Wir suchten ein Hotel für eine Zwischenübernachtung, und da stieß ich mehr zufällig auf dieses Waldhotel in Sülzhayn. Den Namen des Ortes hatte ich noch nie gehört, obwohl Sylzhayn vor 100 Jahren als "Davos des Nordens" und vor 70 Jahren als "Paris des Ostens" bezeichnet wurde, wie ich erfuhr. Der Grund war, dass Sylzhayn ein sehr bekannter Luftkurort in der damaligen Zeit war und mehr Übernachtungen pro Jahr hatte als Garmisch-Partenkirchen heute. Als wir nach Sülzhayn kamen, waren wir äußerst irritiert, große verfallene Villen und der Ort selbst wie leblos. Hinter dem Ort, mitten im Wald, dann die Überraschung, wie ein Kleinod lag das Hotel. Der Grund für diesen desolaten Zustand war die Tatsache, dass unmittelbar dahinter die unselige Zonengrenze verlief, der Ort damit im Sperrgebiet lag, in dem sich nur Einheimische aufhalten durften. Fazit, der Ort lag in einem zwangsweisen Dornröschenschlaf und Sanatorien, diese Villen eben, verfielen. Eine dieser Villen ist das Waldhotel, das mit viel Liebe und noch mehr Geld renoviert wurde. Das Hotel erinnert an einen prächtigen Gutshof in Meck-Pomm. Das Hotel war peinlich sauber, auch die Zimmer waren in einem erstklassigen Zustand. Wir hatten ÜF gebucht, haben aber anbends nach der Karte gegessen. Wenn ich mich recht erinnere, hat das Waldhotel 4 Sterne, und da ist der Zimmerpreis von 70,00 Euro eigentlich unschlagbar. Die sonstigen Preise - Essen und Getränke - liegen zwar etwas höher, wir empfanden sie aber als angemessen. Fazit: Wir haben uns sehr wohl gefühlt und sind zufrieden abgereist. Ich würde sagen, dass das Hotel eine bessere Auslastung verdient hätte, denn die Anzahl der Gäste in der Vorweihnachtszeit war doch recht überschaubar.
Unser Zimmer war geräumig und ansprechend möbliert. Ob eine Minibar vorhanden war, vermag ich nicht zu sagen, wir vermissen sie nicht, denn unser Abendbier trinken wir ungern allein auf dem Zimmer.
Das Frühstück entsprach gutem Standard. Nach einem Abendessen die Küche generell zu beurteilen, ist schwierig, zumal Gänsekeule und Steakpfanne sicherlich kaum einem Koch schwerfallen dürften. Ich habe aber den Eindruck, dass man sein Handwerk versteht, denn der Saltteller als Vorspeise war originell zusammengestellt, war frisch und die Marinade gelungen.
Der Service war untadelig. Sonderwünsche beim Essen waren kein Problem. Serviceleistungen benötigten wir nicht, zu Beschwerden gab es nicht den geringsten Anlaß. Das Zimmer war peinlich sauber.
Mit der Lage ist die Bewertung schwierig. Das Hotel liegt außerhalb des Ortes mitten im Wald. Wanderer werden begeistert sein, allerdings ist man auf sein Fahrzeug angewiesen, zumal der Ort selbst außer der Möglichkeit Kaffee zu trinken oder die alte Kirche zu betrachten m. W. nichts bietet. Wir fanden die Lage schön, zumal wir eine himmlisch ruhige Nacht verbringen konnten. Ausflugsmöglichkeiten sind im Harz mehr als genug gegeben, aber eben mit PKW. Ebenfalls außerhalb befindet sich eine neue Reha-Klinik, von der der Ort aber wohl kaum profitiert, da die wieder eine kleine und autonome Welt für sich ist.
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| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Dezember 2009 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Günter |
| Alter: | 66-70 |
| Bewertungen: | 256 |


