Marriotts wachsende AutographCollection hat mich bisher eigentlich nie enttäuscht. Daher wird die Ausführung in Dresden im Gewandhaus das Hotel meiner Wahl zu Weihnachten. Wir haben vorher eine Nacht im Taschenbergpalais verbracht und bei dem Vergleich geht es bei den meisten Hotels wohl eher bescheidener zu. Insofern hat es das Gewandhaus trotz seiner fünf Sterne von Anfang an schwer bei mir. Die Historie des Gebäudes geht zurück ins späte 18.Jahrhundert, als hier tatsächlich Schneider und Fleischer Waren anboten. Dann aber wurde das Gebäude ab 1967 als Hotel genutzt. Beim Publikum merkt man, dass eine starke US-Fraktion hier residiert - was Marriott vermarktet ist immer der erste Anlaufpunkt der nordamerikanischen Freunde. Der Public Bereich inklusive der Meatery - dem integrierten Steakrestaurant, in dem auch das Frühstück serviert wird - der Lobby und der Rezeption ist mit einem hübschen aufwändig gestalteten Innenhof verbunden - hier lebt Dresdens alte Zeit mit renovierten Häuserfassaden. Die Lobby bietet auch Platz zum Sitzen, Entspannen oder Arbeiten - wenn man will. Parken funktioniert nur ausserhalb, öffentliche Parkplätze gibt es unter freiem Himmel in 100 Metern Entfernung oder im Parkhaus 200 Meter entfernt.
- ZimmergrößeSehr gut
- SchlafqualitätGut
- SauberkeitEher schlecht
Wir haben eine Junior Suite gebucht - an Weihnachten benötigt man etwas Platz. Das ist zwar nicht billig, aber was soll es. Da es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt: Beim Betreten des Zimmers dominiert ein muffiger, unangenehmer Geruch. Der kann durchaus von einem ältlichen, wirklich abgewohnten Teppich kommen, der grenzwertig aussieht - trotz seiner verschmutzungsresistenten Farbe. Die Sitzecke hat Historie - nicht umsonst sagt das Internet, dass das Bad der Star der Suite ist. Wenn ich solche Verklausulierungen nur immer richtig deuten könnte: Der Rest ist eben auch nur so naja. Dafür ist der Preis durchaus stolz. Wichtig: Das Bett bewährt sich als nicht nur bequem, sondern auch mit warmer Decke ausgestattet, ich habe nach zusätzlichen Kopfkissen gefragt und mit denen war es sehr gemütlich. Das Bad ist zwar nett, aber auch nicht ganz neu. Die goldenen Armaturen stammen aus goldenen Zeiten - 2025 war aber eher blechern für mich. Dazu gibt es keine separate Dusche und ich musste in einem Whirlpool duschen. Ein- und Ausstieg aus dem Teil sind dabei nicht bequem. Der Duschkopf hängt niedrig, so dass Duschen für besonders grössere Menschen nur im verkrümmten Zustand gelingt. Dazu ist die Bedienung der Armaturen schwierig - entweder es ist Temperaturstil Nordpol oder Äquator - subtropische Wärme, wie ich sie morgens mag fällt aus. Der positive Aspekt: Es gibt viel Platz. Das Zimmer ist langgezogen und hat Kaffeemaschine, Minibar und einen kleinen Schreibtisch. Wie kann man die Erfahrung im Zimmer zusammenfassen: Es wirkt etwas a. altmodisch und b. nicht 100% in Schuss - sonst gut.
- EssensauswahlEher gut
- GeschmackEher gut
Das Frühstück ist gut, nicht herausragend - aber OK. Irgendwie scheint der Trend in der guten Hotellerie dahin zu gehen nicht alles in rauen Mengen aufs Buffet zu stellen, sondern build-to-order zu liefern. Insofern bestelle ich ein paar Spiegeleier. Der frische Orangensaft wird ebenso auf Bestellung herausgegeben, wie auch der Kaffee. Die süsse Abteilung ist sparsam ausgestattet, aber hungern muss man nicht. Andererseits werde ich auch nicht mir Vorfreude wach, als ich ans bevorstehende Frühstück dachte. Wenn man will, dann kann man sich Pfannkuchen selber braten aus vorgefertigtem Teig. Christmas Eve Dinner gab es in der Meatery und da schaut man nicht so sehr auf den Preis - das ist OK. Eine lecker Rinderbrühe zum Auftakt machte schon einmal warm ums Herz. Mein Rib Eye Steak war lecker, aber nicht nur im Eye mit Fett versehen. Daher war mein Star des Abends der Rotwein, ein Chocolate Block aus Südafrika hob meine Stimmung in weihnachtliche Höhen an und schliesslich macht er auch warm in Kopf und Bauch.
Bester Service
- Zimmer
- Rezeption
- Gästebetreuung
Insbesondere vor unserem Aufenthalt war die Kommunikation und die Customer Care sehr gut. Hier steckte viel Freude im Umgang mit dem zukünftigen Gast, ob Reservierung im Restaurant oder proaktive Info zu Neuigkeiten. Dazu gehörte, dass uns mittags mitgeteilt wurde, dass unser Zimmer fertig sei - da wir aus einem anderen Hotel in Dresden umzogen war das eine sehr gute Nachricht, die uns drei Stunden Zeit schenkte. Dafür gab es bei der Technik in der Fernanalyse unbehebbare Probleme: Die Lüftung im Zimmer ist nicht regulierbar und stellt sich immer wieder selber an, was meiner entzückenden Begleitung Schlafprobleme bereitete - helfen konnte auf die Schnelle niemand. Aber am nächsten Morgen wurde sich a.erinnert und b.geholfen - so macht man Kunden glücklich. Der Concierge bot immer wieder Hilfe an und scheiterte bei mir immer wieder, da ich so der "selber-packen-Typ" bin - der Service war aber immer präsent.
- Lage für SehenswürdigkeitenGut
ÖPNV-Erreichbar
- Ja
Parkplätze in der Nähe
- Ja
Das Hotel liegt am Stadtring, also etwas ausserhalb der Innenstadt. Nach 300 Metern Fussweg ist man aber mittendrin. In die Landeshauptstadt Sachsens floss die Kohle und das sieht man Dresdens aufgeblühter Innenstadt an, besonders vor Weihnachten geniesse ich die Stadtzusammen mit vielen Touristen aus der ganzen Welt. Sehenswürdigkeiten gibt es reichlich, wobei die aufgebaute Frauenkirche sicher nicht nur geographisches Zentrum ist. Die Lage an der Elbe ist bestechend schön, die Anbindung über Flughafen und Bahn eher kompliziert – beides ist nicht perfekt ans weltweite Verkehrsnetz angebunden.
Unerwartete Kosten
- Nein, keine unerwarteten Kosten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 375 |


