Nachdem wir den Urlaub gebucht hatten, habe ich hier im Check die Bewertungen gelesen und bin mit gemischten Gefühlen in Urlaub geflogen, im Nachhinein muss ich sagen, ich will dort nie wieder hin. Wir wurden nicht direkt vor dem Hotel abgeliefert, sondern vor einer Sportsbar und mussten den Rest zu Fuß gehen, von einem Gepäckträger keine Spur. Überhaupt gab es bei unserer Ankunft für die ganze Anlage nur einen einzigen (!) Gepäckträger, der sich auch wirklich beeilt hat, aber nicht verhindern konnte, dass man mehr als eine Viertelstunde vor der Rezeption stand, ohne zu wissen, wie es weiter geht. Das gebuchte Familienzimmer entpuppte sich als ein Raum mit zwei Einzelbetten, einem Doppelzimmer und einem schäbigen Badezimmer mit löchrigem Duschvorhang und kaputten Armaturen. Die Warnungen vor den Stechmücken hatte ich im Vorfeld nicht ernstgenommen, aber ich kann jedem nur empfehlen Mückenmittel mitzunehmen (am besten die Stecker für die Steckdosen), da unsere Tochter (3) nach zwei Nächten mehr als 20 Stiche hatte. Wir haben dann vor Ort etwas gegen Stechmücken besorgt, da man in der Rezeption diesbezüglich nicht besonders kooperativ war. Da einige Bewerter die Sauberkeit der Anlage bemängelt haben, möchte ich darauf hinweisen, dass sich die meisten Angestellten Mühe gegeben haben, den Abfall der Gäste zu entsorgen, aber einigen Urlaubern fällt es wirklich schwer, ihre Plastikbecher oder Ähnliches im Mülleimer zu entsorgen... Die Gästestruktur war gut durchgemischt, Familien mit Kleinkindern, Schulkindern und Jugendlichen, kinderlose Paare und Rentner.
Im Zimmer gab es einen Safe, den man mieten musste (Preis:30€ für 10 Tage), aber das war es uns wert, dass wir nicht permanent alles mit uns rumschleppen mussten. Die Betten sind nicht sonderlich bequem, aber bezüglich Betten und Matratzen hat ja jeder andere Vorstellungen. Die Minibar ist vorhanden, aber leer, sollte der Minimarkt mal geöffnet haben, kann man hier aber Wasser usw. kaufen. Eine Schranktür war mit Tesa geklebt, an den Fenstern waren leichte Schimmelbildungen zu sehen. In jedem Raum befand sich ein Fernseher, aber nur einer funktionierte. Im Bad gibt es einen Haartrockner, der die Haare trocknet, wer aber auf eine Fohnfrisur wert legt, sollte von der Benutzung dieses Geräts Abstand nehmen - das wird nix. An den Wänden und Möbeln kleben die Reste und Abdrücke erschlagener Schnaken und Spinnen. Es würde mich mal interessieren, ob nach Saisonende gestrichen wird, oder ob man das Muster so belässt.
In der ersten Woche unseres all-inclusive-Urlaubs war das Essen wirklich nicht schlecht, es war abwechslungsreich und erlaubte einen Einblick in die griechische Küche. Wer Schitzel mit Pommes suchte, suchte allerdings vergeblich. In der zweiten Woche nahmen Angebot und Qualität deutlich ab, was mit dem Ausklingen der Saison begründet wurde, aber merkwürdige Ausmaße annahm, gab es z.B. vorher 5 Sorten Eis, gab es plötzlich nur noch Erdbeer und Pistazie. Oftmals war das Essen kalt, was nicht südländisch lauwarm (nach unseren Begriffen) meint, sondern richtig kalt und an manchen Speisen war die Würzung nachbesserungsbedürftig. Wenn man Glück hatte, dann war nach dem Essen unter dem Tisch gewischt worden, es konnte aber auch sein, dass der Boden noch die Speisekarte der Vorbenutzer und der vorherigen Mahlzeit wiedergab. Überhaupt ging es bei Lautstärke im Restaurant manchmal zu wie auf einem Hauptbahnhof: Musik aus dem Lautspecher, knallende Restauranttür, fallendes Geschirr, rückende Stühle und in dieser Geräuschkulisse Menschen, die sich versuchen zu unterhalten und dabei die anderen Geräusche übertönen. Auch wenn sich einige über die Preise für die Coctails beschwert haben, finde ich 5€ für eine gut gemixte Pina Colada durchausangemessen.
Am Service muss dieses Haus noch deutlich arbeiten. Das gilt vor allem für eine Dame an der Rezeption, die auf meine Frage, ob es nur einen Kofferträger gäbe, wir würden schon eine Weile warten, antwortete, ja, dann warten sie eben. Die anderen Damen an der Rezepzion dagegen waren durchaus bemüht, den Gästen entgegen zu kommen. Im Speiseraum waren die Kellner bzw. Kellnerinnen entweder mit Schwätzen, SMS schreiben oder auch dem Auffrischen des Make-ups beschäftigt, so dass die Teller gerne mal auf dem Tisch stehen blieben. Auch machte das Personal häufig einen gelangweilten Ausdruck. Eine große Ausnahme bildet hier der Barkeeper der Main-Bar, der immer nett und freundlich und auch sehr engagiert war. Das Zimmmer wurde gereinigt, allerdings nur dann wenn es der Putzfrau in den Zeitplan passte. Unser Zimmer schien nach Plan in der Zeit zwischen 13.00 und 14.00 Uhr dran zu sein. Als wir zu dieser Zeit einmal im Zimmer waren und ich die Putzfrau bat, in einer halben Stunde wiederzukommen, weil wir dann weg wären, gab sie uns zu verstehen, dass ihre Arbeitszeit dann zu Ende sei und das Zimmer entweder jetzt geputzt würde oder an diesem Tag eben nicht. Also wurde es an diesem Tag NICHT geputzt. Beim Bettenmachen ging die Schlafanzughose unserer Tochter "verloren", mein Mann reklamierte dies an der Rezeption und zwei Tage später lag die zerknüllte Hose unter dem Bett ( da hatten wir natürlich vor der Reklamation nachgeschaut, passiert ja mal, dass Kinder was unters Bett werfen). Kein Ton seitens des Hotels bzw. der Putzfrau...
Das Hotel liegt am "Ende der Welt", aber direkt in der Einflugschneiße des Flughafens Heraklion (d.h. Fluglärm ab morgens halb 7), der Strand ist fußläufig erreichbar (und auch hier liegt die Sauberkeit wieder am Verhalten der Gäste). Es gibt die Möglichkeit mit dem Bus Ausflüge zu unternehmen, die Bushaltestelle ist nach ca. 10 Mituten Fußmrasch zur Hauptstraße erreicht, aber mit Kleinkind ist das sehr abenteuerlich. Im Hotel gibt es einen Minimarkt, der aber sehr seltsame Öffnungszeiten hatte bzw. an 3 von 7 Tagen komplett geschlossen war. In Gouves gibt es ein paar Geschäfte, die aber im Oktober ebenfalls schon zu Hälfte geschlossen waren. Wer im Urlaub gerne Shoppingtouren macht, ist hier falsch. Sehr zu empfehlen ist das Aquarium in Gournes, das man zu Fuß nach ca. 30 Minuten oder in ca. 5 Minuten mit dem Taxi (Festpreis 10€) erreichen kann.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Obwohl im Katalog ein Animationsangebot angeboten wurde, fand es aufgrund des Saisonendes nur noch sehr sehr reduziert bis gar nicht statt. Es gab nur noch eine Animateurin in der ganzen Anlage und die war für die Kinder da. Die zweite Poolbar wurde plötzlich einfach geschlossen, so dass man sich überlegen konnte, ob man nur schwimmen wollte oder an den anderen Pool mit Bar wechselte. Am Strand kosten die Liegen und Schirme Geld, hier haben wir einen Bewertertipp ausprobiert und ebenfalls die Liegen bei NoiNoi gemietet, was sehr zu empfehlen ist, der Preis ist derselbe wie woanders, aber es ist sauber.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Angelika |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 4 |


