Air Hockey (ein Tisch) hinweg gehen. Der Pool war sauber – wir waren aber auch vor Beginn der Hauptsaison da. Kinder durften im Wasser mit ihren Bällen und Aufblasspielzeugen hantieren, wie sie lustig waren – alles okay also! Um den Pool stehen Liegen mit recht betagten Sonnenschirmen und vereinzelt auch kleinen Plastiktischchen. Die Verfassung der Liegen ist in Ordnung. Möchte man ein Badetuch, muss man sein eigenes nehmen – nicht das Handtuch seines Zimmers. Einige Liegen stehen unter einem schattigen Pavillon. Unter zwei weiteren Pavillons stehen Tische mit relativ neuen und gepflegten Holzstühlen, welche mit orangenem bzw. gelben oder blauen Stoff bespannt sind. Im Zentrum befindet sich die erwähnte Poolbar. Aus dieser dröhnt ab 11 Uhr Musik für Menschen, die Musik hassen. Bumsbeats, Eurodance, House- und Trance-Vergewaltigungen von Klassikern – wer seine eigene Musik nicht dabei hat, muss leiden. Wenn ein normaler Mainstream-Popsong oder sogar Klassiker gespielt wird, wirkt das wie eine Erlösung. Im Juni, vor der eigentlichen Hauptsaison, sind auch viele ältere Herrschaften unterwegs. Dass diese noch weniger etwas mit so einer Musik anfangen können als andere, wird getrost ignoriert. Am Abend wurde während unseres Aufenthalts zumindest die immer gleiche Playlist durchgenudelt, welche so lieblos gestaltet war, dass manche Lieder sogar mehrfach in einer Stunde gespielt wurden und aufgrund einer mangelnden Komplexität nervend und störend erschienen. Griechischen Folk gibt es übrigens nur dann, wenn billige Beats untergesteuert wurden. Angenehmen Pop oder Rock gibt es fast nie.


    Preis-Leistung
  • Schlecht

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:1 Woche im Juni 2014
    Reisegrund:Strand
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Daniel
    Alter:26-30
    Bewertungen:3