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Michael (31-35)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • August 2007 • 2 Wochen • Strand
Happy Life = simple Life. Trotzdem gut
4,3 / 6

Allgemein

Hotel mittlerer Größe, sauber, aber abgewohnt. Schmucklos, aber nicht ohne Charme. Relativ kurze Laufwege, nur bedingt behindertengerecht. Gemischte Gästestruktur allen Alterklassen. Deutsche, Araber, Osteuropäer. Die "russischen" Urlauber fielen nicht negativ auf, was daran liegen mag, dass es sich nach Aussage eines Hotelmitarbeiters um Tschechen handelte. Speziell am Wochenende wird die Anlage von ägyptischen Gästen bevölkert, die sich am Strand - dort bevorzugt auf dem Steg - oder an den Bars zusammenrotten und gelegentlich die Ruhe stören. Dem akkustischen Höhepunkt steuerte ein ägyptisches Mädchen zu, als es am Strand zum Kopfhörer-Playback inbrünstig zu singen begann. Das "Happy Life Village" ist kein hoch preisiges Arrangement. Wer sich im Urlaub wie ein König fühlen möchte, muss auch bereits sein, fürstlich zu zahlen. Wir brachen mit eben dieser Haltung auf und kehrten zufrieden wieder zurück. Die fantastische Lage des Hotels, die Tatsache, dass praktisch vor unserer Zimmertür Kamele grasten, das Hausriff von Murännen über Kraken und Barrakudas nahezu alles bietet, was man als Schnorchler vor die Taucherbriller kriegen kann, die Freundlichkeit des Personals, das alles hat uns beispielsweise dafür entschädigt, dass der Speisesaal eher einer Stasi-Kantine gleicht oder das AI-Bändchen zum Gast zweiter Klasse degradiert. Kurzum: Wir würden wieder kommen, dann aber definitv HP buchen.


Zimmer
  • Eher gut
  • Die geräumigen Zimmer sind - wie eigentlich alle Räumlichkeit vor Ort - zweckdienlich und schmucklos. Immerhin wird auf Sauberkeit geachtet, funktionieren Minibar und Klimaanlage. Der Spülkasten unserer Toilette brauchte eine gute halbe Stunde, bis er wieder voll gelaufen war - kein wirkliches Problem. Das gewissenhaft arbeitende Reinigungspersonal hat uns am letzten Tag mit einem "lesenden Krokodil" verblüfft, einem Kunstwerk aus Decken, Handtüchern und Klamotten. Originell.


    Restaurant & Bars
  • Eher schlecht
  • Für uns als Vegetarier, die weder Fleisch noch Fisch essen, ein heikler Punkt. Konnte man sich auf das Frühstück mit frisch zubereiteten Pfannkuchen und Omletts noch durchaus freuen, kam es mittags und abends am Buffet zu gelegentlichen Engpässen. Die Speisen wiederholen sich bereits nach wenigen Tagen und was am Mittag übrig bleibt, feiert oft püriert, paniert oder sonstwie modifiziert zum Abendessen Comeback. Eine aus der Heimat mitgebrachte Gewürzmühle hat sich als treuer Helfer erwiesen. Gewicht verloren haben wir trotzdem nicht, was wohl den teils leckeren Süßspeisen geschuldet ist. Wie in Ägypten leider fast üblich, lag die Durchfallrate in unserem Fall bei 50 Prozent. Doch bitter aufgestoßen sind uns weniger die Speisen als vielmehr die Tatsache, dass man bei All-Inclusive Gast zweiter Klasse ist. Während der HP-Gast seine ansprechenden Getränke und Speisen direkt auf der Sonnenliege kredenzt bekommt, pumpt sich der All-Inklusive-Urlauber an mäßig gekühlten Zapfstationen Quench und Wasser in den Pappbecher. Darüber hinaus werden Bier, Cola, Eiskaffee und Spirituosen sowohl am Pool als auch am Strand ausgeschenkt.


    Service
  • Sehr gut
  • Selbst wenn das Personal - allen voran die Restaurantmitarbeiter - die Freundlichkeit nur spielen sollte, es würde diese Rolle sehr glaubwürdig spielen. Freundliche Gesichter und Hilfsbereitschaft eigentlich überall. Hier muss Service nicht mit Trinkgeld erkauft werden, was freilich nicht davon abhalten sollte, gelegentlich die "Tip-Box" zu füttern. In Mohammed, einem der wechselnden Restaurantmanager, durften wir eine Seele von Mensch kennenlernen und darüber hinaus Interessantes über Land und Leute erfahren. Ohne Englischkenntnisse kann die Kommunikation mit Angestellten zum Glücksspiel geraten.


    Lage & Umgebung
  • Sehr gut
  • Wir haben das Hotel aufgrund seiner Lage gewählt. Abgeschieden und nur über eine abenteuerliche Buckelpiste zu errichen schlängelt sich die Anlage zwischen Beduinenlagern, mächtigen Bergen und Wüste entlang des Roten Meeres. Wunderschön. Den Weg zum Strand kreuzt eine Sandstraße, auf der Geländewagen (Beduinen) oder Quadbikes (Touristen) verkehren. Das hört sich schlimmer an als es in Wahrheit ist, denn Verkehr im eigentlichen Sinne findet in dieser Abgeschiedenheit natürlich nicht statt. Dreimal täglich "holpert" ein kostenloser Hotelbus nach Dahab, wo es schöne Eindrücke zu gewinnen gibt, penetrante Händler aber kräftig an den Nerven zehren.


    Aktivitäten
  • Sehr gut
  • Beliebte Aktivitäten

    • Strand

    Am Strand können zwei Dinge lästig werden: Mücken und Animateure. Neben dem Schnorcheln stand für uns Relaxen auf dem Plan, weshalb sich uns die Fäuste ballten, wenn wieder einmal "Wati-Balla" oder "Soft-ah-Jümnastig" über den Strand krakeelt wurde, sobald man am Einschlafen war. Jedoch wurde die Grenze zwischen Animation und Belästigung nur einmal überschritten. Das war, als sich einer der Berufslustigen über unsere Liegen beugte und Laute ausstieß, die an seinem Geisteszustand zweifeln ließen. Ein ernster Blick unsererseits setzte dem Schelmenstück ein Ende. Vom Schorcheln waren wir sehr angetan. Bereits nach zwei Tagen hatten wir Bekanntschaft mit Tintenfischen, Napoleons, Riesendrückern und sogar einem Oktopus gemacht, der allerdings, wie wir kurz darauf leider erfahren mussten, von den Beduinen erlegt und verspeist worden war. Dass die Fische häufiger gefüttert werden, zeigt sich daran, dass einige Arten praktisch keine Scheu haben. Zweimal wurden wir im Gewimmel der Riffbarsche und Rotmeerjunker sogar angeknabbert - wohlgemerkt ohne irgendwelche Köder. Die Qualität der Korallen verbessert sich in dem Maße, in dem man sich beiderseits des Stegs vom Pulk absetzt. Theoretisch lässt sich die Küste kilometerweit abschnorcheln, nur sollte man die Strömungsverhältnisse dabei nicht außer Acht lassen. Den Bootstrip nach Gabr-el-Bent für 15 EUR kann sich sparen, wer das Hausriff nur weitläufig genug abgeschnorchelt hat. Wir waren voriges Jahr in der Brayka Bay, Marsa Alam. Abgesehen davon, dass die besagte Bucht flach abfallend und ohne Steg ins Wasser führt, gefiel uns das Hausriff des "Happy Life Village" um einiges besser.


    Preis-Leistung
  • Sehr gut

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:2 Wochen im August 2007
    Reisegrund:Strand
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Michael
    Alter:31-35
    Bewertungen:1